Anatomie, Funktion und Pathologien der Hirnnerven im Kleinhirnbrückenwinkel

Der Kleinhirnbrückenwinkel (KHBW) ist eine anatomisch komplexe Region im Schädel, die eine Schlüsselrolle für die Funktion vieler wichtiger Hirnnerven spielt. Dieser Artikel beleuchtet die Anatomie des KHBW, die Funktionen der dort verlaufenden Hirnnerven und die verschiedenen Pathologien, die in diesem Bereich auftreten können.

Was sind die Hirnnerven?

Die Hirnnerven sind zwölf Nervenpaare, die direkt aus dem Gehirn entspringen und verschiedene Funktionen im Kopf- und Halsbereich steuern. Sie sind sowohl für sensorische Wahrnehmungen als auch für motorische Funktionen zuständig. Die Durchnummerierung der 12 Hirnnerven-Paare entspricht ihrer Anordnung am Gehirn von kranial (schädelwärts) zu kaudal (schwanzwärts, also zu den Füßen hin). Die Hirnnerven lassen sich anhand ihrer Hauptfunktion in sensorische, motorische und gemischte Nerven einteilen.

Die Hirnnerven haben verschiedene Qualitäten:

  1. Nervus olfactorius (Riechnerv): sensorisch
  2. Nervus opticus (Sehnerv): sensorisch
  3. Nervus oculomotorius (Augenmuskelnerv): parasympathisch-motorisch
  4. Nervus trochlearis (Augenmuskelnerv): motorisch
  5. Nervus trigeminus (Drillingsnerv, Trigeminus): sensibel-motorisch
  6. Nervus abducens (Augenmuskelnerv): motorisch
  7. Nervus facialis (Gesichtsnerv, Fazialis): sensorisch-parasympathisch-motorisch
  8. Nervus vestibulocochlearis (Hör- und Gleichgewichtsnerv): sensorisch
  9. Nervus glossopharyngeus (Zungen-Rachen-Nerv): sensorisch-parasympathisch-motorisch
  10. Nervus vagus („umherschweifender“ Nerv, Vagus): sensorisch-parasympathisch-motorisch
  11. Nervus accessorius (Hals- oder Beinerv): motorisch
  12. Nervus hypoglossus (Zungennerv): motorisch

Anatomie des Kleinhirnbrückenwinkels

Der Kleinhirnbrückenwinkel (KHBW) ist die anatomische Region zwischen Hirnstamm, Kleinhirn und Felsenbein. Hier verlaufen wichtige Strukturen, vor allem die meisten Hirnnerven und arteriellen Blutgefäße. Genauer gesagt, befinden sich hier die zentralen Anteile von 10 der insgesamt 12 Hirnnerven.

Die Hirnnerven im Kleinhirnbrückenwinkel

Mehrere Hirnnerven passieren den Kleinhirnbrückenwinkel, darunter:

