Frisium Dosierung bei Epilepsie: Ein umfassender Leitfaden

Frisium, dessen Wirkstoff Clobazam ist, wird zur Behandlung von Angstzuständen und als Zusatztherapie bei Epilepsie eingesetzt. Clobazam hat deutlich ausgeprägte spannungs-, angst-, erregungsdämpfende und aggressionslösende Eigenschaften. Dieser Artikel bietet detaillierte Informationen zur Dosierung von Frisium bei Epilepsie, einschliesslich der Wirkungsweise, Anwendungsgebiete, Nebenwirkungen und wichtiger Hinweise.

Was ist Frisium (Clobazam)?

Frisium 10mg Tabs enthalten den Wirkstoff Clobazam. Clobazam ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Benzodiazepine. Es wirkt vor allem beruhigend und krampflösend, indem er im Gehirn an speziellen Bindungsstellen angreift. Diese Substanzen erhöhen die Affinität des körpereigenen Nervenbotenstoffs GABA (gamma-Aminobuttersäure) zu seiner Bindungsstelle am GABAA-Rezeptor. In Gegenwart von Clobazam verstärkt sich so die GABA-Wirkung am Rezeptor. Es strömen vermehrt Chloridionen in die Nervenzelle, wodurch diese weniger erregbar ist. Der Arzneistoff steigert auf diese Weise die beruhigende, angst- und krampflösende Wirkung von GABA.

Anwendungsgebiete von Clobazam

Clobazam ist für folgende Anwendungsgebiete (Indikationen) zugelassen:

  • zur symptomatischen Behandlung von akuten und chronischen Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen (nur Schweiz)
  • zur Zusatztherapie bei Erwachsenen und Kindern ab zwei Jahren mit epileptischen Anfällen, die mit einer Standardbehandlung nicht anfallsfrei sind

Dosierung von Frisium bei Epilepsie

Die Dosierung und Anwendungsdauer sind im Einzelfall von der individuellen Reaktionslage, dem Allgemeinzustand, vom Alter und Gewicht des Patienten sowie von der Art und Schwere des Krankheitsbildes abhängig. Hierbei gilt der Grundsatz, die Dosis so gering und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich zu halten. Die Tabletten sind teilbar.

Allgemeine Dosierungsempfehlungen

Die Dosierung des Arzneimittels hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden.

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  • Erwachsene: Beginn mit 5-15 mg pro Tag, allmähliche Steigerung bis zu maximal 80 mg pro Tag.
  • Ältere Patienten: Beginn mit niedrigeren Dosen, oft ausreichend 10-15 mg pro Tag.
  • Kinder (3-15 Jahre): Zu Beginn 5 Milligramm pro Tag ein. In der Dauerbehandlung reichen 0,3 bis 1,0 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht im Allgemeinen aus.
  • Kinder ab 6 Jahren: Für Kinder ab 6 Jahren wird das Arzneimittel vom Arzt dosiert.

Detailierte Dosierungsanweisungen

  • Behandlungsbeginn:

    • Erwachsene: Einzeldosis: ½-1 Tablette (entsprechend 5 bis 10 Milligramm Clobazam)
    • Gesamtdosis: 1-2 mal täglich
    • Zeitpunkt: abends, evtl. auch morgens, unabhängig von der Mahlzeit
  • Höchstdosis: Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosis auf 8 Tabletten pro Tag erhöht werden.

  • Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.

  • Ältere und geschwächte Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.

Art und Dauer der Anwendung

Die Tabletten sind mit ausreichend Flüssigkeit (circa einem Glas Wasser) unzerkaut einzunehmen. Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt. Die Behandlung sollte so kurz wie möglich sein. Die Tabletten sind teilbar. Zur Erleichterung der Einnahme können Sie das Arzneimittel auch zerkleinern und mit breiförmiger Nahrung (Apfelmus) vermischt einnehmen.

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Bei längerer Einnahmedauer (länger als einer Woche) sollte beim Absetzen des Wirkstoffs die Dosis schrittweise verringert werden. Hierbei ist das vorübergehende Auftreten von Absetzphänomenen zu berücksichtigen.

