Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis, das das Leben von Betroffenen und Angehörigen grundlegend verändern kann. Die Folgen sind vielfältig und individuell verschieden. Während einige Betroffene sich schnell erholen, leiden andere unter schweren, dauerhaften Beeinträchtigungen. Dieser Artikel beleuchtet die Herausforderungen des Alltags nach einem Schlaganfall, die verschiedenen Folgen und Strategien zur Bewältigung, um eine bestmögliche Lebensqualität wiederzuerlangen.
Vielfältige Folgen eines Schlaganfalls
Die Auswirkungen eines Schlaganfalls sind sehr unterschiedlich und hängen stark davon ab, welche Hirnregion betroffen ist und wie stark die Schädigung ausfällt. Einige Betroffene erholen sich innerhalb weniger Tage, während andere mit schwerwiegenden Behinderungen leben müssen. Die Bandbreite der möglichen Folgen ist groß. Zu den häufigsten gehören halbseitige Lähmungen sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten.
Grundsätzlich lassen sich die Folgen in drei Bereiche unterteilen:
- Neurologische Folgen: Körperliche Auswirkungen, Motorik
- Neuropsychologische Folgen: Sinneswahrnehmung und kognitive Funktionen
- Psychische Folgen: Emotionen
Neurologische Folgen
Betroffene können oft unmittelbar nach dem Ereignis eine Körperhälfte nicht mehr richtig spüren und/oder kontrollieren. Eine Dysarthrophonie (früher auch Dysarthrie genannt) ist eine Beeinträchtigung der Steuerung und Ausführung von Sprechbewegungen. Eine Spastik tritt in der Regel erst Wochen oder Monate nach dem Schlaganfall auf.
Neuropsychologische Folgen
Vorübergehende oder dauerhafte Schwierigkeiten mit der Konzentration und der Aufmerksamkeit sind relativ unabhängig von der betroffenen Hirnregion. Bei einem Neglect ist die Wahrnehmung der betroffenen Körperseite gestört. Eine Demenz bringt in der Regel typische Anzeichen mit sich: Die Konzentrations- und Orientierungsfähigkeiten lassen nach.
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Psychische Folgen
Viele Schlaganfall-Betroffene leiden unter Depressionen. Eine Angststörung kann viele Auslöser haben. Die unsichtbaren Folgen des Schlaganfalls erleben viele Betroffene. Für Außenstehende sind sie oft schwer nachvollziehbar - und doch verändern sie das Leben.
Ursachen und Arten von Schlaganfällen
Bei einem Schlaganfall kommt es zu einer Schädigung von Teilen des Gehirns, die sich in plötzlichen ("schlagartigen") neurologischen Symptomen äußert, wie etwa Taubheitsgefühlen oder Sprachstörungen. Ein Schlaganfall, auch als Apoplex bezeichnet, ist immer ein Notfall, der schnelle Behandlung erfordert. Ursache ist eine Durchblutungsstörung des Organs, die zu einem Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen führt. In der Folge sterben Nervenzellen ab, wodurch es zu Ausfallerscheinungen kommt. Schlaganfälle kommen zwar vor allem bei älteren Menschen vor, Jüngere können aber auch betroffen sein.
Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Ursachen:
- Hirninfarkt (ischämischer Schlaganfall): Hier kommt es durch die Verlegung eines Blutgefäßes, beispielsweise durch ein Blutgerinnsel, zu einer Durchblutungsstörung.
- Hirnblutung (hämorrhagischer Infarkt): Diese kann das Gehirngewebe schädigen. Sie entsteht meist durch hohen Blutdruck, veränderte Gefäßwände oder Gefäßmissbildungen.
Symptome und Langzeitfolgen
Im Gehirn laufen Informationen aus dem gesamten Körper zusammen: Hier befinden sich Bewusstsein, Gedächtnis und die Kontrolle über alle Muskeln. Dabei sind verschiedene Hirnregionen auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert. Die Folgen eines Schlaganfalls und wie sie den Alltag beeinträchtigen, hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Ausschlaggebend ist, welche Bereiche des Gehirns betroffen sind und in welchem Ausmaß.
