Fortbildungsprogramm Neurologie im St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn: Innovative Versorgung und umfassende Weiterbildung

Das St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn bietet ein umfassendes Fortbildungsprogramm im Bereich der Neurologie an. Die Neurologische Klinik des Krankenhauses verfügt über 78 Betten, darunter 12 zertifizierte Stroke-Unit-Betten, und gewährleistet im interdisziplinären Team die akutneurologische Versorgung im Kreis Paderborn. Mit der geplanten Einrichtung einer Einheit für neurologische Frührehabilitation Phase B sowie der Etablierung einer Neurochirurgischen Klinik am Hause im Jahr 2025 wird das Behandlungsspektrum weiter ausgebaut.

Die Neurologische Klinik im St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn

Die Neurologische Klinik des St. Vincenz-Krankenhauses Paderborn zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • 78 Betten, davon 12 zertifizierte Stroke-Unit-Betten
  • Akutneurologische Versorgung im Kreis Paderborn
  • Interdisziplinäres Team
  • Geplante Einrichtung einer Einheit für neurologische Frührehabilitation Phase B (2025)
  • Geplante Etablierung einer Neurochirurgischen Klinik (2025)

Das Team: Werden Sie Teil der Weiterentwicklung

Das St. Vincenz-Krankenhaus sucht motivierte und engagierte neue Mitglieder für sein Team, die ihre Weiterbildung im innovativen Fachgebiet der Neurologie beginnen oder fortsetzen möchten. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Fachkenntnisse umfassend zu erwerben bzw. zu erweitern und den Aufbau des Bereiches aktiv mitzugestalten. Idealerweise haben Sie bereits Erfahrung in der Arbeit mit Patientinnen und Patienten in der Neurologie oder Rehabilitation. Andernfalls werden Sie Schritt für Schritt in die neue Aufgabe begleitet. Empathie und Einfühlungsvermögen für Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige sind wichtige Voraussetzungen. Teamarbeit wird großgeschrieben, da gute Pflege nur gemeinsam funktioniert.

Strukturierte Weiterbildung und individuelle Einarbeitung

Das Krankenhaus bietet ein standardisiertes Onboarding-Programm und eine/n feste/n Ansprechpartner/in zur Einarbeitung. Die Eingruppierung erfolgt nach AVR-Caritas. Gemeinsam tritt das Team für seine Patienten und eine gute Behandlung ein.

Es wird eine individuelle Einarbeitung geboten, um einen optimalen Start zu gewährleisten. Ein strukturiertes Weiterbildungscurriculum mit Supervision und Rotationen wird durchlaufen. Die Klinik legt großen Wert auf ein kollegiales und offenes Miteinander und bietet einen modernen Arbeitsplatz in einem Arbeitsklima, das von Zusammenhalt und gegenseitiger Unterstützung geprägt ist.

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Vorteile für Mitarbeiter

Das St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn bietet seinen Mitarbeitern attraktive Vorteile:

  • 31 Tage Urlaub mit der Möglichkeit, nach Absprache drei Wochen am Stück freizunehmen
  • Arbeitgebergeförderte Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Betriebliche Altersvorsorge und Option auf zusätzliche freiwillige Altersvorsorge
  • Zuschuss zum Krankengeld
  • Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine betriebsnahe Kindertagesstätte, vertrauliche Beratung sowie Kurse zur Pflege von Angehörigen

Paderborn: Leben und Arbeiten in einer Universitätsstadt

Die Klinik befindet sich im Herzen der Universitätsstadt Paderborn. Mit rund 150.000 Einwohnern bietet Paderborn eine perfekte Mischung aus Kultur, Sport und Freizeitmöglichkeiten. Ob historische Sehenswürdigkeiten, idyllische Natur oder ein aktives Vereinsleben - hier lässt es sich leben und arbeiten.

