Schmerzen in Fingern und Füßen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Übungen und Stimulationstechniken, die helfen können, Schmerzen zu lindern, die Nervenfunktion zu verbessern und die allgemeine Beweglichkeit zu fördern. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Finger- und Fußnervenstimulationsübungen, einschließlich transkutaner elektrischer Nervenstimulation (TENS), Akupressur, Massagetechniken und spezifischer Übungen zur Behandlung von Polyneuropathie und anderen Erkrankungen.
Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)
Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine konservative Methode zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen. Bei diesem Verfahren werden elektrische Impulse über Oberflächenelektroden an die Haut abgegeben. Der elektrische Reiz unterbricht die Schmerzübertragung der Nerven zwischen Gehirn und Entstehungsort des Schmerzes. Die elektrischen Impulse können gezielt zur Schmerzlinderung beitragen, indem sie durch die Haut in die betroffenen Körperregionen geleitet werden.
Wirkungsweise und Anwendung
Die Wirkweise der TENS hängt von verschiedenen Parametern ab, wie Frequenz, Impulsbreite und Stromstärke. Verschiedene Stimulationsmuster, wie kontinuierliche, Burst-, amplituden- oder frequenzmodulierte Stimulation, können unterschiedliche schmerzlindernde Effekte erzielen. Die Behandlung erfolgt in der Regel zu Hause mit handlichen, mobilen Geräten. Vor der Anwendung ist jedoch eine Erprobung und Einweisung durch einen Arzt erforderlich. Der Arzt zeigt, wo die Elektroden aufzukleben sind und erklärt die Funktionsweise des TENS-Gerätes.
In der Regel beginnen Patienten mit 20- bis 30-minütigen TENS-Anwendungen, 3 bis 4 Mal am Tag. Je nach individueller Situation und Verträglichkeit können Dauer und Häufigkeit auf 5 - 6 Mal 1 Stunde pro Tag gesteigert werden. Es ist wichtig, auf Verhärtungen des Gewebes zu achten und bei Bedarf den behandelnden Arzt zu konsultieren. TENS-Geräte sind frei käuflich, sollten aber am besten vom Arzt für die jeweiligen Ansprüche verordnet werden.
Anwendungsbereiche und Wirksamkeit
Das TENS-Verfahren eignet sich zur Therapie von akuten und chronischen Schmerzen verschiedenster Ursache. Die besten Erfolge sind bei akuten und subakuten Schmerzen zu erwarten. Bei chronischen Schmerzen ist die Wirksamkeit anfangs oft gut, lässt jedoch nicht selten nach einigen Wochen nach.
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TENS kann den Schmerzmittelbedarf bei Arthroseschmerzen (z. B. im Knie) deutlich senken oder sogar ganz ersetzen. Besonders bei Schmerzmittelunverträglichkeiten, wie den weit verbreiteten Magen-Darm-Beschwerden in Verbindung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), kann TENS eine gute Alternative in der Schmerzbehandlung bieten.
Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen
Die Schmerztherapie durch TENS ist nicht ganz frei von unerwünschten Nebenwirkungen und muss - ebenso wie die medikamentöse Schmerztherapie - genau erwogen werden. Eine dauerhafte TENS-Behandlung darf eine kausale Klärung von Schmerzursachen nicht ersetzen. Langfristig kann die TENS-Behandlung zu Verspannung und Verhärtung von Geweben und Muskulatur führen. TENS sollte nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Als Wellness-Gerät für den Freizeitbereich ist ein TENS-Reizstromgerät nicht zu empfehlen.
Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation ist ein konservatives Therapieverfahren, das praktisch nebenwirkungsfrei ist. In wenigen Fällen kann es zum sogenannten Überstimulationssyndrom kommen. Dabei verstärkt das TENS-Gerät aufgrund einer schlecht eingestellten Intensität die Schmerzen. Wenn derartige Symptome auftreten, sollte man sich an den Arzt wenden, um die Stimulationsparameter anzupassen.
Funktionelle Elektrostimulation (FES) bei Fußheberschwäche
Bei einer Fußheberschwäche, die durch eine gestörte Übertragung der Nervenimpulse vom Gehirn auf den Wadenmuskel (Musculus peroneus) verursacht wird, kann die funktionelle Elektrostimulation (FES) eingesetzt werden. Die FES stimuliert den nicht mehr angesprochenen Nerven, wodurch es zu einer Muskelkontraktion des Wadenmuskels kommt. Das Gerät wird dabei in Form einer Manschette um das betroffene Bein gelegt. So verhindert es Stürze und trägt zu einem normalen Gangbild bei.
