Gefahr zum Stammhirn Vasilaris: Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Migräne mit Hirnstammaura, früher als Basilarismigräne bekannt, ist eine seltene und oft schwer zu diagnostizierende Form der Migräne mit Aura. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte dieser Erkrankung, von ihren Ursachen und Symptomen bis hin zu Diagnose- und Therapieansätzen.

Einführung

Vor etwa 40 Jahren wurde die Migräne mit Hirnstammaura erstmals beschrieben. Bis dahin stellte sie Mediziner vor eine große diagnostische Herausforderung, und auch heute noch werden die Symptome nicht immer sofort richtig zugeordnet. Die Migräne mit Hirnstammaura ist eine besondere Form der Migräne, bei der es zu neurologischen Ausfällen oder Reizungen kommt, die ihren Ursprung im Hirnstamm haben.

Symptome der Migräne mit Hirnstammaura

Im Gegensatz zur Migräne mit Aura, bei der die Symptome von der Großhirnrinde ausgehen, treten die Durchblutungsstörungen bei der Migräne mit Hirnstammaura im Hirnstamm auf. Daher betreffen die Beschwerden auch die Bereiche, die vom Hirnstamm gesteuert werden, wie beispielsweise die Motorik.

Typische Symptome, die beidseitig auftreten können, sind:

  • Sprachstörungen
  • Schwindel (vestibuläre Migräne)
  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Hörminderung
  • Doppeltsehen
  • Beidseitige Sehstörungen
  • Ataxie (Koordinationsstörung)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Beidseitiges Taubheitsgefühl (simultane bilaterale Parästhesie), z.B. der Arme

Die Taubheitsgefühle können sich allmählich in den Armen oder Beinen ausbreiten, was dazu führt, dass Betroffene nicht mehr in der Lage sind, zu laufen oder zu stehen. Im Gegensatz zu anderen Migräneformen stehen Kopfschmerzen bei der Migräne mit Hirnstammaura nicht immer im Vordergrund. Viele Betroffene entwickeln gar keine Kopfschmerzen.

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Die Symptome der Migräne mit Hirnstammaura können sehr belastend sein. Viele Patienten berichten von Müdigkeit und Erschöpfung nach einer Attacke und manchmal tagelang wackeligen Beinen. Die Symptome sind oft beängstigend, da sie Parallelen zu einem Schlaganfall aufweisen.

Ursachen der Migräne mit Hirnstammaura

Die älteren Bezeichnungen Basilarismigräne oder basiläre Migräne leiten sich von der Arteria basilaris ab, einer Schlagader, die den Hirnstamm mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Bei einer Migräne mit Hirnstammaura liegen funktionelle Störungen im Bereich dieser Arterie vor, bzw. es kommt zu Durchblutungsstörungen im Hirnstamm. Daher wurde der Begriff Basilarismigräne durch die medizinisch korrektere Bezeichnung Migräne mit Hirnstammaura ersetzt.

Der Hirnstamm reguliert wichtige Körperfunktionen wie Atmung, Herzschlag, Sehen, Hören und Tasten. Die Arteria basilaris versorgt auch das Hinterhirn.

Das Bickerstaff-Syndrom

In sehr seltenen Fällen kann sich bei Patienten mit Migräne mit Hirnstammaura das Bickerstaff-Syndrom entwickeln, auch bekannt als Locked-In-Syndrom. Betroffene fühlen sich im eigenen Körper gefangen, können sich nicht bewegen oder sprechen, sind aber bei vollem Bewusstsein.

Patienten, die ein Bickerstaff-Syndrom erlebt haben, beschreiben den Beginn als normale Migräne-Attacke mit Kopfschmerzen, Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit, die der Gefangenschaft im eigenen Körper vorausgehen.

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Diagnose der Migräne mit Hirnstammaura

Die International Headache Society (IHS) hat Kriterien für die Diagnose der Migräne mit Hirnstammaura festgelegt. Demnach müssen mindestens zwei der oben genannten Symptome auftreten, vollständig verschwinden und es darf keine motorische Schwäche (z.B. Lähmung der Arme oder Beine) vorliegen. Taubheitsgefühle zählen zu den sensiblen Störungen und fallen somit nicht unter motorische Symptome.

Ein intensives Arztgespräch, in dem die Patienten ihre Symptome genau schildern, ist der erste Schritt zur Diagnose. Es ist hilfreich, sich bereits vorher Gedanken zu machen und diese am besten schriftlich festzuhalten. Das Ausfüllen eines Migränetagebuchs über einen gewissen Zeitraum kann dabei unterstützen.

Trotz der klaren Vorgaben ist die Diagnose einer Migräne mit Hirnstammaura oft eine Herausforderung.

Therapie der Migräne mit Hirnstammaura

Die Therapie der Migräne mit Hirnstammaura unterscheidet sich von anderen Migräneformen. Da die Erkrankung vielschichtig ist und noch nicht vollständig verstanden, ist eine Behandlung, die sich aus mehreren Faktoren zusammensetzt, die beste Option.