Daraus resultierende Symptome sind unter anderem:
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- Lähmungen
- Verkrampfte Muskulatur (Spastiken)
- Bewegungs- und Empfindungsstörungen
- Sprach- und Schluckstörungen
- Sehstörungen
- Bewusstseinsstörungen und Schwindel
- Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen
- Antriebslosigkeit
Kleine und stumme Schlaganfälle
Bei "kleinen Schlaganfällen" wird das betreffende Blutgefäß nur vorübergehend oder lediglich teilweise verschlossen. Die Symptome sind die gleichen wie bei einem vollständigen, anhaltenden Verschluss, verschwinden aber innerhalb kurzer Zeit wieder. Sie sind trotzdem ein Notfall und bedürfen der unmittelbaren Behandlung, da das Risiko für einen vollständigen Schlaganfall mit den entsprechenden Folgen sehr hoch ist. Gleiches gilt für einen "stummen Schlaganfall", bei dem klassische Symptome meist ausbleiben.
Langzeitfolgen
Vor allem in den ersten Wochen und Monaten nach einem Schlaganfall klagen viele Betroffene über Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit wie Aufmerksamkeits-, Sprach- und Gedächtnisstörungen. Einschränkungen im Alltag werden in diesem Zeitraum von vielen als störend empfunden. Eine anhaltende Lähmung, die größere Teile des Körpers betrifft, kann Aktivitäten erschweren oder unmöglich machen. Da abgestorbene Nervenzellen nicht nachwachsen, können die Symptome eines Schlaganfalls dauerhaft bestehen bleiben. Das Gehirn kann sich wiederum bis zu einem gewissen Maße anpassen, wodurch sich Ausfallerscheinungen wie Gedächtnislücken bessern oder teilweise ausgeglichen werden können.
Faktoren, die den Verlauf beeinflussen
Das Ausmaß der betroffenen Hirnregion, schnelle und spezialisierte Hilfe, das Alter der betroffenen Person, der Zustand nach dem Schlaganfall, die Unterstützung durch Angehörige, Therapietreue beeinflussen Ausgang und Langzeitfolgen eines Schlaganfalls. Kleine Infarkte sind günstiger als größere Defekte. Ein Schlaganfall muss so schnell wie möglich therapiert werden, es zählt jede Minute. Betroffene, die in spezialisierten Zentren behandelt werden ("Stroke Units"), haben bessere Überlebens- und Heilungschancen. Je jünger die betroffene Person, desto besser die Heilungschancen. Personen, die sich direkt nach der Erkrankung in einem guten geistigen und körperlichen Zustand befinden, haben auch längerfristig bessere Aussichten auf eine günstige Entwicklung der Erkrankung. Angehörige, die bei der Therapie und Bewältigung des Alltags helfen, unterstützen eine positive Entwicklung der Genesung. Wer sich an die Empfehlungen der Ärztin oder des Arztes hält und Folgetermine konsequent wahrnimmt, hat eine bessere Prognose.
Rehabilitation: Der Weg zurück ins Leben
Die Rehabilitation (Reha) spielt eine zentrale Rolle bei der Wiederherstellung von Fähigkeiten und der Anpassung an ein Leben mit den Folgen eines Schlaganfalls. Sie beginnt idealerweise bereits im Krankenhaus und kann anschließend in einer Rehaklinik oder ambulant fortgesetzt werden.
Ziele der Rehabilitation
- Wieder selbstständiger werden
- Umgang mit Einschränkungen lernen
- Folgen des Schlaganfalls wie Lähmungen, Sprachstörungen, Gedächtnisprobleme und Depressionen lindern
- Vorbereitung auf die Rückkehr nach Hause und das Alltagsleben
- Hilfen für Angehörige
Therapieansätze
Die Rehabilitation umfasst verschiedene Therapieformen, die individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden:
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- Physiotherapie / Krafttraining: Übungen zum Aufstehen, Gehen, Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer, um die Beweglichkeit und Selbstständigkeit zu verbessern.