Akupressur am Fuß
Akupressur am Fuß ist eine alte, bewährte Heilmethode aus der traditionellen chinesischen Medizin, die ohne Nadeln auskommt und dennoch tiefgreifende Wirkungen entfalten kann. Der Fuß ist ein Mikrokosmos des gesamten menschlichen Körpers. Gezielt stimulierte Akupressurpunkte am Fuß können Beschwerden lindern, Verspannungen lösen und das allgemeine Wohlbefinden steigern.
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Stimulationstechniken
Die sachgerechte Stimulation von Akupressurpunkten ist entscheidend für die Wirksamkeit:
- Streichende Bewegung: Die Haut über dem Punkt wird mit der Handinnenfläche in Richtung des Herzens gestrichen.
- Konstanter Druck: Der Daumen oder die Fingerkuppe wird senkrecht auf den Punkt gesetzt und mit konstanter Kraft etwa 20 bis 30 Sekunden gehalten.
- Kreisende Bewegung: Der Daumen führt kleine, kreisende Bewegungen aus, im Uhrzeigersinn für anregende Wirkung und gegen den Uhrzeigersinn für beruhigende Wirkung.
Eine typische Akupressurbehandlung dauert 20 bis 45 Minuten. Für die Selbstbehandlung zuhause werden täglich 5 bis 10 Minuten empfohlen, idealerweise am Morgen nach dem Aufwachen oder abends vor dem Schlafengehen. Bei akuten Beschwerden kann täglich stimuliert werden, bei chronischen Leiden sollte mindestens 3 bis 4 Mal pro Woche behandelt werden.
Anwendungsbereiche
- Plantarfasziitis: Es gibt zwei Hauptpunkte bei Plantarfasziitis. Der erste liegt in der Mitte der Wade, der zweite befindet sich unter der Fußsohle inmitten der Plantarfaszie, kurz hinter dem Ende der Ferse. Beide Punkte sollten mit kräftigem Druck stimuliert werden, mehrmals täglich.
- Hallux Valgus: Die Triggerpunkte des Großzehenbeugers (Musculus flexor hallucis brevis) im Fußballen-Bereich werden mit tiefer, anhaltender Akupressur stimuliert. Dies kann mit speziellen Massagetools durchgeführt werden.
- Kopfschmerzen und Migräne: Die gesamte Großzehe wird massiert, insbesondere die Fußsohlen- und Fußrückenseite.
- Verdauungsbeschwerden: Die Reflexzonen für Magen, Dünndarm und Dickdarm werden systematisch massiert. Der Magen-36-Punkt (Ma 36) wird zusätzlich gezielt stimuliert.
- Schlafstörungen: Abends vor dem Schlafengehen sollte der Nieren-1-Punkt (Yongquan) etwa 3 bis 5 Minuten stimuliert werden, bevorzugt mit beruhigenden, gegen den Uhrzeigersinn durchgeführten Kreisbewegungen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Die wissenschaftliche Forschung zur Akupressur ist in vielen Bereichen noch begrenzt, jedoch zeigen mehrere aussagekräftige Studien positive Ergebnisse. Eine Studie der Charité Berlin zur Akupunktur (die mechanismus-ähnlich zur Akupressur ist) zeigte, dass etwa 75 Prozent der Patienten mit Kopfschmerzen oder Lumbalsyndrom auch sechs Monate nach der Behandlung deutlich gebessert waren. Eine an der Universität Jena durchgeführte Studie untersuchte die Wirkung der Fußreflexzonenmassage bei Kniearthrose. Nach sechs Wochen zweimal wöchentlicher Massage verringerten sich lokale Beschwerden, Steifigkeit und Ruheschmerz um etwa 60 Prozent.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Akupressur bei vielen Menschen ein Placeboeffekt mitverantwortlich sein könnte. Allerdings sprechen die objektiven Verbesserungen (wie erhöhte Beweglichkeit) gegen eine reine Placebo-Erklärung. Die genauen Wirkmechanismen der Akupressur sind noch nicht vollständig geklärt. Moderne Forschungen deuten darauf hin, dass Faszien (das Bindegewebssystem) eine wichtige Rolle spielen könnten.
