Zecken stellen eine erhebliche Gefahr für unsere Vierbeiner dar, da sie Überträger verschiedener Krankheitserreger sein können. In unseren Breitengraden sind Borreliose (Lyme-Disease) und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) die am häufigsten durch Zecken übertragenen Erkrankungen. Daher ist ein effektiver Zeckenschutz unerlässlich. Die Hauptzeckenzeit ist im Frühjahr und Herbst, weshalb bereits ab März ein entsprechender Schutz für Hunde und Katzen gewährleistet sein sollte. Mit dem milderen Klima sind diese Parasiten schnell auf dem Vormarsch.
Es gibt eine Vielzahl von Zeckenmitteln für Hunde, von Tabletten über Spot-on-Präparate bis hin zu Halsbändern oder Sprays. Die Präparate unterscheiden sich in ihrer Darreichung und Dauer der Anwendung. Wichtig ist es, den Hund zu behandeln und auch vorbeugend vor Zecken zu schützen. Nur so lässt sich das Risiko für übertragbare Krankheiten reduzieren.
Chemische Zeckenmittel: Hochwirksam, aber mit Risiken
Viele der hochwirksamen chemischen Präparate enthalten jedoch auch hochwirksame Giftstoffe/Nerventoxine. Es ist wichtig, sich über die enthaltenen Wirkstoffe und die damit verbundenen Nebenwirkungen zu informieren, die diese Mittel für das Tier haben können. Kein chemisches Mittel/Medikament ist ohne Nebenwirkungen. Alle chemischen Substanzen belasten den Leber- und Nierenstoffwechsel und bringen Säure in den Organismus. Die Säuren verändern das Darmmilieu und bereiten oft den Nährboden für andere Erkrankungen. Einige Vierbeiner können ernsthafte Probleme mit diesen Nervengiften bekommen. Und damit sind nicht nur neurologische Erkrankungen wie Ataxie und Epilepsie gemeint (von denen übrigens immer mehr Tiere betroffen sind).
Einige der in Zeckenhalsbändern enthaltenen chemischen Wirkstoffe sind:
Deltamethrin: Ein Insektizid, das wie ein Nervengift auf die Parasiten wirkt. Es findet sich auch in Pflanzenschutzmitteln und wird zum Imprägnieren von Moskitonetzen eingesetzt. Bei einer Katzenhaltung ist allerdings Vorsicht geboten, denn das Zeckenhalsband ist giftig für Katzen, die Samtpfoten können langfristige Schäden davon tragen. Zudem sollte man auch darauf achten, dass weder Hund noch Katze dieses Halsband aus Versehen verschlucken. Das Scalibor Protectorhalsband ist zwar wasserabweisend, sodass der Hund damit auch schwimmen könnte, allerdings ist es auch schädlich für Wasserorganismen.
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Imidacloprid: Das am meisten verwendete Insektizid weltweit, das sowohl Kontakt- wie auch Fraßgift ist. Es wird vermutet, dass dieses Insektizid schwach missbildende und genmanipulierende Wirkung hat.
Flumethrin: Ein Antiparasitikum, das geruchsneutral und wasserbeständig ist.
Fipronil: Der Wirkstoff in einem bekannten Spot-on, der nach dem Fipronil-Skandal in 2017 durch verseuchte Eier bekannt wurde.
Die Nervengifte müssen vom Organismus entgiftet werden, von allen Tieren! Ob jung oder alt, Hund, Katze oder Pferd. Der Stoffwechsel des einen Tieres schafft es ggf etwas leichter, wie der des anderen. An dem Ort, wo der Organismus die chemischen Substanzen nun auszuleiten/zu entgiften versucht, entsteht ein Symptom. Ausscheidung ist über alle Körperöffnungen möglich oder über die Haut, das größte Ausscheidungsorgan. Die Tiere bekommen z. Bsp. Juckreiz, Durchfall, Erbrechen, Augenausfluss, verstärkten Harndrang, vermehrte Ohrsekrete etc. Je größer die Toxinbelastung im Körper, desto stärker wird sich das Symptom zeigen. An der Stelle im Organismus, wo die Toxine und Giftstoffe sich anreichern, um ausgeschieden zu werden, entsteht dann zwangsläufig eine Entzündung.
