Froschkonzert im Gartenteich: Was tun gegen die Lärmbelästigung?

Ein Gartenteich mit quakenden Fröschen und summenden Insekten ist ein Zeichen für ein intaktes Ökosystem. Doch was tun, wenn das Froschkonzert zur Lärmbelästigung wird und die Nachbarn sich beschweren? Da Frösche unter Artenschutz stehen, sind die Handlungsmöglichkeiten begrenzt. Dieser Artikel gibt Ihnen Informationen und Tipps, wie Sie mit der Situation umgehen können.

Warum quaken Frösche?

„Alle Froscharten quaken, aber nur die Männchen rufen so laut, dass es für uns wahrnehmbar ist“, erklärt Dr. Martin Singheiser vom Bundesverband für fachgerechten Natur­, Tier und Artenschutz e. V. (BNA). Die Froschgeräusche unterscheiden sich dabei von Art zu Art. Manche Arten, wie der Teich­ oder der Wasserfrosch, sind besonders laut und erreichen Lautstärken von 65 bis 90 Dezibel - vergleichbar mit einem vorbeifahrenden Zug oder einem Rasenmäher. Der Grasfrosch hingegen ist deutlich leiser.

Das Quaken dient hauptsächlich der Fortpflanzung. „Die Rufe erschallen hauptsächlich zur Fortpflanzungszeit als Paarungsrufe der Tiere. Je lauter ein Männchen rufen kann, desto fitter und attraktiver ist es für die Weibchen", so Singheiser. Die Paarungszeit dauert etwa von April bis in den Frühsommer. Ab Juli kehrt dann wieder Ruhe ein.

Rechtliche Situation: Naturschutz hat Vorrang

Frösche gehören zu den heimischen Amphibienarten und stehen unter Naturschutz. Das bedeutet, dass die Tiere weder gefangen, verletzt oder getötet werden dürfen. Dies gilt auch für Froschlaich und Kaulquappen. Auch eine selbstständige Umsiedlung der Tiere oder die Entfernung des Teiches während der Fortpflanzungs­ und Laichzeit ist nicht erlaubt, da die Tiere dann ihren Lebensraum verlieren würden.

Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil entschieden, dass der Naturschutz Vorrang hat, auch wenn Nachbarn sich durch den Froschlärm gestört fühlen. Das bedeutet, dass das Quaken grundsätzlich geduldet werden muss.

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Was tun bei Lärmbelästigung?

Sollten die Rufgeräusche der Tiere sehr laut sein, empfiehlt der Experte, sich an die Naturschutzbehörde der jeweiligen Region zu wenden. Diese entsendet dann einen Gutachter, der die Lautstärke der Frösche misst. Bei einem Geräuschpegel ab 55 Dezibel kann eine Umsiedlung der Tiere, zum Beispiel in ein weiter entferntes Biotop, durch die Behörde genehmigt und fachgerecht durchgeführt werden.

Allerdings muss auch ein "Durchschnittsmensch" massive Störungen seiner Nachtruhe nicht immer hinnehmen. Übersteigt das Gequake den Richtwert von 35 Dezibel um 20 Dezibel, kann eine Ausnahme vom Bundesnaturschutzgesetz erteilt werden. Dies kann etwa eine Umsiedlung der Frösche bedeuten, die aber von Fachleuten vorgenommen werden muss.

Präventive Maßnahmen: Was Sie tun können, bevor die Frösche kommen

Wenn Sie nicht möchten, dass sich Frösche in Ihrem Teich ansiedeln, können Sie Vorkehrungen treffen, bevor die Laichzeit beginnt. Diese Maßnahmen sollten zwischen Herbst und Frühling durchgeführt werden. Sobald sich die Frösche auf den Weg zu ihren Laichplätzen machen oder dort eingetroffen sind, dürfen Sie keine Vorkehrungen mehr durchführen.

Hier sind einige Möglichkeiten:

  • Vogelfreundlicher Garten: Gestalten Sie Ihren Garten vogelfreundlich. Zu den natürlichen Fressfeinden der Frösche zählen beispielsweise Reiher.
  • Springbrunnen: Frösche laichen nicht in Wasser, das sich bewegt. Ein Springbrunnen kann die Tiere daher davon abhalten.
  • Pflanzen entfernen: Frösche laichen gerne an Schwimmpflanzen. Entfernen Sie diese vor Ankunft der Frösche aus dem Teich. So wird das Gewässer für die Amphibien unattraktiv. Nach der Hauptlaichzeit kann der Teich dann immer noch nachträglich begrünt werden.
  • Fische ansiedeln: Goldfische fressen - insofern sie ihn erreichen - den Laich von Fröschen. Dadurch wird verhindert, dass sich die Amphibien vermehren und die neue Generation denselben Laichplatz wie ihre Eltern aufsucht. Wichtig: Siedeln die Frösche bereits am Teich, ist diese Maßnahme nicht gestattet. Sobald die Frösche überwintern, können Fische eingesetzt werden.
  • Zaun bauen: Umzäunen Sie Ihr Grundstück mit einem engmaschigen Zaun oder Brettern, die Frösche und Kröten nicht überwinden können.

Was Sie nicht tun dürfen

Auch wenn Sie sich durch das Quaken gestört fühlen, dürfen Sie folgende Dinge nicht tun:

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  • Frösche, Froschlaich oder Kaulquappen fangen, verletzen oder töten.
  • Die Tiere selbstständig umsiedeln.
  • Den Teich während der Fortpflanzungs- und Laichzeit entfernen.
  • Den Nachbarn auffordern, den Teich zu entfernen oder zuzuschütten.
  • Den Bau eines Zauns verlangen, der die Frösche an der Teichbesiedlung hindert.

Frösche als Bereicherung sehen

Gezielte Maßnahmen, zum Beispiel die Integration von kleinen Wasserfällen, Wasserfontänen oder plätschernden Bachläufen, können darüber hinaus helfen, die Quakgeräusche etwas zu reduzieren, da die Tiere kein bewegtes Wasser mögen.

„Daher sollten die Tiere eher als Bereicherung und nicht als störend angesehen werden.“ Neben Insekten und Würmern stehen auch Schnecken auf dem Speiseplan von Fröschen. So helfen die Tiere zum Beispiel dabei, die Zahl potenzieller Pflanzenschädlinge zu verringern. Schaden richten Frösche weder im Garten noch im Teich an.

Fazit

Ein Froschkonzert im Gartenteich kann lästig sein, aber Frösche sind geschützte Tiere und ein Zeichen für ein gesundes Ökosystem. Bevor Sie Maßnahmen ergreifen, sollten Sie sich über die rechtliche Situation informieren und prüfen, ob die Lärmbelästigung wirklich unzumutbar ist. Oftmals ist es möglich, mit präventiven Maßnahmen oder einer Kontaktaufnahme zur Naturschutzbehörde eine Lösung zu finden. Denken Sie daran, dass Frösche nützliche Helfer im Garten sind und zur biologischen Schädlingsbekämpfung beitragen.

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