Fußreflexzonenmassage bei Epilepsie: Eine ganzheitliche Betrachtung

Die Fußreflexzonenmassage, eine Therapieform mit Ursprung in jahrtausendealtem Wissen, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ursprünglich mündlich überliefert, wurde diese Methode erst um die Jahrhundertwende für therapeutische Zwecke dokumentiert. Die gesundheitlichen Effekte der Fußreflexzonenmassage sind vielfältig und umfassen die Beeinflussung des Immunsystems, der Muskulatur, des Lymphflusses, der Stoffwechselprozesse und der Verdauung.

Ursprünge und Entwicklung der Fußreflexzonenmassage

Die traditionelle Fußreflexzonenmassage (FRZM) basiert auf uraltem Volkswissen und hat ihren Ursprung in China, wo sie seit über 3000 Jahren angewendet wird. Chinesische Ärzte vermuteten bereits damals Nervenverbindungen oder Energielinien von Ohren, Nase, Fußsohlen und Handinnenflächen. Auch in Thailand ist die Fußreflexzonenmassage weit verbreitet und gehört zum Alltag.

Die Behandlung der Fußreflexzonen entwickelte sich aus der Zonentherapie von Dr. Fitzgerald, wobei Eunice D. Ingham als Begründerin gilt. Das Wissen um die Zonentherapie wurde wiederum von den Headschen Zonen abgeleitet. E. Ingham erweiterte die damals bekannten Reflexzonen um die Querzonen und erkannte den Zusammenhang zwischen Fußsohlen und Organen. Sie teilte die Fußsohlen in vier Querzonen ein und entwickelte eine Landkarte des menschlichen Körpers in verkleinerter Abbildung auf den Füßen.

Das Prinzip der Reflexzonen

Das grundlegende Prinzip der Reflexzonentherapie beruht auf der Annahme, dass der menschliche Körper in verschiedene Bereiche eingeteilt ist, die als Reflexzonen die unterschiedlichen Körperorgane widerspiegeln. Es wird angenommen, dass es im menschlichen Körper über 70.000 Nervenenden gibt, von denen sich viele im Fuß befinden. Diese Nervenenden sind über Energiekanäle mit inneren und äußeren Organen im ganzen Körper verbunden. Durch gezielte Stimulation der Nervenenden an den Füßen soll ein genereller Heilungseffekt ausgelöst werden.

Wirkungsweise der Fußreflexzonenmassage

Die Fußreflexzonenmassage zielt darauf ab, das Wohlbefinden zu steigern, innere Ruhe und Entspannung zu fördern und somit Stress-Symptome zu reduzieren. Sie kann die Durchblutung sowohl lokal im Bereich der Füße und Beine als auch in den Organen verbessern, was wiederum den Zellstoffwechsel durch vermehrte Zufuhr von Sauerstoff und Nährstoffen sowie den Abtransport von Stoffwechselendprodukten unterstützt. Darüber hinaus kann die Massage die Ausschüttung und Harmonisierung von körpereigenen Hormonen fördern, die körpereigenen Abwehrkräfte stärken, die Propriozeption im Fußbereich verbessern und somit einen positiven Einfluss auf Körperhaltung und Bewegung haben. Auch das vegetative Nervensystem kann in Richtung Parasympathicus beeinflusst und der venöse und lymphatische Rückfluss verbessert werden, was die Aktivierung der Selbstheilungskräfte unterstützt.

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In der ganzheitlichen Medizin wird die Wirkungsweise der Fußreflexzonenmassage über die asiatische Sichtweise der Körpermeridiane erklärt. Jedem Körperorgan wird ein Energiemeridian zugeordnet, der durch den Körper zieht und in den Händen und Füßen endet. In einem gesunden Körper kann die Energie frei über die Meridiane fließen und jeden Körperbereich versorgen. Durch gezielte Akupressur der entsprechenden Bereiche kann der Energiefluss wiederhergestellt werden.