- Logopädie: Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen durch gezielte Übungen.
- Ergotherapie: Training von Alltagsfertigkeiten wie Anziehen, Essen, Wahrnehmungs- und Konzentrationsübungen.
- Neuropsychologische Therapie: Training von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung sowie Strategien zum Umgang mit Einschränkungen.
- Pflege: Aktivierende Pflege, die zur Selbstständigkeit beim Essen, Waschen und Ankleiden anleitet.
Antragstellung und Organisation
Die Mitarbeiter im Krankenhaus stellen den Antrag und organisieren die Verlegung in eine Rehabilitationsklinik. Zuständig sind der Sozialdienst und das „Entlassmanagement“ des Krankenhauses. Die Rehabilitation wird bei der Rentenversicherung oder der Krankenkasse beantragt. Diese bewilligen die Reha zunächst für drei Wochen. Sie kann aber bei Bedarf verlängert werden. Es gibt neurologische und geriatrische Rehabilitationen. Eine neurologische Rehabilitation beinhaltet mehr Therapiestunden als eine geriatrische und zielt vor allem darauf ab, wieder in den Beruf zurückkehren zu können. Eine geriatrische Rehabilitation richtet sich hauptsächlich an ältere Menschen mit mehreren Vorerkrankungen. Manchmal kommt auch eine teilstationäre oder eine ambulante Rehabilitation infrage.
Erfolgsaussichten
Viele Menschen erlangen durch eine Rehabilitation wichtige Fähigkeiten wieder. Die meisten Verbesserungen zeigen sich normalerweise in den ersten sechs Monaten nach dem Schlaganfall. Vor allem bei Jüngeren lassen sich die Einschränkungen auch danach noch deutlich lindern. Aber auch einige ältere Menschen können sich Jahre nach dem Schlaganfall noch erholen.
Leben zu Hause: Alltag meistern und Unterstützung finden
Die Rückkehr nach Hause erfordert oft Anpassungen und Organisation. Der Sozialdienst im Krankenhaus bzw. in der Rehabilitationsklinik hilft bei der Planung und Organisation. Auch Angehörige und Freunde können um Mithilfe gebeten werden. Ergotherapeuten bieten Unterstützung bei der behindertengerechten Gestaltung der Wohnung an.
Tipps für den Alltag
- Wohnraumanpassung: Beseitigung von Stolperfallen wie Teppichen, Anbringen von Haltegriffen im Bad, Anpassung der Möbelhöhe.
- Hilfsmittel: Nutzung von Hilfsmitteln wie Rollatoren, Rollstühlen, Badewannenliften, speziellem Besteck oder Anziehhilfen.
- Ernährung: Ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Vermeidung von Cholesterin, Salz und tierischen Fetten.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung zur Vorbeugung von Druckgeschwüren, Gelenkversteifungen und Beinvenenthrombosen.
- Kommunikation: Geduldige und deutliche Kommunikation, Unterstützung bei Sprachschwierigkeiten.
- Selbsthilfegruppen: Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen in Selbsthilfegruppen.
