Umfassende Fortbildungsmöglichkeiten für Fachärzte in der Neurologie

Die Neurologie ist ein sich ständig weiterentwickelndes Feld, das von Fachärzten kontinuierliche Fortbildung erfordert, um auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Behandlungsmethoden zu bleiben. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Fortbildungsmöglichkeiten, die Neurologen in Deutschland zur Verfügung stehen, und bietet einen umfassenden Überblick über interne und externe Angebote, Zusatzqualifikationen und strukturierte Weiterbildungsprogramme.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit und persönliche Atmosphäre

Ein angenehmer Teamgeist und Freude an der Arbeit sind in der Neurologie von großer Bedeutung. Der freundschaftliche Austausch innerhalb eines interdisziplinären Neurozentrums ermöglicht vielseitige Einblicke in die Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen. In einem solchen Zentrum begegnen angehende Neurologen Mitarbeitern aus den Bereichen Neuroradiologie, Neurochirurgie, Neuropathologie, Psychiatrie und HNO.

Strukturierte Facharztausbildung

Um die erforderlichen Ausbildungsinhalte innerhalb der vorgesehenen Ausbildungszeit zu erlernen, werden strukturierte Rotationspläne angeboten. Diese beinhalten Rotationen durch die eigene Neuro-Intensivstation, die konzerninterne Psychiatrie und fundierte Abschnitte in sämtlichen relevanten Bereichen der Funktionsdiagnostik. Neben der Facharztausbildung besteht die Möglichkeit, die Zusatzbezeichnung „Spezielle neurologische Intensivmedizin“ zu erwerben. Auch für Zusatzqualifikationen wie EEG-, EP-, EMG-Schein etc. sind Weiterbildungsberechtigungen vorhanden.

Umfassendes Behandlungsspektrum und Entlastung von Routinetätigkeiten

Neurologen profitieren von einem vollen neurologischen Erkrankungs- und Behandlungsspektrum. Nicht-ärztliches Personal entlastet sie von Dokumentations-, Organisations- und Routinetätigkeiten. Ein fairer Umgang mit anfallender Mehrarbeit erfolgt über Arbeitszeitkonten. Je nach Bedarf besteht die Möglichkeit der unbefristeten Weiterbeschäftigung. Flache Hierarchien und offene Kommunikation sowie enge Supervision und Anleitung durch Oberärzte fördern die individuelle Weiterbildung. Jährliche Mitarbeitergespräche mit dem Chefarzt dienen der Standortbestimmung und Planung der weiteren Entwicklung.

Weiterbildungszeiten und Rotationsphasen

Die Facharztweiterbildung Neurologie umfasst eine volle Weiterbildungszeit von 48 Monaten. Die Weiterbildung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Spezielle neurologische Intensivmedizin“ dauert 24 Monate. Mögliche Rotationsphasen in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie die Möglichkeit zum Erwerb der DGKN-Zertifikate (z.B. EMG, EEG, evozierte Potenziale) und zur Promotion und wissenschaftlichen Tätigkeit ergänzen das Angebot. Spezialambulanzen wie die Botulinumtoxin-Sprechstunde und Epilepsiesprechstunde bieten weitere Vertiefungsmöglichkeiten.

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Externe Fortbildungsveranstaltungen und Kongresse

Neben internen Fortbildungsangeboten werden finanzielle Mittel für die Teilnahme an externen Fortbildungsveranstaltungen bereitgestellt. Zusätzlich zur tarifvertraglich vereinbarten Freistellung werden weitere Tage für den Besuch von Fortbildungen und Kongressen gewährt.

Möglichkeit zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Spezielle neurologische Intensivmedizin“

Durch die Existenz renommierter interdisziplinärer Intensivstationen besteht die Möglichkeit, die Zusatzbezeichnung „Spezielle neurologische Intensivmedizin“ zu erwerben. Chefärzte der Neurologie und Neurochirurgie besitzen die volle Weiterbildungsermächtigung für Neurologie bzw. Neurochirurgie und auch für die Zusatzbezeichnung „Intensivmedizin“. Die Tätigkeit auf der Intensivstation ist im Curriculum für die Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie fest eingeplant. Auch im Rahmen der neurochirurgischen Weiterbildung ist eine Rotation in regelmäßigen Abständen vorgesehen. Hierbei erlernen die angehenden Fachärzte neben der Behandlung aller neurointensivmedizinischen Erkrankungen, dem Neuromonitoring, dem Beatmungs- und Kreislaufmanagement auch alle intensivmedizinisch relevanten Techniken.

