Eine Zahnfüllung ist eine gängige Methode, um kariöse Zähne zu reparieren und zu erhalten. Dabei werden verschiedene Füllungsmaterialien wie Amalgam, Kunststoffe oder Zemente verwendet. Zahnschmerzen nach einer Füllung sind keine Seltenheit und können verschiedene Ursachen haben. In manchen Fällen ist die Nähe der Füllung zum Nerv ein möglicher Auslöser für Beschwerden.
Arten von Zahnschmerzen
Es ist wichtig, die Art des Zahnschmerzes zu differenzieren, um die Ursache besser zu verstehen. Pochende oder pulsierende Schmerzen deuten auf eine Entzündung hin, die sich bei körperlicher Anstrengung verstärkt und mit dem Herzschlag pulsiert. Oft sind diese Schmerzen abends schlimmer als morgens. Die Ursache ist eine verstärkte Durchblutung des entzündeten Gewebes, begleitet von Rötungen, Wärme, Schwellungen und Schmerzen. Wenn der Nerv im Zahninneren entzündet ist, kann er aufgrund des begrenzten Raums nicht anschwellen, was zu starken Schmerzen führt.
Ziehende Zahnschmerzen haben unterschiedliche Ursachen. Meist liegen kleine Nervkanäle am Zahn frei, die durch äußere Reize wie Kälte oder Wärme irritiert werden können.
Ursachen für Zahnschmerzen nach einer Füllung
Zahnschmerzen nach einer neuen Füllung sind ein häufiges Problem. Eine der einfachsten Ursachen ist, dass die Füllung nicht perfekt zum Gebiss passt. Dies kann passieren, wenn die Behandlung unter lokaler Betäubung durchgeführt wurde und der Patient nicht genau beurteilen konnte, ob die Höhe der Füllung optimal ist. Nach dem Abklingen der Betäubung kann es sich anfühlen, als würde man nur auf den gefüllten Zahn beißen. In diesem Fall ist ein Besuch beim Zahnarzt erforderlich, um die Füllung anzupassen.
Ein weiterer Grund für Zahnschmerzen kann die Tiefe der entfernten Karies sein. Wenn der Zahnarzt sehr nah am Nerv reinigen musste, kann der Zahnnerv durch die Behandlung oder das Füllungsmaterial irritiert werden. Wenn die Beschwerden nicht von selbst verschwinden, kann eine Wurzelbehandlung notwendig sein.
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Um ein Loch oder einen Defekt vollständig zu füllen, muss der Zahnarzt manchmal das Zahnfleisch beiseite schieben oder ein Förmchen um den Zahn legen, das sich um den Zahnhalteapparat legt. Dadurch können die empfindlichen Zahnhälse in den ersten Tagen nach der Behandlung frei liegen. Freiliegende Zahnhälse können mit einem Schutzlack behandelt werden, um ihre Empfindlichkeit zu reduzieren.
Bei der Füllungstherapie können bakterielle Beläge ins Zahnfleisch gedrückt werden. Eine gründliche Reinigung mit Zahnbürste, Zahnseide oder Interdentalbürstchen kann hier Abhilfe schaffen.
Eine sehr tiefe Karies kann das Vordringen von Bakterien bis in den Zahnnerv begünstigen. Diese Bakterien verursachen eine Entzündung des Nervs (Pulpitis), die zu sehr starken, pochenden Zahnschmerzen führen kann. Der entsprechende Zahn ist dann besonders wärme- und kälteempfindlich und schmerzt bei Berührung und beim Kauen.
Eine Füllung kann die Beiß-Situation im Mund leicht verändern. Auch wenn diese Veränderung nicht als störend empfunden wird, kann das Kausystem versuchen, die ursprüngliche Situation wiederherzustellen. Da die Füllungsmaterialien sehr hart sind, kann der gefüllte Zahn in sein Zahnfach im Knochen gedrückt werden, wodurch die dünnen Fasern, an denen er im Kiefer befestigt ist, gedehnt werden. Dies kann zu Zahnschmerzen, insbesondere beim Kauen, führen. In diesem Fall sollte die Füllung vom Zahnarzt überprüft werden.
Nicht nur Karies selbst kann Zahnschmerzen verursachen. Auch Luftblasen im Füllungsmaterial oder die Trocknung des Zahns während der Behandlung können schmerzhaft sein. Insbesondere bei Kunststoff-Füllungen ist die absolute Trockenlegung des Schadens notwendig, damit die Füllung richtig hält. Durch die Trocknung kann sich die Flüssigkeit in den kleinen Nervkanälen im Dentin verschieben, was zu Schmerzen führen kann.