Wird dieser Ausscheidungsreaktion des Körpers mit chemischen Medikamenten entgegengewirkt (wie mit Antibiotika, Cortison, Entzündungshemmern etc.) werden die Toxine zurückgedrückt und verbleiben im Organismus. Das passiert zwangsläufig, wenn sie nicht ausgeschieden werden können! Was nicht raus kann, wird nun abgelagert. Mögliche Depots sind BINDEGEWEBE, FETTZELLEN, HAUT und GELENKE. Das bereitet den Nährboden für chronische Erkrankungen, die entstehen können. KEINE chronische Erkrankung ist vom Himmel gefallen. Sie ist immer aus einer nicht ausgeheilten akuten Erkrankung entstanden. Leider leiden heute immer mehr Tiere unter chronischen Erkrankungen! Und sind in immer jüngeren Jahren betroffen. Wiederkehrende Magen-Darmprobleme, Schmerzen im Bewegungsapparat, chronische Hauterkrankungen oder Ohrenentzündungen, ständiger Juckreiz, Allergien, etc. Schilddrüsenproblematiken und Tumorerkrankungen. All das nimmt stetig zu. Abgelagerten chemischen Substanzen im Organismus mit immer mehr chemischen Mitteln zu begegnen, um die Symptome abzustellen (wie das in den meisten Fällen leider dann bei der Behandlung der Tiere passiert) ….. das kann nicht zur Heilung führen.
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Mögliche Nebenwirkungen chemischer Zeckenhalsbänder
Die Anwendung von chemischen Zeckenhalsbändern kann verschiedene Nebenwirkungen verursachen, darunter:
- Hautirritationen: Rötungen, Juckreiz, Schwellungen oder Haarausfall im Bereich des Halsbandes. Eine solche Kontaktallergie ist nicht selten. Die Chemikalien im Zeckenhalsband lösen bei Auftreten einer Kontaktallergie starken Juckreiz aus, worauf der Körper mit Schwellungen, Ekzemen, eitrigen Krusten oder Geschwüren reagiert.
- Neurologische Symptome: Ataxie (Koordinationsstörungen), Epilepsie, Zittern, Nervosität oder Verhaltensänderungen.
- Magen-Darm-Beschwerden: Erbrechen, Durchfall oder Appetitlosigkeit.
- Umweltbelastung: Die Nervengifte, die über das Halsband dauerhaft abgegeben werden, können ins Wasser übergehen und für Wasserorganismen tödlich sein.
- Gefahr für andere Haustiere: Wirkstoffe wie Permethrin oder Deltamethrin sind für Katzen giftig und können nachhaltige Schäden verursachen.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Tiere Nebenwirkungen entwickeln und die Empfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen variiert. Rasse, Alter, Vorerkrankungen oder bereits bestehende Allergien können das Risiko für Nebenwirkungen zusätzlich steigern.
Bei bestimmten Hunderassen wie etwa Border Collie, Weißer Schweizer Schäferhund, Collie oder Australian Shepherd ist es notwendig, vor der Gabe eines Zeckenschutzes - speziell bei Tabletten - den MDR1-Gendefekt abklären zu lassen. Dieser bewirke eine durchlässigere Blut-Hirn-Schranke, erklärt Ursula von Einem. Dadurch gelangten bestimmte Substanzen in hoher Konzentration ins Gehirn und könnten zu schweren Nebenwirkungen oder sogar zum Tod führen.
Was tun bei Verdacht auf Nebenwirkungen?
Wenn nach dem Anlegen eines Zeckenhalsbandes unerwartete Reaktionen auftreten, sollte man rasch und überlegt handeln:
- Halsband sofort abnehmen: Entfernen Sie das Flohhalsband umgehend, sobald Sie ungewöhnliche Symptome bemerken.
- Haut und Fell reinigen: Waschen Sie die betroffenen Hautstellen vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einem milden, unparfümierten Shampoo ab.
- Symptome dokumentieren: Notieren Sie genau, welche Veränderungen Sie beobachten - Zeitpunkt, Art und Verlauf der Symptome.
- Tierärztlichen Rat einholen: Suchen Sie zeitnah eine Tierarztpraxis auf, vor allem bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden.
- Produkt und Verpackung aufbewahren: Heben Sie das Halsband und die Originalverpackung auf.
- Behördliche Meldung: Überlegen Sie, den Vorfall beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) oder einer vergleichbaren Stelle zu melden.
