Migräne: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten verstehen

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, von der in Deutschland Millionen Menschen betroffen sind. Von 100 Erwachsenen haben etwa 70 bis 90 mindestens einmal im Leben Kopfschmerzen, wobei Migräne mit rund 16 % die zweithäufigste Form nach Spannungskopfschmerzen (86 %) darstellt. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer. Rund 15 von 100 Frauen leiden unter Migräne, während es bei Männern etwa sechs von 100 sind. Laut dem Robert Koch Institut (RKI) in Berlin besteht bei weiteren 13,7 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer der Verdacht auf Migräne. Am häufigsten tritt Migräne in der Altersgruppe der 35- bis 45-Jährigen auf. Der Begriff Migräne leitet sich vom altgriechischen Wort hēmikranía ab, was so viel wie „Halbkopfschmerz“ bedeutet und auf die typische einseitige Lokalisation des Schmerzes hinweist.

Typische Symptome und Verlauf einer Migräneattacke

Eine Migräne ist mehr als „nur“ Kopfschmerzen. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung - keine gewöhnlichen Kopfschmerzen. Sie tritt oft einseitig und pulsierend auf, mit Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Viele Patient:innen sind während der Attacke stark eingeschränkt.

Typische Symptome einer Migräne sind pochende, oft halbseitige Kopfschmerzen, Übelkeit (80 %), Erbrechen (40-50 %), Lichtscheu und Lärmempfindlichkeit. In einigen Fällen tritt eine Aura auf, die sich durch Sehstörungen wie flimmernde Zickzacklinien, Lichtblitze oder blinde Flecken äußern kann. Auch Sprachstörungen oder Gesichtsfeldausfälle sind möglich. Eine Migräne-Aura entwickelt sich meist allmählich über mehrere Minuten und hält in der Regel 15-60 Minuten an. In dieser Zeit bilden sich die Symptome vollständig zurück. Die Kopfschmerzen setzen bei Aura-Migräne meist während der Aura oder innerhalb einer Stunde nach Ende der Aura ein. Nicht jede Aura geht nahtlos in Schmerz über. Manche Patient:innen erleben gelegentlich eine Aura ohne Kopfschmerz (eine sogenannte „Migraine sans Migraine“). Bei einer Migräne ohne Aura zeigen sich keine neurologischen Vorboten. Der Kopfschmerz beginnt plötzlich (oft aus dem Schlaf heraus oder im Tagesverlauf).

Die Dauer einer Migräneattacke beträgt in der Regel 4 bis 72 Stunden, teils mit Nachwirkungen wie Erschöpfung oder Konzentrationsproblemen. Während einer Attacke sehen Migräne-Patient:innen oft mitgenommener aus. Bei vielen Menschen deutet sich die Attacke schon ein paar Stunden bis zwei Tage vor dem Kopfschmerz an. bekommen Nackenschmerzen. Auch Gereiztheit oder Heißhunger können zu diesen Vorboten gehören. Ärztinnen und Ärzte sprechen daher auch von der Vorboten- oder Prodromalphase einer Migräne-Attacke. Aktuelle Studien zeigen, dass neue Wirkstoffe gegen Migräne, sogenannte Gepante, auch diese Vorboten (med. Prodromalsymptome) lindern und eine Migräne-Attacke so bereits im Vorfeld verhindern können. Wie häufig sich Migräne-Attacken entwickeln, wie heftig sie ausfallen, wie lange sie andauern und welche Beschwerden sie verursachen, das ist sehr individuell. Die Migräne gibt es nicht.

Die Kombination aus Kopfschmerz und Sinnesüberempfindlichkeit zwingt viele Betroffene häufig außerdem dazu, sich zurückzuziehen. Ein ruhiger, abgedunkelter Raum und Schlaf werden oft als lindernd empfunden.