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Ein weiterer Grund für Schmerzen nach einer Behandlung ist die fehlerhafte Befestigung der Zahnfüllung. Dies kann zu einem Spalt führen, durch den äußere Einflüsse an die Nervenkanälchen gelangen. Bei größeren Schäden kann eine Lücke zwischen der Füllung und dem Nachbarzahn entstehen. In diesem Fall können sich Speisereste in den Zahnzwischenraum setzen, von denen sich Bakterien ernähren, die wiederum Zahnfleischentzündungen und neue Karies verursachen können. Wenn dieses Problem bemerkt wird, sollte der Zahnarzt die Zahnfüllung kontrollieren.
Bei einer sehr tiefen Karies kann es manchmal besser sein, etwas Karies unter der Füllung zu belassen, um den Nerv nicht zu öffnen. Normalerweise sterben die Karies-Bakterien unter der Füllung ab.
Schmerzen nach einer Wurzelbehandlung
Auch nach einer Wurzelbehandlung, bei der der Zahnnerv entfernt wird, können Schmerzen auftreten. Obwohl der Zahnnerv entfernt wurde, können die umliegenden Gewebe nach dem Eingriff entzündet sein und schmerzen. Auch wenn die Wurzelkanäle vollständig gereinigt und versiegelt wurden, kann es zu einer leichten Entzündung an der Wurzelspitze kommen. Diese Schmerzen sollten jedoch innerhalb weniger Tage abklingen. Wenn die Schmerzen länger anhalten oder sehr stark sind, könnte dies auf eine unvollständige Behandlung oder eine erneute Infektion hinweisen. In manchen Fällen können auch Reste von Karies im Zahn bleiben, die zu weiteren Beschwerden führen können.
Fehler bei der Wurzelkanalbehandlung
Schmerzen in einem toten (devitalisierten oder depulpierten) Zahn können eine normale Reaktion auf den Eingriff sein: das Öffnen, Reinigen und Füllen der Kanäle. Dies sind sogenannte postfüllungsbedingte Schmerzen.
Mögliche Fehler bei der Wurzelkanalbehandlung, die zu Schmerzen führen können, sind:
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- Die Kanäle werden nicht vollständig bis zur Wurzelspitze (Apex) gefüllt.
- Das Füllmaterial wird über den Apex hinausgeführt.
- Teile der Kanäle werden übersehen.
- Eine Perforation, d.h. das Durchbohren der Kanalwand mit einem endodontischen Instrument, wodurch ein unnatürliches Loch entsteht, das starke Schmerzen verursacht.
- Enge, stark gebogene Kanäle.
- Übermäßiger Druck auf die Nadel beim Öffnen der Wurzelkanäle.
- Eine teilweise Entfernung der Pulpa.
- Bestimmte Depulpationsprotokolle.
- Unaufmerksamkeit des Arztes.
- Verwendung von devitalisierenden Pasten, die das vaskulär-nervale Bündel mumifizieren.
Schmerzen im gefüllten Zahn können auch durch Fehler bei der Wiederherstellung der Zahnkrone verursacht werden, wie z.B.:
- Eine zu hohe Füllung, die den Biss beeinträchtigt und die Kaukraft ungleichmäßig verteilt.
- Spalten zwischen der Füllung und den Zahnwänden, in die Speisereste und Speichel eindringen können.
Entzündlich-infektiöse Prozesse
Entzündlich-infektiöse Prozesse im Zahn können auch dann auftreten, wenn die Wurzelkanäle perfekt gefüllt sind, z.B. durch:
- Unzureichende Desinfektion.
- Übermäßigen Einsatz von Antiseptika.
- Schlechte Isolierung der Pulpakammer.
In fast allen Fällen muss die Krone entfernt, der Zahn nachbehandelt und eine neue Prothese angefertigt werden. Wenn das Problem nur bei schlecht gefüllten Kanälen liegt, können diese behandelt werden, ohne die Krone zu entfernen. Dazu wird ein Loch in die Krone gebohrt, um Zugang zum Wurzelsystem zu erhalten.
Eitrige Prozesse an den Wurzelspitzen entstehen in der Regel aufgrund einer unzureichenden Behandlung und Füllung der Wurzelkanäle. Daher müssen diese erneut behandelt werden: öffnen, Eiter entfernen, desinfizieren und erneut füllen.
Postfüllungsbedingte Schmerzen
Oft treten nach dem Setzen einer lichthärtenden Füllung postfüllungsbedingte Schmerzen auf. Im ersten Fall ist keine spezielle Behandlung erforderlich, da die Überempfindlichkeit von selbst verschwindet. Der Zahnarzt kann NSAIDs verschreiben, um die Symptome zu lindern.
