Fit für den Dienst: Umfassende Aus- und Weiterbildung in der Neurologie

Die Neurologie ist ein dynamisches und anspruchsvolles Fachgebiet, das ständige Weiterbildung erfordert. Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden und eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten, ist eine umfassende Aus- und Weiterbildung unerlässlich. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der neurologischen Aus- und Weiterbildung und bietet einen Überblick über relevante Fortbildungsangebote.

Notfallpsychologische Kompetenz in der Neurologie

In der Notfallmedizin spielen neurologische Erkrankungen eine wichtige Rolle. Daher ist es entscheidend, dass Neurologen über fundierte notfallpsychologische Kenntnisse verfügen. Curricula wie das "Curriculum Notfallpsychologie" vermitteln umfangreiches Wissen zum Umgang mit Notfällen, zur Einschätzung und Bewältigung von Bedrohungslagen, zur Eigensicherung und Selbstfürsorge. Durch vielfältige Übungen und Reflexionen werden zudem erste praktische Erfahrungen im notfallpsychologischen Handeln ermöglicht. Dieses Curriculum richtet sich an Heilberufe, Angehörige von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie weitere in der psychosozialen Betreuung tätige Personen.

Gerontopsychiatrie in der neurologischen Praxis

Angesichts der alternden Gesellschaft gewinnt die Gerontopsychiatrie in der neurologischen Praxis zunehmend an Bedeutung. Viele neurologische Erkrankungen, wie beispielsweise Demenz oder Parkinson, weisen auch psychiatrische Symptome auf oder treten gemeinsam mit psychischen Erkrankungen auf. Fortbildungen wie der "Weekender Gerontopsychiatrie" fokussieren auf die Diagnostik und Therapie älterer Menschen mit psychischen Erkrankungen. Dabei werden klinisch relevante Themen wie Demenzen, Altersdepressionen, Suchterkrankungen, wahnhafte Syndrome und Polypharmazie im Alter behandelt. Auch neurologische Themen wie Parkinson-Erkrankungen, die im gerontopsychiatrischen Kontext eine Rolle spielen, werden aufgegriffen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der leitliniengerechten Diagnostik und Versorgung, die nicht flächendeckend angeboten wird. Die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Demenz ist komplex, und auch die Depressionsbehandlung unterscheidet sich im Vergleich zu jüngeren Patientinnen und Patienten. Polypharmazie und Komorbiditäten stellen häufig eine Herausforderung dar, die eine adäquate Therapie erschweren kann.

Gerade in Hinblick auf Prävention, Früherkennung und Therapie der Alzheimer-Demenz hat sich aktuell mit der Zulassung der Amyloid-Antikörper einiges getan. Neben der Diagnostik und Therapie ist hier jedoch eine eingehende Beratung essentiell. Ein weiterer größerer Block wird die Diagnostik und Behandlung der Altersdepression sein. Eine leitliniengerechte Therapie beinhaltet neben der (altersgerechten) Pharmakotherapie unter Beachtung der physiologischen Veränderungen im Alter und der Interaktionen bei Polypharmazie auch die Psychotherapie. Was tun, wenn Depression und Demenz komorbid auftreten? Welchen Stellenwert haben Antidepressiva und Antidementiva? Sind Antipsychotika bei wahnhaften Syndromen immer die beste Wahl?

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Der psychiatrische Notfall

Psychiatrische Notfälle stellen in Rettungsstellen und Praxen eine besondere Herausforderung dar. Seminare wie "Der Psychiatrische Notfall" richten sich an Kolleginnen und Kollegen in Weiterbildung der Psychiatrie und Psychotherapie sowie an niedergelassene Ärzte, auch anderer Fachdisziplinen, die sich durch die Teilnahme "fit für den Dienst" machen möchten. Neben Experten der Notfallpsychiatrie referiert auch ein auf den Umgang mit der ärztlichen Schweigepflicht und Ermittlungsbehörden spezialisierter Rechtsanwalt.

Update Psychopharmakologie

Es ergeben sich immer wieder neue Empfehlungen und Indikationen durch neuere Studienergebnisse. Sie erhalten in unserem 2-Tages-Seminar einen aktuellen Überblick über die aktuellen psychopharmakologischen Therapieoptionen, störungsspezifisch bei affektiven Störungen, Schizophrenie, Abhängigkeitserkrankungen und ADHS im Erwachsenenalter. Auch das Thema der Pharmakogenetik findet Berücksichtigung.

Telemedizinische Schlaganfallversorgung (TEMPiS)

Die Telemedizin spielt in der modernen Schlaganfallversorgung eine immer größere Rolle. Das TEMPiS-Netzwerk bietet ein umfassendes Schulungs- und Fortbildungsprogramm für Ärztinnen, Pflegekräfte und Therapeutinnen, die in der Schlaganfallbehandlung tätig sind. Das Programm umfasst Veranstaltungen im Zentrum für Telemedizin sowie Termine vor Ort in den regionalen Kliniken.

