Fieber, Parese, Gesichtshälfte, einseitig: Ursachen und Behandlung

Die Fazialisparese, auch Gesichtslähmung genannt, ist eine Funktionsstörung des Gesichtsnervs (Nervus facialis), die zu einer teilweisen oder vollständigen Lähmung der Gesichtsmuskulatur führt. Diese Lähmung tritt meist einseitig auf und kann sich durch hängende Mundwinkel, Sprachstörungen und ein beeinträchtigtes Hörempfinden äußern. Die Prognose ist in den meisten Fällen gut, wobei sich die Fazialisparese innerhalb von sechs Monaten selbstständig zurückbildet. Einige Betroffene berichten jedoch von Langzeitfolgen wie Gesichtsasymmetrien.

Was ist eine Fazialisparese?

Die Fazialisparese bezeichnet eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur in dem Bereich, den der Gesichtsnerv versorgt. "Fazialis" ist die Kurzbezeichnung für den Gesichtsnerv (Nervus facialis bzw. Fazialisnerv), während "Parese" eine Schwäche oder teilweise Lähmung eines Muskels oder einer Muskelgruppe bedeutet. Welchen Teil der Gesichtsmuskulatur die Fazialisparese betrifft, hängt davon ab, welche Ursachen die Lähmung hat und wo der Nerv geschädigt ist.

Fachleute unterscheiden zwei Hauptformen der Gesichtslähmung:

  • Periphere Fazialisparese: Die Schädigung betrifft den Gesichtsnerv direkt, auf dem Weg vom Hirnstamm zum Gesicht. Die gesamte betroffene Gesichtshälfte ist gelähmt.
  • Zentrale Fazialisparese: Die Schädigung liegt im Inneren des Gehirns. Typischerweise ist das Gesicht nur von einem Auge bis zum Kinn einseitig gelähmt, wobei die Stirnmuskulatur oft ausgespart bleibt.

Schätzungen zufolge tritt die Fazialisparese bei etwa sieben bis 32 von 100.000 Menschen im Jahr auf. In den meisten Fällen lässt sich keine Ursache feststellen (idiopathische Fazialisparese). Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit zu.

Ursachen einer Fazialisparese

Eine Gesichtslähmung hat ihre Ursachen in einer Nervenschädigung, die entweder im Gehirn (zentrale Fazialisparese) oder außerhalb (periphere Fazialisparese) liegt.

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Ursachen für eine zentrale Fazialisparese:

  • Schlaganfall (Hirninfarkt, Hirnblutung)
  • Hirntumor

Ursachen für eine periphere Fazialisparese:

  • Gestörte Durchblutung (Ischämie)
  • Gesichtsverletzungen
  • Nervenverletzungen, etwa nach Schädelbruch
  • Hirntumoren
  • Tumoren im Bereich des Mittelohrs oder der Ohrspeicheldrüse
  • Entzündungen, wie Borreliose (durch Zecken übertragbare Krankheit)
  • Ramsay-Hunt-Syndrom (durch Varicella-zoster-Virus verursacht)
  • Mittelohrentzündung
  • Diabetes mellitus
  • Gehirnhautentzündung (Meningitis)

In bis zu sieben von zehn Fällen bleiben die Gründe für eine periphere Fazialisparese unklar. Dann liegt eine sogenannte idiopathische Fazialisparese vor (idiopathisch = ohne erkennbare Ursachen).

Lyme-Borreliose als Ursache

Zecken übertragen diese Infektionskrankheit, deren Erreger zu den Borrelien gehören. Nach einem Zeckenstich kann sich die Haut um die Einstichstelle kreisrund röten und sich weiter ausbreiten (Wanderröte). Später können Nerven- und Gelenkschmerzen, akute Gehirn- und Hirnhautentzündungen mit Nackensteife und Fieber oder chronische Gehirn- und Rückenmarksentzündungen auftreten. Auch Lähmungen im Gesicht sind möglich, die einseitig, aber auch beidseitig auftreten können. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

Ohrherpes (Herpes zoster oticus)