Unterstützung für Angehörige
Auch für Angehörige von Schlaganfallpatienten bedeutet die Krankheit oft eine drastische Veränderung. Die vertraute Person ist vielleicht plötzlich körperlich stark eingeschränkt, kann sich nicht mehr so gut ausdrücken oder hat sich eventuell auch charakterlich verändert. Schlagartig ist alles anders. Sprechen Sie viel mit ihm - und zwar wie mit einem Erwachsenen. Nehmen Sie dem Patienten nicht jeden Handgriff ab - nur durch unermüdliches Üben können die verlorenen Fähigkeiten wieder hergestellt werden. Überbehütung und übertriebenes Umsorgen können hinderlich sein. Die Anforderungen an den Pflegenden sind hoch. Seien Sie auch mit sich selbst nachsichtig und versuchen Sie, sich immer wieder Zeit für sich selbst zu nehmen. Binden Sie andere Angehörige oder Freunde ein, die Sie entlasten. Mehrere Schultern können körperliche und seelische Belastungen besser tragen. Scheuen Sie sich nicht, selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie welche benötigen - ob im Haushalt oder therapeutische Unterstützung. Eine wichtige Funktion haben hier Schlaganfall Selbsthilfegruppen, die in allen größeren Städten und Gemeinden Hilfe anbieten und eine Anlaufstelle darstellen. Kirchliche Verbände, Kranken- oder Pflegekassen bieten übrigens teilweise Kurse für pflegende Laien an.
Berufliche Wiedereingliederung
Für berufstätige Schlaganfall-Patienten stellt sich die Frage nach der beruflichen Zukunft. Sprechen Sie schon während der Rehabilitation mit Ihrem Arzt über eine mögliche Rückkehr in den Beruf beziehungsweise eine Neuorientierung. Die wichtigsten Ansprechpartner bei solchen Fragen sind die Agentur für Arbeit und die Träger der Rentenversicherung. Sie fördern unter anderem Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung durch Einarbeitungs-Zuschüsse und Umschulung. Zentrale Aufgabe der beruflichen Rehabilitation ist es, die richtige Arbeit für Sie zu finden. Grundsätzlich gibt es folgende Möglichkeiten: Ob für Sie die Möglichkeit besteht, dass Sie Ihre frühere Tätigkeit ganz oder teilweise wieder aufnehmen, hängt von Ihrem Beruf und dem Grad der körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen nach dem Schlaganfall ab. Daher gilt es festzustellen, ob und wie sich Ihre Fähigkeit zur Arbeit verbessert oder wiederherstellen lässt. Holen Sie sich ausführliche Beratung zu den Möglichkeiten der Arbeitsplatz-Anpassung, Umschulung oder Teilzeit-Beschäftigung.
Autofahren nach einem Schlaganfall
Wenn Sie ein Auto fahren, ist Ihre Fahrtüchtigkeit nach einem Schlaganfall in gewisser Hinsicht zweifach beeinträchtigt. Zum einen besteht die Gefahr, dass Sie plötzlich einen erneuten Schlaganfall erleiden. Zum anderen besteht die Gefahr, dass Ihre Leistungsfähigkeit durch die Folgen des Schlaganfalls vermindert ist - etwa durch Lähmungen, Seh-Störungen oder eine verlangsamte Reaktionsfähigkeit. In beiden Fällen gefährden Sie am Steuer eines Autos somit sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Der Gesetzgeber verlangt von allen Menschen mit Führerschein Eigenverantwortung - ob Schlaganfall-Patient oder nicht. Überprüfen Sie sich daher immer wieder selbst, ob Sie ein Fahrzeug sicher durch den Verkehr lenken. Nach einer Erkrankung wie einem Schlaganfall verlangt das Gesetz aber, dass Betroffene "in geeigneter Weise Vorsorge" treffen, damit sie am Lenkrad nicht zur Gefahr werden. Dazu gehört, dass sich Patienten sachkundige Hilfe holen. Die erste Anlaufstelle ist Ihr behandelnder Arzt. Er ist in der Lage, einzuschätzen, ob Sie sich noch beziehungsweise schon wieder ans Steuer setzen sollten oder aus Sicherheitsgründen auf das Autofahren verzichten sollten. Dieser Verzicht ist entweder vorübergehend - solange bis Sie wieder fit genug zum Fahren ist - oder dauerhaft, etwa bei bleibenden Lähmungen.
