Fube Hande Nerven Behandlung: Ursachen, Symptome und Therapieansätze

Nervenschmerzen und Missempfindungen in den Händen können vielfältige Ursachen haben. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Auslöser, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Nervenproblemen in den Händen, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis und Lösungsansätze zu bieten.

Einführung

Nerven sind essenzielle Leitungsbahnen, die Informationen zwischen dem Gehirn, dem Rückenmark und dem Rest des Körpers übertragen. Sie sind für die Wahrnehmung von Empfindungen wie Berührung, Temperatur und Schmerz sowie für die Steuerung von Muskelbewegungen und Organfunktionen verantwortlich. Schädigungen dieser Nerven können zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, insbesondere in den Händen, die aufgrund ihrer komplexen Nervenversorgung besonders anfällig sind.

Ursachen von Nervenschädigungen in den Händen

Eine Vielzahl von Faktoren kann Nervenschäden verursachen und somit Nervenschmerzen hervorrufen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Stoffwechselstörungen: Diabetes mellitus ist eine der Hauptursachen für Polyneuropathie, bei der chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel die Nerven schädigen. Auch eine Alkoholabhängigkeit kann in Kombination mit vitaminarmer Ernährung zu Nervenschäden führen. Andere Stoffwechselstörungen, wie z. B. Nierenschwäche, können ebenfalls Nerven schädigen, da Giftstoffe und Zuckerabbauprodukte nicht vollständig entgiftet und ausgeleitet werden.
  • Eingeengte Nerven: Das Karpaltunnelsyndrom ist eine häufige Ursache für Nervenschmerzen in der Hand. Dabei wird der Mittelhandnerv (Nervus medianus) im Karpaltunnel, einem engen Durchgang im Bereich des Handgelenks, eingeengt. Auch eine Einengung des Ellennervs im Bereich des Ellenbogens (Sulcus-ulnaris-Syndrom) kann zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen in den Fingern führen.
  • Infektionen und Entzündungen: Gürtelrose (Herpes Zoster) kann zu Nervenschmerzen führen, die auch nach Abheilung des HautausschlagsMonate bis Jahre fortbestehen können (Post-Zoster-Neuralgie). Auch andere Infektionen, wie z. B. Borreliose, HIV oder Hepatitis B und C, können Nervenschäden verursachen.
  • Verletzungen: Verletzungen von Nervengewebe, z. B. durch einen Messerschnitt in den Finger oder im Rahmen von Frakturen/Luxationen, können zu Nervenschäden führen.
  • Medikamente und Gifte: Bestimmte Medikamente, insbesondere Chemotherapeutika, können als Nebenwirkung Nervenschäden verursachen. Auch Schwermetalle wie Blei, Arsen und Thallium sowie Lösungsmittel können das Nervensystem schädigen. Alkohol ist ebenfalls ein Nervengift, das in Kombination mit einer Mangelversorgung von Vitalstoffen Nervenschäden verursachen kann.
  • Weitere Ursachen: Weitere mögliche Ursachen für Nervenschmerzen in den Händen sind z. B. Tumore, Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose, Durchblutungsstörungen, Hormonstörungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion) oder genetische Veranlagung.

Symptome von Nervenschädigungen in den Händen

Die Symptome von Nervenschädigungen in den Händen können vielfältig sein und hängen von der Art und dem Ausmaß der Schädigung sowie den betroffenen Nervenfasern ab. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Schmerzen: Nervenschmerzen können sich als einschießende Schmerzattacken, brennende Schmerzen oder dumpfe, schwer zu lokalisierende Schmerzen äußern.
  • Empfindungsstörungen: Kribbeln (Ameisenlaufen), Taubheitsgefühle, pelziges Gefühl auf der Haut, verändertes Temperaturempfinden oder Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen sind häufige Empfindungsstörungen bei Nervenschäden.
  • Muskelschwäche: Schädigungen der motorischen Nerven können zu Muskelschwäche, Muskelzuckungen oder -krämpfen führen. In fortgeschrittenen Fällen kann es zu Lähmungen kommen.
  • Koordinationsstörungen: Nervenschäden können die Koordination von Bewegungen beeinträchtigen und zu Gangunsicherheiten führen.
  • Funktionsstörungen von Organen: Werden die Nerven des vegetativen Nervensystems in Mitleidenschaft gezogen, kann auch die Funktion von Organen beeinträchtigt werden, z. B. durch übermäßiges Schwitzen, Verdauungsprobleme oder Herzrhythmusstörungen.

