Rizatriptan bei neuropathischen Schmerzen: Wirksamkeit und Anwendung

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes neurologisches Symptom, und die Diagnose und Behandlung von Migräne und Spannungskopfschmerzen stellt eine besondere Herausforderung dar. Rizatriptan, ein Triptan, wird hauptsächlich zur Behandlung von Migräne eingesetzt, aber seine potenzielle Wirksamkeit bei neuropathischen Schmerzen ist ein Thema von Interesse. Dieser Artikel untersucht die Wirksamkeit von Rizatriptan bei der Behandlung von Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, und beleuchtet seine Anwendung, Wirkungsweise und die damit verbundenen Überlegungen.

Kopfschmerzen: Eine Übersicht

Kopfschmerzen sind das häufigste neurologische Symptom, das Patienten dazu veranlasst, medizinische Hilfe zu suchen. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) klassifiziert Kopfschmerzen in primäre und sekundäre Kategorien, wobei primäre Kopfschmerzen wie Spannungskopfschmerzen und Migräne am häufigsten auftreten.

Migräne: Diagnose und Behandlung

Migräne betrifft etwa 15 % der Bevölkerung und ist durch einseitige, pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet, die sich bei körperlicher Anstrengung verschlimmern und von Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Geräuschempfindlichkeit begleitet werden können. Die Diagnose basiert auf der Anamnese, und die Behandlung zielt darauf ab, akute Attacken zu lindern und zukünftige zu verhindern.

Akute Migränebehandlung

Die Akutbehandlung von Migräne umfasst in der Regel Analgetika und nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Bei unzureichender Wirksamkeit von NSAR können Triptane eingesetzt werden. Triptane sind selektive 5-HT1B/1D-Agonisten, die bei der Behandlung von Migräne wirksamer sind als unspezifische Analgetika und Ergotaminpräparate.

Rizatriptan: Ein Triptan im Fokus

Rizatriptan ist ein Triptan, das zur Behandlung von Migräne mit oder ohne Aura eingesetzt wird. Es kann neben den Schmerzen auch Symptome wie Augenflimmern und Lichtempfindlichkeit lindern. Studien haben gezeigt, dass Rizatriptan bei der Behandlung von Migräneattacken wirksam ist. Für den Endpunkt „schmerzfrei nach zwei Stunden“ war das wirksamste Medikament Eletripan, gefolgt von Rizatriptan, Zolmitriptan und Sumatriptan.

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Aktuell sind sieben Triptane verfügbar, die sich hinsichtlich ihrer Wirklatenz, Wirkstärke und Wirkdauer unterscheiden. Die stärker wirksamen Triptane sind in der Regel auch mit stärkeren Nebenwirkungen behaftet. Häufige Nebenwirkungen der Triptane sind Übelkeit, Schwindel, Parästhesien und Müdigkeit.

Im Vergleich zu Sumatriptan, dem ersten verfügbaren Triptan, sind bei oraler Applikation Eletriptan und Rizatriptan etwas wirksamer und Naratriptan und Frovatriptan weniger wirksam. Naratriptan und Frovatriptan haben das günstigste Nebenwirkungsprofil, aber auch die längste Latenz bis zum Eintritt der Wirkung. Frovatriptan hat die längste Halbwertzeit und kann daher sinnvoll sein, falls häufig Wiederkehrkopfschmerzen auftreten.

Zwei Stunden nach oraler Einnahme eines Triptans sind Migränekopfschmerzen in etwa 70 % deutlich regredient und in etwa 30 % vollständig remittiert. Etwa 30 % der Patienten erleben ein Wiederauftreten der Kopfschmerzen innerhalb von 24 Stunden nach initialer Remission. Falls sich ein Präparat nach mehrfacher Einnahme als nicht wirksam erweist, ist ein Wechsel auf ein anderes Triptan durchaus sinnvoll. Wenn die Wirkung verschiedener Triptane bei oraler Applikation unzureichend ist, kann eine parenterale Anwendung erfolgen. Der schnellste Wirkeintritt und die höchste Wirksamkeit ist für die subkutane Gabe von Sumatriptan belegt, die Wirkung setzt hier nach etwa zehn Minuten ein. Nachteile dieser Applikationsform sind allerdings die höhere Rate an Nebenwirkungen und die deutlich höheren Kosten. Alternativ ist die Kombination eines oralen Triptans mit ASS oder einem NSAR wirksamer als die jeweilige Monosubstanz. Bei Migräne mit frühem Auftreten von Übelkeit und Erbrechen empfiehlt sich eine parenterale Applikation der Triptane als Nasenspray, Suppositorium oder subkutan. Je früher ein Triptan appliziert wird, umso besser wirkt es. Um aber einem sekundären Kopfschmerz durch Analgetikagebrauch vorzubeugen, sollten Triptane erst eingenommen werden, wenn der Patient den Kopfschmerz sicher als Migräneattacke identifizieren kann. Bei Migräne mit Aura wird die Applikation eines Triptans erst nach der Auraphase empfohlen. Bei Triptanen gibt es einen fast linearen Zusammenhang zwischen der Einnahmehäufigkeit und dem Risiko der Entwicklung eines chronischen Kopfschmerzes. Bei einer hohen Frequenz von Migräneattacken ist daher eine prophylaktische Therapie sinnvoll.

Triptane können über eine Aktivierung serotonerger 5-HT1B-Rezeptoren zu einer Konstriktion zerebraler und koronarer Gefäße führen. Die Kontraindikationen betreffen daher gemäß der Fachinformation überwiegend vaskuläre Erkrankungen wie die koronare Herzkrankheit, Schlaganfälle in der Vorgeschichte und eine unkontrollierte arterielle Hypertonie. Beobachtungsstudien suggerieren, dass das kardiovaskuläre Risiko der Triptane aber allenfalls gering ist.