Folgende Veranstaltungen werden in regelmäßigen Abständen durchgeführt:

  • TEMPiS Update: Eine zentrale Plattform für den netzwerkinternen fachlichen Austausch, die allen Chef- und Oberärzt*innen der TEMPiS-Partnerkliniken einen Überblick über neue Entwicklungen in der Schlaganfallmedizin bietet.
  • TEMPiS Schlaganfall-Intensivkurs für Ärzt*innen: Vermittelt interaktiv praxisrelevante Kompetenzen im Bereich der Schlaganfallbehandlung und dient insbesondere als Vorbereitung für den Einsatz auf der TEMPiS Stroke Unit.
  • Tele-Stroke-Unit-Nurse-Kurs: Beleuchtet die pflegerischen, therapeutischen und medizinischen Aspekte der Schlaganfallbehandlung für Pflegekräfte der TEMPiS-Partnerkliniken.
  • TEMPiS-Tag für Therapeut*innen und Pflegekräfte: Ein Forum für die Vorstellung aktueller Themen, neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Studien sowie relevanter Informationen aus dem TEMPiS-Netzwerk.

Zur Erweiterung des umfassenden Schulungs- und Fortbildungsprogramm entwickelte das Team außerdem folgende Konzepte:

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  • TEMPiS-Thementag: Im Sinne von Vertiefungsmodulen wird ein für auf der Stroke Unit tätige Pflegekräfte und Therapeut*innen relevantes Thema näher beleuchtet.
  • TEMPiS-Workshop: Der praxisorientierte TEMPiS-Workshop richtet sich an alle auf der Stroke Unit tätige Berufsgruppen unserer Partnerkliniken.
  • TEMPiS-Fokus: Im Rahmen des TEMPiS-Fokus werden kurze Online-Fortbildungen zu einzelnen Themenschwerpunkten angeboten.
  • FIT-Spezial: Speziell für Mitarbeiter*innen unserer FIT-Kliniken bieten wir medizinisches Hintergrundwissen, Fallbesprechungen und die Präsentation von Daten des FIT-Projektes als online-Format an.

Spezielle Schulungen

  • Direkte und indirekte Supervisionen zur Erlangung des FEES*-Zertifikates
  • Das FEES-Ausbildungscurriculum der DGN (Deutsche Gesellschaft für Neurologie) schreibt neben dem FEES-Basis-Kurs 30 direkte und 30 indirekte Supervisionen sowie eine praktische Prüfung zur Erlangung des FEES-Zertifikates vor. Die München-Klinik Harlaching bietet den Logopädinnen und Ärztinnen der TEMPiS-Netzwerkkliniken Supervisionen bei der Durchführung von FEES an. Für die direkten Supervisionen ist eine Aufwandsentschädigung von €430/ Tag (4-6 Patient*innen) vorgesehen. Ebenso werden die geforderten indirekten Supervisionen angeboten (Kosten gesamt: € 250).

Weiterbildung im Pfalzklinikum

Das Pfalzklinikum legt großen Wert auf die Entwicklung seiner Mitarbeitenden und bietet ein vielschichtiges Portfolio an Fort- und Weiterbildungen an. Dieses umfasst unter anderem die Weiterbildung zum Facharzt / zur Fachärztin, die Approbation in der (Kinder- und Jugend-)Psychotherapie bis zur Fachpflege und Führungskräfteentwicklung. Das Klinikum unterstützt seine Mitarbeitenden dabei auch finanziell.

Im Rahmen eines Modellvorhabens setzt das Pfalzklinikum den Fokus auf die Vernetzung von (teil-)stationären, ambulanten und aufsuchenden Versorgungsformen und bildet seine Mitarbeitenden in dieser Hinsicht weiter. Führungskräften werden zudem zahlreiche Möglichkeiten geboten, ihr strategisches Können zu erweitern.

Weitere Fortbildungsangebote

Neben den bereits genannten Angeboten gibt es eine Vielzahl weiterer Fortbildungen, die für Neurologen relevant sein können. Dazu gehören beispielsweise:

  • Kommunikation in Notfällen: Vermittelt die Grundlagen der verbalen und nonverbalen Kommunikation in Notfallsituationen.
  • Kinaesthetics: Unterstützt Bewegungsaktivitäten differenzierter zu verstehen und anzuleiten, um Patienten in ihren Fähigkeiten zu unterstützen.
  • Grundlagen der Stomaversorgung: Bietet einen strukturierten Überblick über Indikationen, Stomaformen und grundlegende Versorgungsschritte.
  • Sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie: Vermittelt die vom Gesetzgeber geforderten Mindestanforderungen an Kenntnissen und Fähigkeiten im Bereich der Physiotherapie.
  • Ergotherapie bei CRPS (Complex Regional Pain Syndrome): Erklärt die Symptome des CRPS und legt den Schwerpunkt auf diverse Behandlungsansätze.
  • Update Kompressionsverbände: Aktualisiert das Wissen über Kompressionsverbände.
  • Der fachliche Umgang mit einer PEG-Sonde: Vermittelt die Handhabung der verschiedenen Hilfsmittel, die Versorgung einer PEG und den Pflegeschwerpunkt bei Neu-Anlage.
  • Schmerzmanagement /PDK: Gibt eine kompakte Übersicht über drei Kernbereiche der Schmerztherapie: Medikamente mit peripherer oder zentraler Wirksamkeit sowie Nervenblockaden.
  • Effektives Befunden in der Neurologie und Geriatrie: Vermittelt, wie man gezielt einen Befund mithilfe spezifischer Assessments im Praxisalltag erstellt.