Spezifische Nervenerkrankungen der Hand

Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom ist eine der häufigsten Nervenerkrankungen der Hand. Es entsteht durch die Einengung des Nervus medianus im Karpaltunnel, einem knöchernen Kanal an der Innenseite des Handgelenks.

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Ursachen: Die Einengung des Nervs kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, z. B. durch Schwellungen des Gewebes im Karpaltunnel, monotone Handbewegungen, Verletzungen, Entzündungen oder hormonelle Veränderungen (z. B. in der Schwangerschaft).

Symptome: Typische Symptome sind Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühle in den Fingern (außer dem kleinen Finger), insbesondere nachts. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Muskelschwäche im Daumenballen und Schwierigkeiten beim Greifen kommen.

Diagnose: Die Diagnose wird in der Regel anhand der Symptome, einer körperlichen Untersuchung und einer Messung der Nervenleitgeschwindigkeit gestellt.

Behandlung: Die Behandlung kann konservativ oder operativ erfolgen. Konservative Maßnahmen umfassen das Tragen einer Handgelenksschiene, entzündungshemmende Medikamente, Kortisonspritzen und Physiotherapie. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine Operation durchgeführt werden, bei der das Karpalband durchtrennt wird, um den Druck auf den Nerv zu reduzieren. Es gibt zwei Operationsmethoden: die offene und die endoskopische Operation. Die endoskopische Operation ist minimalinvasiv und erfordert in der Regel eine große Erfahrung auf dem Gebiet der Schlüssellochchirurgie.

Sulcus-ulnaris-Syndrom

Das Sulcus-ulnaris-Syndrom entsteht durch die Einengung des Ellennervs im Bereich des Ellenbogens.

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Ursachen: Die Einengung kann durch wiederholte Druckbelastung des Ellenbogens, Verletzungen, Entzündungen oder anatomische Besonderheiten verursacht werden.

Symptome: Typische Symptome sind Kribbeln und Taubheitsgefühle im kleinen Finger und Ringfinger, später eventuell auch Handlähmungen bis hin zur „Krallenhand“.

Diagnose: Die Diagnose wird in der Regel anhand der Symptome, einer körperlichen Untersuchung und einer Messung der Nervenleitgeschwindigkeit gestellt.

Behandlung: Die Behandlung kann konservativ oder operativ erfolgen. Konservative Maßnahmen umfassen das Vermeiden von Druck auf den Ellenbogen, das Tragen einer Schiene und Physiotherapie. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine Operation durchgeführt werden, bei der der Nerv freigelegt und von einengenden Strukturen befreit wird.

Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie ist eine seltene Erkrankung, die durch blitzartig einschießende, heftige Schmerzen im Gesicht gekennzeichnet ist.

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Ursachen: Die Ursache ist oft unklar, in manchen Fällen wird sie durch eine Kompression des Trigeminusnervs durch ein Blutgefäß verursacht.

Symptome: Typisch sind einseitige, sehr starke Schmerzen im Gesicht, die durch Berührung, Kauen oder Sprechen ausgelöst werden können.

Diagnose: Die Diagnose wird in der Regel anhand der Symptome und einer neurologischen Untersuchung gestellt.

Behandlung: Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Medikamenten, z. B. Antikonvulsiva. In manchen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu entlasten.

