Ursachen von Nervenschäden in den Füßen: Ein umfassender Überblick

Die Gesundheit unserer Füße ist entscheidend für unser allgemeines Wohlbefinden. Schmerzen und Beschwerden in den Füßen können jedoch auf Nervenschäden hindeuten. Dieser Artikel befasst sich mit den verschiedenen Ursachen von Nervenschäden in den Füßen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Fersen-Nerven-Schaden (Polyneuropathie) und dem Burning-Feet-Syndrom.

Einführung in Nervenschäden in den Füßen

Nervenschäden in den Füßen können eine Vielzahl von Ursachen haben, von denen einige häufiger vorkommen als andere. Die Polyneuropathie (PNP) ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, die die peripheren Nerven betrifft. Das Burning-Feet-Syndrom, das durch brennende Schmerzen in den Füßen gekennzeichnet ist, kann ebenfalls auf Nervenschäden zurückzuführen sein. Es ist wichtig, die verschiedenen Ursachen und Symptome zu verstehen, um eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung zu gewährleisten.

Polyneuropathie (PNP)

Was ist Polyneuropathie?

Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung, bei der mehrere periphere Nerven geschädigt sind. Diese Nerven sind für die Übertragung von Informationen zwischen dem Gehirn und dem Rest des Körpers verantwortlich. Schäden an diesen Nerven können zu einer Vielzahl von Symptomen führen, die von leichten Empfindungsstörungen bis hin zu schweren Schmerzen und Funktionsstörungen reichen.

Ursachen der Polyneuropathie

Es gibt über zweihundert bekannte Ursachen für Polyneuropathie, wobei Diabetes mellitus und chronischer Alkoholmissbrauch die häufigsten sind. Weitere Ursachen sind:

  • Diabetes mellitus: Chronisch erhöhte Blutzuckerspiegel können die Nerven schädigen. Bis zu jeder zweite Diabetiker entwickelt im Laufe seines Lebens eine PNP. Eine optimale Insulintherapie kann vor dieser Langzeitfolge des Diabetes mellitus schützen.
  • Alkoholabhängigkeit: Chronischer Alkoholmissbrauch, insbesondere in Kombination mit vitaminarmer Ernährung, kann zu nachhaltigen Nervenschäden führen. Schätzungen zufolge sind bis zu 66 Prozent aller chronischen Alkoholiker betroffen. Die Therapie konzentriert sich neben einer Vitaminkur vor allem auf einen dauerhaften Alkoholentzug.
  • Medikamente: Einige Medikamente, insbesondere chemotherapeutische Medikamente, können Nebenwirkungen auf das Nervensystem haben. Ähnliches gilt für verschiedene Medikamente gegen Infektionen, Rheuma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Umweltgifte: Schwermetalle wie Blei, Arsen und Thallium sowie Quecksilber und einige Lösungsmittel können das Nervensystem nachhaltig schädigen.
  • Genetische Veranlagung: Seltene erblich bedingte Neuropathien wie die Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung (CMT) können durch Gendefekte entstehen.
  • Fehlgeleitetes Immunsystem: Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigene Zellen angreift, können zu Schäden am Nervensystem führen. Beispiele hierfür sind das Guillain-Barré-Syndrom (GBS), die chronisch-inflammatorische Polyradikuloneuropathie (CIDP) und vaskulitische Neuropathien.

Symptome der Polyneuropathie

Die Symptome der Polyneuropathie können je nach Art der betroffenen Nervenfasern variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Sensible Beschwerden:
    • Pelzigkeit oder Taubheit der Haut
    • Kribbeln, Jucken, Brennen oder Stechen
    • Schmerzlose Wunden
    • Gefühl, wie auf Watte zu gehen
    • Verfälschte Wahrnehmung von Temperaturen
    • Extreme Schmerzen bei leichten Berührungen
  • Motorische Beschwerden:
    • Muskelzuckungen und -krämpfe
    • Schmerzen
    • Ermüdung der betroffenen Muskeln
    • Nachlassen der körperlichen Ausdauer
  • Autonome Beschwerden:
    • Übermäßiges oder vermindertes Schwitzen
    • Ohnmachts- und Schwindelanfälle
    • Herzrasen oder zu langsamer Herzschlag
    • Schluckbeschwerden
    • Völlegefühl, Verstopfung und Durchfall
    • Erschwertes oder ungewolltes Wasserlassen
    • Wassereinlagerungen und Hautveränderungen an den Füßen
    • Fortschreitende Schädigungen von Fußknochen und -gelenken
    • Erektionsstörungen
    • Fehlende Pupillenbewegungen

Diagnose der Polyneuropathie

Die Diagnose der Polyneuropathie umfasst in der Regel eine neurologische Untersuchung, eine Blutuntersuchung und elektrophysiologische Tests.