Nach einer Windpockenerkrankung in der Kindheit verbleiben die Varizella-zoster-Viren in den Hirnnerven oder Nervenwurzeln des Rückenmarks und können nach Jahren wieder aktiv werden. Dies führt häufig zu einer Gürtelrose mit sehr schmerzhaftem Hautausschlag. Bei einem Ohrherpes ist neben dem Hör- und Gleichgewichtsnerv meist auch der Fazialisnerv betroffen. Symptome sind Brennen und Schmerzen auf und in dem erkrankten Ohr, Ausschlag mit Rötungen und Bläschen, Hörprobleme, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und periphere Lähmungserscheinungen auf der kranken Gesichtsseite, die auch die Stirnhälfte mit erfassen. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten gegen Viren (Virustatika).

Mittelohrentzündungen

Der Gesichtsnerv verläuft streckenweise unmittelbar neben Hör- und Gleichgewichtsnerv im inneren Gehörgang im Felsenbein. Daher kann er auch von Krankheitsprozessen betroffen sein, die sich im mittleren Ohr abspielen.

  • Akute Mittelohrentzündung mit Mastoiditis: Eine akute Entzündung kann vom Mittelohrraum auf den Fazialisnerv übergreifen und neben den typischen Symptomen für eine Mittelohrentzündung (heftige Schmerzen, Fieber, Schwerhörigkeit) einseitige Lähmungen der Gesichtsmuskulatur verursachen. Ist als seltene Komplikation einer Mittelohrentzündung der Warzenfortsatz entzündet (Mastoiditis), gehören Ohrenschmerzen, Schwellungen hinter dem Ohr, Fieber und Ausfluss aus dem Ohr zu den typischen Beschwerden. Manchmal stellt sich eine einseitige Gesichtslähmung mit Stirnbeteiligung ein.
  • Chronische Mittelohrentzündung mit Cholesteatom: Wiederholte akute Mittelohrentzündungen und Trommelfellschäden können zu einer chronischen Entzündung führen. Sind die Schleimhäute im Mittelohrraum dauerhaft entzündet, entwickeln sich mitunter zerstörerische Zellwucherungen im Knochen (Cholesteatom), die unter anderem auf den Kanal des Gesichtsnervs und damit auf den Nerven selbst übergreifen können. Alarmsymptome sind eine einseitige Gesichtslähmung, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen.

Guillain-Barré-Syndrom

Diese Erkrankung gehört zu den Polyradikuloneuritiden, bei denen Nervenwurzeln, Rückenmarksnerven und/oder periphere Nerven entzündet sind. Dies führt zu Lähmungen und Bewegungsstörungen in unterschiedlichen Körperbereichen. Schluckstörungen und eine doppelseitige periphere Gesichtslähmung mit Stirnbeteiligung sind häufig. Auch Muskelzuckungen im Gesicht sind möglich.

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Verletzungen und andere Schäden im Bereich des Gesichtsnervs

Bei einer Kopfverletzung durch einen Aufprall oder heftigen Schlag kann auch die Schädelbasis brechen. Verläuft der Bruch im Bereich des Felsenbeins, ist häufig der Gesichtsnerv mitbetroffen. Knochensplitter, Überdehnungen und Risse können ihn schädigen oder durchtrennen.

Sarkoidose (Morbus Boeck) und Heerfordt-Syndrom

Diese meist gutartige Systemerkrankung erfasst unterschiedliche Körperbereiche, sehr oft die Lymphknoten und die Lungen, aber auch viele andere Organe sowie in einigen Fällen das Nervensystem (Neurosarkoidose). Dabei bilden sich knötchenartige Geschwülste im Bindegewebe (Granulome), die die Funktion des jeweiligen Organs behindern und zu vielfältigen Beschwerden führen. Sind die Hirnnerven betroffen, tritt sehr häufig eine Fazialislähmung auf. Beim Heerfordt-Syndrom, einer Sonderform der Sarkoidose, entzündet sich die Ohrspeicheldrüse. Augenentzündungen mit geröteten Augen und Gesichtslähmung kommen kennzeichnend dazu.

