Fub Nervenschmerzen, Stechen, Achillessehne: Ursachen und Behandlung

Nervenschmerzen, stechende Schmerzen und Beschwerden an der Achillessehne können vielfältige Ursachen haben und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Beschwerden, von den möglichen Ursachen über Diagnosemethoden bis hin zu den verschiedenen Behandlungsansätzen. Dabei werden sowohl konservative als auch operative Maßnahmen berücksichtigt, um Betroffenen einen umfassenden Überblick über ihre Optionen zu geben.

Überpronation als mögliche Ursache von Nervenschmerzen und Achillessehnenbeschwerden

Überpronation, eine Fehlbelastung der Füße, kann eine Ursache für Nervenschmerzen und Achillessehnenbeschwerden sein. Normalerweise dreht sich der Fuß bei der Abrollbewegung leicht nach innen. Bei einer Überpronation ist diese Drehung jedoch übermäßig stark, was zu einer höheren Belastung der inneren Sohlen führt. Dies kann insbesondere bei Läufern zu Knie- oder Sehnenbeschwerden führen.

Erkennen und Abschwächen der Überpronation

Eine Überpronation kann erkannt werden, indem man darauf achtet, ob der Fuß bei der Landung stark nach innen knickt. Auch eine stark abgelaufene Sohle an der Innenseite der Laufschuhe kann ein Indiz sein. Laufschuhhersteller haben spezielle Stabilitäts- oder Motion Control-Schuhe entwickelt, um die Überpronation abzuschwächen. Diese Schuhe verfügen oft über ein härteres Dämpfungsmaterial in der Zwischensohle, die sogenannte Pronationsstütze, die das übermäßige Einknicken verhindert und Beschwerden in der Achillessehne oder im Kniegelenk vorbeugt.

Ursachen der Überpronation

Häufige Ursachen für Überpronation sind der Knick- bzw. Senkfuß, bei dem der äußere Fußrand leicht angehoben und der innere abgesenkt ist. Diese Fehlstellung kann auf eine Insuffizienz der Fußmuskulatur sowie einen schwachen Bandapparat zurückzuführen sein. Auch Läufer mit X-Beinen neigen häufiger zu Überpronation. Frauen sind aufgrund ihrer breiteren Beckenstellung ebenfalls häufiger betroffen.

Abhilfe bei Überpronation

Spezielle Laufschuhe mit Pronationsstützen können die Symptome der Überpronation verringern. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, dass die natürliche Pronation nicht verhindert wird. Individuell angefertigte Einlagen vom Orthopäden sind sinnvoll, wenn eine starke Überpronation vorliegt. Um die Ursache zu behandeln, sollte die Fuß- und Wadenmuskulatur trainiert und gekräftigt werden. Regelmäßige Läufer sollten sich beim Kauf von Schuhen professionell beraten lassen und die Schuhe vor dem Kauf im Laden testen.

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Gelenkschmerzen als Ursache von Nervenschmerzen

Gelenkschmerzen können in zahlreichen Gelenken des Körpers auftreten, besonders häufig in Knie-, Fuß-, Finger-, Hüft- und Schultergelenken. Schätzungen zufolge leiden mehr als 20 Millionen Deutsche unter Gelenkschmerzen (Arthralgien). In der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen sind bereits zwei von fünf Personen betroffen.

Ursachen von Gelenkschmerzen

Die häufigsten Ursachen für Gelenkschmerzen sind Gelenkentzündungen (Arthritis) und Verschleißerkrankungen (Arthrose). Allgemeine Abnutzungsschäden entstehen meist durch ungleichmäßige oder zu starke Belastung der Gelenkflächen. Durch die Abriebpartikel kann sich das Gelenk entzünden, was die Schmerzen weiter verstärken kann. In manchen Fällen kann sich ein Knorpel-Knochen-Bruchstück in den Gelenkraum absetzen und zur Einklemmung und eingeschränkter Beweglichkeit führen. Entzündliche Prozesse können auch selbst als Auslöser wirken, wie bei der rheumatoiden Arthritis, bei der Teile des Gelenkgewebes vom Körper als fremd betrachtet werden.

Diagnose von Gelenkschmerzen

Um die Ursache von Gelenkschmerzen zu identifizieren, führt der Arzt zunächst ein Arzt-Patienten-Gespräch (Anamnese) durch. Dabei werden die Art, Dauer und Lokalisation der Schmerzen erfragt, sowie die Familiengeschichte, Beruf und Hobbys des Patienten berücksichtigt. Anschließend erfolgt die Palpation (Abtasten) der schmerzenden Gelenke. Weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchungen, Röntgenaufnahmen, Gelenkpunktionen und Arthroskopien können zur Bestätigung der Diagnose notwendig sein.

Behandlung von Gelenkschmerzen

Die Behandlung von Gelenkschmerzen richtet sich immer nach der Ursache. Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) oder COX-2 Hemmer können zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden. Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Glucosamine und Chondroitinsulfat können bei Arthrose zur Anwendung kommen. Physikalische Therapie, die richtige Ernährung und eine Balance zwischen Ruhe und Aktivität sind ebenfalls wichtige Bestandteile der Behandlung. In manchen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein.

Fersensporn als Ursache von Nervenschmerzen und Achillessehnenbeschwerden

Ein Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs am Fersenbein, der durch chronische Belastung und Reizung der Sehnenansätze entsteht. Es gibt einen unteren Fersensporn am Ansatz der Plantarfaszie und einen oberen Fersensporn am Ansatz der Achillessehne.

