Kreative Beschäftigungsideen für Menschen mit Demenz: Eine umfassende Fortbildung

Einführung

Demenz ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Krankheiten, die das Gehirn und seine Funktionen beeinträchtigen und zu einem fortschreitenden Abbau der geistigen Fähigkeiten führen. Dieser Abbau betrifft das Denkvermögen, das Gedächtnis und das Verhalten. Die Symptome können variieren, aber typische Anzeichen sind Gedächtnisprobleme, Orientierungsschwierigkeiten, Sprachstörungen sowie Veränderungen in der Persönlichkeit und im Verhalten. Obwohl Demenz eine fortschreitende Erkrankung ist, die derzeit nicht geheilt werden kann, ist es wichtig, die geistige Gesundheit und Lebensqualität der Betroffenen so gut wie möglich zu erhalten. Kreative Beschäftigungen spielen dabei eine zentrale Rolle.

Bedeutung kreativer Beschäftigungen bei Demenz

Sinnvolle Beschäftigungen tragen dazu bei, Langeweile und Frustration zu reduzieren, das Selbstwertgefühl zu stärken und die Lebensfreude zu erhöhen. Es gibt eine Vielzahl kreativer Beschäftigungsideen, die speziell für Demenzkranke geeignet sind und ihre geistige Gesundheit fördern können.

Vorteile kreativer Beschäftigungen

Kreative Beschäftigungen bieten zahlreiche Vorteile für die geistige Gesundheit von Demenzkranken:

  • Kognitive Anregung: Aktivitäten wie Spiele und Rätsel trainieren das logische Denken und die Konzentration.
  • Sensorische Anregung: Viele kreative Beschäftigungen sprechen verschiedene Sinne an, wie Sehen, Hören, Riechen und Tasten.
  • Emotionale Vorteile: Kreative Tätigkeiten können eine beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung haben.
  • Soziale Interaktion: Gemeinsame Aktivitäten fördern das Gemeinschaftsgefühl und reduzieren Isolation.
  • Stärkung des Selbstwertgefühls: Etwas zu erschaffen, auf das man stolz sein kann, stärkt das Selbstwertgefühl.

Kreative Beschäftigungsideen für Demenzkranke

Es gibt viele "Klassiker" bei der Beschäftigung für Senioren, wie Stuhlgymnastik oder Gedächtnistraining. Auch auf Spiele für alte Menschen wie Bingo oder an die motorischen Fähigkeiten angepasste Kegelbahnen wird gern zurückgegriffen. Hier sind einige kreative Beschäftigungsideen, die sich in der Praxis bewährt haben:

  • Malen und Zeichnen: Eine wunderbare Möglichkeit, die Kreativität anzuregen und sich auszudrücken.
  • Musizieren: Musik kann eine beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung haben. Das gemeinsame Singen von vertrauten Liedern, ggf. auch mit religiösem Inhalt, das Hören vertrauter Musik sind hier gute Beispiele.
  • Gärtnern: Bietet nicht nur sensorische Anregung, sondern fördert auch die Bewegung und das Verantwortungsgefühl. Für Menschen im Rollstuhl gibt es Hochbeete und Balkonkästen.
  • Backen und Kochen: Viele Demenzkranke erinnern sich an Gerüche und Geschmäcker aus ihrer Vergangenheit.
  • Handarbeiten: Aktivitäten wie Stricken, Häkeln oder Nähen können eine beruhigende Wirkung haben und das Konzentrationsvermögen fördern.
  • Storytelling: Geschichten erzählen oder vorlesen kann eine wunderbare Möglichkeit sein, Erinnerungen zu teilen und die Fantasie anzuregen.
  • Spiele spielen: Einfache Spiele wie Memory, Domino oder Puzzles können das logische Denken und die Konzentration trainieren.
  • Kegeln: Kegeln ist in Deutschland Volkssport Nr. 1.
  • Sprichwortgeschichten: Geschichten, in die Sprichwörter und Redewendungen integriert sind, laden die Teilnehmer zum Mitsprechen ein.
  • 10-Minuten-Aktivierungen: Aktivierungskisten werden mit thematischem Material gefüllt und dienen als Türöffner für Gespräche.
  • Biografische Fragen: Manchmal ist es schwierig ins Gespräch zu kommen. Biografische Fragen zu einem Thema können dabei helfen.
  • Bewegungsgeschichten: Wem einfache Übungen zu langweilig sind, der findet vielleicht Gefallen an abwechslungsreichen Bewegungsgeschichten.
  • Rätsel: Knobeln, Rätseln und die grauen Zellen fit halten.
  • Aktivierungskarten: Karten mit Aktivierungsideen können spontan in der Situation eingesetzt und genutzt werden.
  • Wie es früher war: In Erinnerungen schwelgen, dafür gibt es viele gute Gründe. Anekdoten und Geschichten von Zeitzeugen können gute Gesprächseinstiege ermöglichen.
  • Bälle: Bälle gibt es in ganz vielen unterschiedlichen Farben und Formen. Wenn man sie jemandem zuwirft, werden sie im besten Fall automatisch gefangen.
  • Liedergeschichten: Eine Kombination aus Geschichte und Singen.
  • Sütterlin: Manch ein Senior kann noch selbst Sütterlin schreiben oder lesen.
  • Arbeitsblätter: Manche Senioren (besonders Pflegebedürftige) nehmen kaum noch einen Stift in die Hand. So lange sie es noch können, spricht aber nichts dagegen.
  • Bilderrätsel: Auch Bilderrätsel können Spaß machen.
  • Bewegungsgedichte: Kurze Verse, die mit Bewegungen untermalt werden.
  • Luftballons: Haben Sie schon einmal versucht einen Luftballon, der Ihnen zugespielt wird, NICHT zurück zu spielen?
  • Feste feiern: Karneval, Frühlingsfest, Ostern, Sommerfest, Herbstfest, Oktoberfest, Nikolaus, Weihnachten: Man soll die Feste feiern wie sie fallen.
  • Sitzgymnastik: Sich fit halten: Das ist auch und gerade im Alter sehr wichtig.
  • Hauswirtschaftliche Tätigkeiten: Putzen, waschen und Co.- für manch einen war das Zeitlebens nicht nur ein Zeitvertreib, sondern auch eine wichtige Aufgabe.
  • Mitsprechgedichte: Gedichte, bei denen man das Reimwort in jeder zweiten Zeile ergänzen muss, werden gerne genutzt. Aktives Mitmachen, statt passives Zuhören.
  • Basteln: Basteln bedeutet auch etwas zu erschaffen, auf das man hinterher stolz sein kann.
  • Bewegungsspiele: Bewegungsspiele werden auch sehr gerne eingesetzt.
  • Puzzles: Puzzle kann man ganz einfach selbst gestalten. Sie vertreiben die Zeit und können immer wieder eingesetzt werden.
  • Volkslieder: Singen ist die Beschäftigung Nummer 1 in der Arbeit mit Senioren (und besonders in der Arbeit mit Menschen mit Demenz).