Erkrankungen im Gehirn

Eine akute oder chronische Hirnhautentzündung tritt meist als Folge einer infektiösen oder entzündlichen Grunderkrankung auf, wie Borreliose, Herpes-Zoster-Infektion oder Sarkoidose.

Typische Symptome bei Fazialisparese

Eine Fazialisparese kann neben Lähmungserscheinungen auch weitere Symptome auslösen. Typisches Anzeichen für die Fazialislähmung ist jedoch die meist halbseitige Lähmung der Gesichtsmuskulatur. In der Regel ist bei der Fazialisparese nur die Gesichtshälfte betroffen, in der auch die Nervenschädigung besteht.

Diese halbseitige Gesichtslähmung führt charakteristischerweise dazu, dass ein Mundwinkel herunterhängt. Hinzu kommt ein kleines Gebiet mit gestörter Empfindung hinter dem Ohr. Die periphere Fazialisparese, die durch direkte Schädigung des Gesichtsnervs entsteht, führt außerdem dazu, dass die Betroffenen ihre Stirn nicht runzeln können.

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Die halbseitige Gesichtslähmung entwickelt sich meist innerhalb von ein bis zwei Tagen und kann mit Schmerzen hinter dem Ohr beginnen. Nachfolgend können bei der Fazialisparese je nach Ausprägung folgende Symptome auftreten:

  • Erweiterte Lidspalte: Die Betroffenen können das Augenlid nicht vollständig schließen.
  • Beeinträchtigte Wortbildung und Sprachstörungen (Aphasie) aufgrund der Schwäche der Wangen- und Lippenmuskulatur
  • Positives Bell-Phänomen: Bei unvollständigem Lidschluss bewegt sich der Augapfel nach oben.
  • Verstrichene Stirn- und Nasolabialfalte: Zwischen Nase und Mundwinkel sowie auf der Stirn sind keine Falten mehr sichtbar.
  • Geräuschempfindlichkeit (Hyperakusis)
  • Geschmacksstörungen, wenn der Zungennerv betroffen ist
  • Verminderte Tränen- und Speichelsekretion

Entsteht die Gesichtslähmung aufgrund einer Schädigung von Nervenzellen im Gehirn (zentrale Fazialisparese), ist vor allem die mimische Muskulatur im Mundbereich betroffen.

Diagnose der Fazialisparese

Bei einer Fazialisparese stellt der Arzt die Diagnose anhand der Lähmungserscheinungen der Gesichtsmuskeln, die im Versorgungsgebiet des betroffenen Gesichtsnervs liegen. Erste Hinweise auf die möglichen Ursachen ergeben sich durch die genaue Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese). Zudem kann der Mediziner versuchen, den Lidschlussreflex (Orbicularis-oculi-Reflex) auszulösen: Bei der Fazialisparese gelingt dies nicht.

Um die Ursache der Fazialisparese festzustellen, ist zunächst eine Blutentnahme nötig - dadurch lassen sich zum Beispiel folgende Ursachen ausschließen:

  • Borreliose
  • Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus oder Varicella-zoster-Virus
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  • Diabetes mellitus

Um das Ausmaß der Fazialisparese zu untersuchen, können bei der Diagnose verschiedene Tests zum Einsatz kommen:

  • Eine Geschmacksprüfung zeigt, ob die Geschmacksnervenbahn von der Fazialislähmung betroffen ist.
  • Der sogenannte Schirmer-Test gibt Aufschluss über den Tränenfluss: Dazu wird nach der Betäubung der Bindehäute ein schmaler Filterpapierstreifen in das Unterlid beider Augen gelegt. So lässt sich im Seitenvergleich prüfen, ob in einem Auge ein verminderter Tränenfluss vorliegt.
  • Eine Röntgenaufnahme des Schädels zeigt, ob die Nervenfunktion womöglich durch Brüche oder knöcherne Veränderungen beeinträchtigt ist.
  • Mithilfe der Elektromyographie (EMG) - einer Methode zur Messung der elektrischen Ströme im Muskel - kann eine Störung der Nervenleitung festgestellt werden. Zudem werden weitere Hirnnerven geprüft, um auszuschließen, dass sie an der Gesichtslähmung beteiligt sind.