Neuro Netz Mitte: Kooperation für optimale Schlaganfallversorgung

Das St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn ist Teil des Neuro Netzes Mitte, einem neurovaskulären Netzwerk zur optimalen und effizienten Schlaganfallversorgung auf Basis des aktuellen Wissensstandes. Koordinierendes Zentrum ist das Klinikum Kassel mit seiner überregional zertifizierten Stroke Unit, der Neuro-Intensivstation, der Klinik für Neurologie, der Klinik für Neurochirurgie und dem Institut für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie.

Das Neuro Netz Mitte setzt sich aus neurologischen Abteilungen mit und ohne zertifizierter Stroke Units sowie telemedizinisch vernetzten internistischen Kliniken mit der Möglichkeit der Schlaganfallbehandlung vor Ort zusammen.

Mitglieder des Neuro Netz Mitte

  • Klinikum Kassel: 14 Betten überregional zertifizierte Stroke Unit
  • St. Vinzenz Krankenhaus Paderborn: 12 Betten überregional zertifizierte Stroke Unit
  • Klinikum Bad Hersfeld: 8 Betten regional zertifizierte Stroke Unit
  • Helios Kliniken Kassel: 6 Betten Stroke Unit
  • Ökumenisches Hainich Klinikum Mühlhausen: 5 Betten zertifizierte Stroke Unit
  • Neurologische Akutklinik, Bad Zwesten: 9 Betten Stroke Unit
  • Hephata Klinik Neurologie: 6 Betten Stroke Unit
  • Klinikum Werra-Meißner: 4 Betten Stroke Unit

Telemedizinische Einheit

Teil des Netzwerkes ist eine telemedizinische Einheit. Dadurch wird neurologische Expertise auch in Netzwerk-Kliniken ohne eigene neurologische Abteilung sichergestellt. Ein Team von neurologischen Fachärztinnen steht rund um die Uhr (24/7/365) zur Verfügung, um die Kolleginnen der umliegenden Krankenhäuser in der Diagnose und Therapie von akuten Schlaganfällen zu unterstützen. Ziel ist es, Patient*innen zu identifizieren, die von einer intravenösen Lysetherapie und/oder einer mechanischen Thrombektomie profitieren könnten. Nach dem Prinzip „Time is brain“ wird die Lysetherapie bereits vor Ort gestartet. Insgesamt sind die 10 internistischen Netzwerk-Kliniken teleneurologisch an das Netzwerkzentrum angebunden.

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Diagnostik und Therapie im Neuro Netz Mitte

Das Institut für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie verfügt über alle modernen diagnostischen und therapeutischen Methoden zur effektiven Behandlung neurovaskulärer Erkrankungen:

  • CT, CT Angiografie, CT-Perfusion
  • 1,5 und 3 Tesla-MRT, MR-Angiografie, MR-Spektroskopie, MR-Traktionsbildgebung
  • Biplanare Angiografie mit digitale Subtraktionsangiografie
  • Mechanische Thrombektomie
  • Extra- und intrakranielle endovaskuläre Stentimplantationen
  • Coiling intrakranieller Aneurysmen
  • Endovaskuläre Versorgung von arteriovenösen Malformationen
  • Endovaskuläre Gefäßobliteration
  • Myelografie

Die vaskuläre Neurochirurgie befasst sich mit der Behandlung von Gefäßfehlbildungen des Gehirns und Rückenmarks. Hierzu zählen Aneurysmen der zerebralen Gefäße, AV-Angiome, Kavernome, durale AV-Fisteln und die Bypasschirurgie zur zerebralen Revaskularisation.