  • Schlager: Für viele gilt immer noch: Schlager sind die Musik der Wahl.
  • Tanzen: Dieses Phänomen begegnet einem bei der Beschäftigung für Senioren häufiger.
  • Würfelspiele: Würfel sind klein und handlich und man kann sie immer dabei haben.
  • Werken: Mit Holz arbeiten und praktische Dinge erschaffen.
  • Wahrnehmungsübungen: Riechen, schmecken, tasten, sehen: Erinnern Sie sich noch an KIM-Spiele aus Ihrer Kindheit?
  • Bewegungslieder: Lieder mit Bewegungen zu untermalen ist keine neue Idee, aber eine gute.
  • Sitztanz: Wenn das Tanzen im Stehen nicht mehr klappt, dann ist das Tanzen im Sitzen eine schöne Alternative.
  • Sortierspiele: Ordnen und sortieren gehört zum Alltag. Kaum etwas, was man nicht sortieren kann: Knöpfe, Schrauben, Wäscheklammern, Socken. Warum nicht ein Spiel daraus machen?
  • Kneten: Kugeln formen, Schlangen rollen - mit Knete können nicht nur Kinder Welten erschaffen.
  • Wortspiele: Anagramme, Wörter nach dem ABC suchen und andere Wortspiele werden von Senioren gerne zum Zeitvertreib genutzt.
  • Impulsgestütze Kurzaktivierungen: Ein haptischer Gegenstand, der in Kombination mit einer kurzen Anekdote Erinnerungen weckt.
  • Kaffeekränzchen: Zusammensitzen, Kuchen essen, Kaffee trinken und tratschen.
  • Ausmalen: Malbücher und Malvorlagen gibt es mittlerweile auch für Erwachsene. Beim Ausmalen kann man die Seele baumeln lassen.
  • Zeitungsrunde: Das gemeinsame Lesen der Zeitung kann für Senioren ein liebgewonnenes Ritual werden.
  • Kino: Einige Kinos bieten mittlerweile spezielle Seniorenvorstellungen an. Doch mit Leinwand und Beamer kann ein Kino auch nachgestellt werden.
  • Tierdokumentationen: Bei Senioren mit beginnender Demenz hat sich das Schauen von Tierdokumentationen in der Praxis durchgesetzt.
  • Filme für Menschen mit Demenz: Für Senioren mit Demenz gibt es mittlerweile eine Auswahl spezieller Filme.
  • Konzertbesuch: Ein Konzert zu besuchen ist für manche Senioren ein Stück Lebensqualität und eine Möglichkeit der aktiven Teilnahme.
  • Museumsbesuch: Für ein Museumsbesuch gilt das gleiche wie für einen Konzertbesuch.
  • Fantasiereisen: Entspannen, runter kommen und loslassen: In der Beschäftigung mit Senioren sind Fantasiereisen eine Möglichkeit dies zu fördern.
  • Bildbetrachtungen:
  • Fotoalben erstellen: Fotos, die lose in einer Kiste ein tristes Dasein fristen? Das muss nicht sein!
  • Sand: Mit Sand kann man allerlei anstellen. Man kann ihn harken oder ihn nass machen und Sandburgen bauen.
  • Kartenspiele: Skat, Rommé, Doppelkopf und Mau-Mau.
  • Tastbretter: Tastbretter kann man auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen herstellen.
  • Therapiepuppen: Es ist unglaublich, wie lange sich manche Senioren mit Handpuppen beschäftigen können.
  • Fühlkisten:
  • Klangschalen: Eine Welle, die aus der Entspannungspädagogik in die Beschäftigung mit Senioren herüber schwappt, ist die Arbeit mit Klangschalen.
  • Sprichwörter: Sprichwörter zur Hälfte nennen und ergänzen lassen, Sprichwörter verdrehen und erraten lasen, Sprichwortgeschichten und andere Ideen mit Sprichwörtern gehören zum Standardrepertoire in der Beschäftigung für Senioren.
  • Sinneswagen:
  • Knöpfe: Knöpfe kann man nach Farbe, nach Größe und nach vielen anderen Kriterien sortieren.
  • Riechbäume: Kleine Filmdosen in die man Wattebäuschchen füllt, die mit ätherischen Ölen getränkt wurden und an einem Strauch befestigt werden: So sieht ein klassischer Duftbaum aus.
  • Aromapflege: Düfte können Menschen auf der emotionalen Ebene erreichen. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.
  • Tücher: Tücher sind leicht, locker, in vielen Farben erhältlich und lassen sich nicht nur für Bewegungsübungen super einsetzen.