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Formen der Migräne

Es gibt verschiedene Formen der Migräne, die sich hinsichtlich Häufigkeit und Begleiterscheinungen unterscheiden. Treten Migräne-Attacken gelegentlich, also nur an wenigen Tagen im Monat auf, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer episodischen Migräne. Treten Migräne-Attacken nahezu täglich auf und beeinträchtigen sie die Lebensqualität erheblich, sprechen Ärztinnen und Ärzte von einer chronischen Migräne. Das heißt konkret: Jemand hat mindestens 15 oder mehr Kopfschmerztage pro Monat und das schon länger als drei Monate. An mindestens 8 Tagen im Monat entwickeln sich typische Migräne-Symptomen. Die chronische Migräne kann sich aus einer episodischen Migräne entwickeln.

Bei den meisten Betroffenen verläuft die Migräne ohne Aura. Etwa 15-20 % der Patient:innen haben eine Migräne mit Aura. Am häufigsten sind Sehstörungen: Betroffene sehen z.B. flimmernde Zickzacklinien, Lichtblitze oder blinde Flecken (med. Flimmerskotom). Auch Sprachstörungen (Wortfindungsstörung, verwaschene Sprache) können Teil einer Aura sein. Manche Betroffene beschreiben zudem Gesichtsfeldausfälle in Form eines „Tunnelblicks” oder schwarzer Flecken.

Ursachen und Auslöser von Migräne

Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und äußeren Faktoren eine Rolle spielt. Forscher:innen gehen daher davon aus, dass bestimmte Erbanlagen bei den Betroffenen dazu führen, dass sich ein „Migräne-Gehirn“ entwickelt, das besonders empfindlich auf äußere und innere Reize reagiert. Dafür spricht auch, dass Menschen mit Migräne oft davon berichten, dass es ihnen schwerfällt, Unwichtiges und Ablenkendes bewusst auszublenden. Diese Veranlagung (med. Vulnerabilität) bedeutet jedoch nicht, dass die Migräne dauerhaft „aktiv“ ist. Viele Betroffene können bestimmte Auslösefaktoren für ihre Migräne klar benennen.

Bestimmte Nervenfasern, Ausläufer des fünften Hirnnervs, schütten spezielle Botenstoffe aus - u.a. CGRP (engl. Calcitonin Gene-Related Peptide), ein wichtiger Ansatzpunkt für bestimmte Migräne-Medikamente - , die an den Blutgefäßen der Hirnhäute eine Entzündungsreaktion auslösen. Die Blutgefäße dehnen sich daraufhin aus (med. Dilatation) und beginnen, zu pulsieren. Auch genetische Faktoren spielen bei der Migräne eine wichtige Rolle: Sie tritt familiär gehäuft auf. Etwa zwei Drittel der Patient:innen haben nahe Verwandte, die auch betroffen sind.

Triggerfaktoren

Viele Betroffene können bestimmte Auslösefaktoren für ihre Migräne klar benennen. Dazu gehören:

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  • Stress: Stress wird von Patienten mit Abstand am häufigsten als Auslöser (Triggerfaktor) von Migräne genannt. Vor allem Belastungen im Beruf, aber auch Druck in der Freizeit sind Gründe, weshalb sich Befragte der Studie oft gestresst fühlen.
  • Hormonelle Schwankungen: hormonelle Schwankungen, z.B.
  • Schlafmangel:
  • Bestimmte Nahrungsmittel: Auch bestimmte Nahrungsmittel, etwa reifer Käse oder Salami, aber auch Geschmacksverstärker wie Glutamat gelten bei einigen Patient:innen als Auslöser.
  • Reize:
  • Wetter/Wetterwechsel: Es gibt kein bestimmtes „Migräne-Wetter“, das Attacken verursacht. Viele Betroffene reagieren empfindlich auf schwülwarme Gewitterluft, starken Sturm, Föhnwetter oder sehr helles Licht an einem wolkenlosen Tag. Bei manchen wiederum löst Kälte Migräne-Attacken aus.
  • Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus: Betroffen sind oft Menschen, die im Schichtdienst arbeiten.
  • Reizüberflutung: Wenn das Gehirn zu viele Eindrücke gleichzeitig verarbeiten muss, entsteht ebenfalls Stress.
  • Stress: Ein häufiger Auslöser ist Stress im privaten oder beruflichen Umfeld.
  • Hormonelle Veränderungen: Geschlechtshormone haben einen starken Einfluss auf Migräne. So sind im Kindesalter Mädchen und Jungen noch etwa gleich häufig betroffen. Mit der Pubertät verschiebt sich das Verhältnis: Frauen leiden deutlich häufiger an Migräne als Männer. Vielfach steht die Migräne in Zusammenhang mit der Menstruation. So löst der Abfall des Östrogenspiegels vor der Regelblutung bei manchen Frauen eine Migräne-Attacke aus. Darüber hinaus können hormonelle Verhütungsmittel („Pille“) ebenfalls Migräne verursachen. Deshalb heißt diese Form auch „hormonelle Migräne“.