  • Minimal invasive Chirurgie
  • Intraopertives Neuromonitorings (evozierte Potentiale, Cortexstimulation, Wachkraniotomie, Phasenumkehr)
  • Intraoperativer Ultraschall
  • Flureszenzangiografie
  • Neuronavigation

Ablauf der Teleneurologischen Konsultation

  1. Untersuchung vor Ort: Untersuchungen und Anamnese der Patientinnen vor Ort. Angaben über Vorerkrankungen und -medikation der Patientinnen sind für die Durchführungen des telemedizinischen Konsils Pflicht. Hierfür wurde eine Eingabemaske modifiziert.
  2. Teleneurologie Konsil: Teleneurologie-Konsil durch geschulte Fachärzt*innen für Neurologie der Neurologischen Klinik des Klinikum Kassel. Mündliche Beurteilung während des Video-Konsils.
  3. Untersuchungsbefund: Erstellung eines schriftlichen Untersuchungsbefunds und eine Diagnostik- und Therapieempfehlung durch die Teleneurologinnen. Der Befund wird zentral auf einem Server abgelegt und kann von den Ärztinnen vor Ort direkt abgerufen und zur Patientenakte hinzugefügt werden.

Qualitätssicherung im Neuro Netz Mitte

Die Qualitätssicherung des Neuro Netz Mitte erfolgt in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft für Qualitätssicherung in Hessen (LAGQH). In Hessen ist eine verpflichtende externe Qualitätssicherung für alle Krankenhäuser vorgesehen, die Schlaganfallpatientinnen behandelt. Diesem externen Qualitätssicherungsverfahren ist auch das Neuro Netz Mitte beigetreten, auch für nicht-hessischen Partnerkliniken. Dadurch wird innerhalb des Netzwerkes eine gleichbleibende hohe Qualitätssicherung gewährleistet mit der Möglichkeit systematischer Analysen. Qualitative Abweichungen in der Versorgung von Schlaganfallpatientinnen können so frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Verbesserung eingeleitet werden. Darüber hinaus können durch dieses Verfahren hervorragend neue Therapieansätze verfolgt und qualitätsgesichert werden.

Gemeinsame Behandlungsstandards

Um eine einheitliche Schlaganfallbehandlung im Netzwerk sicherzustellen, hat das Neuro Netz Mitte gemeinsame Behandlungsstandards festgelegt. Im Sinne eines Wegweisers sind in dem Netzwerkmanual die notwendigen Behandlungsschritte zusammengefasst. Basis jeglicher individuellen Patientenbehandlung sind immer die aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien beispielsweise der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft (DSG).

Damit im Falle einer Verlegung innerhalb des Netzwerks alle wichtigen Informationen übermittelt werden, wird im Neuro Netz Mitte ein Lyseprotokoll genutzt.

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Diagnostische und Therapeutische Verfahren in der Neurologie

In der Neurologie werden Patientinnen und Patienten mit organischen Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven und der Muskulatur behandelt - viele davon als Notfall. Nach genauer Analyse der Beschwerden und sorgfältiger klinischer Untersuchung folgt eine gezielte apparative Diagnostik. Für viele neurologische Erkrankungen stehen moderne Therapien zur Verfügung. Ein Schwerpunkt ist die akute Schlaganfallbehandlung auf der Stroke Unit.

Ultraschalluntersuchung

Durch Ultraschall können die hirnversorgenden Gefäße des Halses (extrakranieller Duplex) und innerhalb des Schädels (transcranieller Duplex) untersucht werden. Ferner steht ein Dopplergerät für funktionelle Testuntersuchungen und Nachweis von Defekten der Herzvorhofwand (rechts - links Shunts durch Emboliedetektion) zur Verfügung. Die Untersuchung erfordert keine Vorbereitung und hat keinerlei Nebenwirkungen, sie kann beliebig wiederholt werden. Die Untersuchung eignet sich auch gut zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos.

  • Ambulante Durchführung: Privatpatienten, Selbstzahler, es liegt keine KV-Ermächtigung vor.

Elektroenzephalogramm (EEG)

Mit dem Elektroenzephalogramm werden Spannungen des Gehirns gemessen (sogenannte Hirnströme). Dazu werden dem Patienten etwa 20 Messelektroden auf dem Kopf platziert, die Ableitungen dauern etwa 30 - 45 Minuten. Die Untersuchung ist nebenwirkungsfrei und kann beliebig oft wiederholt werden, sie ist nicht schmerzhaft. Einen großen Stellenwert hat das EEG bei der Erkennung und Behandlung der Epilepsie, bei allen Zuständen mit unklarem Bewusstseinsverlust und bei bewusstlosen Patienten, sowie Entzündungen des Gehirns und in der Hirntoddiagnostik auf den Intensivstationen.

