Firefox: So deaktivieren Sie ständige Updates

Mozilla Firefox ist ein beliebter Webbrowser, der regelmäßig Updates veröffentlicht, um Probleme zu beheben, neue Funktionen bereitzustellen und die Leistung zu optimieren. Diese Updates sind wichtig, um die Sicherheit und Stabilität des Browsers zu gewährleisten. Viele Nutzer empfinden jedoch den häufigen Update-Takt als störend. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen zu Firefox-Updates und zeigt, wie Sie diese deaktivieren können, ohne die Sicherheit zu gefährden.

Was ist Mozilla Firefox?

Firefox ist ein Webbrowser des Herstellers Mozilla. Seine Hauptaufgabe ist das Anzeigen und Bedienen von Webseiten. Moderne Techniken wie HTML5 ermöglichen es Webseiten, weit mehr zu leisten als nur Texte und Bilder bereitzustellen. Firefox kann beispielsweise PDF-Dokumente anzeigen, Audio- und Videoinhalte abspielen, Videochat-Konferenzen durchführen oder klassische Office-Anwendungen im Web ersetzen. Durch den riesigen Funktionsumfang sind heutige Webbrowser von klassischen Betriebssystemen kaum zu unterscheiden und gehören mittlerweile zum Standard auf beinahe jedem technischen Gerät.

Wie häufig erscheinen Firefox-Updates?

Mozilla verteilte ursprünglich alle sechs bis acht Wochen eine neue Hauptversion von Firefox. Im Jahr 2020 erhöhte der Hersteller den Update-Rhythmus und bringt nun Firefox-Updates alle vier Wochen heraus. Zwischen den Hauptversionen erscheinen immer wieder Mini-Updates, die Fehler beheben ("Bugfixes") und akute Sicherheitsprobleme beseitigen. Darüber hinaus bietet Mozilla mit der Beta-, Developer- und Nightly-Version verschiedene Vorabversionen des Browsers an. Hier gibt es noch deutlich häufiger Updates. Im Falle der Beta-Version etwa dreimal pro Woche, bei Nightly sogar täglich. Die Versionen richten sich an technisch versierte Nutzer, die die neuesten Funktionen weit vor Release testen wollen, und sind nicht für den Alltagsgebrauch gedacht.

Warum sind häufige Updates wichtig?

Häufige Updates sind wichtig, um Sicherheitslücken zu schließen und die Stabilität des Browsers zu gewährleisten. Mit jeder neuen Version werden bekannte Schwachstellen behoben und der Browser vor aktuellen Bedrohungen geschützt. Zudem werden regelmäßig neue Funktionen hinzugefügt und die Leistung optimiert.

Kann ich Firefox-Updates deaktivieren?

Ja, Firefox bietet in den Einstellungen die Option zum Deaktivieren von Browser-Updates an. Wegen der drohenden Unterversorgung mit Sicherheitsupdates sollten Sie nur in Ausnahmefällen und nur für eine kurze Zeit davon Gebrauch machen.

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Wie deaktiviere ich automatische Updates in Firefox?

Um die Update-Einstellungen zu ändern, klicken Sie auf die drei Balken oben rechts, Einstellungen, scrollen bis zum Abschnitt "Firefox-Updates" und klicken auf Nach Updates suchen, aber vor der Installation nachfragen. Fertig. Die Option "Nicht nach Updates suchen" hat Mozilla in Firefox 63 aus guten Gründen entfernt. Zwar gibt es über Umwege die Möglichkeit, die entfernte Option zurückzuholen, aber das ist nicht zu empfehlen. Denn grundsätzlich verbietet sich allein aus Gründen der Sicherheit, auf Browser-Updates zu verzichten. Mit der aktuell verfügbaren Option aktualisiert sich Firefox zwar ebenfalls nicht, aber Sie erhalten immerhin einen Hinweis auf die veraltete Version. Andernfalls ist die Gefahr zu groß, dass Nutzer die Updates etwa zu Testzwecken kurzzeitig deaktivieren, es später jedoch vergessen, die Updates wieder zu aktivieren.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Öffnen Sie die Einstellungen: Klicken Sie auf das Menüsymbol (drei horizontale Linien) in der oberen rechten Ecke des Firefox-Fensters und wählen Sie "Einstellungen".
  2. Navigieren Sie zu Firefox-Updates: Scrollen Sie im Einstellungsmenü nach unten, bis Sie den Abschnitt "Firefox-Updates" finden.
  3. Wählen Sie die Update-Option: Ändern Sie die Einstellung von "Updates automatisch installieren (empfohlen)" auf "Nach Updates suchen, aber vor der Installation nachfragen".