Massagetechniken für Finger und Füße
Wenn man Schmerzen hat, neigt man automatisch dazu, die betroffenen Stellen zu massieren. Das kann auch bei Polyneuropathie sinnvoll sein. Leider lassen sich durch eine Massage keine geschädigten Nerven heilen. Allerdings kann die Massage häufig trotzdem helfen, die Schmerzen zu reduzieren.
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Massage bei Polyneuropathie
Schmerzen bei Polyneuropathie entstehen nicht immer in den geschädigten Nerven. Sehr oft kommen Schmerzen aus überlasteter Muskulatur hinzu. In sehr vielen Fällen kommen zu den Schmerzen, die die beschädigten Nerven bei Polyneuropathie verursachen, noch Schmerzen aus den Muskeln hinzu. Dabei kommt es zu kleinen Krämpfen an bestimmten Stellen in den Muskelfasern, die sich von alleine nicht mehr auflösen können. Diese Minikrämpfe stören die Arbeit des Muskels und der Nerven.
Durch die Erkrankung funktioniert das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln nicht mehr wie bei gesunden Menschen. Die Bewegungsmuster verändern sich und häufig müssen Schonhaltungen oder unnatürliche Bewegungen genutzt werden. In der Folge kommt es zu immer mehr solcher Verkrampfungen. Ob die Schmerzen durch die Polyneuropathie oder die Muskelverkrampfungen verursacht werden, ist praktisch nicht zu unterscheiden.
Ob eine Massage tatsächlich hilft, kann man nur dadurch herausfinden, dass man die Muskeln massiert. Denn eine klare verlässliche Diagnostik gibt es nicht. Allerdings hat man auch nichts zu verlieren, denn es ist mit keinen schweren Nebenwirkungen der Massage zu rechnen. Wenn man die Muskelverkrampfungen allerdings behandelt, erreicht man häufig Verbesserungen der Schmerzen.
Grundsätzlich gilt, dass die Chancen für eine Reduktion der Schmerzen durch die Massage bei Polyneuropathie größer sind, je näher die Schmerzen am Körperzentrum auftreten. Ziel der Massage bei Polyneuropathie sind sogenannte Myofasziale Triggerpunkte, hier der Einfachheit halber Triggerpunkte genannt. Diese Punkte sind quasi das Zentrum von Muskelverkrampfungen. Es sind Knötchen von der Größe einer Erbse, die sehr schmerzempfindlich sind und auch ausstrahlende Schmerzen verursachen können. Das heißt, wenn sich ein solcher Triggerpunkt in der Wadenmuskulatur befindet, kann das Schmerzen im Fuß verursachen.
Durchführung der Triggerpunktmassage
Bei dieser Massage sollte man zunächst versuchen, den Triggerpunkt möglichst genau zu finden. Der Triggerpunkt befindet sich an der Stelle im Muskel, die bei Druck am meisten wehtut. Dabei wird die Haut mitbewegt. Das heißt die Finger gleiten NICHT über die Haut, sondern bleiben immer an derselben Stelle auf der Haut haften. Die Massage soll schließlich nicht in der Haut wirken, sondern in der Tiefe der Muskulatur. Dieser Vorgang wird 10-20 mal wiederholt. Danach sollte man den Triggerpunkt einige Zeit lang in Ruhe lassen, um eine schmerzhafte Überreizung zu verhindern. Spezielle, aber einfache Dehnübungen nach der Massage sorgen für länger anhaltende Entspannung.
Spezifische Massagetechniken für Füße
Wenn die Zehen schmerzen, ist es besonders sinnvoll, die Muskeln die die Zehen bewegen zu massieren (Musculus Flexor Digitorum Longus und Musculus Flexor Hallucis Longus). Diese werden sehr häufig übersehen, denn sie befinden sich weit entfernt von den Zehen in der Wade. Es ist bei Schmerzen an den Füßen außerdem häufig hilfreich, die Fußsohlen zu massieren. Dazu sind harte Bälle wie zum Beispiel Tennisbälle oder sogar noch härtere Gummibälle (Flummis) geeignet. Man stellt dann den Fuß auf den Ball und rollt über die schmerzhaften Stellen, geht dann ohne Druck an den Ausgangspunkt zurück und beginnt von neuem. Auch hier ist es sehr wichtig, nicht allzu großen Druck anzuwenden. Das richtige Maß an Druck kann man selbst am besten steuern - leichter Schmerz, aber gerade noch angenehm.