Anwendung der Fußreflexzonenmassage

In der Regel dauert eine Fußreflexzonenbehandlung etwa 45 Minuten, zuzüglich Vor- und Nachgespräch. Es wird empfohlen, mit gewaschenen und sauberen Füßen zur Behandlung zu erscheinen. Die klassische Fußreflexzonenmassage erfolgt ohne Öl, wobei der Therapeut mit dem Daumen nacheinander verschiedene Bereiche des Fußes "drückt". Die Mitarbeit des Patienten ist dabei gefragt, um Schmerzempfindlichkeiten zu signalisieren. Im Durchschnitt ist eine Serie von etwa sechs Behandlungen im Abstand von einer Woche ratsam, wobei zwischen den Massagen mindestens 24 Stunden liegen sollten.

Viele Patienten empfinden die Fußreflexzonenmassage als sehr angenehm, während andere eine höhere Schmerzempfindlichkeit aufweisen. Nach der Behandlung können leichte "Entgiftungssymptome" wie Müdigkeit, vermehrter Harndrang oder veränderte Stuhlgewohnheiten auftreten. Manche Menschen berichten auch über Kopfschmerzen, leichtes Frösteln oder eine vorübergehende Verstärkung bestehender Beschwerden, was als Reaktionsphase des Körpers interpretiert wird.

Fußreflexzonenmassage und Epilepsie: Eine Kontroverse

Obwohl die Fußreflexzonenmassage viele positive Effekte haben kann, gibt es Situationen und Zustände, in denen von einer Anwendung abzuraten ist. Bestimmte neurologische und psychische Erkrankungen wie Epilepsie werden in einigen Quellen als Kontraindikation genannt.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Informationen über die Anwendung der Fußreflexzonenmassage bei Epilepsie widersprüchlich sind. Einige Therapeuten und Quellen betrachten Epilepsie als relative oder absolute Kontraindikation, während andere keine Bedenken äußern, solange die Behandlung von einem erfahrenen Therapeuten durchgeführt wird und die spezifischen Bedürfnisse des Patienten berücksichtigt werden.

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Es ist entscheidend, dass Personen mit Epilepsie vor Beginn einer Fußreflexzonenbehandlung ihren Arzt oder Neurologen konsultieren, um mögliche Risiken und Vorteile abzuklären.

Alternativen und ergänzende Therapien

Für Menschen mit Epilepsie, die nach alternativen oder ergänzenden Therapien suchen, gibt es eine Reihe von Optionen, die in Absprache mit einem Arzt oder Neurologen in Betracht gezogen werden können:

  • Entspannungstechniken: Yoga, Meditation und Atemübungen können helfen, Stress abzubauen und die Entspannung zu fördern, was sich positiv auf die Anfallskontrolle auswirken kann.
  • Ernährungsumstellung: Einige Studien deuten darauf hin, dass eine ketogene Diät oder andere spezielle Ernährungsformen die Anfallshäufigkeit bei manchen Menschen mit Epilepsie reduzieren können.
  • Biofeedback: Diese Technik kann Patienten helfen, ihre Gehirnaktivität zu überwachen und zu lernen, sie bewusst zu beeinflussen, um Anfälle zu reduzieren.
  • Akupunktur: Einige Studien haben gezeigt, dass Akupunktur bei der Behandlung von Epilepsie wirksam sein kann, obwohl weitere Forschung erforderlich ist.

Die SOM-Therapie als möglicher Ansatz

Ein interessanter Ansatz ist die SOM-Therapie, die auf den Forschungen von Herrn Masaki Oshima basiert. Diese Therapie geht davon aus, dass Schmerzen und andere Beschwerden im Gehirn wahrgenommen werden und dass das Gehirn der Schlüssel zur Behandlung ist. Die SOM-Therapie nutzt elektrische Veränderungen der Hirnzellen, um Schmerzen und Blockaden im Körper zu lösen.

Wichtiger Hinweis

Es ist wichtig zu betonen, dass es sich bei der Fußreflexzonenmassage um eine Wellnessmassage handelt, die keine ärztliche oder naturheilpraktische Behandlung ersetzt. Bei gesundheitlichen Problemen sollte immer ein Arzt oder Physiotherapeut konsultiert werden.

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