  • Neurologische Untersuchung: Der Neurologe prüft die Funktion der Nerven, ermittelt Empfindungsstörungen, testet das Lageempfinden und das Vibrationsempfinden und führt Koordinations- und Gleichgewichtsübungen sowie Reflextests durch.
  • Blutuntersuchung: Eine Blutprobe kann Aufschluss über den Langzeit-Blutzuckerspiegel sowie die Vitamin-B12- und Folsäurewerte geben.
  • Elektroneurografie (ENG): Bei dieser Untersuchung wird ein Nerv gezielt über eine Elektrode gereizt, und die Geschwindigkeit der Reizleitung wird gemessen.
  • Elektromyografie (EMG): Hierbei wird die elektrische Aktivität der Muskeln gemessen, um festzustellen, ob die Muskeln ausreichend starke Signale von den Nerven erhalten.
  • Weitere Untersuchungen: In einigen Fällen können weitere Untersuchungsmethoden wie eine Nerven-Muskel-Biopsie, molekulargenetische Tests, eine Hirnwasseruntersuchung, eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Ultraschalluntersuchung erforderlich sein.

Behandlung der Polyneuropathie

Die Behandlung der Polyneuropathie konzentriert sich auf die Behandlung der Grunderkrankung und die Linderung der Symptome.

  • Ursachenspezifische Therapie: Die Behandlung der Grunderkrankung, wie z. B. Diabetes mellitus oder Alkoholabhängigkeit, ist entscheidend. Bei Diabetes ist eine optimale Blutzuckereinstellung wichtig, und bei Alkoholabhängigkeit ist ein dauerhafter Alkoholentzug erforderlich.
  • Symptomatische Therapie:
    • Medikamentöse Schmerztherapie: Antikonvulsiva, Antidepressiva und Opioide können die Schmerzen lindern. Bei lokalisierten Schmerzen kann ein Lidocain-Pflaster sinnvoll sein.
    • Physio- und Ergotherapie: Physiotherapie kann helfen, geschwächte Muskelgruppen zu stärken, und Ergotherapie kann bei der Bewältigung alltäglicher Handgriffe helfen.
    • Medizinische Fußpflege: Regelmäßige Fußpflege ist wichtig, um Wunden frühzeitig zu erkennen und Entzündungen vorzubeugen.
    • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Dieses Verfahren kann helfen, Schmerzen zu lindern, indem gesunde Nervenfasern elektrisch stimuliert werden.

Tipps zur Selbsthilfe bei Polyneuropathie

Abhängig von den individuellen Symptomen können verschiedene Tricks und Kniffe im Alltag helfen:

  • Achten Sie auf kleine, dafür häufigere Mahlzeiten, um Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen.
  • Nehmen Sie viel Flüssigkeit und ballaststoffreiche Lebensmittel zu sich, um Verstopfungen entgegenzuwirken.
  • Wählen Sie eine Schlafposition mit erhobenem Oberkörper und tragen Sie auch nachts Stützstrümpfe, um Schwindelgefühle beim Aufstehen zu reduzieren.
  • Testen Sie warme, kalte oder Wechselbäder, um Schmerzen und Fehlempfindungen zu lindern. Auch warme oder kalte Umschläge können eine wohltuende Wirkung haben.
  • Gewöhnen Sie sich einen routinemäßigen Gang zur Toilette alle drei Stunden an, um einem veränderten Harndrang zu begegnen und Unannehmlichkeiten zu vermeiden.
  • Lassen Sie sich bei Erektionsstörungen oder trockener Vaginalhaut ärztlich beraten.
  • Entfernen Sie Stolperfallen und schaffen Sie eine barrierefreie Umgebung, um die Sturzgefahr zu mindern.

Burning-Feet-Syndrom

Was ist das Burning-Feet-Syndrom?

Das Burning-Feet-Syndrom ist ein Zustand, der durch brennende Schmerzen in den Füßen gekennzeichnet ist. Es kann von anderen Symptomen wie Kribbeln, Stechen, Taubheitsgefühl und Missempfindungen begleitet sein.