  • Kaffeemühle und Waschbrett: Gegenstände aus der Kindheit der Senioren sind im besonderen Maße dazu geeignet Erinnerungen zu wecken.
  • Kurzgeschichten: Geschichten zum Vorlesen werden in der Beschäftigung mit Senioren sehr gerne eingesetzt.
  • Mandala: Das Ausmalen von Mandalas beruhigt und tut gut.
  • Basare: Besonders schön ist es, wenn die hergestellten Kunstwerke auf Basaren verkauft werden können. Vielleicht für den guten Zweck?
  • Spaziergänge: Frische Luft tut gut. Egal zu welcher Jahreszeit.
  • Bierdeckel: Wer kann in der Kneipe schon die Finger von den Bierdeckeln lassen? Die kleinen Pappquadrate und Kreise haben eine magische Anziehungskraft. Das ist auch bei Senioren nicht anders.
  • Stammbaum zusammen stellen:
  • Duftgeschichten: In Duftgeschichten wird ein Duft thematisiert, der auch in der Realität angeboten wird.
  • Kopfrechnen: Taschenrechner hatten die meisten der heutigen Senioren in der Schulzeit noch nicht. Kopfrechnen war angesagt.
  • Gespräche: Plaudern, Tratschen, Schnacken, Beschäftigung dient immer nur dem Zweck eine schöne Zeit zu verbringen.
  • Zeitungsredaktion:
  • Rechengeschichten: Eine schöne Möglichkeit das Kopfrechnen und das Vorlesen zu verbinden, bieten unsere Rechengeschichten.
  • Wäscheklammern: Doch Wäscheklammern kann man nicht nur zum Aufhängen von Wäsche benutzen.
  • Küchenrollen: Ob zum Basteln oder beklebt als Alltagsmaterial in der Sitzgymnastik: Leere Küchenrollen wegzuschmeißen ist viel zu schade.
  • Kochlöffel: Auch Kochlöffel werden häufig unterschätzt. Man kann mit ihnen basteln oder sie für die Gymnastik einsetzen.
  • Salzteig: Salzteig backen ist keine neue Idee aber eine, die sich bewährt hat und sehr vielseitig ist.
  • Klorollen: Genau so vielseitig wie Küchenrollen, lassen sich auch leere Klopapierrollen einsetzen.
  • Einkaufen: Gemeinsam einzukaufen kann großen Spaß machen und eine schöne Beschäftigung für Senioren sein.
  • Kreuzworträtsel: Ein Klassiker in der Senioren-Beschäftigung, der immer wieder gerne gemacht wird.
  • Tablet und Computer: Auch bei Senioren, die sich nicht mehr selbst mit Tablet und Computer beschäftigen, kann man diese Medien einsetzen. Das Lieblingslied bei YouTube hören.
  • Nesteldecken und Kissen: Decken oder Kissen, an die oder in die Fühlelemente genäht werden, eignen sich für Menschen mit unruhigen Händen ganz ausgezeichnet zum Nesteln.
  • Snoezelen: Doch das Prinzip von Snoezelen ist “alles kann, nichts muss” und sollte daher nicht unterschätzt werden. Studien deuten durchaus auf einen positiven Effekt auch im Alter hin.
  • Humor: Egal welche Beschäftigung für Senioren Sie auswählen: Humor darf einfach nicht fehlen.
  • Intergeneratives: Seniorenbeschäftigung beinhaltet immer öfter auch die Arbeit mit Kindern. Es darf gemeinsam gebacken, gesungen, gespielt und gelacht werden.
  • Tiere versorgen: Wer für Tiere sorgt, sorgt für ein anderes Lebewesen und verfolgt eine sinnstiftende Tätigkeit.
  • Muscheln: Mit den gesammelten Muscheln kann man allerlei anstellen. Man kann schöne Dinge basteln oder kleine Spiele spielen.
  • Lebenszeitung schreiben:
  • Tiergestütze Intervention: Tiere können Menschen viel Lebensqualität schenken.
  • Basale Stimulation: Die Basale Stimulation ist eine Art über die Sinne miteinander in Kontakt zu treten.
  • Tastgeschichten: Bei Tastgeschichten wird die Wahrnehmung gezielt angesprochen in dem ein Gegenstand mit seinen Tasteigenschaften die Hauptrolle in den Geschichten spielt.
  • Zahlenspiele: Spiele mit Zahlen ermöglichen es Rechenleistung zu trainieren und aufrecht zu erhalten.
  • Memo-Spiele:
  • Klanggeschichten: Klanggeschichten basieren auf der Idee, dass Geräusche in einer Geschichte mit Instrumenten wie Rasseln imitiert werden.