Dauer der Schmerzen
Wie lange ein Zahn nach der Entfernung des Nervs schmerzt, hängt von entzündlichen Prozessen, dem Schweregrad der Behandlung und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten ab. Wenn der Zahn auch zwei Wochen nach der Nervenentfernung weiterhin schmerzt, ist eine Behandlung in der Klinik notwendig. Es wird empfohlen, den Zahn unter einem dentalen Mikroskop erneut zu behandeln. Deshalb sollte man bei anhaltenden oder neu auftretenden Schmerzen eine Zahnklinik aufsuchen.
Pflege nach der Behandlung
Die Einhaltung der Pflegeanweisungen für devitale Zähne kann das Risiko von Schmerzen verringern. Wenn die endodontische Therapie korrekt durchgeführt wurde und eine gute Mundhygiene beibehalten wird, kann ein depulpierter Zahn 10 Jahre oder länger halten. Die Pflege von depulpierten Zähnen unterscheidet sich im Allgemeinen nicht von der Pflege von lebenden Zähnen. Das einzige, worauf man achten sollte, ist, die Kaubelastung zu reduzieren, da Zähne ohne Pulpa keine natürliche Nährstoffversorgung mehr haben, was sie anfälliger und brüchiger gegenüber mechanischen Schäden macht. Nach der Pulpaentfernung stoppt der Stoffwechsel in den harten Zahngeweben. Mit der Zeit verliert der Zahnschmelz unweigerlich an Glanz und wird grau.
Endodontische Behandlungen werden mindestens in drei Sitzungen durchgeführt. Bis zur endgültigen Füllung muss verhindert werden, dass Krankheitserreger in die Zahnkammer gelangen.
Was tun bei Zahnschmerzen nach einer Füllung?
Bei leichten Schmerzen können Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen eingenommen werden. Auch eine sorgfältige Mundhygiene ist wichtig, um eine Infektion oder erneute Kariesbildung zu verhindern. Falls die Schmerzen länger als zwei Wochen anhalten oder sich verstärken, sollte unbedingt ein Zahnarzt aufgesucht werden.
Weitere Tipps:
- Schmerzmittel: Bei akuten Beschwerden können leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol eingenommen werden.
- Sorgfältige Mundhygiene: Auch nach der Behandlung sollte auf eine gute Mundhygiene geachtet werden, um eine Infektion oder erneute Kariesbildung zu verhindern.
- Nachkontrolle beim Zahnarzt: Falls die Schmerzen länger als zwei Wochen anhalten oder sich verstärken, sollte unbedingt ein Zahnarzt aufgesucht werden.
- Zahn schonen: In den ersten Tagen sollte man mit der betroffenen Stelle vorsichtig umgehen.
- Zähneknirschen ernst nehmen: Wer mit den Zähnen presst, belastet nicht nur die Füllung, sondern den gesamten Kiefer.
Wann sollte man zum Zahnarzt gehen?
Es ist normal, dass ein Zahn nach einer Füllung einige Tage empfindlich reagiert. Wenn die Schmerzen jedoch länger als eine Woche andauern, stärker werden oder nach einer schmerzfreien Phase erneut auftreten, sollte man nicht zögern, den Zahnarzt zu konsultieren. Achten Sie zudem auf Warnsignale wie Schwellungen, Rötungen, pochende Schmerzen, Eiter oder Fieber, da diese auf eine mögliche Entzündung hindeuten können.
Sofort zum Zahnarzt, wenn:
- Stark pochende Schmerzen und Schwellungen am betroffenen Zahn auftreten
- Rötungen oder Wärmegefühl am behandelten Zahn vorhanden sind
- Eiterbildung auftritt
- Plötzlich Fieber einsetzt
- Plötzlich Schmerzen auftreten, obwohl die Füllungstherapie schon längere Zeit zurückliegt
Vorbeugung
Um Beschwerden nach einer Zahnfüllung zu vermeiden, kann man schon im Vorfeld einiges tun. Auch nach der Behandlung lassen sich Risiken verringern.
- Zahn schonen: In den ersten Tagen sollte man mit der betroffenen Stelle vorsichtig umgehen.
- Zähneknirschen ernst nehmen: Wer mit den Zähnen presst, belastet nicht nur die Füllung, sondern den gesamten Kiefer.
- Regelmäßige Kontrollen: Regelmäßige Zahnarztbesuche helfen, Karies frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, bevor sie zu tiefen Schäden und Nervenreizungen führen kann.