Dazu gehört zunächst, persönliche Auslöser zu erkennen und, wenn möglich, zu vermeiden. Schmerzmittel (Analgetika) können die Kopfschmerzen lindern.

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Triptane, die speziell zur Behandlung von Migräne entwickelt wurden, werden bei der Migräne mit Hirnstammaura nicht empfohlen, da sie eine Verengung der Arterien im Gehirn bewirken. Da eine eingeschränkte Blutzufuhr als Ursache für die Migräne mit Hirnstammaura gilt, wird befürchtet, dass eine zusätzliche Verengung durch Arzneimittel die Beschwerden verstärkt.

Ein weiterer wichtiger Baustein der Therapie sind prophylaktische Maßnahmen wie:

  • Regelmäßiger Ausdauersport
  • Erlernen von Stressbewältigungs- und Entspannungstechniken
  • Biofeedback (gezieltes Entspannen von Muskeln)

Eine Ergotherapie kann den Betroffenen helfen, besser mit den Beschwerden umzugehen.

Schlaganfall im Hirnstamm: Eine potenziell schwerwiegende Komplikation

Ein Schlaganfall im Hirnstamm, auch Hirnstamminfarkt genannt, ist ein besonders schwerwiegendes Ereignis, da der Hirnstamm lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Herzschlag und Bewusstsein kontrolliert. Ein Verschluss der Arteria basilaris im Hirnstamm kann zu einer vollständigen Lähmung aller Extremitäten (Tetraparese) bis hin zum Tod führen.

Ursachen und Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Die häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall sind:

  • Blutgerinnsel
  • Thrombosen
  • Gefäßverengung durch Ablagerungen (Arteriosklerose)
  • Hirnblutungen durch Gefäßrisse
  • Subarachnoidalblutung

Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind unter anderem:

  • Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Verengungen der Halsschlagadern
  • Vorhofflimmern
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes
  • Rauchen

Warnzeichen und Diagnose eines Schlaganfalls

Die Symptome eines Schlaganfalls treten plötzlich auf und sind in der Regel gut erkennbar. Dazu gehören einseitige Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen, Sprach-, Gleichgewichts- und Bewusstseinsstörungen sowie Sehstörungen oder Doppelbilder.

Der FAST-Test hilft, einen Schlaganfall schnell zu erkennen:

  • Face (Gesicht): Hängende Mundwinkel. Lächeln nicht mehr möglich.
  • Arms (Arme): Beide Arme können nicht mehr gehoben werden. Ein Arm sinkt oder dreht sich.
  • Speech (Sprache): Sätze können nicht mehr gesprochen werden oder die Stimme klingt verwaschen.
  • Time (Zeit): Wählen Sie unverzüglich die 112.

Bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist eine notfallmäßige zerebrale Bildgebung (CT oder MRT) erforderlich, um die Diagnose zu sichern und andere Ursachen auszuschließen.

Therapie des Schlaganfalls

Je früher die Behandlung einsetzt, desto größer ist die Chance, zu überleben und bleibende Schäden zu minimieren. Betroffene sollten so schnell wie möglich in einer Stroke Unit behandelt werden, einer spezialisierten Abteilung für die Erstversorgung von Schlaganfall-Patienten.

Mögliche Behandlungen sind die Lyse-Therapie (Auflösung des Blutgerinnsels) und die Thrombektomie (mechanische Entfernung des Blutgerinnsels).

Frührehabilitation nach einem Schlaganfall

Eine frühzeitige Rehabilitation ist entscheidend, um die Chancen auf eine Wiederherstellung der Funktionen zu erhöhen und die Lebensqualität zu verbessern.

Hirnaneurysma: Eine mögliche Ursache für Hirnstammprobleme

Ein Hirnaneurysma ist eine Ausbuchtung einer Schlagader im Gehirn. Es entsteht, wenn die Gefäßwand an einer Stelle nicht mehr fest und elastisch ist und sich nach außen wölbt. Ein Aneurysma kann auf die angrenzenden Hirn- oder Nervenstrukturen drücken oder platzen und eine Blutung im Kopf auslösen.

Diagnose und Behandlung von Hirnaneurysmen

Die Diagnose eines Hirnaneurysmas erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren wie CT-Angiographie oder MRT-Angiographie. Die Behandlung richtet sich nach der Größe, Form und Lage des Aneurysmas sowie dem Zustand des Patienten.

Mögliche Behandlungen sind die mikrochirurgische Operation (Clipping) und die endovaskuläre Behandlung (Coiling). Beim Coiling-Verfahren werden feine Platinspiralen in das Aneurysma eingebracht, um es vom Blutstrom abzutrennen.

Differenzialdiagnostische Überlegungen

Es ist wichtig, die Migräne mit Hirnstammaura von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen abzugrenzen, insbesondere von einem Schlaganfall oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA). Auch andere Ursachen für Schwindel, Tinnitus, Sehstörungen und Koordinationsstörungen sollten in Betracht gezogen werden.

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