Anpassung an das Stadium der Demenz

Die geeigneten Beschäftigungsideen können je nach Stadium der Demenzerkrankung variieren:

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  • Frühes Stadium: In diesem Stadium sind die kognitiven Fähigkeiten noch relativ gut erhalten. Hier eignen sich komplexere Aufgaben wie Kreuzworträtsel, das Erlernen neuer Fähigkeiten oder die Teilnahme an Gruppenaktivitäten.
  • Mittleres Stadium: Hier können einfachere Aktivitäten wie Malen, Musizieren, Gärtnern oder Backen sinnvoll sein. Auch das Betrachten von Fotoalben oder das Vorlesen von Geschichten kann Freude bereiten.
  • Spätes Stadium: Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz sind die kognitiven Fähigkeiten stark eingeschränkt. Hier können sensorische Aktivitäten wie Musik hören, Massagen oder das Betrachten von Bildern oder Objekten angemessen sein. Auch basale Stimulation kann in diesem Stadium hilfreich sein.

Anpassung an individuelle Fähigkeiten

Passen Sie die Aktivitäten an die individuellen Fähigkeiten und das Krankheitsstadium des Demenzkranken an. Werfen Sie doch einmal einen Blick in die Lebensgeschichte Ihres Familienmitglieds: Wo ist Ihr Angehöriger aufgewachsen, was hat er beruflich gemacht und welches Hobbys hatte er? Sind die Beschäftigungen biografisch verankert, empfinden sie Pflegebedürftige meist als besonders ansprechend. Nehmen wir an, Ihr Angehöriger hat früher mit viel Leidenschaft Vögel beobachtet, dann gefallen ihm bestimmt heute noch Spaziergänge im Wald, bei denen er Vogelstimmen lauschen kann. Doch egal, welche Beschäftigung Sie für Ihren Angehörigen aussuchen, bleiben Sie frei von Urteilen. Basteln Sie gemeinsam Weihnachtssterne und Ihr Familienmitglied gestaltet diese nicht spitz, sondern rund, ist das völlig in Ordnung. Achten Sie darauf, keine vermeintlichen Fehler aufzudecken und zu kritisieren, sondern geben Sie Ihrem Angehörigen den nötigen Freiraum.

Die Rolle von Angehörigen und Betreuern

Angehörige und Betreuer spielen eine entscheidende Rolle bei der Förderung der geistigen Gesundheit von Demenzkranken.

  • Geduld und Verständnis aufbringen: Demenzkranke benötigen oft mehr Zeit und Unterstützung bei Aktivitäten.
  • Motivieren und ermutigen: Ermutigen Sie den Demenzkranken, an Aktivitäten teilzunehmen, und loben Sie seine Bemühungen.
  • Eine ruhige, sichere Umgebung schaffen: Vermeiden Sie Ablenkungen und Stress während der Beschäftigung.
  • Anpassen an die Fähigkeiten: Passen Sie die Aktivitäten an die individuellen Fähigkeiten und das Krankheitsstadium des Demenzkranken an.

Durch ihre enge Beziehung und ihr Verständnis für die individuellen Bedürfnisse des Demenzkranken können Angehörige und Betreuer eine Schlüsselrolle dabei spielen, sinnvolle und erfüllende Aktivitäten zu finden und umzusetzen.

Tipps für die Auswahl und Durchführung von Beschäftigungen

Egal, mit wie vielen Rätseln, komplexen Bewegungsabläufen und Klangerfahrungen sich Ihr Angehöriger beschäftigt, eine Demenz lässt sich nicht wegtrainieren. Diese Erkenntnis ist sehr wichtig, damit die richtigen Ziele bei der Beschäftigung im Vordergrund stehen: Vor allem sollten die Aktivitäten die Lebensfreude anregen, gute Laune vermitteln und das Selbstvertrauen stärken.

Nach folgenden Kriterien können Sie die Beschäftigungsangebote auswählen:

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  • Einfach und an das Krankheitsstadium angepasst: Die Aufgaben sollten Ihren Angehörigen nicht überfordern, sondern Erfolge in Aussicht stellen.
  • An die Jahreszeiten angelehnt: Das unterstützt die Orientierung und die Strukturierung im Alltag.
  • Ein greifbares Ergebnis haben: Das können ein fertiges Puzzle, ein gewonnenes Spiel, eine gestaltete Einladungskarte oder ein Gericht sein.