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  • Nervus trigeminus (V): Dieser Nerv ist für die sensible Versorgung des Gesichts und die motorische Innervation der Kaumuskulatur zuständig. Der Nervus trigeminus beginnt mit seinen sensiblen Wurzelzellen in der mittleren Schädelgrube, seitlich von der Brücke. Nahe der Felsenbeinpyramide geht der Nerv durch die Dura mater, wo er das Ganglion trigeminale bildet. Hier beginnt fächerförmig die Dreiteilung des Nervus trigeminus: Nervus ophthalmicus, Nervus maxillaris, Nervus mandibularis.
  • Nervus abducens (VI): Der Nervus abducens ist wie die Hirnnerven 3 und 4 rein motorischer Natur und für die Augenmuskeln zuständig. Der Ursprung des Nervus abducens liegt im sogenannten Fazialishügel der Rautengrube. Er tritt zwischen Medulla oblongata und der Brücke aus dem Gehirn aus, durchbricht die Dura mater und zieht dann in die Augenhöhle.
  • Nervus facialis (VII): Der Nervus facialis ist für die Steuerung der Gesichtsmuskulatur, den Geschmackssinn im vorderen Zungenbereich und die Speichel- und Tränenproduktion verantwortlich. Der Nervus facialis tritt am Kleinhirnbrückenwinkel aus dem Gehirn aus. Zwischen ihm und dem Nervus vestibulocochlearis (8. Hirnnerv) verläuft der Nervus intermedius, der sich im Felsenbein mit dem Nervus facialis vereint. Der Nervus facialis, der Nervus intermedius und der Nervus vestibulocochlearis (8. Hirnnerv), die zusammen als Facialisgruppe bezeichnet werden, treten gemeinsam durch den inneren Gehörgang in das Felsenbein ein.
  • Nervus vestibulocochlearis (VIII): Dieser Nerv ist für das Hören und das Gleichgewicht zuständig. Der Nervus vestibulocochlearis tritt zusammen mit dem Nervus facialis aus dem Kleinhirnbrückenwinkel aus und verläuft gemeinsam mit diesem durch den inneren Gehörgang. Der Pars vestibularis führt zu den Sinneszellen der Bogengänge und der Pars cochlearis zu den Sinneszellen des Corti-Organs im Innenohr.
  • Nervus glossopharyngeus (IX): Der Nervus glossopharyngeus, der Zungenschlundnerv, ist ein Nerv mit motorischen, sensiblen, parasympathischen und sensorischen Anteilen. Der Nervus glossopharyngeus verlässt das Gehirn hinter der Oliva. Von dort zieht er durch das Foramen jugulare zur äußeren Schädelbasis.
  • Nervus vagus (X): Der Nervus vagus tritt aus der Medulla oblongata aus und zieht zwischen zwei Gefäßen, der Vena jugularis und der Arteria carotis interna, nach unten in die Brusthöhle.
  • Nervus accessorius (XI): Der Nervus accessorius entspringt aus dem Halsmark mit sechs bis sieben Spinalwurzeln, die sich im Wirbelkanal vereinigen. Durch das große Hinterhauptsloch tritt er in den Schädel ein und vereint sich mit Ästen des Nervus vagus, mit dem zusammen er durch das Drosselloch in der hinteren Schädelgrube wieder austritt. Danach teilt er sich in zwei Äste, die den Kopfnicker- und den Trapezmuskel versorgen.
  • Nervus hypoglossus (XII): Die motorischen Fasern des Nervus hypoglossus beginnen mit zehn bis 15 Wurzelfäden in der Medulla oblongata. Diese werden dann zu zwei Bündeln gesammelt, die durch die Dura mater gehen und im sogenannten Canalis hypoglossi aus dem Schädel austreten.

Funktion der Hirnnerven

Die Hirnnerven 1, 2 und 8 sind rein sensorische Nerven, leiten also Reize von Sinnesorganen:

  • Der 1. Hirnnerv, Nervus olfactorius (Riechnerv), leitet die von den Sinneszellen der Riechschleimhaut in der Nase aufgenommenen Impulse zum Bulbus olfactorius - dem Riechkolben unterhalb des Frontalhirns. Hier werden die Geruchsinformationen verarbeitet, bewertet und an das Limbische System und den Neocortex (Teil der Großhirnrinde) weitergeleitet.
  • Das 2. Hirnnerven-Paar, Nervus opticus (Sehnerv), leitet die Signale der Netzhaut weiter zum Gehirn: Bilder, die auf der Netzhaut des Auges entstehen, werden von der Sehbahn weitergeleitet.
  • Das 8. Hirnnerven-Paar, Nervus vestibulocochlearis, ist ein zweiteiliger Nerv: Der sensible Gleichgewichtsnerv, Nervus vestibularis, leitet Sinneserregungen vom Vorhof im Felsenbein zum Gehirn. Der Hörnerv, der Nervus cochlearis, leitet die Erregungen von der Hörschnecke im Innenohr zum Gehirn.