Nachdem Sie diese Einstellung vorgenommen haben, wird Firefox Sie benachrichtigen, wenn ein neues Update verfügbar ist, aber es nicht automatisch installieren. Sie können dann selbst entscheiden, wann Sie das Update installieren möchten.

Gibt es eine Möglichkeit, Updates vollständig zu deaktivieren?

Vor Firefox 63 gab es hier noch eine dritte Möglichkeit, mit der Sie Firefox anweisen konnten, nie nach Updates zu suchen. Diese Option hat Mozilla ab Version 63 aus der grafischen Benutzeroberfläche verbannt. Doch per Registry-Eingriff lassen sich Auto-Updates weiterhin komplett blockieren. Dazu starten Sie den Registry-Editor und nicken den Hinweis der Benutzerkontensteuerung ab. Nun navigieren Sie zu HKEYLOCALMACHINE\SOFTWARE\Policies. Unterhalb von Policies erstellen Sie per Kontextmenü einen neuen Schlüssel namens Mozilla und legen darunter zusätzlich den Subkey Firefox an. Wechseln Sie zu diesem Unterschlüssel und klicken mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich rechts im Dialogfenster. Dort generieren Sie dann ein neues DWORD mit dem Namen DisableAppUpdate und dem Wert 1. Starten Sie zum Schluss Firefox neu und wechseln anschließend zu den Einstellungen. Nun sollte unterhalb des Abschnitts Firefox-Updates die Option Updates von Ihrem System-Administrator deaktiviert scharfgeschaltet sein.

Achtung: Das vollständige Deaktivieren von Updates wird aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen.

Was ist Firefox ESR?

Firefox ESR ist eine Spezialversion des Browsers, die vorrangig für PCs in großen Firmen oder Organisationen gedacht ist. Statt "Rapid Release" gibt es hier "Extended Support Release", kurz ESR. Sprich: In der Praxis geht hier alles deutlich langsamer vonstatten, um den Supportaufwand zu reduzieren. So veröffentlicht Mozilla für Firefox ESR neue Versionen nahezu im Jahrestakt. In der Zwischenzeit sorgen Wartungsupdates ("Point Releases") für Fehlerbeseitigungen und die Schließung von Sicherheitslücken.

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Welche Risiken birgt das Deaktivieren von Updates?

Das Deaktivieren von Updates birgt erhebliche Sicherheitsrisiken. Veraltete Browserversionen sind anfälliger für Malware, Viren und andere Bedrohungen. Zudem können veraltete Versionen Inkompatibilitäten mit modernen Webstandards aufweisen, was zu Fehlfunktionen und Darstellungsproblemen führen kann.

Alternativen zum Deaktivieren von Updates

Wenn Sie die automatischen Updates als störend empfinden, aber die Sicherheitsrisiken vermeiden möchten, gibt es folgende Alternativen:

  • Manuelle Updates: Deaktivieren Sie die automatischen Updates und installieren Sie Updates manuell, wenn Sie Zeit dafür haben. Firefox benachrichtigt Sie, wenn ein neues Update verfügbar ist.
  • Firefox ESR: Verwenden Sie die ESR-Version von Firefox, die seltener aktualisiert wird.
  • Update-Zeitpunkt wählen: Nutzen Sie die Option, vor der Installation eines Updates benachrichtigt zu werden. So können Sie den Zeitpunkt der Installation selbst bestimmen und beispielsweise auf einen Zeitpunkt legen, an dem Sie den Browser ohnehin nicht benötigen.

Hintergrund-Updates unter Windows nutzen

Firefox enthält die Funktion „Hintergrund-Updates“ für das Betriebssystem Windows. Sie prüft im Hintergrund, ob neue Firefox-Updates zur Verfügung stehen, lädt diese herunter und installiert sie, auch bei geschlossenem Firefox. Die Funktion „Hintergrund-Updates“ fügt den Eintrag Firefox Background Update zur Windows-Aufgabenplanung hinzu. Dadurch wird - wenn die Funktion aktiviert ist - alle 7 Stunden nach neuen Updates gesucht, während der Browser gerade nicht genutzt wird. Unter Windows führt dies zu weniger Unterbrechungen durch eingeblendete Meldungen, denn Firefox zeigt bei aktivierter Funktion „Hintergrund-Updates“ keine Hinweise zu Programmupdates an. Stattdessen führt ein Hintergrunddienst das Herunterladen des Updates und die Aktualisierung des Browsers aus, auch wenn Firefox nicht ausgeführt wird. Hinweis: Sie können die Funktion „Hintergrund-Updates“ auch deaktivieren, indem Sie den Auswahlknopf neben der Zeile Nach Updates zu suchen, aber vor der Installation nachfragen wählen. Firefox muss über das Firefox-Installationsprogramm installiert worden sein (nicht auf anderem Weg, z. B. Der Mozilla-Wartungsdienst (Maintenance Service) muss verfügbar sein (d. h. installiert und aktiviert).