Weitere praktische Tipps

  • Respektieren Sie die Entscheidung des Demenzerkrankten: Lassen Sie es zu, wenn der Erkrankte nicht selbst aktiv werden möchte, sondern lieber beobachtet.
  • Tolerieren Sie „Fehler“: Schimpfen Sie auf keinen Fall, wenn etwas nicht funktioniert.
  • Beachten Sie das Stadium der Demenz: Überforderung bewirkt negative Reaktionen.
  • Gehen Sie auf persönliche Vorlieben und Abneigungen ein: Die Beschäftigung sollte Spaß machen.
  • Achten Sie darauf, keine zu komplizierten oder gefährlichen Aufgaben zu wählen: Nehmen Sie sich einfach Zeit, akzeptieren Sie die nachlassenden Fähigkeiten des Demenzerkrankten und setzen Sie sich keine großen Arbeitsziele.

Fortbildungen für Betreuungskräfte

Fortbildungen machen im Grunde nur dann Sinn, wenn sie Spaß machen und praxisorientierte Inhalte bieten. Deshalb gibt es spezielle Fortbildungsprogramme für Betreuungskräfte, die wirklich Spaß machen und keine Theorie ohne Praxisbezug bieten. Einige Beispiele sind:

  • Sturzprävention
  • Tanzen im Sitzen
  • Yoga auf dem Stuhl
  • Malen mit Senioren und Menschen mit Demenz
  • Kreatives Gestalten mit Senioren
  • Wellness für Senioren

Beispiele für Aktivierungen

  • 10-Minuten-Aktivierung "Eis":
  • 10-Minuten-Aktivierung "Obst und Gemüse":
  • 10-Minuten-Aktivierung "Sonne":
  • 10-Minuten-Aktivierung "Strand":
  • Beschäftigungsideen für Männer mit Demenz:
    • Europäische Hauptstädte
    • Fußball
    • Schlips und Krage
  • Kreatives Gestalten, Basteln, Heimwerken:
    • Vogelfutterglocke
    • Freundlicher Holz-Schneemann
    • Weihnachtskugeln aus Papierstreifen
    • Mandarinen-Teelicht
    • Eine federleichte Vogelschar selber basteln
    • Tassenwärmer stricken
    • Strohsterne basteln
    • Blätterbilder
    • Schneekugeln selber basteln
    • Frühlingserwachen
  • Gedächtnistraining, das Spaß macht:
    • Verkleidungen
    • Alte Begriffe erkennen und erraten
    • Lieder für den Januar - Menschen mit Demenz musikalisch begleiten
    • Alte Sprichwörter erkennen und erraten
    • Stichworträtsel - 4 Wörter - 1 Begriff
    • Lustige Scherzfragen
    • Die besten Übungen für den Winter
    • Weihnachts-Abc
    • Wortschlange "Obstsorten"
    • Wörter-Domino

Hilfreiche Materialien und Spiele

Im Handel gibt es verschiedene Spiele, die die motorischen Fähigkeiten oder das Gedächtnis Demenzkranker anregen. Sie können eine gute Ergänzung sein, sollten Betreffende aber nicht überfordern oder einen unnötigen Leistungsdruck erzeugen.

  • Memory „Erinnere Dich“: Mit bekannten Gegenständen, die Erinnerungen wecken und zum Erzählen anregen.
  • Einfache Puzzles: Mit großen Teilen, die das visuelle Erkennen unterstützen.
  • Kartenspiel „Bunte Mischung“: Zu Themen wie „Natur“, „Damals“, „Zu Hause“, „Bewegung“ oder „Rätseln“ werden Fragen gestellt, Lieder gesungen oder Gymnastikübungen gemacht.
  • Spiele mit Gesprächsimpulsen: Die Impulse für das Gespräch liefern. Es geht um Rätselraten, Wortsammlungen und Redensarten.

Fazit

Kreative Beschäftigungen sind ein wichtiger Bestandteil der Betreuung und Pflege von Demenzkranken. Sie bieten nicht nur kognitive und sensorische Anregung, sondern können auch das Selbstwertgefühl stärken, Langeweile und Frustration reduzieren und insgesamt die Lebensqualität verbessern. Es ist wichtig, die Aktivitäten an die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse des Demenzkranken anzupassen und eine ruhige, sichere Umgebung zu schaffen. Angehörige und Betreuer spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung dieser Beschäftigungen und können durch Fortbildungen und den Austausch mit Fachorganisationen ihre Kompetenzen erweitern. Mit den richtigen Ideen und Ansätzen können Menschen mit Demenz weiterhin ein erfülltes und würdevolles Leben führen.

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