Fußverstauchung und eingeklemmter Nerv: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung

Eine Fußverstauchung, oft begleitet von einem eingeklemmten Nerv, kann die Mobilität und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Beschwerden, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten, um ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen.

Einführung

Der Fuß spielt eine entscheidende Rolle für die aufrechte Haltung und Fortbewegung des Menschen. Fehlstellungen und Verletzungen können zu erheblichen Einschränkungen führen. Eine häufige Problematik ist die Fußverstauchung, die oft mit einem eingeklemmten Nerv einhergeht.

Spitzfuß und Fußheberschwäche

Eine spezielle Form der Fußfehlstellung ist der Spitzfuß, bei dem der Fuß in einer Plantarflexion (Beugung nach unten) fixiert ist. Dies kann angeboren sein oder durch Traumata und neurologische Erkrankungen entstehen. Man unterscheidet zwischen einem irreduziblen Spitzfuß, bei dem die Zehen den Boden berühren, und einem dynamischen Spitzfuß, der sich beim Gehen manifestiert und mit einer Fußheberschwäche (Fallfuß) einhergeht.

Dynamischer Spitzfuß und Fußheberschwäche

Beim dynamischen Spitzfuß kann der Fuß beim Gehen nicht mehr dorsal flektiert (angehoben) werden, was zu einem unsicheren Gangbild führt. Betroffene kompensieren dies durch eine übermäßige Beugung der Hüfte und des Knies, um ein Schleifen des Fußes zu vermeiden (Steppergang). Neben der eingeschränkten Dorsalflexion kann auch die Sensibilität des lateralen Beinbereichs und des Fußrückens vermindert sein.

Ursachen der Fußheberschwäche

Die Ursachen für eine Fußheberschwäche sind vielfältig. Da die Dorsalflexion durch das Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen und Nerven gesteuert wird, können Erkrankungen dieser Strukturen die normale Funktion beeinträchtigen.

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Neuropathie des Nervus peroneus communis

Eine häufige Ursache ist die Neuropathie des Nervus peroneus communis, der am Knie und im Bein verletzt, komprimiert oder eingeklemmt sein kann. Dieser Nerv entspringt dem Ischiasnerv und teilt sich in zwei Hauptäste: den tiefen und den oberflächlichen Wadenbeinnerv. Der tiefe Peroneusnerv innerviert die Muskeln für die Dorsalflexion, während der oberflächliche Nerv die Muskeln für die Eversion (Abduktion und Auswärtsdrehung) des Fußes versorgt und für die Sensibilität der lateralen Bein- und Fußrückenoberfläche verantwortlich ist.

Kompression des Nervus peroneus

Der Nervus peroneus kann in Höhe des Wadenbeinköpfchens komprimiert werden, beispielsweise durch langes Übereinanderschlagen der Beine, Gipsverbände, Gewichtsverlust oder längere Immobilisierung. Auch direkte Knieverletzungen, Schien- und Wadenbeinbrüche sowie raumfordernde Gewebe in der Kniekehle (Hämatome, Lipome, Tumore, Zysten) können den Nerv komprimieren. Weitere Ursachen sind ischämische Neuropathien und das Einklemmen des Musculus fibularis longus.

Kompression des Rückenmarks

Eine weniger häufige Ursache ist die Kompression des Rückenmarks im Bereich L4-L5, wie bei einem Bandscheibenvorfall. Dies kann neben Schmerzen im Lendenbereich (Ischias) auch zu Sensibilitätsverlust seitlich am Bein und am Fußrücken führen.

Neuropathien des Ischiasnervs

Auch Neuropathien des Ischiasnervs können einen Spitzfuß verursachen, beispielsweise durch Hüftluxationen, Prothesenfolgen, Kompression durch Dekubitus, Injektionen ins Gesäß oder Verletzungen.

Weitere Ursachen

Schließlich kann eine Fußheberschwäche bei Erkrankungen des Sakralplexus, bei Muskel- (Myopathien) oder Motoneuronerkrankungen wie ALS auftreten.

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Symptome

Die Symptome einer Fußverstauchung mit eingeklemmtem Nerv können je nach zugrunde liegender Pathologie variieren und sich auf Fuß, Knöchel, Knie oder Lendenwirbelbereich beziehen.

Schwierigkeiten beim Gehen

Das Hauptsymptom ist die Schwierigkeit beim Gehen, wobei der betroffene Fuß während der Schwungphase übermäßig angehoben wird. Zusätzlich kann es zu Kribbeln, Taubheitsgefühl und Sensibilitätsverlust am anterolateralen Teil des Beins und am Fußrücken kommen.