Natürliche Alternativen zur Zeckenabwehr
Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen chemischer Zeckenhalsbänder suchen viele Tierbesitzer nach schonenderen Alternativen für ihre Vierbeiner. Es gibt eine große Auswahl verschiedener naturheilkundlicher Mittel zur Zeckenprophylaxe auf dem Markt. Grundsätzlich gilt für alle Mittel, egal ob chemisch oder natürlich: Einen 100% sicheren Schutz gibt es nicht.
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Einige der natürlichen Alternativen sind:
- EM-Halsbänder: Diese Halsbänder enthalten Effektive Mikroorganismen (EM), wie Hefen, Milchsäurebakterien und Photosynthesebakterien, die in Keramiksteinchen enthalten sind. Diese lebenden Mikroorganismen lösen Resonanzschwingungen und eine höhere Stoffwechselaktivität der Vierbeiner aus. So erzeugen sie eine für Parasiten feindliche Umgebung.
- Bernsteinketten: Durch die Reibung des Bernsteins am Fell sollen einerseits ätherische Öle abgegeben werden, andererseits lädt sich die Kette elektrostatisch auf. Beides soll auf Zecken und Flöhe abschreckend wirken.
- Pflanzliche Öle: Margosa-Extrakt (Neemöl), Lavendelöl, Zitronenöl, Geraniol, Kokosöl, Schwarzkümmelöl. Am wirksamsten ist jedoch Geraniol, das den Chitinpanzer von Zecken und auch Flöhen angreift und das Ungeziefer somit austrocknet. Die darin enthaltene Laurinsäure hat einen abstoßenden Effekt auf die Spinnentiere, sodass Zecken, Flöhe und andere Insekten sich nur ungern auf Hunden niederlassen, die danach duften.
- Homöopathische Mittel: Es gibt auch homöopathische Mittel zur Zeckenprophylaxe.
- Nahrungsergänzungsmittel: Zistrosenkraut, Knoblauch oder Bierhefe können eine unterstützende Wirkung gegen Zecken haben.
Bei fast allen Tieren bekommt man naturheilkundlich einen guten Zeckenschutz hin. Manchmal bedarf es zu Beginn ein wenig Zeit, um die für IHR Tier optimale Mittelkombination zu finden. Denn, wie bereits erwähnt: was bei dem einen super hilft, muss nicht zwangsläufig auch für den Hund des Nachbarn passen.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von natürlichen Mitteln oft geringer ist als die von chemischen Präparaten und möglicherweise eine häufigere Anwendung erfordert.
Zusätzliche Maßnahmen zur Zeckenabwehr
Unabhängig für welche Zeckenprophylaxe Sie sich entscheiden: der beste Schutz ist immer, wenn Sie ihren Hund nach dem Gassigang kurz absuchen. Die Zecken wandern zum Teil über Stunden auf dem Fell des Hundes, bevor sie sich ein „Plätzchen“ ausgesucht haben und sich festsaugen. Im Idealfall erwischen Sie die Zecke also schon, bevor sie sticht. Auch bei einer Zecke, die erst wenige Stunden am Wirt saugt, ist die Gefahr einer etwaigen Erregerübertragung noch sehr gering. Wegen der Verdauungsvorgänge im Zeckendarm wird infizierter Speichel erst nach ca. 24 Stunden abgegeben. Je eher Sie die Zecke also erwischen, desto geringer die Gefahr für Ihr Tier.
Ziehen Sie die Zecke dann bitte vorsichtig mit einer Zeckenzange heraus bzw drehen Sie sie heraus. Bitte NICHT mit Öl, Spiritus etc. beträufeln! Bitte achten Sie immer darauf, dass das Zeckenmittel auch für Katzen geeignet ist! Manche Zeckenschutzmittel für den Hund enthalten einen Wirkstoff, den die Katze nicht verstoffwechseln kann und der für diese tödlich enden kann. Wenn also auf dem Zeckenmittel nur aufgeführt ist „Für Hunde“ und nicht ausdrücklich auch eine Anwendung bei der Katze ausgewiesen ist, setzen Sie dieses Mittel bitte auf keinen Fall ein!
Zur Entfernung geeignet sind:
- Zeckenzange
- Pinzette mit nach vorne gebogener Spitze
- Zeckenkarte
- Zeckenlasso
Nach dem Entfernen der Zecke sollte die betroffene Hautstelle mit Jod oder Alkohol desinfiziert werden.
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