Augenmuskelnerven: Die Hirnnerven 3, 4 und 6 werden als Augenmuskelnerven bezeichnet:

  • Das 3. Hirnnerven-Paar, Nervus oculomotorius, versorgt mit seinem oberen Ast den Muskel, der das Oberlid hebt und den Muskel, der den Augapfel nach oben wendet und ihn dabei leicht nach innen zieht. Mit seinem unteren Ast versorgt der Nervus oculomotorius den Muskel, der an der inneren Seite des Auges ansetzt und für die Einwärtsbewegung des Augapfels notwendig ist. Weitere Augenmuskeln, die vom Nervus oculomotorius versorgt werden, sind zuständig für das Senken des Augapfels und den Zug nach innen und für die Drehung des Augapfels nach außen und oben, womit der Blick nach oben gerichtet werden kann. Die parasympathischen Fasern des Nervus oculomotorius verlaufen durch die Radix oculomotoria zum Ganglion ciliare, wo sie umgeschaltet werden und dann weiter zum Corpus ciliare, wo sie den Muskel versorgen, der für die Akkommodation (Anpassung des Auges an Nah- oder Fernsicht) verantwortlich ist und den, der die Pupille verengt.
  • Das 4. Hirnnerven-Paar, Nervus trochlearis, versorgt den Augenmuskel, mit dem die Drehung des Augapfels nach unten innen möglich wird und der Blick nach unten gesenkt werden kann.
  • Das 6. Hirnnerven-Paar, Nervus abducens, versorgt den äußeren geraden Augenmuskel, der den Augapfel von der Mittellinie wegführt.
  • Nervus trigeminus (5. Hirnnerv): Der Nervus trigeminus als sensibler Nerv versorgt mit seinen drei Ästen und den von diesen abgehenden zahlreichen Nebenästen das Gesicht, die Schleimhaut von Mund und Nase, die Zähne und die Dura mater. Mit seinem kleineren motorischen Bereich versorgt er die Kaumuskulatur und den Mundöffner.
  • Nervus facialis (7. Hirnnerv): Der komplexe Nervus facialis besteht aus drei Hauptkomponenten: Sensorische Fasern leiten Geschmacksempfindungen von den vorderen zwei Dritteln der Zunge zum Gehirn. Parasympathische Fasern führen zu den Unterzungen- und Unterkieferspeicheldrüsen sowie den Tränendrüsen. Willkürliche motorische Fasern versorgen alle Muskeln des Gesichts.
  • Nervus glossopharyngeus (9. Hirnnerv)Auch das 9. Hirnnerv)
  • Der Nervus vagus versorgt mit seinen motorischen Anteilen das Gaumensegel, die Atemwege sowie die oberen Speisewege. Mit seinen sensiblen Anteilen versorgt er den äußeren Gehörgang, den Kehlkopf, die Luftröhre, den unteren Rachen, die Speiseröhre, die Lunge, den Magen, das Herz, die Leber, die Niere, die Milz und viele Gefäße. Der Dickdarm wird nur zum Teil vom Nervus vagus versorgt.
  • Nervus accessorius (11. Hirnnerv): Der Nervus accessorius versorgt rein motorisch den Kopfnicker-Muskel (Musculus sternocleidomastoideus) und den Trapezmuskel (M. trapezius). Ersterer sitzt seitlich am Hals und setzt am Schlüsselbein an. Der Trapezmuskel liegt zwischen Schulter und Wirbelsäule.
  • Nervus hypoglossus (12. Hirnnerv): Der Nervus hypoglossus versorgt die gesamte Zungenmuskulatur.