Im Einzelfall sind bei einer Fazialisparese zur Diagnose weitere Spezialuntersuchungen nötig: So ist zum Beispiel eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) hilfreich, um einen Hirntumor als Auslöser der Gesichtslähmung auszuschließen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Rückenmarksflüssigkeit auf Krankheitserreger zu untersuchen.

Therapie: Behandlung der Fazialisparese

Bei einer Fazialisparese hängt die Therapie vor allem von der Ursache ab: Die typischerweise einseitige Gesichtslähmung bessert sich, wenn sie durch eine Grunderkrankung bedingt ist und gegen diese eine gezielte Behandlung erfolgt. So ist es beispielsweise hilfreich:

  • Bei Diabetes mellitus den Blutzucker einzustellen
  • Eine Gesichtslähmung durch Zoster oticus mit Aciclovir zu behandeln
  • Bei durch Borreliose verursachter Gesichtslähmung Antibiotika zu verabreichen

Hat ein durchtrennter Gesichtsnerv infolge einer Kopfverletzung eine periphere Fazialisparese verursacht, kann die Therapie in einer Operation in Form einer Nerventransplantation bestehen. Deren Ziel ist es, die Nervenenden wieder miteinander zu verbinden. Auch ein freier funktioneller Muskeltransfer (FFMT) kann eine Möglichkeit sein.

Behandlung der Symptome

Bei jeder Fazialisparese ist außerdem eine Therapie wichtig, die auf die Symptome abzielt. Solange Erkrankte aufgrund der Fazialisparese ihr Auge nicht vollständig schließen können, ist es nötig, dieses mit Augensalbe, künstlicher Tränenflüssigkeit und (beim Schlafen) mit einem Verband zu schützen, damit die Hornhaut nicht austrocknet. Ohne diese Maßnahmen besteht das Risiko, dass Betroffene ein Hornhautgeschwür entwickeln.

Bleibt der unzureichende Lidschluss trotz Behandlung der Fazialisparese bestehen, haben Patient*innen die Möglichkeit, das Oberlid beschweren zu lassen - zunächst vorübergehend durch äußerlich angebrachte Bleigewichte, dann eventuell auf Dauer durch unter die Haut eingepflanzte Gold- oder Platingewichte. Bei einer Gesichtslähmung ohne erkennbare Ursache sind zur Therapie außerdem Kortikosteroide (z. B. Kortison) in Tablettenform ratsam.

Ambulant oder stationär?

In der Regel kann die Behandlung einer Fazialisparese ambulant erfolgen. Eine stationäre Behandlung ist ratsam, wenn:

  • Sich die idiopathische Gesichtslähmung durch eine doppelseitige Lähmung äußert
  • Zusätzlich andere Hirnnerven beteiligt sind
  • Sonstige Komplikationen auftreten

Zudem sind - unabhängig von der Ursache und dem Schweregrad - bei jeder Fazialisparese zur Therapie auch Übungen für die Gesichtsmuskulatur empfehlenswert. Wichtig ist, dass diese Bewegungsübungen frühzeitig und regelmäßig unter Anleitung und Kontrolle eines Physiotherapeuten stattfinden.

Fazialisparese-Therapie mit Medikamenten oder Strom

Entsteht die Gesichtslähmung als Folge einer Infektion mit einem Virus oder einem Bakterium, helfen bestimmte Medikamente - Virustatika bei Viren und Antibiotika bei Bakterien - dabei, die Erreger zu eliminieren. Außerdem kommen bei manchen Betroffenen Glukokortikoide, umgangssprachlich Kortison, zum Einsatz. Augensalben und -tropfen lindern Beschwerden, die dadurch entstehen, dass die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, das Auge richtig zu schließen.

In schweren Fällen, in denen die Gesichtslähmung nicht wieder abklingt, ist eine sogenannte transkutane Nervenstimulation eine Therapieoption. Hierbei regen leichte Stromwellen die betroffenen Nerven und Muskeln an. Der Strom wird über eine Elektrode auf der Haut in den Körper geleitet.