Was tun, wenn Firefox trotz deaktivierter Updates aktualisiert wird?

Es gibt Berichte von Nutzern, bei denen sich Firefox trotz deaktivierter automatischer Updates selbst aktualisiert. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Mozilla-Wartungsdienst: Unter Windows kann der Mozilla-Wartungsdienst für die Installation von Updates verantwortlich sein. Stellen Sie sicher, dass dieser Dienst deaktiviert ist.
  • Gruppenrichtlinien: In Unternehmensumgebungen können Gruppenrichtlinien die Update-Einstellungen von Firefox überschreiben.
  • Externe Programme: Einige Programme von Drittanbietern können Firefox-Updates installieren.

Firefox-Verbindungen zum Internet

Manche Nutzer sind besorgt wegen der Verbindungen, die Firefox zum Internet aufbaut, vor allem aufgrund solcher Verbindungen, die ohne erkennbaren Grund entstehen (siehe Mozillas Datenschutz-Hinweis für Firefox für weitergehende Informationen). Firefox prüft gelegentlich, ob Updates für sich selbst und für Ihre Suchmaschinen verfügbar sind. Die Möglichkeit zur Deaktivierung dieser Updateprüfung wurde ab Firefox-Version 63 entfernt. Erfahrene Nutzer und IT-Administratoren können die Updateprüfung mithilfe von Richtlinien deaktivieren. Ebenso prüft Firefox, ob Updates für Ihre Add-ons (Erweiterungen, Themes) Erweiterungen und Themes verfügbar sind. Firefox aktualisiert in regelmäßigen Abständen die Sperrliste. Diese wird verwendet, um Erweiterungen mit Schadcode, verwundbare Plugins, widerrufene Sicherheitszertifikate und Grafiktreiber zu blockieren, welche Abstürze verursachen können. Weitere Informationen erhalten Sie im englischsprachigen Firefox Extension Workshop Add-ons Blocking Process, auf der englischsprachigen Seite Blocklisting/Graphics des Mozilla-Wikis, dem englischsprachigen Blogbeitrag Revoking Intermediate Certificates: Introducing OneCRL von Mozilla sowie unter Add-ons, die Stabilitätsprobleme oder Sicherheitsrisiken verursachen, werden auf eine Sperrliste gesetzt.

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Die integrierten Schutzlisten vor Betrugsversuchen (Phishing) und Schadprogrammen aktualisieren sich in bestimmten Abständen selbst. Außerdem wird Firefox die Signatur von heruntergeladenen ausführbaren Dateien überprüfen. Falls die Datei signiert ist, wird die Signatur mit einer Liste von bekannten und sicheren Herstellern verglichen. Bei Dateien, die weder über die Liste sicherer Anbieter noch über die Anti-Schadprogramm-Liste identifizierbar sind, wird Firefox bei Googles „Safe Browsing“-Dienst nachfragen, ob diese Software sicher ist, wobei einige der Metadaten des Downloads übertragen werden.

Die eingesetzte Liste zum verbesserten Schutz vor Aktivitätenverfolgung in Firefox für Desktop wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert. Dabei kann eine Kommunikation mit einer im Zertifikat genannten Stelle erfolgen, die über ein Protokoll namens OCSP den Status des Zertifikates überprüft und bestätigt, dass es weiterhin gültig ist. Firefox Monitor warnt Sie, wenn Ihre Online-Konten von bekannten Datenlecks betroffen sind.

Fazit

Obwohl es möglich ist, automatische Updates in Firefox zu deaktivieren, wird dies aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen. Die ständigen Aktualisierungen dienen dazu, Sicherheitslücken zu schließen und die Stabilität des Browsers zu gewährleisten. Wenn Sie die automatischen Updates als störend empfinden, sollten Sie alternative Optionen wie manuelle Updates oder die Verwendung von Firefox ESR in Betracht ziehen. Es ist wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Komfort und Sicherheit zu finden, um ein optimales Surferlebnis zu gewährleisten.

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