Karrierewege in der Neurologie

Die Neurologie bietet vielfältige Karrierewege. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Medizinstudiums kann man als Assistenzarzt arbeiten und mit der Facharztweiterbildung zum Neurologen beginnen. Es besteht auch die Möglichkeit, ein neurologisches Jahr im Rahmen der Facharztweiterbildung für Psychiatrie zu absolvieren.

Die KLINIK BAVARIA Kreischa bietet beispielsweise ein arbeitgebergefördertes Weiterbildungscurriculum und zusätzlich 500 € für berufliche Fortbildung im Kalenderjahr. Es werden abwechslungsreiche Einsätze im Rotationsverfahren im Fachkrankenhaus und/oder der weiterführenden medizinischen Rehabilitation im Rahmen der Facharztweiterbildung angeboten. Das Klinikum unterstützt zudem bei der Promotion und bietet attraktive Teilzeitmodelle.

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Famulatur und Praktisches Jahr in der Neurologie

Medizinstudierende können im Rahmen einer Famulatur oder des Praktischen Jahres (PJ) Einblicke in die Neurologie gewinnen. Die KLINIK BAVARIA Kreischa bietet beispielsweise eine wöchentliche Aufwandsentschädigung für Famulanten und eine Aufwandsentschädigung nach §13 BAFöG für PJ-Studenten. Es werden abwechslungsreiche mehrwöchige Einsätze unter Supervision durch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte, die Teilnahme an Facharzt-, Wund- und Pflegevisiten, an Teambesprechungen, Diagnostik und Therapie sowie an internen Fortbildungsveranstaltungen angeboten.

Ein Teil des praktischen Jahres kann im Zeitraum von maximal 18 Wochen auf der fachübergreifenden Intensivstation der Klinik in den Fachrichtungen Innere Medizin, Neurologie und Kinderheilkunde absolviert werden.

Checkliste für den neurologischen Dienst

Die "Checkliste für den neurologischen Dienst" von den Jungen Neurologen hilft angehenden Neurologinnen und Neurologen, den Überblick zu behalten und die ersten Monate der Weiterbildung gut zu überstehen. Sie ist eine unverzichtbare Begleitung für die neurologische Weiterbildung und hilft, Anforderungen klar zu definieren und die Einarbeitung zu strukturieren.

Bedeutung der Fort- und Weiterbildung

In der Medizin ist kontinuierliche Fort- und Weiterbildung unerlässlich. Die KLINIK BAVARIA Kreischa unterstützt ihre Mitarbeitenden aktiv dabei, ihr Wissen zu erweitern und auf dem neuesten Stand zu bleiben - mit klar geregelten Fortbildungstagen und finanzieller Förderung. Ärzte und Ärztinnen in Weiterbildung profitieren von Weiterbildungstagen gemäß der Regelung der Regelung zur Förderung von Zusatzweiterbildungen. Im Rahmen der Facharztausbildung in der Klinik werden Facharztziel-spezifische Kurse und Hospitationen gemäß Weiterbildungscurriculum gefördert.

Fachärzte und Fachärztinnen erhalten ab 2025:

  • 2 Fortbildungstage (Facharzt)
  • 3 Fortbildungstage (Funktionsoberarzt)

Individuelle Regelung für Oberärzte und Oberärztinnen sowie Chefärzte und Chefärztinnen.

Jährliche geförderte berufliche Fortbildung:

  • 500 € inkl. MwSt. für Ärzte und Ärztinnen in Weiterbildung
  • 1.000 € inkl. MwSt. für Fachärzte und Fachärztinnen

Einsetzbar für Tagungs-, Kongress- und Prüfungsgebühren.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Das Klinikum Main-Spessart bietet eine breite Palette an Maßnahmen im Betrieblichem Gesundheitsmanagement an. Speziell für die Beschäftigten wurde das Modellprojekt "Fit am Arbeitsplatz" gestartet. Zusätzlich gibt es Rabatte in diversen Fitnessstudios und Freibädern im Landkreis.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Das Klinikum Main-Spessart bietet seinen Mitarbeitern flexible Arbeitszeitregelungen an und unterstützt so die Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben. Möglich ist z.B. Teil - oder Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit, Jobsharing oder ein Sabbatical. Die strukturierte mittelfristige Dienstplanung ermöglicht eine Verteilung der Arbeitszeiten mit ausreichendem Vorlauf und der Möglichkeit, individuelle Wünsche zu berücksichtigen.

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