Reisen nach einem Schlaganfall
Wenn Sie sich von Ihrem Schlaganfall erholt haben, dürfen Sie meist auch wieder in den Urlaub fahren. Sogar Flugreisen sind prinzipiell erlaubt. Es kommt aber vor allem darauf an, wie fit Sie sich fühlen. Überschätzen Sie Ihre Leistungsfähigkeit nicht - eine genaue Absprache mit dem Arzt ist wichtig. Er berücksichtigt auch eventuelle Begleit-Erkrankungen, die viele Schlaganfall-Patienten haben. Generell gilt: Keine Extreme! Bergtouren über 2.500 Meter Meereshöhe, Tiefsee-Tauchen, eine Foto-Safari durch den Dschungel oder Kreuzfahrten in der Arktis sind keine geeigneten Reisepläne für Schlaganfall-Patienten. Bereiten Sie sich gut auf die Reise vor. Buchen Sie zum Beispiel, falls notwendig, eine behindertengerechte Unterkunft. Informieren Sie sich über die medizinische Versorgung vor Ort. Erkundigen Sie sich beim Arzt über empfohlene Impfungen. Lassen Sie sich außerdem von ihm ein Attest über Ihre Diagnose und Behandlung ausstellen (eventuell in Englisch). Achten Sie auch darauf, dass Sie ausreichende Mengen aller Medikamente (oder entsprechende Rezepte) mitnehmen, die Sie regelmäßig einnehmen müssen (wie Gerinnungs-Hemmer oder Blutdrucksenker). Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wie Sie die Medikamente richtig transportieren und lagern.
Lebenserwartung und Risikofaktoren
Obwohl ein Schlaganfall noch immer eine recht häufige Todesursache ist, überleben ihn die meisten Menschen bei rechtzeitiger Behandlung. Der entstandene Schaden am Gehirn kann die Lebenserwartung allerdings in den darauffolgenden Monaten und Jahren erheblich beeinflussen. Das liegt zum einen daran, dass die zugrunde liegenden Erkrankungen, etwa Arteriosklerose oder Diabetes mellitus, auf vielfältige Art und Weise zu Komplikationen führen und die Lebenserwartung verkürzen können. Außerdem ist das Risiko für weitere Ereignisse stark erhöht: Etwa eine von zehn betroffenen Personen erleidet innerhalb eines Jahres erneut einen Schlaganfall. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen überleben das erste Jahr nach dem Schlaganfall, mehr als die Hälfte der Betroffenen unter 50 Jahren auch die nächsten fünf. Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel oder weitere Erkrankungen, etwa Diabetes mellitus oder Bluthochdruck, beeinflussen die Lebenserwartung nach einem Schlaganfall. Bei Menschen, die einen gesunden Lebensstil führen und Begleiterkrankungen konsequent und bestmöglich therapieren, ist sie höher. Regelmäßige Bewegung sowie eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse können das Risiko für einen weiteren Schlaganfall senken. Betroffene sollten weitgehend auf Lebensmittel verzichten, die viel Cholesterin, Salz oder tierische Fette enthalten. Diese fördern Arteriosklerose und Bluthochdruck, die wiederum das Schlaganfallrisiko erhöhen.
Psychische Gesundheit und soziale Teilhabe
Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Erlebnis, das dazu führen kann, dass betroffene Personen nicht mehr ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen können oder pflegebedürftig werden. Dies kann erhebliche Folgen für die Psyche haben. Ängste und Niedergeschlagenheit sind unmittelbar nach dem Vorfall normal, auch schwerwiegende Depressionen sind möglich. Es ist deshalb ratsam, sich gegebenenfalls entsprechende Hilfe zu suchen und psychische Probleme nicht ausschließlich als vorübergehendes oder unveränderliches Problem nach einem Schlaganfall anzusehen. Die Zusammenkunft mit Menschen, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, hilft bei der seelischen Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung. Als Betroffener bietet sich die Möglichkeit, sich innerhalb einer Selbsthilfegruppe gegenseitig zu unterstützen und zu motivieren. In Deutschland gibt es über 400 Schlaganfall- Selbsthilfegruppen.
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