Mögliche Nebenwirkungen von Frisium

Da Clobazam zur Wirkstoffgruppe der Benzodiazepine gehört, können folgende Nebenwirkungen beobachtet werden:

  • Häufige Nebenwirkungen: Müdigkeit, Schläfrigkeit, Mattigkeit, Schwindelgefühl, Benommenheit, vermindertes Reaktionsvermögen.
  • Seltene Nebenwirkungen: Muskelschwäche, Abnahme der Libido, depressive Verstimmung, Mundtrockenheit, Blutdruckabfall, Atemschwäche (insbesondere bei Atemwegsverlegung zum Beispiel durch Tumoren und Hirnschädigung).
  • Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe: Muskelerschlaffung (bei älteren Patienten), Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Allergien), Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Sprachstörungen, Schwindel, gegensätzliche Reaktionen (zum Beispiel akute Erregungszustände, Wutanfälle), Erinnerungslücken, Sehstörungen, Doppelbilder, Magen-Darm-Beschwerden, Anstieg der Leberwerte.
  • Bei hoher Dosierung und Langzeitbehandlung: Vorübergehende unkontrollierte Augenbewegungen.
  • Seltene und in Einzelfällen auftretende Nebenwirkungen: Verstopfung, verminderter Appetit, Zittern.
  • Weitere mögliche unerwünschte Wirkungen: Gewichtszunahme, Koordinationsstörung, Gangunsicherheit, Augenzittern, Schlaflosigkeit, Angstzustände, erhöhter Muskeltonus, aggressives Verhalten, Reizbarkeit, Albträume, Erregung, Unruhe, Halluzinationen, Psychosen, Selbstmordgedanken, Störungen der Sexualfunktion.

Werden Benzodiazepine länger angewendet, so sind insbesondere bei älteren Menschen sehr selten Bewusstseinsstörungen möglich. Diese können länger anhalten und mit Atemstörungen verbunden sein. Die Einnahme von Benzodiazepinen kann zur Abhängigkeit mit Entzugserscheinungen führen. Bereits bei täglicher Anwendung über wenige Wochen kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. Nach längerer Einnahme und plötzlichem Absetzen von Clobazam treten Schlafstörungen und vermehrtes Träumen, Angst, Spannungszustände, Erregung, innere Unruhe, Zittern, Schwitzen, Erhöhung der Krampfbereitschaft mit Auslösen von Krampfanfällen und Psychosen mit Gedächtnisstörungen, Denkstörungen und Wahnvorstellungen auf. Die Behandlung mit dem Wirkstoff sollte daher immer mit langsam verminderten Dosen beendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Clobazam gehört zu der Gruppe der Benzodiazepine. Daraus ergeben sich folgende allgemeine Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen:

  • Medikamente, die das Gehirn beeinflussen wie zum Beispiel Psychopharmaka, Schlaf- und Beruhigungsmittel, opioide Schmerzmittel und Narkosemittel oder auch H1-Antihistaminika und Alkohol verstärken sich mit Benzodiazepinen in der Wirkung gegenseitig.
  • Benzodiazepine verstärken die Wirkung von Muskelrelaxanzien, Schmerzmitteln und Lachgas.
  • Cimetidin verstärkt und verlängert die Wirkung von Benzodiazepinen, weil es ihren Abbau in der Leber verzögert.
  • Besonders die gleichzeitige Anwendung von opioiden Schmerzmitteln kann zu Betäubung, Unterdrückung der Atemfunktion, Koma und Tod führen. Erachtet der Arzt eine gleichzeitige Verschreibung in Ausnahmefällen für notwendig, wird er die niedrigste wirksame Dosis wählen und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich halten.

Für Clobazam speziell ergeben sich vor allem Wechselwirkungen mit Wirkstoffen gegen Anfallsleiden. So kann Clobazam die Blutkonzentration von Valproinsäure und Phenytoin leicht bis mäßig erhöhen. Die Wirkstoffe Carbamazepin und Phenytoin können andererseits die Verstoffwechslung von Clobazam zu einem noch länger wirksamen Abbauprodukt (N-N-Desmethylclobazam) erhöhen.