Fazialisparese-Übungen: Das Gesicht trainieren

Spezielle Fazialisparese-Übungen ermöglichen es den Betroffenen, unter professioneller Anleitung das Sprechen zu verbessern, leichter essen und trinken zu können sowie Gesichtsausdrücke zu trainieren. Auch müssen Erkrankte lernen, wie sie das Auge - wenn es sich nicht mehr richtig schließen lässt - vor Umwelteinflüssen im Alltag schützen können. Das erleichtert ihnen den Umgang mit der Gesichtslähmung.

Verlauf der Fazialisparese

Bei einer Fazialisparese bestehen gute Chancen auf einen günstigen Verlauf: Ist keine Ursache für die Gesichtsmuskellähmung festzustellen, verläuft sie in mehr als 80 Prozent der Fälle gut und bildet sich innerhalb von sechs Wochen bis sechs Monaten von selbst zurück. Auch eine Fazialislähmung infolge eines Unfalls hat gute Heilungschancen.

Bei vielen Menschen mit Gesichtslähmung bleiben allerdings auch nach optimaler Behandlung unauffällige Mitbewegungen der mimischen Muskulatur (sog. Synkinesien) bestehen. In weniger als 10 von 100 Fällen ist mit dauerhaften Asymmetrien des Gesichts zu rechnen, die auch kosmetisch ein Problem darstellen können.

Krokodilstränen-Phänomen als Erkrankungsfolge möglich

Beim Krokodilstränen-Phänomen ist der Tränenfluss beim Essen einseitig verstärkt. Grund ist eine falsche Vernetzung zwischen Geschmacksfasern und Tränendrüse bei der Neubildung von Nervenfasern, die entsteht, wenn die Gesichtslähmung fehlerhaft abheilt.

Vorbeugung

Einer Fazialisparese lässt sich nur bedingt vorbeugen, da ihre Ursache häufig unbekannt ist. So ist es zum Beispiel ratsam, mögliche ursächliche Erkrankungen frühzeitig ärztlich behandeln zu lassen, um eine Lähmung der Gesichtsmuskulatur zu verhindern.

Fazialisparese bei Kindern

In den meisten Fällen ist eine Gesichtslähmung bei Kindern harmlos und bildet sich nach einigen Wochen wieder zurück. Die meisten heranwachsenden (85%) mit einer Erkrankung, die eine vorübergehende Schwäche oder Lähmung der Muskeln im Gesicht verursacht, erholen sich innerhalb von drei Wochen, aber fast alle (95%) innerhalb von sechs Monaten. Die Bell-Lähmung, die dazu führt, dass die Hälfte des Gesichts erschlafft, ist die dritthäufigste Erkrankung, die eine plötzliche Veränderung der Nervenfunktion bei Kindern bedingen kann.

Der Gesichtsnerv kann z.B. durch Kälte, Verletzung oder auch Viren bis hin zu Tumoren beeinträchtigt werden. Oft bleibt die genaue Ursache unbekannt, sie hängt aber bei Kindern häufig mit einer Virusinfektion zusammen. Dazu gehört z.B. auch COVID-19. Schätzungsweise bis über ein Drittel der Fälle gehen auf eine Infektion zurück. Weitere Infektionen, die eine Gesichtslähmung auslösen können, sind das Herpes-simplex-Virus, das Cytomegalovirus, das Epstein-Barr-Virus, das Adenovirus, das Rötelnvirus, das Mumps-Virus, die Influenza-Viren, das Echovirus und das Coxsackievirus. Durch Zecken übertragene Borrelien können bei Kindern ebenso für eine Gesichtslähmung (Fazialisparese) verantwortlich sein. Der Kinder- und Jugendarzt kann Letzteres durch eine Blutabnahme ausschließen oder bestätigen. Eine Antibiotikabehandlung ist hier sinnvoll.

Eine aktuelle kleine Studie ergab, dass Medikamente die Heilung einer Fazialisparese bei Kindern kaum verbessern. 57% derjenigen Kinder, die keine Medikamente einnahmen, erlangten die Gesichtsfunktion nach einem Monat wieder, 85% nach drei Monaten und 93% nach sechs Monaten.

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