Wirkungsweise von Rizatriptan

Rizatriptan ist ein selektiver 5-HT1B/1D-Agonist, der an Serotoninrezeptoren in Blutgefäßen und Nervenzellen im Gehirn bindet. Dies führt zu einer Verengung der Blutgefäße und einer Reduktion der Freisetzung von schmerzfördernden Stoffen.

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Anwendung von Rizatriptan

Rizatriptan wird in der Regel in einer Dosis von 10 mg eingenommen, sobald die ersten Anzeichen einer Migräneattacke auftreten. Es ist als Tablette oder Schmelztablette erhältlich. Die Schmelztabletten sind besonders geeignet für Patienten mit Schluckbeschwerden oder Übelkeit.

Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen

Rizatriptan ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Herzinfarkt in der Vorgeschichte, Durchblutungsstörungen des Herzens, Gefäßerkrankungen, unkontrolliertem Bluthochdruck, schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen.

Nebenwirkungen von Rizatriptan

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Rizatriptan gehören Müdigkeit, Schwindel, Schläfrigkeit, Übelkeit und Mundtrockenheit. In seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Rizatriptan kann mit anderen Medikamenten interagieren, insbesondere mit MAO-Hemmern, selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) und Ergotaminen. Die gleichzeitige Anwendung von Rizatriptan und MAO-Hemmern oder Johanniskraut sowie dem Wirkstoff Propranolol aus der Wirkstoffgruppe der Beta-Blocker kann es zu einem Serotonin-Überschuss im Gehirn kommen (Serotonin-Syndrom). Dabei können Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Zittern, Übelkeit, Bluthochdruck, Durchfall und Herzrhythmusstörungen auftreten.

Das Serotonin-Syndrom sowie ein erhöhter Blutdruck oder eine Verengung der Herzkranzgefäße können auch auftreten, wenn Rizatriptan zusammen mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern wie Citalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin oder Methylergometrin angewendet wird. Bei der gleichzeitigen Anwendung von Fluvoxamin oder oralen Antikontrazeptiva (Antibaby-Pille oder Hormontherapie in den Wechseljahren) erhöht sich der Rizatriptan-Blutspiegel. Allerdings wurde bisher in diesem Zusammenhang kein Anstieg der Nebenwirkungshäufigkeit von Rizatriptan festgestellt.

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Die gleichzeitige Gabe von Rizatriptan und Ergotamin beziehungsweise Ergotamin-Abkömmlingen (einschließlich Methysergid) oder anderen 5-Hydroxytryptamin-Rezeptor-Agonisten (zum Beispiel Sumatriptan, Zolmitriptan, Naratriptan) ist zu vermeiden, da sich die Wirkstoffe in ihren Wirkungen gegenseitig verstärken. Insbesondere ist dabei das Risiko eines Bluthochdrucks (Hypertonie) und einer Verengung der Herzkranzgefäße erhöht.

Rizatriptan in Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere sollten Rizatriptan nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt einnehmen. Nach der Einnahme von Rizatriptan sollte mindestens 24 Stunden nicht gestillt werden.

Neuropathische Schmerzen und Potenzial von Rizatriptan

Obwohl Rizatriptan hauptsächlich zur Behandlung von Migräne eingesetzt wird, stellt sich die Frage nach seiner potenziellen Wirksamkeit bei neuropathischen Schmerzen. Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Erkrankungen des Nervensystems und äußern sich oft als brennende, stechende oder einschießende Schmerzen.

Die Wirkungsweise von Triptanen, insbesondere die Beeinflussung von Serotoninrezeptoren und die Verengung von Blutgefäßen, könnte möglicherweise auch bei bestimmten Formen neuropathischer Schmerzen eine Rolle spielen. Allerdings gibt es derzeit nur begrenzte wissenschaftliche Erkenntnisse, die die Wirksamkeit von Rizatriptan bei neuropathischen Schmerzen belegen.

Es ist wichtig zu beachten, dass neuropathische Schmerzen oft komplex sind und unterschiedliche Ursachen haben können. Daher ist eine individuelle Diagnose und Therapieplanung durch einen Arzt unerlässlich.

Weitere Aspekte der Kopfschmerzbehandlung

Neben der medikamentösen Behandlung spielen auch nicht-medikamentöse Verfahren eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Kopfschmerzen. Dazu gehören Entspannungstechniken, Ausdauertraining, Verhaltenstherapie, Ernährungsumstellung und regelmäßige Schlafphasen.

Prophylaxe von Migräne

Bei häufigen Migräneattacken kann eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll sein. Zu den häufig eingesetzten Medikamenten gehören Betablocker, Kalziumantagonisten, Antikonvulsiva und trizyklische Antidepressiva.

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerzen sind der häufigste Kopfschmerztyp und werden typischerweise als dumpf-drückend und bifrontal oder holozephal beschrieben. Die Akuttherapie erfolgt mit Analgetika, während die medikamentöse Prophylaxe mit trizyklischen Antidepressiva durchgeführt werden kann.

Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch

Ein Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch muss immer dann vermutet werden, wenn über einen Zeitraum von mehreren Monaten durchschnittlich an mindestens jedem zweiten Tag Kopfschmerzen auftreten und an mindestens 10 Tagen (im Fall von Triptanen, Opioiden und Kombinationsanalgetika) bzw. 15 Tagen pro Monat (einfache Analgetika) Schmerzmittel eingenommen werden. Die Therapie der Wahl ist ein Absetzen der Analgetika.

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