Es ist wichtig zu beachten, dass Triggerfaktoren nicht die Ursache der Migräne sind, sondern lediglich Auslöser einer Attacke. Die eigentliche Ursache liegt in einer wahrscheinlich erblich bedingten Überempfindlichkeit des Gehirns. Welche Triggerfaktoren im Einzelfall eine Rolle spielen, ist sehr individuell.

Der Zusammenhang zwischen Migräne und Stress

Stress wird von Patienten mit Abstand am häufigsten als Auslöser (Triggerfaktor) von Migräne genannt. Vor allem Belastungen im Beruf, aber auch Druck in der Freizeit sind Gründe, weshalb sich Befragte der Studie oft gestresst fühlen. Dabei fällt auf, dass eine Migräneattacke bei vielen Patienten meist nicht während der akut stressigen Situation auftritt, sondern erst in der nachfolgenden Entspannungsphase. Da die Erholung oft mit dem lang ersehnten Wochenende zusammenfällt, bezeichnen Mediziner diese Art von Migräne auch als „Wochenendmigräne“.

In emotional belastenden Situationen reagiert der Körper, indem er vermehrt das Hormon Cortisol ausschüttet. Dieses hat eine dämpfende Wirkung auf das Immunsystem und wird in der Medizin deshalb häufig auch zur Hemmung von Entzündungen verwendet. Mediziner vermuten, dass Schwankungen im Cortisol-Spiegel dafür verantwortlich sind, dass beim Nachlassen von Stress eine Migräne eintreten kann. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Menschen am Wochenende einen anderen Schlafrhythmus haben. Für Migräne-Patienten ist das ebenfalls ein möglicher Trigger. Nicht das absolute Stressniveau entscheidet, ob sich eine Migräne durch Stress anbahnt, sondern die Veränderung des Stressniveaus.

Die Rolle der Angst bei Migräne

Die ständige Angst vor der Migräne begleitet viele Patienten und belastet die Psyche. Denn die heftigen Kopfschmerzen, gepaart mit Übelkeit oder visuellen Störungen, werden oftmals zur Qual. Das kann soweit führen, dass die Betroffenen direkt nach einer überstandenen Migräne-Attacke Ängste entwickeln, dass bald eine neue ins Haus steht. In einer Untersuchung kam heraus, dass die Ängste umso größer sind, je häufiger Migräne-Attacken auftreten. Daher kann Angst durchaus als Triggerfaktor für Migräne fungieren. Durch die Empfindung gerät der Körper in eine Stresssituation, was wiederrum zu den Kopfschmerzen führt. So entwickeln sich Ängste oftmals zur selbsterfüllenden Prophezeiung: Sie lösen einen derartigen Stress aus und belasten die Psyche, sodass eine Migräne-Attacke tatsächlich eintritt. Bei manchen Personen entstehen aus den Ängsten psychische Erkrankungen. Bei diesen Angststörungen nimmt die Furcht übermäßige Ausmaße an, die Betroffenen leiden unter Panikattacken oder Phobien. Weitere Zusammenhänge bestehen zu Depressionen und bipolaren Störungen.

Diagnose von Migräne

Die Diagnose von Migräne erfolgt in der Regel anhand der typischen Symptome und einer sorgfältigen Anamnese. Eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls neurologische Tests können durchgeführt werden, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen.

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Behandlung von Migräne

Die Behandlung der Migräne zielt darauf ab, akute Anfälle möglichst schnell zu lindern und künftigen Attacken zuverlässig und nachhaltig vorzubeugen. Dafür stehen sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Verfahren zur Verfügung.

