Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, sind weit verbreitet und beeinträchtigen die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit vieler Menschen. Die meisten Betroffenen greifen bei akuten Kopfschmerzen auf die Selbstmedikation zurück. Acetylsalicylsäure (ASS) wird in nationalen und internationalen Leitlinien als Mittel der ersten Wahl empfohlen, wobei die wissenschaftliche Evidenz ihrer Wirksamkeit hoch bewertet wird. Eine Dosis von 1000 mg ASS kann bei Migräne eine effektive Option sein, insbesondere in Form von Brausetabletten, die eine schnelle Aufnahme und Wirkung ermöglichen.
Kopfschmerzen: Ein weit verbreitetes Problem
Fast jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens Kopfschmerzen. Die lebenslange Prävalenz von Kopfschmerzen liegt weltweit bei 96%, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die häufigsten Kopfschmerzformen sind Spannungskopfschmerzen und Migräne.
Spannungskopfschmerz
Spannungskopfschmerzen zeichnen sich durch einen beidseitigen, dumpfen oder drückenden Schmerz aus, der als leicht bis mäßig empfunden wird und sich nicht durch körperliche Aktivität verstärkt. Die Häufigkeit des Auftretens variiert weltweit zwischen 30,8% bei Frauen und 21,4% bei Männern.
Migräne
Migräne äußert sich typischerweise durch einen einseitigen, pulsierenden oder pochenden Schmerz, der als mäßig bis schwer empfunden wird und sich oft durch körperliche Aktivität verstärkt. Begleitsymptome können Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sein. Die weltweite Prävalenz wird mit 18,9% bei Frauen und 9,8% bei Männern angegeben.
Viele Migräne-Patienten stimmen ihre Behandlung nicht mit einem Arzt ab, was die Bedeutung der Beratung in der Selbstmedikation hinsichtlich Verträglichkeit und Wirksamkeit der Akutmedikation unterstreicht.
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ASS (Acetylsalicylsäure) als Mittel der ersten Wahl
Acetylsalicylsäure (ASS), bekannt unter dem Markennamen Aspirin®, ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR) mit schmerzlindernden, fiebersenkenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Es wird häufig zur Behandlung von leichten bis mäßigen Schmerzen verschiedenster Ursache eingesetzt.
Leitlinienempfehlungen
ASS wird in den Leitlinien zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen und Migräne als Mittel der ersten Wahl empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt in ihrer Leitlinie zur Behandlung von Kopfschmerzen vom Spannungstyp die Monotherapie mit ASS (500-1000 mg) sowie Paracetamol und Ibuprofen als am besten belegt. Auch bei der Behandlung der akuten Migräneattacke bestätigt eine Leitlinie der DGN die Wirksamkeit von ASS (900-1000 mg) und nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAID) sowie deren Kombination mit Coffein.
Die European Federation of Neurological Societies (EFNS) kommt in ihren Leitlinien zu vergleichbaren Empfehlungen. In Bezug auf Spannungskopfschmerz sind ebenfalls OTC-Analgetika wie ASS (500-1000 mg) und weitere NSAID Mittel der ersten Wahl - noch vor Kombinationen mit Coffein. Und ganz analog zur deutschen Leitlinie empfiehlt die EFNS zur Behandlung des akuten Migräneanfalls ASS (1000 mg) sowie Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac, Paracetamol sowie die Kombinationen mit Coffein.
Wirkmechanismus von ASS
Der Wirkmechanismus der Acetylsalicylsäure beruht auf einer irreversiblen Hemmung von Cyclooxygenase-Enzymen, die an der Prostaglandinsynthese beteiligt sind. Dadurch wird die körpereigene Produktion verschiedener Prostaglandine blockiert. Prostaglandine sind wichtige Botenstoffe, die zum einen an Entzündungsprozessen mitwirken und zum anderen mit den Schmerzrezeptoren interagieren. Eine Hemmung der Prostaglandinsynthese durch Acetylsalicylsäure führt folglich zu einer Hemmung von Entzündungsprozessen und einer verminderten Schmerzwahrnehmung.
Innovative Galenik für schnelle Wirkung
Eine schnelle und effektive Schmerzlinderung ist entscheidend, um den Bedarf an zusätzlichen Medikamenten zur Wirkungsverbesserung zu reduzieren. Eine aktuelle gepoolte, retrospektive Analyse von drei Studien beziffert die Zeit bis zur ersten Schmerzreduktion auf 20 Minuten bei ASS und 18,6 Minuten bei Paracetamol. Sowohl in Bezug auf die erste Schmerzreduktion als auch in Bezug auf die effektive Schmerzreduktion sind beide Wirkstoffe vergleichbar und signifikant besser als Placebo.