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Symptome eines Fersensporns

Betroffene eines Fersensporns berichten häufig von stechenden Schmerzen in der Ferse, besonders beim morgendlichen Aufstehen oder beim Auftreten nach längeren Ruhephasen (Anlaufschmerzen). Die Schmerzen können sich im Tagesverlauf bessern, kehren jedoch bei längerer Belastung zurück. Weitere Symptome sind Druckempfindlichkeit am Fersenbein und eine Schonhaltung, die zu Wadenschmerzen führen kann.

Ursachen eines Fersensporns

Bewegungsmangel, einseitige Belastungen, Fußfehlstellungen, Übergewicht und unpassendes Schuhwerk können zur Entstehung eines Fersensporns beitragen. Bei Überlastung der Plantarfaszie entstehen Mikrorisse am Ansatz der Faszie, die der Körper durch Kalkablagerungen kompensiert.

Behandlung eines Fersensporns

Die Behandlung eines Fersensporns zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren und die zugrunde liegenden Ursachen zu beheben. Speziell angepasste Einlagen, entzündungshemmende Salben oder Gele, Tape-Therapie, extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) und in seltenen Fällen eine Operation können zur Anwendung kommen. Bewegungsübungen, Dehnübungen und Faszien-Rollmassagen können helfen, die Spannung in der Fuß- und Wadenmuskulatur zu reduzieren.

Vorbeugung eines Fersensporns

Um einem Fersensporn vorzubeugen, sollte man auf gut passendes, dämpfendes Schuhwerk achten, langes Stehen auf harten Böden vermeiden und barfuß auf natürlichen Untergründen gehen. Eine ausgewogene Ernährung und moderate Gewichtsreduktion bei Übergewicht können ebenfalls helfen, die Belastung auf die Füße zu verringern.

Small Fiber Neuropathy (SFN)

Small Fiber Neuropathy (SFN) ist eine Erkrankung, die die kleinen Nervenfasern betrifft, die für die Wahrnehmung von Schmerz, Temperatur und autonomen Funktionen zuständig sind.

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Symptome von SFN

Typische Symptome von SFN sind brennende, stechende oder kribbelnde Schmerzen in den Füßen und Beinen, die sich später auch in den Händen ausbreiten können. Auch ein Engegefühl, insbesondere strumpfförmig, kann auftreten. Muskelzuckungen können ebenfalls ein Symptom sein, sind aber für sich genommen nicht aussagekräftig.

Diagnose von SFN

Die Diagnose von SFN kann durch eine Hautbiopsie gestellt werden, bei der die Dichte der kleinen Nervenfasern in der Haut gemessen wird.

Mögliche Ursachen von SFN

SFN kann verschiedene Ursachen haben, darunter Autoimmunerkrankungen, Krebs (als paraneoplastisches Syndrom), Diabetes, Infektionen (z.B. Borreliose) und Impfungen oder Long-COVID-Probleme.

Wadenbeschwerden als Ursache von Nervenschmerzen und Achillessehnenbeschwerden

Beschwerden im Bereich der Wade können ebenfalls Ursache für Nervenschmerzen und Achillessehnenbeschwerden sein. Die Wade, lateinisch "Regio suralis", ist der rückwärtige, gewölbte Anteil des Unterschenkels, der sich vom Knie bis zum Fußknöchel erstreckt.

Funktion der Wade

Die Wadenmuskulatur dient der Bewegung des Fußes, insbesondere der Plantarflexion (Streckung des Fußes). Sie spielt eine wichtige Rolle für die aufrechte Körperhaltung und unterstützt den Blutfluss durch den Körper (Wadenpumpe).

Mögliche Wadenbeschwerden

  • Wadenkrämpfe: Plötzlich auftretende, schmerzhafte Kontraktionen der Wadenmuskulatur.
  • Wadenvenenthrombose: Bildung eines Blutgerinnsels in den tiefen Venen der Wade, das den Blutfluss beeinträchtigt.
  • Muskelfaserriss: Zerreißen einzelner Muskelfasern, das zu Schmerzen, Schwellung und eingeschränkter Bewegungsfähigkeit führt.
  • Muskelverhärtung: Lokale Verhärtung der Muskulatur, die von Schmerzen begleitet sein kann.
  • Muskelentzündung (Myositis): Entzündung der Wadenmuskulatur, die durch Überbelastung, Verletzungen, Infektionen oder Autoimmunerkrankungen ausgelöst werden kann.
  • Venenentzündung (Phlebitis): Entzündung der oberflächlichen Venen in der Wade.
  • Kompartmentsyndrom: Erhöhter Druck im Muskelkompartiment der Wade, der Blutgefäße und Nerven abdrücken kann.
  • S1-Syndrom: Symptomkomplex, der durch einen Reizzustand oder eine Schädigung der Nervenwurzel S1 entsteht.

Diagnose und Behandlung von Wadenbeschwerden

Die Diagnose von Wadenbeschwerden erfordert eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden und kann von konservativen Maßnahmen wie Ruhe, Kühlung, Kompression und Schmerzmitteln bis hin zu invasiveren Maßnahmen wie Operationen reichen.

Training der Wadenmuskulatur

Ein gezieltes Training der Wadenmuskulatur kann helfen, Beschwerden vorzubeugen und die Leistungsfähigkeit zu verbessern. Übungen wie Wadenheben im Stehen oder Sitzen und Treppensteigen sind effektive Methoden, um die Wadenmuskulatur zu stärken.

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