Akutbehandlung

Bei einer akuten Migräneattacke ist es wichtig, frühzeitig Schmerzmittel einzunehmen. Zahlreiche Studien zeigen, dass die Wirksamkeit der Medikamente zur Therapie akuter Migräne-Attacken höher ist, wenn diese früh in der Kopfschmerzphase eingenommen werden.

Folgende Medikamente können zur Akutbehandlung eingesetzt werden:

  • Analgetika und nicht steroidale Antirheumatika (NSAR): Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Kombi-Präparate (ASS + Paracetamol + Koffein) bei leichten bis mittelstarken Migräne-Attacken.
  • Triptane: Sumatriptan, Eletriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan, Almotriptan, Naratriptan, Frovatriptan bei mittelschweren bis schweren Migräne-Attacken und/oder ausbleibender Linderung durch Schmerzmittel (NSAR). Fall ein Triptan allein nicht ausreicht, kann es mit einem NSAR kombiniert werden.
  • Antiemetika: Antiemetika, so der Fachausdruck, beeinflussen spezielle Andockstellen (Rezeptoren) für bestimmte Botenstoffe (Dopamin, Histamin) im sogenannten „Brechzentrum“ des Gehirns. Dadurch können Übelkeit sowie Erbrechen deutlich reduziert und die Wirkung von Schmerzmitteln verbessert werden. Antiemetika werden im Allgemeinen gut vertragen. Für die Behandlung der Migräne bedeutet das außerdem, dass Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika) wie Dimenhydrinat (z.B. in Vomex A), Metoclopramid (MCP) oder Domperidon meist fester Bestandteil der Therapie sind. Wichtig ist, dass alle Medikamente bei Migräne frühzeitig eingenommen werden, möglichst bevor die Übelkeit zu stark wird.

Es ist wichtig, Medikamente nicht zu häufig einzunehmen, da dies zu einem medikamenteninduzierten Kopfschmerz führen kann. Schmerzmittel (Analgetika) und/oder Triptane sollten nicht häufiger als an 10 Tagen im Monat eingenommen werden.

Vorbeugung

Neben der Akutbehandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, Migräneattacken vorzubeugen. Dazu gehören:

  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus:
  • Stressmanagement: Stress wird von Patienten mit Abstand am häufigsten als Auslöser (Triggerfaktor) von Migräne genannt. Vor allem Belastungen im Beruf, aber auch Druck in der Freizeit sind Gründe, weshalb sich Befragte der Studie oft gestresst fühlen.
  • Entspannungsverfahren: progressive Muskelentspannung, Yoga.
  • Ausreichend trinken:
  • Geregelte Mahlzeiten:
  • Migräne-Tagebuch führen: Betroffene sollten unbedingt ein Kopfschmerz- oder Migräne-Tagebuch führen, z.B. mit einer dafür geeigneten Smartphone-App. Darin sollten sie nicht nur die Migräne-Attacken genau beschreiben (Intensität, Lokalisation, Dauer, Symptome, Medikamente usw.), sondern auch festhalten, was die Attacken jeweils provoziert haben könnte (Stress, Schlafmangel, Lebensmittel usw.). Allerdings sollten es Betroffene mit der Suche und der Vermeidung von Triggerfaktoren nicht übertreiben. Ständig darüber nachzudenken, ob z.B.
  • Ausdauersport: Joggen, Schwimmen.
  • Gesunde Lebensweise: Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen zählen eine gesunde Lebensweise mit:regelmäßigen sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Schwimmen oder Walken, im Idealfall an der frischen Luft.einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährungeine tägliche Flüssigkeitsversorgung von mindestens zwei Litern.
  • Entspannungsübungen: Regelmäßigen Entspannungsübungen oder Entspannungstechniken. Ihre Gesundheitskasse AOK Sachsen-Anhalt bezuschusst Kurse wie Yoga, Pilates oder Autogenes Training.Tipp: Unsere kostenfreie AOK-Yogaschule ist ein willkommene Möglichkeit, um Entspannungstechniken zu lernen. Sobald die Temperaturen den Sport im Freien wieder möglich machen, informieren wir Sie über Termine und Orte.
  • Stressbewältigung: Die Fähigkeit, Stress zu bewältigen, ist eine wesentliche Maßnahme zur Vorbeugung von Migräne. Aber wie gehst du im Alltag am besten damit um?Struktur: Für Migränepatienten kann ein strikt geplanter Tagesablauf bei der Strukturierung der Aufgaben helfen. Achte jedoch darauf, dir nicht zu viel zuzumuten. Am besten planst du zwischendurch kleine Pausen ein - zum Beispiel für einen kurzen Spaziergang in der Mittagspause.Such dir Unterstützung im Alltag: Gerade für Eltern ist es nicht einfach, Migräne und Kinder gleichzeitig zu bewältigen. Im Notfall, zum Beispiel wenn das Kind krank ist, ist es deshalb wichtig, wenn du dich auf Personen in deinem Umfeld, zum Beispiel die Großeltern oder gute Freunde, verlassen kannst.Bewegung: Daneben ist regelmäßiger Ausdauersport wie Walking oder Joggen - etwa drei bis viermal in der Woche - eine gute Möglichkeit, um Stress abzubauen.Entspannung: Außerdem kannst du Entspannungsübungen wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson erlernen, um für Körper und Geist etwas Gutes zu tun.Weiterhin kann es hilfreich sein, sich vertraute Personen zu suchen, um über deine Unsicherheiten zu sprechen. Zusätzlich stehen spezielle Stressbewältigungskurse zur Verfügung, wo die psychosomatischen Ursachen deiner Migräne identifiziert werden und in denen du Verfahren kennenlernst, um stressigen Situationen gelassener zu begegnen.

