Fortgeschrittenes Sulcus-Ulnaris-Syndrom: Behandlung und Management

Das Sulcus-ulnaris-Syndrom, auch bekannt als Kubitaltunnelsyndrom oder Ulnarisrinnensyndrom, ist eine Erkrankung, bei der der Ellennerv (Nervus ulnaris) im Bereich des Ellenbogens eingeengt oder gereizt wird. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Schmerzen, Taubheitsgefühle und Schwäche in Hand und Fingern. Insbesondere sind der kleine Finger und die benachbarte Hälfte des Ringfingers betroffen. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu Lähmungen und Muskelminderungen von Handmuskeln kommen.

Was ist das Sulcus-Ulnaris-Syndrom?

Beim Sulcus-ulnaris-Syndrom handelt es sich um eine Einengung des Ellennervs (Nervus ulnaris) am Innenbereich des Ellenbogens. Der Nervus ulnaris, auch Ellennerv genannt, verläuft von der Halswirbelsäule kommend in Richtung des kleinen Fingers. Seine oberflächliche Lage im Bereich des Ellenbogens, bekannt als „Musikantenknochen“, macht ihn anfällig für äußere Einflüsse. Der Nervus ulnaris ist für die sensible Versorgung des ellenseitigen vierten und fünften Fingers sowie für die motorische Versorgung eines Großteils der Handmuskulatur zuständig.

Ursachen des Sulcus-Ulnaris-Syndroms

Das Sulcus-Ulnaris-Syndrom tritt auf, wenn der Ulnarisnerv am Ellenbogen durch Kompression, Reizung oder Verletzung geschädigt wird. Mechanische Ursachen, wie Druck- oder Zugeinwirkung auf den Nerven, können zur Reizung führen. Dies kann beispielsweise infolge eines Bruches im Bereich des Ellenbogens entstehen, bei dem die Ulnarisrinne mitbetroffen ist und der Nerv dadurch eingeengt wird.

Seine oberflächliche Lage macht den Ellennerv empfindlich gegen äußere Einflüsse wie z.B. chronische Druckbelastungen, aber auch Arthrose im Ellenbogengelenk, (fehlverheilte) Brüche oder Verdickungen des Bandes über dem Tunnel können unter anderem dieses Nervenengpasssyndrom hervorrufen.

Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:

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  • Diabetes mellitus: Diabetes kann Nervenschäden verursachen und das Risiko für das Sulcus-ulnaris-Syndrom erhöhen.
  • Übergewicht: Übergewicht kann zu erhöhtem Druck auf die Nerven führen.
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises: Entzündliche Erkrankungen können die Nerven schädigen.
  • Vorausgegangene Verletzungen: Brüche oder andere Verletzungen im Bereich des Ellenbogens können zu einer Einengung des Nervs führen.
  • Degenerative Veränderungen des Gelenkes: Diese können für die Druckerhöhung verantwortlich sein.
  • Wiederholte Bewegungen des Ellenbogens
  • Druck auf den Ellenbogen
  • Anatomische Anomalien
  • Angeborene Verengung des Kubitaltunnels
  • Fehlbildungen an Knochenvorsprüngen
  • Wiederholtes Anschlagen bzw. Anprallen des Ellenbogens
  • Tätigkeiten mit ständiger Abstützung des Ellenbogens

Symptome des Sulcus-Ulnaris-Syndroms

Die Symptome können je nach Schweregrad der Erkrankung variieren. Typische Symptome sind:

  • Sensibilitätsstörungen oder Taubheitsgefühle im Bereich des kleinen Fingers, der Seite des Ringfingers zum kleinen Finger hin und der Handseite neben dem kleinen Finger. Die Symptome äußern sich als Gefühlsstörungen von Klein- und Ringfinger, die sich bis zum angrenzenden Unterarm erstrecken können. Die Betroffenen berichten in der Frühphase der Erkrankung über gelegentliches „Einschlafen“ des Kleinfingers und der Außenseite des Ringfingers bei Beugung des Ellenbogens.
  • Schwäche oder Lähmung der Handmuskulatur, insbesondere der Muskeln, die vom Ellenbogennerv versorgt werden. Bei einer Schädigung des Nerven kann das Abspreizen und Zusammenbringen der Finger nicht mehr adäquat durchgeführt werden. Infolgedessen kann es im späteren Verlauf zu Kraftlosigkeit/Muskelschwäche an der Hand kommen. Betroffene können dadurch selbst einfache Bewegungen am Handgelenk und den Fingern nicht mehr, oder nur sehr schwer ausüben.
  • Beeinträchtigung der Feinmotorik, die sich durch eine hakenartige Verkrümmung der kleinen und Ringfinger äußern kann, auch bekannt als "Krallenhand". Später treten Lähmungserscheinungen und Muskelschwund hinzu, so dass letztendlich eine sog. "Krallenhand" entsteht, die Hand kaum noch benutzt werden kann. Ein Symptom des Spätstadiums ist die sog. Krallenhand.
  • Muskelschwund in der Hand, was dazu führen kann, dass die Hand im Vergleich zur gesunden Hand etwas knochiger wirkt. Je weiter fortgeschritten das SUS ist, desto häufiger bestehen die Beschwerden und es kommt zu einem Abbau bestimmter Handmuskeln und damit zu einer Kraftminderung der Hand.
  • Lokale Schmerzen bei Beugung des Ellenbogens mit Ausstrahlung in Richtung Kleinfinger
  • Gelegentliches Schnappen über dem ulnaren Epicondylus
  • Begleitend können unangenehme, teils schmerzhafte Missempfindungen von Unterarm und Ellenbogen auftreten.
  • Schmerzen an der Handfläche, am Unterarm und am Ellenbogen

Es ist wichtig zu beachten, dass die Schwere der Symptome variieren kann und dass die Beschwerden auch ohne Behandlung wieder zurückgehen können, abhängig vom Ausmaß der Erkrankung und den auslösenden Faktoren.

Diagnose des Sulcus-Ulnaris-Syndroms

Die Diagnose erfolgt in der Regel durch verschiedene Untersuchungsmethoden:

  • Klinische Untersuchung: Der Arzt wird die Hand und den Arm untersuchen, um die Symptome zu beurteilen und die Funktion der Nerven zu testen. Neben der allgemeinen Anamnese (systematische Befragung zum Gesundheitszustand) kann der Arzt die Ulnarisrinne des Patienten tastend untersuchen. Dabei können evtl.
  • Elektrophysiologische Untersuchung: Um die Diagnose zu sichern, führt ein Neurologe eine elektrophysiologische Untersuchung durch, bei der getestet wird, wie gut der Nerv die elektrischen Impulse noch leitet. Durch eine anschließende neurologische Untersuchung sowie die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit wird das Sulcus ulnaris Syndrom endgültig diagnostiziert. Hierbei findet sich eine Verlangsamung der motorischen Nervenleitgeschwindigkeit im Sulcusbreich, bzw. Die elektroneurographische Untersuchung dient der Bestätigung der klinisch gestellten Diagnose und kann zur Verlaufsbeobachtung genutzt werden.
  • Bildgebende Verfahren: Bei Verdacht auf degenerative Veränderungen des Gelenks, die für die Druckerhöhung verantwortlich sein könnten, kann eine Röntgenaufnahme oder ein Ultraschall durchgeführt werden. Ergänzend kann ein Röntgenbild oder auch eine Ultraschalluntersuchung dabei helfen, die Diagnose zu erhärten. Zusätzlich können bildgebende Verfahren wie z. B. MRT oder ein Ultraschall helfen, morphologische Veränderungen des Gewebes zu erkennen. Ein Röntgenbild des Ellenbogens zum Ausschluss von knöchernen Veränderungen der Nervenrinne ist vor allem nach einem vorangegangenem Unfall bzw. Anprall nützlich.
  • Nervenultraschall: Der Nervenultraschall erlaubt das Screening des Nervs über seinen gesamten Verlauf und erkennt die krankhaften Veränderungen zuverlässig.

Die genaue Position und das Ausmaß der Einengung können durch diese Untersuchungen ermittelt werden, was für die Behandlung des Syndroms entscheidend ist. Es ist wichtig, dass die Symptome ernst genommen und rechtzeitig diagnostiziert werden, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten.

Therapie des Sulcus-Ulnaris-Syndroms

Es gibt verschiedene Therapieformen, die je nach Schweregrad und individuellen Umständen angewendet werden können. Die Therapie sollte auch hier zunächst konservativ sein, solange die Schwäche in der Hand nicht ausgeprägt ist.