Pathologien im Kleinhirnbrückenwinkel

Aufgrund der dichten Anordnung wichtiger Strukturen im KHBW können verschiedene Pathologien auftreten, die die Funktion der Hirnnerven beeinträchtigen. Dazu gehören:

  • Akustikusneurinome (Vestibularisschwannome): Dies sind gutartige Tumoren, die von den Schwann-Zellen des Nervus vestibulocochlearis ausgehen. Sie sind die häufigsten Tumoren im KHBW und können zu Hörverlust, Tinnitus, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen führen. Ein Akustikusneurinom (syn.: Vestibularis-Schwannom, engl.: acoustic neurinoma or neuroma) ist ein meistens benigner (gutartiger) Hirntumor. Er entsteht durch die Entartung von Schwannzellen, die die Nervenscheide des achten Hirnnerven bilden. Der achte Hirnnerv, auch Nervus vestibulo-cochlearis gennant, besteht aus zwei Anteilen. Ein Anteil ist für den Gleichgewichtssinn, der andere für das Hören verantwortlich. Der achte Hirnnerv wird vom siebten Hirnnerv begleitet, dem sog. Fazialisnerven, welcher für die Bewegungen der Gesichtsmuskulatur verantwortlich ist. Der 7. und 8. Hirnnerv verlassen den Schädel durch den inneren Gehörgang. Dies ist der Ausgangspunkt der Akustikusneurinome, von wo sie langsam in den Kleinhirnbrückenwinkel, einer Nische zwischen Kleinhirn und Hirnstamm, hineinwachsen und schließlich auf den Hirnstamm drücken. Dieser Wachstums-prozess kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Akustikusneurinome stellen etwa 10% der primären intrakraniellen Tumoren dar. Meist treten sie in der 4. und 5. Lebensdekade auf und kommen etwas häufiger beim weiblichen Geschlecht vor. Außer bei der seltenen Erbkrankheit Neurofibromatose, bei der die Tumoren typischerweise schon bei Kindern bzw. jungen Erwachsenen auftreten, gibt es keinen Hinweis auf eine Vererblichkeit. Typischerweise werden sie aufgrund zunehmender einseitiger Schwerhörigkeit (im Gegensatz zur beidseitig auftretenden Altersschwerhörigkeit) oder einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur (Fazialisparese) erkannt. Andere mögliche Symptome können sein: starke Kopfschmerzen, Tinnitus (störende Ohrgeräusche), Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Gehstörungen, Taub-heitsgefühl des Gesichts, Übelkeit und Erbrechen, sowie in sehr seltenen Fällen zu einem lebensbedrohlichen Zustand aufgrund eines sog. akuten Hydrozephalus ("Wasserkopf"). Das bildgebende Verfahren der ersten Wahl ist beim Schwannom die Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie oder MRT), da dieses Verfahren den größten Weichteilkontrast besitzt. Ergänzend werden meist eine Computertomographie (CT), sowie Hör- und Gleichgewichtsuntersuchungen durchgeführt. Mögliche Therapieoptionen sind: Beobachtung ("wait and scan"), neurochirurgische Entfernung und Strahlentherapie oder Radiochirurgie (Gamma-Knife). Die Entscheidung hängt u.a. von Größe des Tumors, Alter und Allgemeinzustand des Patienten ab. Wichtig für die Entscheidung sind auch das Hörvermögen und die Funktion des Fazialisnerven. Kleine Akustikusneurinome ohne Wachstumstendenz bei älteren Personen müssen nicht unbedingt entfernt werden. Die Prognose ist für einseitige Akustikusneurinome im Allgemeinen gut, vorausgesetzt, der Tumor wird frühzeitig erkannt und richtig behandelt. Trotz seines eigentlich gutartigen Charakters kann der Tumor unter Umständen mit dem Leben unvereinbar sein, wenn er nämlich so groß wird, dass er auf den Hirnstamm drückt und somit Vitalfunktionen wie Atmung, Herz-Kreislauf sowie das Wachsein stört. Die Prognose im Rahmen der seltenen Neurofibromatose Typ 2 kann unter Umständen nicht so günstig sein, da der Tumor hier typischerweise beidseits auftritt. Außerdem treten bei dieser Krankheit noch andere Tumoren auf.