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Tabletten mit einer neuen, schnell freisetzenden Galenik beinhalten den Wirkstoff in mikronisierter Form sowie eine Brausekomponente, bestehend aus Natriumcarbonat. Diese neue Formulierung verringert in vivo die Auflösungszeit und die Zeit bis zur maximalen Plasmakonzentration erheblich. Die kleine Partikelgröße des Wirkstoffs bietet eine größere Oberfläche als die normale ASS-Tablette, was zu einer schnelleren Auflösung und folglich zu einer schnelleren Absorption führt.
Verträglichkeit von ASS 1000 mg
Eine aktuelle gepoolte, retrospektive Analyse bestätigte die gute Verträglichkeit von ASS 1000 mg als einmalige Gabe. In den ausgewerteten Studien zeigten sich bei 94,7% der Teilnehmer keine gastrointestinalen Nebenwirkungen, im Placebo-Arm blieben 91,4% der Teilnehmer ohne gastrointestinale Nebenwirkungen. In Bezug auf Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen liegen ASS und PCM auf Placebo-Niveau.
Überraschenderweise berichteten Probanden, die ASS in der schnell freisetzenden Galenik einnahmen, über weniger medikamenteninduzierte gastrointestinale Nebenwirkungen als die Placebo-Gruppe. Als möglichen Grund nennen die Studienautoren das subjektiv bessere Allgemeinbefinden durch die schnelle Schmerzlinderung nach der Einnahme der Tabletten mit innovativer Galenik.
Wann kann Aspirin® Migräne zum Einsatz kommen?
Das Schmerzmittel kann bei Migräneanfällen mit und ohne Aura eingenommen werden. Die Aura-Phase bemerken rund 15 bis 20 Prozent aller Migräne-Patienten. Dabei handelt es sich um neurologische Störungen wie Sprachprobleme, das Sehen von Lichtblitzen oder Lähmungserscheinungen. In der Regel geht die Aura-Phase den Migränekopfschmerzen voraus und kann bis zu 60 Minuten andauern.
Aspirin® Migräne ist für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene geeignet.
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Wie wird Aspirin® Migräne eingenommen?
Da die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft eine Dosierung von 1000 Milligramm des Wirkstoffs Acetylsalicylsäure für die Akutbehandlung der Migräneattacke empfiehlt, sollten Sie immer 2 Aspirin® Migräne Brausetabletten gleichzeitig und rechtzeitig, also bei Einsetzen der ersten Beschwerden, einnehmen.
Die empfohlene Dosis beträgt:
| Alter | Einzeldosis | Tagesgesamtdosis |
|---|---|---|
| Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene | 2 Brausetabletten | 6 Brausetabletten |
Für die Einnahme lösen Sie 2 Brausetabletten in einem Glas Wasser vollständig auf. Trinken Sie im Anschluss das Glas sofort aus.
Die Einzeldosis von Aspirin® Migräne kann, falls erforderlich, in Abständen von 4-8 Stunden bis zu 3-mal täglich eingenommen werden.
Was hilft gegen Kopfschmerzen?
Woher die Kopfschmerzen auch kommen mögen - wir wollen sie vor allem schnellstmöglich wieder loswerden. Wenn die Vermutung naheliegt, dass eine andere Erkrankung zugrunde liegt und die Kopfschmerzen nur als zusätzliches Symptom auftreten, sollte sich auch die Therapie immer nach dieser Grunderkrankung richten. Um akute Schmerzen zu lindern, können Sie aber meist auch selbst aktiv werden.
Selbstmedikation als Erste Hilfe
Egal, ob Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerzen aufgrund einer Erkältung oder Katerkopfschmerzen - nicht verschreibungspflichtige Kopfschmerztabletten sorgen bei fast allen Kopfschmerzarten für schnelle Besserung. Es gibt verschiedene Mittel gegen Kopfschmerzen. Zur ersten Wahl laut Leitlinien zählt in den meisten Fällen Acetylsalicylsäure - der Wirkstoff von Aspirin®.
Wichtig bei der Einnahme ist vor allem, die richtige Dosierung zu beachten. Für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene, die Aspirin® bei Kopfschmerzen nehmen möchten, ist bei der Aspirin® 500 mg Tablette normalerweise eine Einmaldosis von 500 bis 1000 mg indiziert. Außerdem sollte man die Tageshöchstdosis von sechs Tabletten à 500 mg nicht überschreiten. Sofern Sie diese Hinweise beachten und keine Gegenanzeigen, wie eine Allergie auf das Mittel, vorliegen, ist Aspirin® gegen Kopfschmerzen eine gute Wahl. Allerdings gibt es eine grundsätzliche Einschränkung, die unbedingt zu beachten ist: Schmerzmedikamente sollte man nicht länger als drei bis vier Tage am Stück einnehmen. Denn bei Medikamentenübergebrauch drohen Kopfschmerzen, die die Schmerzmittel selbst auslösen können. Das Risiko für diesen Effekt besteht bereits ab 15 Einnahmetagen pro Monat - unabhängig von der Dosierung.