Tipps gegen die Migräne-Angst

Wenn du ständig Angst vor Migräne hast oder gar Panik entwickelst, scheu dich nicht und such unbedingt einen Arzt auf. Es gibt eine Vielzahl an Therapien, die zur Behandlung infrage kommen. Dazu gehören zum Beispiel Psycho- und Verhaltenstherapien oder auch Medikamente.

Darüber hinaus haben wir einige Tipps, was du selbst gegen Angst vor Migräne tun kannst:mehr Gelassenheit: Versuch, dein Leben nicht komplett nach deinen Ängsten zu gestalten. Wenn du Verabredungen absagst oder auf jede kleine Sünde verzichtest, weil du Angst vor Migräne hast, leiden Sozialleben und die Lebensqualität. Das führt wiederum zu Verspannungen und Unzufriedenheit. Stattdessen ist es ratsam zu lernen, mit den Triggern umzugehen und sich ihnen in kleinen Dosen immer mal wieder auszusetzen. So besteht die Chance, dass sich dein Körper daran gewöhnt.Sport: Kopfschmerzexperten sind überzeugt davon, dass regelmäßiger Sport eine Möglichkeit bietet, den Teufelskreis zu durchbrechen. Zwei- bis viermal Bewegung pro Woche von mindestens einer halben Stunde wird empfohlen. Ideal: Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Walking.Entspannungsübungen: Um die Angst vor Migräne zu bewältigen, lassen sich die gleichen Techniken wie zum Stressabbau verwenden. Entspannungsverfahren wie autogenes Training, aber auch Yoga oder Meditationen stehen zur Auswahl. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (Mindfulness-Based Stress Reduction - MBSR). Studien haben bestätigt, dass das Programm zur Stressbewältigung helfen kann, mit der Krankheit besser umzugehen und Stress, Angst und Depressionen zu reduzieren.

Migräne bei Kindern

Kinder können genauso von Migräne und Kopfschmerzen betroffen sein, wie es bei Erwachsenen der Fall ist. Auslöser sind meist Lärm, schlechte Luft, grelles Licht oder Hitze. Aber auch zu wenig Schlaf, körperliche Überanstrengung wie beim Sport oder in der Schule sowie eine ungünstige Körperhaltung können Kinder anfälliger machen. Weiterhin sind Lebensmittelunverträglichkeiten oder Belastungen mit Stress, Ängsten oder Sorgen ein möglicher Grund für die Migräneattacke.

