Frauenmantel gegen Migräne: Wirkung, Anwendung und mehr

Der Frauenmantel (Alchemilla vulgaris s.l.) ist eine vielseitige Heilpflanze, die traditionell bei verschiedenen Frauenleiden eingesetzt wird. Ob er auch bei Migräne helfen kann, ist zwar nicht wissenschaftlich bewiesen, aber viele Frauen schätzen seine wohltuenden Eigenschaften.

Was ist Frauenmantel?

Der Gewöhnliche Frauenmantel gehört zur Familie der Rosengewächse und ist auf der gesamten Nordhalbkugel beheimatet. Charakteristisch sind seine rundlich-nierenförmigen Blätter, die in sieben bis neun Lappen unterteilt sind und an denen sich morgens oft Tautropfen sammeln.

Inhaltsstoffe und Wirkungen

Der Frauenmantel enthält eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die für seine vielfältigen Wirkungen verantwortlich sind:

  • Gerbstoffe (darunter Ellagitannine): Wirken zusammenziehend auf Haut und Schleimhäute (adstringierend) und können bei leichtem Durchfall und anderen Magen-Darm-Beschwerden helfen.
  • Flavonoide: Sekundäre Pflanzenstoffe mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
  • Bitterstoffe: Fördern die Verdauung.
  • Phytohormone: Ähneln dem Geschlechtshormon Progesteron und sollen den weiblichen Zyklus regulieren können.

Dem Frauenmantel werden folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • Adstringierend
  • Entzündungshemmend
  • Leicht krampflindernd
  • Blutstillend
  • Wundheilend
  • Schmerzstillend

Anwendungsgebiete des Frauenmantels

Basierend auf langjähriger Erfahrung wird Frauenmantel traditionell bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

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  • Unspezifischer Durchfall
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Menstruationsschmerzen
  • Zyklusbeschwerden
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Husten
  • Wundbehandlung
  • Schleimhautentzündungen in Mund- und Rachenraum

Frauenmantel und Migräne: Was ist dran?

Obwohl es keine wissenschaftlichen Beweise für eine direkte Wirkung von Frauenmantel gegen Migräne gibt, berichten einige Frauen von einer Linderung ihrer Beschwerden durch die Einnahme von Frauenmanteltee oder anderen Frauenmantelprodukten.

Einige mögliche Erklärungen für diese subjektive Wirkung könnten sein:

  • Entzündungshemmende Eigenschaften: Die im Frauenmantel enthaltenen Flavonoide könnten Entzündungsprozesse im Körper reduzieren, die möglicherweise zu Migräne beitragen.
  • Krampflösende Eigenschaften: Die leicht krampflindernde Wirkung des Frauenmantels könnte Spannungskopfschmerzen lindern, die oft mit Migräne einhergehen.
  • Regulierung des Hormonhaushaltes: Da Migräne bei Frauen oft mit hormonellen Schwankungen zusammenhängt, könnte die regulierende Wirkung des Frauenmantels auf den weiblichen Zyklus indirekt zu einer Linderung der Beschwerden beitragen.
  • Entspannende Wirkung: Frauenmantel kann eine beruhigende und entspannende Wirkung haben, was bei Migräne, die oft durch Stress ausgelöst wird, hilfreich sein kann.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Frauenmantel bei Migräne individuell unterschiedlich sein kann und dass er keine schulmedizinische Behandlung ersetzen kann. Bei starken oder häufigen Migräneanfällen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Anwendung von Frauenmantel

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Frauenmantel anzuwenden:

  • Frauenmanteltee: Übergießen Sie ein bis zwei Gramm fein geschnittenes Frauenmantelkraut mit 150 Milliliter siedendem Wasser und seihen Sie nach etwa zehn Minuten ab. Sie können mehrmals täglich zwischen den Mahlzeiten eine Tasse Frauenmanteltee trinken.
  • Kaltwasserauszug: Setzen Sie dazu drei Teelöffel Frauenmantelkraut mit einer Tasse kaltem Wasser an, lassen Sie alles fünf Stunden stehen und seihen Sie dann ab. Ein solcher Auszug wird traditionell zum Beispiel bei Hautproblemen äußerlich angewendet.
  • Fertigpräparate: Frauenmantel ist auch in Form von Kapseln, Tropfen oder Tinkturen erhältlich. Beachten Sie die jeweilige Packungsbeilage oder die Empfehlungen Ihres Arztes oder Apothekers.
  • Sitz- oder Vollbäder: Für Sitz- oder Vollbäder den Frauenmantel über Nacht in kaltem Wasser ziehen lassen. Am Morgen kurz aufkochen, abseihen und als Badezusatz verwenden.
  • Homöopathische Globuli: Alchemilla vulgaris wird auch in der Homöopathie bei Unterleibsbeschwerden eingesetzt.

Wichtige Hinweise zur Anwendung

  • Überschreiten Sie nicht den Zeitraum von drei bis vier Monaten bei der Einnahme von Frauenmanteltee, da ansonsten wegen der Gerb- und Bitterstoffe beispielsweise Leberschäden entstehen können.
  • Bei Babys und Kindern wird von der Anwendung von Frauenmantel wegen fehlender Studien abgeraten.
  • Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Frauenmantel aufgrund unzureichender Wirksamkeits- und Unbedenklichkeitsbelege nicht angewendet werden.
  • Länger anhaltender und/oder schwerer Durchfall kann gefährlich sein und muss grundsätzlich ärztlich untersucht werden. Dies gilt besonders bei Säuglingen, Kindern unter zwölf Jahren und bei Senioren.
  • Frauenmantel kann mit anderen Heilpflanzen kombiniert werden, etwa mit Schafgarbe oder Kamille.

Nebenwirkungen

Es sind keine Nebenwirkungen bei der Anwendung von Frauenmantel bekannt. Lediglich wenige Fälle von Leberschäden durch die im Frauenmantel enthaltenen Tanningerbstoffe sind beschrieben worden. Frauenmantel ist grundsätzlich ungiftig.

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Bezugsquellen

Frauenmanteltee und Fertigpräparate erhalten Sie in Apotheken und gut sortierten Drogerien.

Weitere Hausmittel gegen Migräne

Neben Frauenmantel gibt es noch weitere Hausmittel, die bei Migräne helfen können:

  • Tees: Ingwertee, Kamillentee, Mutterkrauttee, Weidenrindentee, Waldmeistertee, Mädesüßtee, Ginkgotee, Oreganotee, Zitronenmelissentee, Lindenblütentee, Rosmarintee
  • Aromatherapie: Pfefferminzöl, Grüner Apfel, Lavendel, Eukalyptus, Rosmarin, Kamille, Majoran
  • Kälte- und Wärmeanwendungen: Salz-Eis-Packungen, ansteigendes Fußbad, Armgüsse, Wechselduschen
  • Weitere: Kaffee mit Zitrone, Cayennepfeffer in Wasser, Basilikum kauen, Johanniskrauttee, Vanille in Wasser

Die Rolle von Heilpflanzen in der Frauenheilkunde

Heilpflanzen wie Frauenmantel, Mönchspfeffer, Schafgarbe und andere sind seit Jahrhunderten bewährte Mittel in der Frauenheilkunde. Sie können bei verschiedenen Beschwerden wie Zyklusunregelmäßigkeiten, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden und sogar bei Kinderwunsch unterstützend wirken.

Die Kieler Frauenärztin Dr. med. Dorothee Struck betont jedoch, dass pflanzliche Heiltees die Behandlung in der frauenärztlichen Praxis nicht ersetzen können. Sie können aber den Körper und auch die Seele dabei unterstützen, ins Gleichgewicht zu kommen und dienen damit als fein gestimmte Instrumente in der Hausapotheke jeder Frau.

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