Igelballmassage
Igelbälle sind Massageinstrumente mit Noppen, die die Durchblutung fördern und zur Sensibilisierung von Nerven und Muskeln eingesetzt werden. Sie eignen sich sowohl für die punktgenaue Druckmassage als auch zur Stimulation der Reflexzonen an Füßen und Händen.
Anwendungsbereiche und Übungen
- Massage großer Körpermuskeln: Den Igelball mit geringem Druck entlang der großen Körpermuskeln, wie Armen oder Oberschenkeln, rollen. Die Bewegung langsam durchführen, um die Muskelpartien zu stimulieren und zu erwärmen. Nach mehreren Wiederholungen kann der Druck verstärkt werden, um auch die tieferliegende Muskulatur zu erreichen.
- Stärkung der Handmuskulatur: Den Igelball in die Hand nehmen, kurz zusammenpressen und anschließend die Hand strecken. Mehrmalige Wiederholungen dieser Bewegung führen zur Stärkung der Handmuskulatur sowie zum Lösen von Verspannungen.
- Koordinationstraining: An einem Tisch sitzend, beide Ellenbogen in einem Abstand von etwa 30 cm auf die Tischplatte stellen. Den Igelball von einer Hand in die andere werfen und dabei die Geschwindigkeit variieren.
- Stimulation der Fußreflexzonen: Auf einem Stuhl sitzend, die Beine in einem Winkel von 90 Grad aufstellen. Den Igelball unter der Fußsohle platzieren und langsam vor und zurück über die gesamte Fußsohle sowie die Außenränder rollen. Dabei nur leichten Druck ausüben. An schmerzhaften Stellen kann in der Bewegung innegehalten und der Druck etwas erhöht werden, um Verspannungen zu lösen.
- Nackenmassage: Aufrecht an eine Wand stellen und den Igelball im Nacken platzieren, indem der Ball in Höhe des unteren Nackenbereichs mit dem Körper an die Wand gedrückt wird. Aus dieser Position heraus den Igelball mit gleichmäßigen Bewegungen des Körpers auf und ab rollen.
Handtherapie und Rehabilitation
Unsere Hände sind essenziell für den Alltag. Sie ermöglichen uns nicht nur, feinste Bewegungen auszuführen, sondern auch Werkzeuge zu bedienen, Gegenstände zu greifen und alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Erst wenn Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen auftreten, wird deutlich, wie stark wir auf eine uneingeschränkte Handfunktion angewiesen sind. An dieser Stelle kommt die Handtherapie als spezialisierter Bereich der Physiotherapie ins Spiel. Sie zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Funktion der Hand zu verbessern und die Selbstständigkeit im Alltag wiederherzustellen. Gerade nach einer Fraktur, einer Sehnenverletzung oder bei Erkrankungen wie Arthrose ist eine gezielte Behandlung wichtig.
Methoden der Handtherapie
Die Handtherapie setzt auf eine Kombination aus passiven und aktiven physiotherapeutischen Maßnahmen, um die Beweglichkeit, Kraft und Koordination der Hand schrittweise wiederherzustellen:
- Mobilisationstechniken: Sanfte Mobilisationstechniken lösen Gelenkblockaden und verbessern die Beweglichkeit.
- Weichteiltechniken: Gezielte Grifftechniken, Dehnungen und Mobilisationen entspannen die Hand, verbessern die Durchblutung und reduzieren Spannungen.
- Kräftigungsübungen: Gezielte Kräftigungsübungen wirken der Schwächung der Handmuskulatur entgegen.
- Dehnübungen: Gezielte Dehnübungen gleichen Verkürzungen von Muskeln und Sehnen aus und verbessern die Flexibilität der Hand.
- Sensibilitätstraining: Übungen mit verschiedenen Oberflächen stimulieren das Nervensystem und verbessern den Tastsinn.
Handrehabilitation
Nach Verletzungen, Operationen oder Erkrankungen ist die Handrehabilitation ein entscheidender Schritt zur Wiederherstellung der Beweglichkeit. Da unsere Hände in nahezu jeder Alltagssituation gebraucht werden, können Einschränkungen das Leben stark beeinträchtigen. Die Rehabilitation der Hand verfolgt das Ziel, Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu verbessern und die Kraft wiederherzustellen.