Positiv ist, dass die Anfälle in den meisten Fällen deutlich milder ablaufen und die Kinder sich schneller erholen als Erwachsene. Es ist ratsam, zunächst auf eine nichtmedikamentöse Behandlung zurückzugreifen. Schaffen Sie eine ruhige und angenehme Umgebung für Ihr Kind, sodass der Körper die Möglichkeit hat, sich selbst zu regulieren. Sollten die Attacken öfter auftreten und eine medikamentöse Behandlung scheint sinnvoll zu sein, sprechen Sie mit dem Kinderarzt oder Kinderärztin. Die gängigen Arzneimittel für Migräne sind in der Dosierung auf einen Erwachsenen ausgerichtet und sollten in keinem Fall einfach von Kindern eingenommen werden. Versuchen Sie den Auslöser bei Ihrem Kind herauszufiltern und diesen zu vermeiden. Außerdem können Sie vorbeugend darauf achten, dass Ihr Kind genügend Schlaf bekommt, es sich an der frischen Luft bewegt und ausreichend trinkt. Weiterhin eignen sich auch viele Entspannungstechniken für Kinder, die Sie prima gemeinsam machen können. Gut zu wissen: Kinder können Schmerzen oftmals nicht richtig lokalisieren, vor allem je jünger sie sind. Dokumentieren Sie die Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzen und sprechen Sie mit Ihrem vertrauten ärztlichen Fachpersonal.

Selbsthilfemaßnahmen bei Migräne

Migräneanfälle können auch bei einem und demselben Menschen in unterschiedlicher Stärke auftreten. Mal ist es eine leichte Attacke, mal eine sehr schwere. Ratsam ist es, bei aufkommender Migräne sofort Maßnahmen zu ergreifen und nicht erst abzuwarten.

Mögliche Selbsthilfemaßnahmen bei Migräne:

  • Massieren Sie mit zwei Fingern entlang des Schmerzpunktes.
  • Tragen Sie wenige Tropfen Pfefferminzöl auf Ihre Schläfen auf und kreisen Sie dort langsam in eine Richtung.
  • Verdunkeln Sie Ihr Schlafzimmer und sorgen Sie für ausreichend Ruhe.
  • Lagern Sie Ihren Kopf etwas höher im Bett und legen Sie ein Kühlakku (nur mäßige Kälte) auf Ihre Stirn.
  • Versuchen Sie ruhig zu atmen.
  • Ein frischer Ingwertee kann auch Abhilfe schaffen.

Migräne und Hormone

Frauen sind häufiger von Migräne betroffen als Männer. Etwa jede siebte Frau leidet in der Zeit um ihre Periode herum unter Migräne. Laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2020 leiden in Deutschland mehr als doppelt so viele Frauen an Migräne wie Männer. Fast 15 Prozent der Frauen sind betroffen, hingegen nur 6 Prozent der Männer. Am häufigsten tritt Migräne bei beiden Geschlechtern eher in jüngeren Jahren auf. Bei Frauen vor allem im Alter zwischen 18 und 29 Jahren, Männer haben eher in ihren 30ern mit Migräne zu kämpfen. Auch was die Schmerzintensität betrifft, sind die Männer im Vorteil: Sie haben eher leichte bis mäßige Schmerzen, während Frauen eher über mäßige bis starke Schmerzen berichten. Ein Lichtblick für alle Betroffenen: Bei den meisten nehmen die Migräneattacken mit steigendem Alter stetig ab - und zwar bei Frauen wie bei Männern.

Kopfschmerzkalender

Leiden Sie häufig unter Kopfschmerzen ist es ratsam einen Kopfschmerzkalender zu führen. Dort können Sie Kopfschmerzattacken und Begleiterscheinungen eintragen, die Schwere der Schmerzen skalieren und eine Angabe über eingenommene Medikamente machen. Der Kalender hilft Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin dabei, Häufigkeit, Dauer und Verlauf des Kopfschmerzes besser zu überblicken und in Verbindung mit einem Gespräch zu Ihren Lebensgewohnheiten zu einer Diagnose zu kommen. Mittlerweile gibt es zahlreiche kostenfreie Kopfschmerz-Apps, die das Eintragen und Führen Ihres Kopfschmerzkalenders vereinfachen.

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