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Clobazam wird in der Leber über das Cytochrom-P450 Enzym 2C19 (CYP2C19) abgebaut. Hemmstoffe dieses Enzyms verlangsamen deshalb die Ausscheidung des Wirkstoffes. Bekannte CYP2C19-Inhibitoren sind unter anderem:

  • Fluconazol (Antipilzmittel)
  • Fluvoxamin (Antidepressivum)
  • Omeprazol, Esomeprazol (Mittel gegen Sodbrennen)

Nehmen Sie Clobazam nicht gemeinsam mit Alkohol ein. Anderenfalls kann sich seine Wirkung unvorhersehbar verändern und verstärken.

Gegenanzeigen

Clobazam darf wie alle Benzodiazepine nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Benzodiazepine
  • Abhängigkeit von Medikamenten, Drogen und Alkohol
  • akuter Vergiftung mit Lithium.
  • Myasthenia gravis (Erkrankung des Nervensystems mit Muskelerschlaffung)
  • Atemschwäche
  • Schlafapnoe-Syndrom (kurzzeitiger Atemstillstand während des Schlafes)
  • Stark eingeschränkte Leberfunktion

Wichtige Hinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
  • Das Arzneimittel kann zu einer körperlichen Abhängigkeit führen und bei Absetzen können Entzugserscheinungen auftreten.
  • Bei regelmäßiger Einnahme kann es zu einer psychischen Abhängigkeit kommen.
  • Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol.
  • Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
  • Achtung: Wenn Sie das Arzneimittel über längere Zeit anwenden, kann sich der Körper daran gewöhnen und Sie brauchen evtl. eine immer höhere Dosierung, damit Sie eine Wirkung spüren.
  • Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.

Frisium in Schwangerschaft und Stillzeit

Clobazam und seine Stoffwechselprodukte gelangen über den Mutterkuchen zum Ungeborenen. Sie können sich dort anreichern, was beim Kind zu Überdosierungen mit der Folge von Fehlbildungen und geistigen Einschränkungen führen kann.

Erhalten Mütter während der Schwangerschaft Benzodiazepine als Dauerbehandlung, in hohen Dosen oder während der Geburt, können die Kinder Entzugssymptome wie Atembeschwerden, erschlaffte Muskeln, erniedrigte Körpertemperatur und Trinkschwäche zeigen. Deshalb sollte Clobazam während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn es der Arzt für zwingend erforderlich hält.

Clobazam und seine Stoffwechselprodukte gehen in die Muttermilch über. Da der Wirkstoff von Neugeborenen wesentlich langsamer abgebaut wird als von Kindern oder Erwachsenen, kommt es zu Atembeschwerden und Trinkschwäche. Es sollte also bei einer Behandlung mit Clobazam entweder nicht gestillt oder abgestillt werden.

Anwendung bei Kindern

Der Wirkstoff Clobazam ist für die Anwendung bei Kindern von drei bis 15 Jahren zugelassen. Anwendungsgebiete sind plötzliche und länger dauernde Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände. Auch Kinder mit epileptischen Anfällen, die mit einem oder mehreren Antiepileptika nicht anfallsfrei werden, erhalten Clobazam.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann die Reaktionsfähigkeit so weit beeinträchtigen, dass Autofahren und das Führen von Maschinen gefährlich sind.
  • Bei Alkohol und Clobazam können sich die dämpfenden Wirkungen gegenseitig verstärken.
  • Anscheinend erhöht die Einnahme des Medikaments die Selbstmordneigung, deshalb sind die Patienten vom Arzt und den Angehörigen sorgfältig zu überwachen.
  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden.
  • Bei psychovegetativen und psychosomatischen Störungen abklären, ob organische Ursachen vorliegen.
  • Vor der Behandlung von Angstzuständen, die mit Stimmungslabilität einhergehen, prüfen, ob eine depressive Erkrankung vorliegt, die einer zusätzlichen oder anderen Behandlung bedarf.

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