Hospitationen und Bewerbung

Es besteht die Möglichkeit zur Hospitation für ärztliche Kollegen. Bewerbungen können an das Sekretariat der jeweiligen Klinik gerichtet werden.

ZNS Tage: Psychiatrie und Neurologie Crashkurse

Die ZNS Tage bieten Psychiatrie- und Neurologie-Crashkurse für Weiterbildungsassistenten an. Diese Kurse verstehen sich als Module, die nur zusammenhängend je Fachrichtung gebucht werden können. Der Besuch der ZNS-Tage, der Industrieausstellung und des Get-Togethers ist für die Teilnehmer der Crashkurse offen. Die Crashkurse umfassen verschiedene Blöcke zu Themen wie Schlaganfall, Parkinson-Syndrome, Demenzen, periphere Neurologie, Elektrophysiologie, Myopathien, ALS, Doppler-Duplex-Refresher, Liquorkunde, MS, Neuroonkologie und Epilepsie. Seminare zur Praxisgründung für Neurologen und Psychiater werden ebenfalls angeboten.

Strukturierte Weiterbildung in der Klinik für Neurologie

Die Weiterbildung in der Klinik für Neurologie erfolgt nach einem strukturierten Weiterbildungskonzept. Neben Weiterbildungsgesprächen werden jährlich Mitarbeitergespräche geführt, in denen der Weiterbildungsstand sowie Weiterbildungswünsche etc. besprochen werden. Die Einarbeitungszeit beginnt mit der Teilnahme an Einführungstagen. Auch beim Erlernen der Funktionen (Neurosonographie, Elektroencephalographie) existiert ein strukturiertes Ausbildungsprogramm. In der Regel arbeiten neue Assistenzärzte im Bereich Allgemeine Neurologie. Bei Beherrschung des Stationsalltags und der Arztbriefe erlernen sie im nächsten Schritt die Farbduplexsonographie und wechseln danach auf die Schlaganfallstation.

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Neurologie Refresher: CME-Fortbildung

Der Neurologie Refresher ist eine beliebte Fortbildung in Deutschland, die in Hamburg und Köln stattfindet. Das Kursformat bietet in zwei Tagen ein strukturiertes und praxisorientiertes Update über alle relevanten Themenbereiche und Leitlinien der Neurologie. Das neutrale und umfassende Fortbildungsprogramm ist auf die konkreten Bedürfnisse im praktischen Alltag abgestimmt. Die Referenten verfügen über ausgewiesene Expertise in ihrem Fachbereich. Die Vorträge sind nach Veranstaltungsende on demand im Lernportal verfügbar. Umfangreiche Kursunterlagen mit den Präsentationen werden bereitgestellt. Fallbeispiele, Fragerunden und TED-Abstimmungen ermöglichen eine interaktive Teilnahme. Eine Livestream-Übertragung in Echtzeit ist ebenfalls möglich.

Zielgruppe und Akkreditierung

Die Zielgruppe sind Assistenzärzte, Fachärzte für Neurologie und sonstige interessierte medizinische Fachkräfte. Das Programm dient auch als Themenreview zur Vorbereitung auf die Facharztprüfung. Die Gestaltung des akkreditierten, wissenschaftlichen Programms ist neutral und erfolgt ohne jegliche Einflussnahme der Industrie.

Facharzt für Neurologie: Aufgaben und Weiterbildung

Fachärzte für Neurologie diagnostizieren und behandeln Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur. Die Facharzt-Weiterbildung in der Neurologie dauert 60 Monate, davon müssen 12 Monate in der Psychiatrie und Psychotherapie abgeleistet werden.

Bedeutung der Neurologie

Die Neurologie spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung von Schlaganfällen, Multipler Sklerose und Schädel-Hirn-Traumata. Durch neue Behandlungsmöglichkeiten hat sich die Neurologie von einem eher diagnostischen zu einem immer stärker therapeutischen Fachgebiet entwickelt. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten wie Neurochirurgie, Neuroradiologie und Innerer Medizin ist von großer Bedeutung.