Ursachen des Burning-Feet-Syndroms

Die häufigste Ursache des Burning-Feet-Syndroms ist eine Schädigung der Nerven, die den Fuß versorgen, insbesondere durch Polyneuropathie. Weitere Ursachen sind:

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  • Verengte Blutgefäße in den Beinen (arterielle Verschlusskrankheit, pAVK): Verengte und verhärtete Blutgefäße aufgrund von Plaquebildung können die Durchblutung der Füße beeinträchtigen und Schmerzen verursachen.
  • Morton-Neuralgie (Morton-Metatarsalgie): Eine Reizung eines Nervs zwischen den Zehen kann zu brennenden Schmerzen im Vorfußbereich führen.
  • Plantarfasziitis: Eine Reizung des Ansatzes der Sohlen-Sehnenplatte an der Ferse kann Fersenschmerzen verursachen.
  • Tinea pedis (Fußpilz): Eine Pilzinfektion des Fußes kann Juckreiz, Rötung und Schuppenbildung verursachen.
  • Seltene Ursachen: Tarsaltunnelsyndrom, komplexes regionales Schmerzsyndrom, Erythromelalgie, zu enge Schuhe, Überlastung des Fußes, Verletzungen, Kontaktallergie, diabetische Fußgeschwüre, Restless-Legs-Syndrom, Schilddrüsenunterfunktion, Multiple Sklerose, Sarkoidose, HIV-Infektion und Medikamentennebenwirkungen.

Diagnose des Burning-Feet-Syndroms

Die Diagnose des Burning-Feet-Syndroms umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine Anamnese und gegebenenfalls weitere Tests.

  • Ärztliche Untersuchung: Der Arzt befragt den Patienten zu seinen Beschwerden, Vorerkrankungen, früheren Verletzungen und Medikamenten. Die Füße werden auf Hautveränderungen, Schwellungen, Fehlstellungen oder Verletzungen untersucht. Die Pulse an den Füßen werden getastet und Nervenfunktionen untersucht. Auch das Gangbild wird beurteilt.
  • Ergänzende Untersuchungen: Blutwerte können bestimmt werden, und in bestimmten Fällen kann eine Überweisung zu Spezialisten für Neurologie oder Schmerzmedizin erforderlich sein.

Behandlung des Burning-Feet-Syndroms

Die Behandlung des Burning-Feet-Syndroms richtet sich nach der Ursache.

  • Ursachenbehandlung: Blutzuckereinstellung und Gewichtskontrolle bei Diabetes, vorübergehende Schonung bei Überbelastung.
  • Symptomatische Behandlung: Schmerzmittel, Kühlung der Füße, Hochlagerung der Füße, lokale Anwendung von Capsaicin-Salbe, orthopädische Einlagen.

Hohlfuß (Pes cavus)

Was ist ein Hohlfuß?

Der Hohlfuß (Pes cavus) ist eine Fußdeformität, bei der das Fußlängsgewölbe übermäßig hoch ausgeprägt ist. Dies führt dazu, dass nur die Ferse und der Vorfuß den Boden berühren.

Ursachen des Hohlfußes

In einigen Fällen ist der Hohlfuß angeboren. Häufiger entsteht er jedoch durch eine Funktionsstörung der Muskulatur oder des Nervensystems. Weitere Ursachen können Verletzungen, neurologische Erkrankungen oder Fehlstellungen nach Frakturen sein.

Symptome des Hohlfußes

  • Schmerzen an der Fußsohle, insbesondere im Bereich der Ferse und des Vorfußes
  • Hornhautbildung an den Stellen, die stark belastet werden
  • Schwäche beim Gehen
  • Schuhkonflikte
  • Fehlstellungen der Zehen (Krallen- oder Hammerzehen)
  • Eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks
  • Erhöhte Anfälligkeit für Verletzungen der Bänder und Sehnen

Diagnose des Hohlfußes

Die Diagnose des Hohlfußes umfasst eine körperliche Untersuchung, eine Ganganalyse und bildgebende Verfahren.

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  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt beurteilt die Form des Fußes, die Beweglichkeit der Gelenke und die Funktion der Sehnen und Muskeln.
  • Ganganalyse: Eine videogestützte orthopädische Bewegungs- und Ganganalyse kann helfen, die Fehlstellung des Fußes und die Auswirkungen auf den Bewegungsablauf zu beurteilen.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, Fußdruckmessung (Pedobarografie), digitale Volumentomografie (DVT) und SPECT-CT können weitere Informationen liefern.

Behandlung des Hohlfußes

Die Behandlung des Hohlfußes hängt von der Schwere der Deformierung und den Beschwerden des Patienten ab.

  • Konservative Behandlung: Schuhzurichtungen, Einlagen, Dehnübungen und Physiotherapie.
  • Operative Behandlung: In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Fehlstellung zu korrigieren und die Schmerzen zu lindern.

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