  • Ambulante Durchführung: Privatpatienten, Selbstzahler, es liegt keine KV-Ermächtigung vor.

Untersuchung des Gleichgewichtsorganes

Die Untersuchung des Gleichgewichtsorganes erfolgt mittels Warm - und Kaltwasserspülung des äußeren Gehörganges und gleichzeitiger Registrierung der Augenbewegungen mit der Videobrille. Darüber hinaus können die Augenbewegungen mit der Videobrille gemessen werden. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft und dient der Erkennung von Augenbewegungsstörungen bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen und Gleichgewichtserkrankungen. Der apparative Halmagyi Test ist ein besonders empfindlicher Nachweis von Störungen des Gleichgewichtsorganes (Bogengänge), diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft und kann beliebig oft wiederholt werden.

  • Ambulante Durchführung: Privatpatienten, Selbstzahler, es liegt keine KV-Ermächtigung vor.

Evozierte Potentiale (AEP, VEP, SEP, MEP)

Durch Anwendung standardisierter Sinnesreize Kann die Leitgeschwindigkeit des Hörnerven und die Hörbahn (AEP), die Sehbahn (VEP), die aufsteigenden sensiblen Bahnen (SEP) und die absteigenden motorischen Bahnen (MEP) gemessen werden. Diese Untersuchung hat einen besonderen Stellenwert in der Diagnostik der Multiplen Sklerose und verschiedener Rückenmarkserkrankungen sowie bei Erkrankungen des peripheren Nervensystems wie der Polyneuropathie (vor allem SEP).

  • Ambulante Durchführung: Privatpatienten, Selbstzahler, es liegt keine KV-Ermächtigung vor.

Neurographie und Elektromyographie (NLG/EMG)

Durch Applizierung von Stromreizen kann die Leitgeschwindigkeit der peripheren Nervenbahnen in den Arm- und Beinnerven gemessen werden (Neurographie). Diese Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft und kann beliebig oft wiederholt werden. Einen besonderen Stellenwert hat die Bestimmung der Nervenleitgeschwindigkeiten zur Diagnostik der Polyneuropathien (z. B. bei Diabetes mellitus, Vitaminmangelzuständen und vielen anderen Erkrankungen) und in der Diagnostik von Einklemmungssyndromen (z. B. Karpaltunnelsyndrom, Sulcus ulnaris Syndrom).

Die Elektromyographie (EMG) dagegen ist eine schmerzhafte Untersuchung, weil mit einer Messelektrode die Muskelelektrik aus dem Muskel heraus abgeleitet wird. Mit dieser Untersuchung ist es möglich einen Nervenfaserschaden, z. B. bei Wurzelkompressionssyndromen mit Bandscheibenerkrankungen oder Verletzungen, sowie andere Nerven - und Muskelerkrankungen zu diagnostizieren. Die Untersuchung sollte nicht durchgeführt werden bei Patienten, die Gerinnung hemmende Medikamente erhalten (Marcumar, Pradaxa, Xarelto, Eliquis, Lixiana).

  • Ambulante Durchführung: Privatpatienten, Selbstzahler, es liegt keine KV-Ermächtigung vor.

Untersuchung des vegetativen Nervensystems

In der Diagnostik von Bewusstlosigkeiten (sogenannte Synkopen) spielt die Untersuchung des vegetativen Nervensystems eine wichtige Rolle. Hierzu kann mittels Schellongtest die Blutdruckregulation gemessen werden, die Messung der Herzfrequenz Veränderbarkeit durch Atmung und andere Einflüsse gibt Aufschlüsse über die nervale Innervation des Herzens. Durch Messung der Hautreaktion nach Reizen kann eine Aussage über das sympathische Nervensystem getroffen werden. Des Weiteren steht die Messung des sogenannten Ankle-Brachial-index (Knöchel-Arm-Indexm, ABI - Test) zur Feststellung von peripheren Durchblutungsstörungen zur Verfügung.