  • Meningeome: Dies sind Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen und im KHBW lokalisiert sein können.
  • Epidermoide und Dermoidzysten: Dies sind gutartige, zystische Läsionen, die im KHBW auftreten können.
  • Neurovaskuläre Kompressionssyndrome: Hierbei werden Hirnnerven durch den Druck von Blutgefäßen beeinträchtigt. Dies kann zu Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerzen), Hemispasmus facialis (unwillkürliche Gesichtszuckungen) oder Schwindel führen.Neurovaskuläre Kompressionssyndrome sind klinisch gekennzeichnet durch Funktionsstörungen einzelner Hirnnerven. Das häufigste Kompressionssyndrom betrifft den N. trigeminus und führt zur Trigeminusneuralgie, gefolgt vom Hemispasmus facialis, der durch eine vaskuläre Kompression des N. facialis verursacht wird. Weniger bekannte Nervenkompressionssyndrome können zu Störungen des N. glossopharyngeus, des N. intermedius oder des N. vestibulocochlearis führen. Sehr selten sind der N. oculomotorius oder N. abducens betroffen.
  • Kleinhirninfarkt: Die Ursache für einen Kleinhirninfarkt ist ein Verschluss der Kleinhirnarterien. Je nach Ausmaß und Größe des verschlossenen Gefäßes variieren die Symptome und die Betroffenheit des Patienten. Ein besonderes Syndrom kommt durch einen PICA Verschluss zustande, das sogenannte Wallenberg Syndrom: Hierbei kann es neben den weiter unten genannten typischen Symptomen zusätzlich zu einer Taubheit, Augenmuskellähmungen sowie zu einem Nystagmus kommen, da diese Areale durch die Arteriacerebelliposterior (PICA) versorgt werden. Dieses Gefäß ist ein wichtiger Ast der A. vertebralis. Die A. Weitere wichtige Gefäße, welche aus der A. basilaris entstammen, sind die A. cerebelli anterior (AICA) und die A. Ein Überblick über die funktionelle Anatomie der Kleinhirnbereiche ist sowohl in medizinischen Lehrbüchern (wie z.B. Übelkeit, Erbrechen und Schwindel sind typische Symptome eines Kleinhirninfarkts, ausgelöstdurch die Minderdurchblutung des Cerebellum (Kleinhirn). Im Rahmen eines Kleinhirninfarktes kann es durch die Minderdurchblutung zu einer vermehrten Schwellung des Gehirnes, einem Ödem, kommen. Dieses führt zu einer vermehrten Kompression des vierten Ventrikels, wodurch das Hirnwasser nicht mehr abfließen kann. Um das zu verhindern, ergibt sich bei diesem Zustand des Patienten die Indikation zur dekompressiven Kraniektomie der hinteren Schädelgrube mit Duraeröffnung und Entfernung des infarzierten Kleinhirngewebes. Bei dieser Operation wird der Patient auf den Bauch gelagert und der Kopf inkliniert in einer Metallklemme fixiert. Diese Fixierung muss sicher, fest und in einer bestimmten Positionerfolgen, damit sich der Kopf nicht mehr bewegen kann. Die Position ist hierbei von besonderer Wichtigkeit, damit die operative Dekompression sicher durchgeführt werden kann. Die evoBase von evonos ermöglicht hier ein präzises und sicheres Einspannen des Schädels. Muss eine Operation durchgeführt werden, weil das Kleinhirn zu sehr geschwollen ist, wird sowohl der Knochen als auch das abgestorbene Kleinhirngewebe entfernt. Zum Eröffnen des Schädels wird ein Kraniotom wie der evoDrill von evonos genutzt. Es gibt ihn in unterschiedlichen Durchmessern und für zwei verschiedene Schädeldicken. Unter den Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind als Wichtigste dieartherosklerotischen Wandveränderungen der Gefäße hervorzuheben. Somit hat die Prävention und Minimierung von Risikofaktoren eine große Bedeutung. Wichtig ist die Behandlung und Einstellung des Blutdruckes, des Diabetes mellitus und des Cholesterins.Auch Rauchen und Übergewicht erhöhen das Risiko für einen Hirnschlag. Bedeutung hat auch die absolute Arrhythmie (Vorhofflimmern), für die die Inzidenz im Alter zunimmt und häufiger mit einem