Schmerzen

Schmerzen können in verschiedenen Körperregionen lokalisiert sein:

  • Lendenbereich und Gesäß (Ischiasnerv): Typisch für Kompression des Rückenmarks.
  • Kniehöhe: Deutet auf Neuropathien des Nervus peroneus communis hin.

Andere Ursachen der Nervenkompression verursachen meist keine Schmerzen, sondern nur Schwäche bei Fußbewegungen.

Diagnose

Die Diagnose umfasst eine körperliche Untersuchung, die Beurteilung des Gangbildes und instrumentelle Untersuchungen.

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Körperliche Untersuchung

Die körperliche Untersuchung und Gangbildanalyse helfen, übermäßige Beugung von Hüfte und Knie zur Kompensation des Fußschleifens zu erkennen.

Instrumentelle Untersuchungen

  • Radiographie: Zum Nachweis von Frakturen und Knochenveränderungen.
  • Ultraschall und MRT: Zur Untersuchung der Weichteile, insbesondere zur Suche nach Pathologien der Wirbelsäule und des Rückenmarks (lumbosakrale MRT).
  • Elektromyographie (EMG) und Elektroneurographie (ENG): Messen die elektrische Aktivität von Muskeln und peripheren Nerven, um Signalveränderungen zu erkennen und neuropathische Beteiligung bei Radikulopathien, Nervenkompressionssyndromen, peripheren Neuropathien, Myopathien und neurodegenerativen Erkrankungen zu bestätigen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung, den zugrunde liegenden Ursachen und dem Vorhandensein neurologischer Anzeichen.

Konservative Behandlung

Bei Fußheberschwäche kann die konservative Behandlung die Korrektur bestimmter Ursachen (z. B. Kompression durch gekreuzte Beine) und die aktive und passive Rehabilitation der Fuß- und Beinmuskulatur umfassen, um die Dorsalflexion wiederherzustellen.

Peroneus-Schiene (Orthese)

Bei ausbleibender spontaner Besserung wird oft eine Peroneus-Schiene (Orthese) verwendet, die jedoch Druckstellen verursachen und zu einem unnatürlichen Gangbild führen kann.

Trainingstherapie und Physiotherapie

Ein gezieltes Training soll Muskelschwund (Atrophie) und Muskelverkürzungen (Kontrakturen) verhindern, die Beweglichkeit im Sprunggelenk erhalten und die Nervenregeneration (Reinnervation) fördern.

Medikamentöse Behandlung

Entzündungshemmende Medikamente und Kortisoninjektionen können akute Entzündungen und Schwellungen im Tarsaltunnel lindern.

Operative Behandlung

Eine Operation wird bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden, andauernden Schmerzen und fehlender Besserung einer Druckläsion in Erwägung gezogen. Ziel ist die Druckentlastung des Nervs (Dekompression). Bei Kompression durch ein Ganglion kann dieses ebenfalls operativ entfernt werden. Im Falle einer Nervendurchtrennung können die Nervenstümpfe aneinandergenäht werden.

Musculus-tibialis-posterior-Transfer

Wenn dauerhaft keine Besserung eintritt, kann ein Sehnenstück des Musculus tibialis posterior in den Bereich des Fußrückens verlagert werden, um die Fußhebung wiederherzustellen.

Tarsaltunnelsyndrom

Das Tarsaltunnelsyndrom ist eine Nervenkompression im Bereich des Tarsaltunnels, der sich an der Innenseite des Sprunggelenks befindet.

Ursachen

Mögliche Ursachen sind:

  • Schwellungen durch Verletzungen, Überlastung oder systemische Erkrankungen (Arthrose, Diabetes, rheumatoide Arthritis)
  • Fußfehlstellungen (Senk-, Knick-, Spreizfüße)
  • Anatomische Veränderungen (Zysten, Tumoren, Knochensporne)
  • Schlechtes Schuhwerk

Symptome

  • Schmerzen an der Innenseite des Sprunggelenks
  • Kribbeln und brennendes/taubes Gefühl an der Innenseite des Knöchels
  • Schmerzen, die auf die Unterseite des Fußes, die Zehen und die Ferse ausstrahlen
  • Verschlimmerung der Beschwerden bei längerem Stehen, Laufen oder Gehen
  • Nächtliche Schmerzen
  • Krampf an der Innenseite des Knöchels

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch körperliche Untersuchung, Nervenleitungsforschung und MRT.