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Konservative Therapie

Eine konservative Therapie kann entzündungshemmende Behandlungen, die Anwendung einer Lagerungsschiene und Schonung umfassen. Diese Maßnahmen können zur Beschwerdelinderung beitragen. Gerade zu Anfang und bei nur gering ausgeprägten Beschwerden kann zunächst mit einer konservativen Therapie begonnen werden. Zur Behandlung gehören eine Ruhigstellung im Ellenbogengelenk mit Vermeidung von häufiger Ellenbeugung sowie eine Vermeidung von Druck auf das Ellenbogengelenk. Reduzierung von wiederholter belastender Bewegung das Armes, wie beim Sport oder der Arbeit (z. B.

Weitere konservative Maßnahmen:

  • Ruhe: Vermeidung von Aktivitäten, die die Symptome verschlimmern.
  • Physikalische Therapie: Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit und Kraft. Des Weiteren kann auch die Gabe von Kortison hilfreich sein. Dieses Mittel wirkt entzündungshemmend, sodass sich ein möglicher Reizzustand des Ulnarisnervs zurückbilden kann. Ergänzend zu diesen Maßnahmen profitieren viele Patienten auch von einer krankengymnastischen oder ergotherapeutischen Übungsbehandlung des Armes.
  • Ergotherapie: Anpassung von Arbeitsplatz und Aktivitäten, um den Ellenbogen zu entlasten.
  • Schienen: Tragen einer Schiene, um den Ellenbogen in einer neutralen Position zu halten. Bei der konservativen Therapie kommen Schonung und Gewohnheitsveränderung wie z. B. die Vermeidung von Zug- oder Druckbelastung des Nervens infrage. Nächtliche Lagerungsschienen oder evtl. eine Kortisoninjektion können für Linderung sorgen.
  • Entzündungshemmende Medikamente: Zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen.
  • Orthese: Die konservative Therapie (ohne Operation) erfolgt oftmals durch eine Ruhigstellung des Ellenbogengelenks in ca. 30° Beugestellung durch eine gepolsterte Orthese, wie z. B. die BORT KubiFX Ellenbogen-Orthese oder die BORT KubiTal® Ellenbogen-Polster-Bandage. Gegebenenfalls wird das Handgelenk ebenfalls immobilisiert.

Operative Behandlung

Im Falle einer fortgeschrittenen Erkrankung oder wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Operation notwendig sein. Erst wenn das Sulcus ulnaris Syndrom fortgeschritten, d.h., die Nervenleitgeschwindigkeit relevant vermindert ist und der Leidensdruck hoch oder sich sensible oder motorische Ausfälle zeigen, sollte eine Operation durchgeführt werden. Man sollte auf keinen Fall bis zu einem fortgeschrittenen neurologischen Defizit abwarten, weil gerade der N. ulnaris nur eine sehr zögerliche und dann vielleicht unvollständige Erholungsfähigkeit hat.

Mit der Operation wird die Einengung des Nervus ulnaris im Kubitaltunnel am Ellenbogengelenk beseitigt. Das Ziel der Operation ist es, den Nerv aus seinen Einengungen zu befreien (sog. Dekompression). Hierzu wird der Nerv oberhalb des Ellenbogens aufgesucht und die einengenden Strukturen werden durchtrennt (Abbildung 2). Dabei wird der Nerv in seiner Rinne dargestellt und das Sehnendach gespalten.

Es gibt verschiedene Methoden der operativen Entlastung des Nervs:

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  • Neurolyse: Bei der Operation wird ein Hautschnitt am innenseitigen Ellenbogen durchgeführt und unter vergrößerter Sicht mit einer Lupenbrille das einengende Band des Kubitaltunnels aufgesucht und durchtrennt. Ggf. wird der Nerv von Narbengewebe befreit (z.B. nach früheren Unfällen oder Operationen). Wenn der N. ulnaris nicht eindeutig aus seiner Rinne heraus luxiert genügt meistens die Spaltung des Sulcus-Daches (eine aus Bindegewebe bestehende Sehen) und die Lösung von bindegewebigen Verwachsungen. Intraoperativ sieht man häufig an dieser Stelle eine Schnürfurche im Nerven.
  • Nervverlagerung (Transposition): In manchen Fällen muss der Nervus ulnaris verlagert und neu eingebettet werden. Eine Verlagerung des Nerven vor den Ellenbogen, wie sie früher oft durchgeführt worden ist, sollte lediglich dann vorgenommen werden, wenn der Nerv bei Bewegung des Gelenks aus seinem Kanal springt. In den Fällen, in denen der Nerv ständig über den Knochen scheuert, muss er herausgelöst und um den Ellenbogen-Knöchel herum nach vorne in die Muskulatur verlagert werden. Bei ausgeprägten Verwachsungen z.B.