embolischen Infarkt verknüpft ist. Eine Kardioversion und/oder medikamentöse Antikoagulation ist bei diesem Krankheitsbild indiziert.Zudem gibt es seltene Erkrankungen der Gefäße, wie z. B. Zur Sicherung der Diagnose eines Schlaganfalles, sollte immer so schnell wie möglich nach Beginn der Symptome, die Durchführung eines CTs mit zusätzlicher Abbildung der Gefäße erfolgen. Zeigt sich in der Computertomographie ein Gefäßverschluss, kann je nach Zeitpunkt des Beginns der vorliegenden Symptome, eine mechanische Rekanalisierung oder systemische Lysetherapie durchgeführt werden. Ziel dieser Therapie ist, die Aufrechterhaltung der Durchblutung und die Verhinderung eines Infarktes und somit die Rettung des Hirngewebes. Da diese Verfahren drei Stunden nach Symptombeginn nicht mehr erfolgversprechend durchgeführt werden können, ist die zeitnahe Vorstellung der betroffenen Patienten in einer Klinik essenziell für den Behandlungserfolg. Neu aufgetretene Sehstörungen, Sprachstörungen oder auch kleine Taubheiten und Lähmungen, sollten durch eine Bildgebung unmittelbar neurologisch untersucht und abgeklärt werden. Oft treten kleinere Durchblutungsstörungen als Vorboten mit zum Teil sehr milden und reversiblen Symptomen auf. Bei einem ausgeprägten Infarkt kann es durch eine zunehmendeSchwellungzu einer Einklemmung des Gehirns kommen, woran der Patient sterben kann.Kleinere Läsionen können mildere Symptome, wie Feinmotorikstörungen zur Folge haben. Das infarzierte Gewebe regeneriert sich nicht, jedoch können andere, nicht geschädigte Areale, die Funktionen übernehmen und die Ausfälle kompensieren. Die Folgen sind somit hauptsächlich vom Ausmaß der Schädigung abhängig, aber auch von der Rehafähigkeit des Patienten. Alter sowie andere Vorerkrankungen oder vorbestehende Einschränkungen spielen hier eine Rolle. Im Anschluss an die Behandlung im Akutkrankenhaus steht für die meisten Pateinten eine Rehabilitation an. Nach einem Kleinhirninfarkt erleben viele Patienten die Mobilisierung als große Herausforderung. Durch einen länger anhaltenden Schwindel und Probleme mit der Zielmotorik, besteht sehr häufig eine große Unsicherheit beim Verlassen des Bettes.Pflegende und Physiotherapeuten wirken dem entgegen, indem sie mit Patienten schon früh das Verlassen des Bettes üben und Hilfsmittel wie hohe Gehwägen einsetzen. Bei Hirnstamminfarkten kann ein hoher und sehr komplexer Schweregrad der Einschränkungen vorliegen, da in diesem Bereich des Gehirns nicht nur das lebensnotwendige Atem- und Kreislaufzentrum lokalisiert sind, sondern dort auch viele Funktionen der Hirnnerven geschädigt werden können, was das Sehen, Schlucken und Atmen erschweren kann. Infarkte in diesem Bereich können zusätzlich zu einer dauerhaften Benommenheit führen. Der Schwindel gilt als eines der klassischen Symptome bei einer Kleinhirnschädigung. Oft tritt er zusammen mit Übelkeit und Erbrechen auf. Des Weiteren kann eine Schwindelmigräne Ursache sein - oderauch eine Innenohrschädigung, die sogenannte M. Wichtig ist eine fachärztliche Abklärung und ein Ausschluss cerebellärer Ursachen sowie ein Zusammentragen der erhobenen Befunde. Tritt eine Neurologie neu beim Patienten auf oder verstärkt sich diese deutlich, ist immer eine umgehende Abklärung erforderlich. Denn für den Fall einer Durchblutungsstörung ist frühes Handeln geboten, um möglich kritisch durchblutetes Hirngewebe zu retten. Hierbei nimmt das Gehirn schon nach wenigen Minuten unterbrochener Sauerstoffversorgung Schaden und es kommt zu Hirninfarkten.
  • Metastasen: Zu erwähnen sind hier insbesondere Tumore, die in diesem Bereich entstehen. Bei Erwachsenen sind dies meist Metastasen, also Absiedlungen eines anderen Tumors im Körper, häufig der Lunge, der Brust und der Haut.