Behandlung

Die Behandlung umfasst Physiotherapie, Medikamente, Orthesen und in schweren Fällen eine Operation zur Druckentlastung des Nervs.

Peroneuslähmung

Die Peroneuslähmung ist eine Funktionsstörung des Nervus peroneus, die zu einer Fußheberschwäche führen kann.

Ursachen

  • Druckläsionen (langes Knien, Übereinanderschlagen der Beine)
  • Gipsverbände
  • Starke Gewichtsreduktion
  • Erkrankungen der Knochen oder Weichteile
  • Verletzungen, Knochenbrüche
  • Komplikationen nach Operationen

Symptome

  • Schmerzen vom seitlichen Knie bis zum Fuß- und Zehenrücken
  • Taubheitsgefühl und Missempfindungen
  • Lähmung der Fuß- und Zehenhebermuskeln
  • Steppergang

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung
  • Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Neurografie, ENG)
  • Messung der Muskelaktivität (Elektromyografie, EMG)
  • Ultraschalluntersuchung (Nervensonografie)
  • Bildgebung der Kniekehle

Behandlung

  • Abwarten bei Druckläsionen (spontane Erholung möglich)
  • Peroneus-Schiene (Orthese)
  • Trainingstherapie und Physiotherapie
  • Operation zur Druckentlastung des Nervs oder Nervennaht

Supinationstrauma

Ein Supinationstrauma entsteht durch Umknicken des Fußes über die Außenkante, was zu Bänderdehnungen oder -rissen führen kann.

Symptome

  • Schwellung und Schmerzen im Sprunggelenk
  • Blutergüsse
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Instabilität

Diagnose

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Bildgebende Verfahren (Röntgen, Ultraschall, MRT)

Behandlung

  • PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagern)
  • Physiotherapie
  • Geeignetes Schuhwerk
  • Propriozeptives Training
  • Operation bei schweren Bänderrissen oder Instabilität

Distorsion (Verstauchung)

Eine Distorsion ist eine Verletzung der Bänder oder der Gelenkkapsel, meist durch Verdrehung des Gelenks.

Einteilung

  • Grad 1: Überdehnung der Bänder
  • Grad 2: Teilriss der Bänder
  • Grad 3: Riss der Bänder

Betroffene Körperstellen

  • Sprunggelenk (häufigste)
  • Knie
  • Handgelenk
  • Finger
  • Halswirbelsäule (seltener)

Symptome

  • Schmerzen
  • Schwellung
  • Bewegungseinschränkung
  • Bluterguss

Ursachen

  • Ungewohnte, schnelle und kraftvolle Bewegungen
  • Schleudertraumata (HWS-Distorsion)
  • Genetische Bindegewebserkrankungen

Diagnose

  • Anamnese
  • Körperliche Untersuchung
  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT, Röntgen)
  • Neurologische Untersuchung (HWS-Distorsion)

Behandlung

  • PECH-Regel
  • Konservative Behandlung (Schienen, Physiotherapie)
  • Operative Behandlung bei Instabilität oder knöchernen Verletzungen

Gereizter Nerv im Fuß

Ein gereizter Nerv im Fuß kann durch Überlastung, Einengung oder Fehlstellungen entstehen.

Ursachen

  • Tägliche Belastung und Einengung durch Schuhe
  • Muskelschwellungen, Zerrungen
  • Knochen- oder Gelenkfehlstellungen
  • Falscher Laufstil

Symptome

  • Starke Schmerzen im Fuß
  • Brennen oder Taubheitsgefühle
  • Kribbelnde Empfindungen
  • Nächtliche Schmerzen
  • Schmerzen in Waden und Innenknöcheln

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung (Beklopfen des Nervs)
  • Elektroneurographie (ENG)
  • Röntgenbild
  • Magnetresonanztomografie (MRT)

Behandlung

  • Entlastung und Ruhigstellung
  • Orthopädische Schuheinlagen
  • Trainingstherapie und Physiotherapie
  • Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente
  • Operation (Durchtrennung des straffen Bands um den Tarsaltunnel, Entfernung von Knochenauswüchsen oder Tumoren)

Vorsorge und Prävention

  • Gymnastische Übungen für die Fußmuskulatur
  • Fußmassagen
  • Passende und bequeme Schuhe
  • Korrekte Ernährung
  • Vitamin B1

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