Die Operation kann offen oder endoskopisch erfolgen. Diese kann offen oder endoskopisch erfolgen. Ziel beider operativen Therapien ist die gezielte Druckentlastung des Nervus ulnaris im Kubitaltunnel.

Die ambulante Operation erfolgt in Betäubung des Armes oder in Vollnarkose und dauert rund 30 Minuten. In der Regel reicht eine Regionalanästhesie („Armbetäubung“) für die Operation aus. Es kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein, den Eingriff in einer kurzen Narkose durchzuführen. Dies werden wir aber individuell im Vorgespräch klären.

Weitere Maßnahmen

Bei leichten Einschränkungen kann es ausreichen, den Nerv vom Druck zu entlasten. Dies kann beispielsweise durch die Vermeidung wiederkehrenden Drucks oder durch unterstützende Manschetten im Bereich des Ellenbogengelenks erfolgen.

Es ist wichtig, dass die Therapieformen individuell auf den Patienten und den Schweregrad des Sulcus-ulnaris-Syndroms abgestimmt werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Lähmungen und Muskelminderungen von Handmuskeln kommen, daher ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend. Eine zu lang andauernde Kompression kann einen dauerhaften Druckschaden am Nerven hinterlassen, so dass die Gefahr besteht, dass sich die auftretenden Beschwerden nicht mehr vollständig zurückbilden.

Risiken der Operation

Wie bei jeder Operation wird der Patient selbstverständlich im Vorfeld über mögliche Risiken aufgeklärt.

Die üblichen zu nennenden Risiken sind insbesondere Blutungen, Blutergüsse, Infekte, Wundheilungsstörungen, Verletzung von Nerven und Gefäßen mit Taubheitsgefühl und Bewegungseinschränkungen. Verbleib von Beschwerden, insbes. bei bereits bestehender Vorschädigung des Nerven, Narbenbildung, Rezidiv (Wiederkehren der Einengung), chronisches Schmerzsyndrom („M. Sudeck“, „CRPS“).

Komplikationen (allgemein/speziell) Sulcus-ulnaris-Syndrom / Kubitaltunnelsyndrom Nach der operativen Therapie des Sulcus-ulnaris-Syndroms klingen kleine Blutergüsse und Schwellungszustände in der Regel durch aktives Bewegen bzw. nach Lockern des Verbandes rasch ab. Bei stärkerer Schwellung sollten neben einer Lockerung des Verbandes zusätzlich mehrmals täglich Eispackungen angewendet werden. Die Wunde darf hierbei nicht feucht werden.

Die Entzündungshäufigkeit (Infektionsrate) bei unseren Patienten, deren Sulcus-ulnaris-Syndrom mikrochirurgisch behandelt wurde, ist sehr niedrig. Bei Anzeichen einer Infektion, d.h. Schwellung, pochenden Schmerzen im Operationsbereich, Rötung oder gar Entleerung von Eiter aus der Wunde muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, um eine gezielte Behandlung einzuleiten. Am günstigsten ist die umgehende Vorstellung in unserer Klinik.

Theoretisch denkbar ist eine Verletzung des Nervus ulnaris bei der Operation. Außerordentlich selten ist das Auftreten einer sympathischen Reflexdystrophie, auch “Morbus Sudeck” oder “komplexes regionales Schmerzsyndrom” genannt.

Nachsorge beim Sulcus-Ulnaris-Syndrom

Bei einem Sulcus-ulnaris-Syndrom ist die Nachsorge entscheidend, um die Genesung zu unterstützen und weitere Komplikationen zu vermeiden. Die empfohlene Nachsorge kann je nach individuellem Krankheitsverlauf und den durchgeführten Behandlungsmaßnahmen variieren.