Facharzt-Training Neurologie: Vorbereitung auf die Facharztprüfung

Der Springer Medizin Verlag hat einen Vorbereitungskurs zur Facharztprüfung Neurologie mit renommierten Experten und erfahrenen Facharztprüfern entwickelt. Der Kurs deckt die wichtigsten Krankheitsbilder der aktuellen Weiterbildungsordnung ab. Zum Facharzt-Training gehört auch ein Lernplan, um die Prüfungsvorbereitung optimal zu strukturieren. Die Trainingsmodule sind für alle Bildschirmgrößen optimiert. Für DGN-Mitglieder ist der Zugang kostenfrei.

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Strukturierte Einarbeitung und Mentorenmodell

Eine strukturierte Einarbeitung neuer ärztlicher Mitarbeiter wird durch ein erfahrenes Team von Oberärzten, Fachärzten und dem Chefarzt gewährleistet. Neuen Assistenzärzten wird eine erfahrene Mentorin bzw. ein Mentor zugewiesen. Inhaltlich findet eine schrittweise Heranführung an das komplexe Fachgebiet der Neurologie statt. Im Vordergrund der initialen Ausbildung steht die klinische Arbeit auf der Akutstation mit allen Aspekten der Patientenversorgung.

Patientenpfade und elektronische Patientenakte

Patientenpfade im Krankenhausinformationssystem (KIS) generieren eine Reihe von Aufträgen, wodurch ein enormer Zeitgewinn entsteht und diagnostische Lücken vermieden werden. Laborwerte und Röntgenbilder werden ebenfalls im KIS abgerufen. Jede Ärztin und jeder Arzt erhält ein eigenes iPad, mit dem die gesamte elektronische Krankenakte eingesehen werden kann.

Führung des Krankenblattes und Visiten

Die Führung des Krankenblattes und das Erstellen des Arztbriefes obliegt den Assistenzärzten. Auch hier gibt es sinnvolle elektronische Hilfen. Die Visiten werden täglich durchgeführt, ergänzt durch eine Chefarzt- und eine Oberarztvisite pro Woche.

Zusatzdiagnostik und Röntgenbesprechungen

Jede Ärztin und jeder Arzt ist für die Vollständigkeit der vorgesehenen Untersuchungen und deren Durchführung verantwortlich. Die Heranführung an die technischen Methoden geschieht nach dem Prinzip "learning by doing". Die elektroenzephalographische (EEG) Ausbildung erfolgt mittels EEG-Ausbilderzertifikat nach den Qualitätsrichtlinien der DGKN. Für die Elektroneuro- und -myographie (ENG, EMG) sowie für die evozierten Potentiale (EP) stehen drei Messplätze zur Verfügung. Die neurosonologische Ausbildung findet an drei Duplexgeräten statt. Die videoendoskopische Schluckdiagnostik kann ebenfalls im Verlauf der Ausbildung erlernt werden. Für alle zusatzdiagnostischen Fertigkeiten ist ein wöchentliches Skills Lab etabliert, in dem die Kenntnisse vertiefend vermittelt werden. Die Röntgenbesprechungen werden wochentäglich abgehalten. Die Chefärztin der Radiologie trägt die Zusatzbezeichnung "Neuroradiologie".

Rotation und Dienstplangestaltung

Es findet eine regelmäßige Rotation in die verschiedenen Arbeitsbereiche statt: Akutstation, Stroke Unit, Neurologische Frührehabilitation (Phase B), Rehazentrum prosper (Phasen C und D), Ambulanz Notaufnahme und Intensivstation. Die Dienstplangestaltung liegt in den Händen der Assistenzärzte. Berufsanfänger nehmen erst dann an Diensten teil, wenn sie die entsprechenden Fähigkeiten erworben haben. Die Möglichkeit zur Ausbildung zum Notarzt und zur Teilnahme am Notarztdienst besteht ebenfalls.

Fortbildungen und Begleitung

Es gibt regelmäßige hausinterne Fortbildungen. Die abteilungseigene Fortbildung findet wöchentlich statt. Darüber hinaus gibt es zweiwöchentliche interdisziplinäre Notfallmedizin- sowie Reha-Fortbildungen. Wöchentlich findet eine Notfallfortbildung für Assistenzärzte zu Beginn der Facharztausbildung beim Chefarzt statt. Begleitet wird der Ausbildungsgang durch regelmäßige Gespräche mit dem Chefarzt, in denen die Lerninhalte definiert werden und das Erreichte kritisch bewertet wird. Dies wird unterstützt durch Bewertungen durch die Oberärzte, die ein konstruktives Feedback zu Kompetenzbereichen geben.

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