Neuropsychologische Diagnostik

Zur Diagnostik einer Demenz oder anderer Hirnleistungsstörungen werden Testverfahren angewandt, bei denen standardisierte Aufgaben erfüllt werden müssen. Hierzu gehören der DemTect, der Uhrentest und der Minimental Statustest. Darüber hinaus kann bei Bedarf eine ausführliche neuropsychologische Diagnostik durch die Neuropsychologin erfolgen.

Schlaflabor

Mittels einer nächtlichen Aufzeichnung der Atmung, des Schnarchens, des Sauerstoffgehaltes, der Herzfrequenz und der Lage des Körpers kann die Diagnose eines Schlafapnoe Syndroms gestellt werden. Diese Untersuchung ist nicht schmerzhaft.

  • Ambulante Durchführung: Privatpatienten, Selbstzahler, es liegt keine KV-Ermächtigung vor.

Lumbalpunktion

Zur Diagnostik zahlreicher neurologischer Erkrankungen ist die Gewinnung des Gehirnwassers (Liquor cerebrospinalis) durch Punktion des Wirbelkanales im Lumbalbereich erforderlich. Dies gilt insbesondere für Infektionskrankheiten wie die Hirnhautentzündung, chronisch - entzündliche Erkrankungen wie die Multiple Sklerose oder den Nachweis akuter Blutungen (Subarachnoidalblutung). Einen wichtigen Stellenwert hat die Liquoruntersuchung auch in der Diagnostik von Demenzerkrankungen (Bestimmung von Tau und Betaamyloid Protein im Liquor).

Zur Gewinnung des Liquors wird im Lumbalbereich mit einer speziellen Nadel zwischen den Dornfortsätzen der Spinalkanal erreicht, der Liquor kann dann entnommen werden. In manchen Fällen ist eine Druckmessung und Abnahme größerer Liquormengen erforderlich, z. B. wenn es sich um eine Liquor-Abflussstörung oder um eine Druckerhöhung im Bereich des Nervensystems handelt.

Über die Punktion wird speziell aufgeklärt, die Nebenwirkungen sind gering und in der Regel harmlos. Der entnommene Liquor wird im Labor des Krankenhauses sofort untersucht, weitere Proben werden in Speziallabore versandt. Voraussetzung sind normale Gerinnungs- und Thrombozytenwerte. Eine Therapie mit oralen Gerinnungshemmern (z.B. Marcumar, Pradaxa, Xarelto und Eliquis) muss vorher abgesetzt werden.

Die Lumbalpunktion wird als geplante Maßnahme ambulant durchgeführt (seit Januar 2023 im Katalog des sogenannten ambulanten Operieren), je nach Situation des Patienten kann die Untersuchung auch stationär erfolgen. In allen anderen dringlichen Fällen erfolgt die Untersuchung stationär.

Botulinumtoxin-Therapie

Botulinumtoxin ist ein Eiweißstoff, der von Bakterien gebildet wird (Clostridium botulinum). Der Eiweißstoff blockiert die Freigabe des Transmitters Acetylcholin an der Übertragungsstelle zwischen Nerv und Muskel. Dadurch kommt es zu einer Schwächung der Muskelkontraktion bzw. zu einer Reduktion der Schweiß- und Speichelsekretion. Dies wird therapeutisch bei einer großen Zahl von Erkrankung von Muskelverkrampfungen ausgenutzt, z. B. Schiefhals (Torticollis), Augenmuskelkrampf (Blepherospasmus), Spastik nach Schlaganfall oder Infolge einer infantilen Cerebralparese, sowie bei Zuständen mit pathologischen, übermäßigen Schwitzen der Axelhöhlen (Hyperhidrose).

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