Wichtige Bestandteile der Handrehabilitation sind:
- Bewegungsübungen: Die Hand wird wieder an Bewegung gewöhnt.
- Krafttraining: Die Handmuskulatur wird gestärkt.
- Sensibilitätstraining: Das Tastempfinden in der Hand wird verbessert.
- Manuelle Therapie: Verklebungen oder Verspannungen werden gelöst.
- Alltagstraining: Der Patient lernt, die Hand im Alltag wieder einzusetzen.
Spezifische Übungen bei Polyneuropathie
Regelmäßiges Training zu Hause bildet das Fundament für eine wirksame Behandlung von Polyneuropathie.
Übungen für Füße und Beine
- Zehenstand: Stärkt die Wadenmuskulatur und verbessert das Gleichgewicht. Stehe aufrecht vor einem Stuhl oder Tisch als Sicherheit, drücke dich langsam auf die Zehenspitzen und halte diese Position für einige Sekunden.
- Ballrollen: Massiert mit den Fußsohlen einen kleinen Ball (z.B. Igelball) hin und her. Dies aktiviert die Nerven und massiert die Fußmuskulatur.
- Einbeinstand: Fordert das Nervensystem besonders heraus. Stelle dich auf ein Bein und versuche, die Balance 20 Sekunden zu halten.
- Gehen in Zeitlupe: Trainiert die Balance intensiv und verbessert gleichzeitig die Gangsicherheit.
- Übungen zur Dehnung des Fußes: Während du mit der einen Hand das angewinkelte Bein fixierst, lege den Vorderfuß in deine andere Hand. Ziehe deinen Fuß für 30 Sekunden nach oben, sodass die Zehen sich überstrecken. Jetzt übe mit deinem großen Zeh für zehn Sekunden Gegendruck aus, indem du versuchst, ihn zu beugen. Übe erneut zehn Sekunden lang Gegendruck aus - und zwar mit dem gesamten Vorderfuß.
Übungen für Hände
- „Baden“ der Hände in Schüsseln mit unterschiedlichen Materialien: Verbessert die Sensibilität spürbar. Fortgeschrittene können Knöpfe an Hemden öffnen und schließen, während sie auf einem Bein stehen.
Ergänzende Maßnahmen
- Entspannungsmethoden: Meditation, Yoga oder gezielte Atemübungen helfen, Stress abzubauen und die Schlafqualität zu verbessern.
- Tägliche Fußpflege: Untersuche deine Füße täglich auf Druckstellen, Rötungen und Verletzungen, die du aufgrund von Sensibilitätsstörungen eventuell nicht spürst. Für ein Fußbad sollte die Wassertemperatur maximal 37 Grad betragen, um Verbrennungen zu vermeiden.
- Gleichgewichtstraining: Senkt das Sturzrisiko.
- Walking-Stöcke: Bieten hervorragende Unterstützung bei fortschreitender Gangunsicherheit.
Wichtige Hinweise
- Erstelle einen festen Trainingsplan mit 4-5 Übungen und steigere langsam Umfang und Schwierigkeitsgrad.
- Führe alle Übungen bewusst und langsam durch.
Karpaltunnelsyndrom: Übungen für zu Hause
Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist eine häufige Erkrankung, bei der der Nervus medianus im Handgelenk eingeklemmt wird. Dies kann zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen und Kribbeln in Hand und Fingern führen.
Übungen zur Selbstbehandlung
- Unterarmmassage: Der betroffene Unterarm liegt auf einem Tennisball oder einem Faszienball auf einem Tisch, die Handfläche schaut nach unten.
- Dehnung des Unterarms: Man steht vor einem Tisch und legt die Handfläche so auf die Tischplatte, dass die Fingerspitzen zum Bauch zeigen. Nun entsteht ein leichte Dehnungsschmerz im Unterarm.
- Drücken des Knochenpunkts an der Fußsohle: Setze dich auf den Boden, am besten auf eine Übungsmatte, damit du einen festen Untergrund hast. Kombiniere das Griffstück mit dem spitzen Aufsatz und drücke nun vorsichtig auf diesen Knochenpunkt. Durch das Drücken senkst du die Spannungen an der großen Plantarfaszie - einer Sehnenplatte an der Fußsohle.