Diagnostik

Die Diagnose von Pathologien im KHBW umfasst in der Regel eine neurologische Untersuchung, audiologische Tests und bildgebende Verfahren wie:

  • Magnetresonanztomographie (MRT): Das MRT ist die Methode der Wahl zur Beurteilung von Weichteilstrukturen im KHBW, einschließlich der Hirnnerven und Tumoren. Ein spezielles hochauflösendes MRT, das anschließend einer umfangreichen Bildverarbeitung mit 3D-Visualisierung unterzogen wird, um den möglichen Gefäß-Nerven-Kontakt genau darstellen zu können.
  • Computertomographie (CT): Das CT kann zur Beurteilung von Knochenstrukturen und zur Identifizierung von Verkalkungen in Tumoren verwendet werden. Computertomografie (HRCT) jedoch nach wie vor die Methode der Wahl.

Behandlung

Die Behandlung von Pathologien im KHBW hängt von der Art und Größe der Läsion, den Symptomen und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten ab. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:

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  • Beobachtung: Kleine, asymptomatische Läsionen können beobachtet und regelmäßig kontrolliert werden.
  • Medikamentöse Therapie: Medikamente können zur Linderung von Symptomen wie Schmerzen oder Schwindel eingesetzt werden.
  • Strahlentherapie: Die Strahlentherapie kann eingesetzt werden, um das Wachstum von Tumoren zu verlangsamen oder zu stoppen. Eine Alternative zur operativen Behandlung ist bei kleineren, umschriebenen Tumoren, die stereotaktische Radiochirurgie. Hierbei wird das Gewebe nicht entfernt, sondern dosisabhängig durch die Bestrahlung nekrotisiert und inaktiviert.
  • Chirurgische Entfernung: Die chirurgische Entfernung von Tumoren kann erforderlich sein, um die Symptome zu lindern und das Wachstum der Läsion zu verhindern. Die operative Entfernung dieser Prozesse erfolgt, wenn möglich, in sitzender Lagerung über einen klassischen oder erweiterten sog. suboccipito-lateralen Zugang hinter dem Ohr, standardmäßig unter elektrophysiologischem Monitoring der beteiligten Hirnnerven oder Hirnstammstrukturen mit dem Ziel der möglichst vollständigen Resektion bei größtmöglichem Funktionserhalt.

Neurovaskuläre Kompressionssyndrome

Bei Neurovaskulären Kompressionssyndromen kommt dann die sog. Mikrovaskuläre Dekompression nach Jannetta in Betracht, bei der ebenfalls über eine suboccipito-laterale Schädeleröffnung ein Teflonpolster zwischen Gefäß und Nerv eingelegt wird. Auch diese Operationen werden standardmäßig unter elektrophysiologischem Monitoring durchgeführt. Weitere Behandlungsmethoden bei anderen Ursachen, insbesondere der Trigeminusneuralgie, bestehen in der Thermokoagulation des Ganglion Gasseri des N. trigeminus und zunehmend auch in der stereotaktischen Radiochirurgie des N. trigeminus.

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