  • Regelmäßige ärztliche Kontrolle: Nach einer konservativen Therapie oder einer operativen Behandlung ist es wichtig, regelmäßige ärztliche Kontrollen zu haben, um den Heilungsverlauf zu überwachen und eventuelle Rückfälle frühzeitig zu erkennen.
  • Physiotherapie: In vielen Fällen kann Physiotherapie ein wichtiger Bestandteil der Nachsorge sein. Durch gezielte Übungen und Maßnahmen kann die Beweglichkeit des Ellenbogengelenks und der Hand wiederhergestellt sowie die Muskulatur gestärkt werden.
  • Ergonomische Anpassungen: Es kann hilfreich sein, ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz oder im Alltag vorzunehmen, um wiederkehrende Belastungen des Ellenbogengelenks zu vermeiden und die Heilung zu unterstützen.
  • Vermeidung von Druck auf den Nerv: Um weitere Schädigungen des Nervs zu vermeiden, ist es wichtig, Druck auf den Nerv zu vermeiden. Dies kann durch die Verwendung von speziellen Polstern oder Schienen erfolgen, um den Nerv zu entlasten.
  • Frühzeitige Reaktion bei Symptomen: Es ist wichtig, auf mögliche Symptome wie Taubheitsgefühle, Schmerzen oder Kraftverlust in der Hand zu achten und bei deren Auftreten frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Zweiwöchige Schonung und vorsichtiges Mobilisieren sind wichtig für eine gute Heilung. Die Fäden werden üblicherweise nach 10 Tagen entfernt. Eine Ruhigstellung (z.B. im Gips) ist in der Regel nicht erforderlich. Nach der Operation ist wichtig, den Verwand regelmäßig zu wechseln und den Arm für 2 bis 3 Wochen zu schonen.
  • Arbeitsfähigkeit besteht nach 2-6 Wochen, je nach Schwere der Belastung des Arms. Berufstätige sind - abhängig von der beruflichen Belastung - nach 2-3 Wochen wieder arbeitsfähig.
  • Zur Weiterbehandlung und Narbenpflege leiten wir Sie selbstverständlich an.
  • Ob und wann das Pausieren eines vorhandenen Blutverdünners sinnvoll ist, klären wir individuell im Vorgespräch der Operation.

Die Erholung (Regeneration) des Ellennerven ist wegen der langen Regenerationsstrecke vom Ellenbogen bis zu den Fingern außerordentlich langwierig. Die Rückbildung von Gefühlsstörungen und Kraftminderung (Paresen) kann bis zu einem Jahr dauern. Auch wenn das Taubheitsgefühl an der Hand sich rasch zurückbilden kann, so kann die Kräftigung der Handmuskulatur bis hin zur Normalisierung oft Monate in Anspruch nehmen. Die Rückkehr des Gefühls oder der motorischen Funktion hängt von der Dauer der präoperativen Beschwerden ab und kann sich über mehrere Monate erstrecken.

Das klinische Ergebnis hängt maßgeblich vom Ausmaß der Vorschädigung ab. Bei bereits länger bestehenden Muskelatrophien der kleinen Handmuskeln bleiben häufig Residuen bestehen. Die vorhandenen Paresen können sich nach erfolgter Dekompression des N. ulnaris in einem Zeitraum bis 24 Monate postoperativ bessern. Weitere negative Einflussfaktoren hinsichtlich des klinischen Ergebnisses stellen Alter, Rauchen, und eine sonografisch nachgewiesene Verdickung des N. ulnaris dar. Die Rezidivrate nach offener Dekompression wird in der Literatur mit ca.

Prävention des Sulcus-Ulnaris-Syndroms

Das Sulcus-Ulnaris-Syndrom kann durch ergonomische Anpassungen am Arbeitsplatz, regelmäßige Pausen bei wiederholten Bewegungen und die Vermeidung von übermäßigem Druck auf den Ellenbogen präventiv behandelt werden. Eine gute Körperhaltung und die Vermeidung von übermäßigem Beugen des Ellenbogens können ebenfalls dazu beitragen, das Risiko einer Nervenkompression zu verringern.

  • Vermeidung von wiederholter belastender Bewegung das Armes, wie beim Sport oder der Arbeit
  • Bei einer angeborenen Verengung des Kubitaltunnels kann der Nervus ulnaris von Natur aus weniger Platz haben, was das Risiko einer Kompression erhöht. Vorbeugende Maßnahmen können hier die Symptomatik ggf. lindern, jedoch nicht verhindern.

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