Forward Helix Piercing: Alles, was Sie wissen müssen

Im Bereich der Körpermodifikation erfreuen sich Ohrpiercings großer Beliebtheit. Das Helix-Piercing, insbesondere die Variante des Forward Helix, hat in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über das Forward Helix Piercing, von der Durchführung über Risiken bis hin zur Pflege und Schmuckauswahl.

Was ist ein Forward Helix Piercing?

Das Helix-Piercing ist ein Klassiker unter den Ohrpiercings, bei dem der obere, äußere Rand der Ohrmuschel durchstochen wird. Der Forward Helix ist eine spezielle Variante, bei der der vordere Teil des Knorpels der Ohrmuschel, über dem Gehörknöchelchen, durchstochen wird. Oft wird es als Triple Forward Helix in einer Dreierkombi gestochen.

Durchführung des Piercings

Ein Forward Helix-Piercing sollte ausschließlich in einem professionellen Piercing-Studio durchgeführt werden. Hierbei ist eine korrekte Platzierung äußerst wichtig, um spätere Komplikationen zu vermeiden.

  1. Desinfektion und Markierung: Die Einstichstelle und die umliegende Haut werden gründlich desinfiziert und die Piercingstelle mit einem Stift markiert.
  2. Punktion: Mit einer Piercingnadel wird unter starkem Druck durch den Ohrknorpel gestochen. Alternativ kann auch eine medizinische Hohlnadel verwendet werden, um etwas Knorpelgewebe zu entfernen (Punchen), was die Druckschmerzen reduzieren kann.
  3. Einsetzen des Schmucks: Nach dem Durchstechen wird zunächst ein „Barbell“ (ein gerader Stecker) verwendet, der bis zur vollständigen Heilung getragen werden muss.
  4. Nachbehandlung: Der Schmuck wird fixiert und die Stelle mit einem Antiseptikum nachbehandelt.

Es ist wichtig, darauf zu achten, dass die Nadel in der Anwesenheit des Kunden entsiegelt und sterilisiert wird.

Schmerzempfinden

Das Schmerzempfinden beim Stechen eines Forward Helix-Piercings ist subjektiv. Da im Ohrknorpel nicht viele Nervenenden vorhanden sind, ist der Schmerz in der Regel gut auszuhalten. Das Durchstechen dauert nur wenige Sekunden. Einige empfinden das Punchen als weniger schmerzhaft, da hierbei Knorpelgewebe entfernt wird.

Lesen Sie auch: Was du vor deinem Forward Helix Piercing wissen solltest

Risiken und Komplikationen

Wie bei jedem Piercing bestehen auch beim Forward Helix-Piercing gewisse Risiken:

  • Entzündungen: Das häufigste Risiko ist eine Entzündung der Piercingwunde. Anzeichen hierfür sind Schwellungen, Rötungen, Schmerzen und Eiterbildung.
  • Schwellungen: Schwellungen um die beschädigte Stelle sind normal und sollten bei richtiger Behandlung nach einigen Tagen abklingen.
  • Wildes Fleisch (Keloid): Eine kleine, oft rötliche Erhebung um den Stichkanal, die durch anhaltende Reizung oder ungleichmäßige Heilung entsteht.
  • Nervenverletzungen: Obwohl selten, besteht die Gefahr, dass beim Stechen ein Nerv getroffen wird.
  • Knorpelzersplitterung: Beim Schießen mit einer Ohrlochpistole kann der Knorpel zersplittern, was zu Entzündungen und Verformungen führen kann.

Heilung und Pflege

Die Heilung eines Forward Helix-Piercings dauert in der Regel sechs bis acht Monate, in manchen Fällen auch länger. Eine sorgfältige Pflege ist entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden:

  • Regelmäßige Reinigung: Das Piercing sollte regelmäßig mit einem Antiseptikum oder einer sterilen Kochsalzlösung gereinigt werden. Prontolind Spray ist hierfür gut geeignet, da es selbst schwer zugängliche Areale reinigt.
  • Vermeidung von Reizungen: Das Piercing sollte nicht unnötig berührt oder daran herumgespielt werden. Haare sollten nicht im Piercing hängen bleiben.
  • Schutz vor äußeren Einflüssen: Shampoo, Seife, Kosmetika und Haarspray sollten nicht in die Wunde gelangen.
  • Vermeidung von Druck: In den ersten Wochen sollte nicht auf dem frischen Piercing geschlafen werden. Ein Piercing-Kissen kann helfen, Druck auf das Ohr zu vermeiden.
  • Verzicht auf bestimmte Aktivitäten: Für die ersten Wochen sollte auf Sport, Sauna, Solarium und Schwimmbad verzichtet werden, um das Risiko von Infektionen und Reizungen zu minimieren.
  • Geeignete Kleidung: Es sollte darauf geachtet werden, dass keine Mützen oder Schals am Piercing hängen bleiben.

Was tun bei Entzündungen?

Sollte sich das Piercing entzünden, ist es wichtig, schnell zu handeln:

  • Antiseptische Behandlung: Das Piercing sollte mehrmals täglich mit einem Antiseptikum behandelt werden. Betaisodona-Lösung kann hier hilfreich sein.
  • Aloe-Kompressen: Bei Eiterbildung können Aloe-Kompressen helfen.
  • Arzt konsultieren: Bei starken Entzündungen mit Fieber und Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
  • Schmuckwechsel: Eventuell muss der Schmuck durch ein anderes Material ersetzt oder ganz entfernt werden.

Schmuckauswahl

Nach vollständiger Abheilung des Piercings kann der Erstschmuck durch anderen Schmuck ausgetauscht werden. Hierbei sind verschiedene Optionen möglich:

  • Stecker: Kleine Stecker mit Glitzersteinen sind sehr beliebt.
  • Ringe: Auch Ringe sind möglich, sollten aber erst nach vollständiger Heilung eingesetzt werden.
  • Material: Piercingschmuck aus Titan oder PTFE ist hochwertig und gut verträglich.

Es wird empfohlen, den ersten Schmuckwechsel von einem professionellen Piercer durchführen zu lassen.

Lesen Sie auch: Helix-Piercing: Was du wissen musst

Kosten

Die Kosten für ein Forward Helix-Piercing variieren je nach Studio und Region. In der Regel sollte man mit etwa 40 bis 70 Euro rechnen. Im Preis enthalten sind meist das Stechen, der Erstschmuck und ein Pflegemittel.

Gefährliche Körperstellen für Piercings

Generell sollte man sich nicht an Körperstellen piercen lassen, an denen Nervenbahnen verlaufen. Jeder Piercing-Einstich in der Nähe einer Nervenbahn könnte ihre Funktion beeinträchtigen. Entlang der Wirbelsäule und im oberen Rückenbereich sollten Piercings unbedingt tabu sein. Auch im unteren Rückenbereich sollte man besser darauf verzichten, da hier unter anderem der Ischiasnerv verläuft.

Lesen Sie auch: Helix-Piercing: Entzündung behandeln

tags: #forward #helix #nerven #gefahren