Hausmittel bei Kopfschmerzen
Wer nicht direkt zu Kopfschmerztabletten greifen möchte, dem können auch Hausmittel gegen Kopfschmerzen helfen. Vielen Betroffenen tut es gut, den Kopf mit einem feuchten Tuch auf der Stirn zu kühlen. Auch Kaffee, genauer gesagt koffeinhaltige Getränke, können Schmerzen lindern. Sofern Ihnen der Geruch nicht unangenehm ist, können Sie etwas Pfefferminzöl auf den Schläfen oder der Stirn verreiben (dreimal im Abstand von je 15 Minuten) - das ätherische Öl kann als eine Art natürliches Kopfschmerzmittel wirken.
Weitere Tipps gegen Kopfschmerzen
Was ebenfalls gegen Kopfschmerzen hilft - ohne Tabletten - ist Prävention. Denn es gibt einiges, was Sie dafür tun können, dass Kopfschmerzen gar nicht erst entstehen. Ein gesunder Lebensstil steht dabei ganz oben auf der Liste. Wer nicht raucht, keinen oder wenig Alkohol trinkt, regelmäßig und genug schläft, ausreichend Wasser trinkt und sich sportlich betätigt, senkt dadurch das Risiko für Kopfschmerzen.
Besonders wenn die Vermutung nahe liegt, dass die Kopfschmerzen durch Stress verursacht werden, kann eine ergänzende Psychotherapie helfen. Auch Entspannungstechniken wie Yoga und autogenes Training sind gut für den Kopf, genauso wie Bewegung an der frischen Luft oder Massagen zur Lockerung von Nacken- und Schulterverspannungen. Zur Ursachenforschung eignet sich das Führen eines Kopfschmerztagebuchs, in dem Sie festhalten, wann und unter welchen Umständen Ihre Kopfschmerzen auftreten.
Wann ist ärztliche Hilfe notwendig?
Unter bestimmten Umständen ist bei Kopfschmerzen unbedingt eine Untersuchung in einer ärztlichen Praxis notwendig. Das gilt bei ungewöhnlich starken oder anfallsartigen Schmerzen ebenso, wie wenn die Beschwerden an mehr als zehn Tagen im Monat auftreten oder über 24 Stunden anhalten. Weitere Gründe für eine ärztliche Untersuchung sind:
- Neurologische Ausfälle: Seh-, Gefühls- oder Sprachstörungen, aber auch plötzliche Vergesslichkeit oder Benommenheit.
- Hohes Fieber: Fieber über 39 °C ohne grippalen Infekt.
- Nach Kopfverletzungen: Möglichkeit innerer Blutungen.
- Therapieresistenz: Wenn Mittel gegen Kopfschmerzen keine Wirkung zeigen.
Dosierung von ASPIRIN Forte 1000 mg
Die allgemeine Dosierungsempfehlung für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene bis 65 Jahren lautet:
- Einzeldosis: 1 Tablette
- Gesamtdosis: 1-3 mal täglich
- Zeitpunkt: im Abstand von 4-6 Stunden, unabhängig von der Mahlzeit
Eine Dosis von 3 Tabletten pro Tag sollte nicht überschritten werden. Patienten mit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung müssen in Absprache mit ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Das Arzneimittel sollte mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenommen werden. Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3-4 Tage anwenden.
Gegenanzeigen von ASPIRIN Forte 1000 mg
ASPIRIN Forte 1000 mg sollte nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe
- Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür
- Erhöhte Blutungsneigung
- Stark eingeschränkte Nierenfunktion
- Stark eingeschränkte Leberfunktion
- Schwere Herzschwäche, die medikamentös nicht eingestellt sind
Das Arzneimittel darf nicht bei Kindern unter 16 Jahren angewendet werden. Ältere Patienten ab 65 Jahren sollten das Arzneimittel in der Regel nicht anwenden.
Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte vor der Anwendung des Arzneimittels ein Arzt konsultiert werden.
Wichtige Hinweise zu ASPIRIN Forte 1000 mg
- Vorsicht: Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol.
- Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen.
- Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen.
- Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden.
- Geben Sie vor einer Operation die Einnahme/Anwendung des Arzneimittels an, da die Blutungszeit verlängert sein kann.
- Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
- Vorsicht bei Allergie gegen Zink!
Fazit
Acetylsalicylsäure (ASS) in einer Dosierung von 1000 mg, insbesondere in Form von schnell freisetzenden Brausetabletten, stellt eine effektive und gut verträgliche Option zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Migräneattacken und Spannungskopfschmerzen dar. Die schnelle Wirksamkeit und gute Verträglichkeit machen ASS zu einem Mittel der ersten Wahl in der Selbstmedikation. Es ist jedoch wichtig, die empfohlene Dosierung einzuhalten und bei Bedarf ärztlichen Rat einzuholen, um Komplikationen zu vermeiden.