Diagnose von Nervenschädigungen in den Händen

Eine frühzeitige und genaue Diagnose ist entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung von Nervenschädigungen in den Händen. Folgende Untersuchungsmethoden können zur Diagnose eingesetzt werden:

  • Anamnese: Der Arzt befragt den Patienten ausführlich nach seinen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und möglichen Risikofaktoren.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Hände und Arme auf Empfindungsstörungen, Muskelschwäche, Reflexabweichungen und andere neurologische Auffälligkeiten.
  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt prüft die Funktion der Nerven, z. B. durch Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurografie, ENG) und Elektromyografie (EMG).
  • Bildgebende Verfahren: In manchen Fällen können bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT) oder Ultraschalluntersuchung eingesetzt werden, um die Ursache der Nervenschädigung zu identifizieren.
  • Weitere Untersuchungen: Je nach Verdacht kann der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen, z. B. Blutuntersuchungen, Nerven-Muskel-Biopsie oder molekulargenetische Tests.

Behandlung von Nervenschädigungen in den Händen

Die Behandlung von Nervenschädigungen in den Händen richtet sich nach der Ursache und dem Ausmaß der Schädigung. Ziel der Behandlung ist es, die Ursache zu beseitigen, die Schmerzen zu lindern, die Funktion der Hand wiederherzustellen und weitere Schäden zu verhindern.

Ursachenspezifische Therapie

  • Diabetes mellitus: Eine optimale Blutzuckereinstellung ist entscheidend, um weitere Nervenschäden zu verhindern.
  • Alkoholabhängigkeit: Ein dauerhafter Alkoholentzug ist notwendig, um die Nervenregeneration zu fördern.
  • Medikamente: Wenn Medikamente die Ursache für die Nervenschädigung sind, sollte die Therapie umgestellt werden.
  • Umweltgifte: Der Kontakt mit Umweltgiften sollte vermieden werden.
  • Karpaltunnelsyndrom/Sulcus-ulnaris-Syndrom: Konservative Maßnahmen oder Operation zur Entlastung des Nervs.
  • Infektionen: Behandlung der zugrunde liegenden Infektion.

Symptomatische Therapie

  • Schmerztherapie: Verschiedene Medikamente, z. B. Antidepressiva, Antikonvulsiva und Opioide, können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Auch Capsaicin-Pflaster können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Physio- und Ergotherapie: Physiotherapie kann helfen, geschwächte Muskelgruppen zu stärken und die Koordination zu verbessern. Ergotherapie kann helfen, alltägliche Handgriffe oder neue Techniken intensiv zu trainieren.
  • Medizinische Fußpflege: Regelmäßige medizinische Fußpflege ist wichtig, um Wunden an den Füßen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Bei diesem Verfahren werden Elektroden auf den schmerzenden Hautarealen angebracht, um die Nerven zu stimulieren und die Schmerzweiterleitung zum Gehirn zu blockieren.
  • Weitere Maßnahmen: Akupunktur, Entspannungstechniken, Yoga und eine ausgewogene Ernährung können ebenfalls zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Tipps für den Alltag

Abhängig von den individuellen Symptomen können verschiedene Tricks und Kniffe im Alltag helfen, die Beschwerden zu lindern:

  • Achten Sie auf eine gute Nährstoffversorgung, insbesondere mit B-Vitaminen, Vitamin D und Magnesium.
  • Vermeiden Sie monotone Handbewegungen und übermäßige Belastung der Hände.
  • Machen Sie regelmäßig Pausen beiComputerarbeit oder anderen Tätigkeiten, die die Hände belasten.
  • Sorgen Sie für eine ergonomische Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes.
  • Tragen Sie bei Bedarf Handgelenksschienen oder Ellenbogenschoner.
  • Testen Sie warme, kalte oder Wechselbäder, um Schmerzen und Fehlempfindungen zu lindern.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig, um die Durchblutung zu fördern.
  • Entfernen Sie Stolperfallen und schaffen Sie eine barrierefreie Umgebung, um die Sturzgefahr zu mindern.

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