Einleitung
Das Gefühl, als wären die Nerven außen, kann Ausdruck verschiedener psychischer und physischer Belastungen sein. In diesem Artikel werden mögliche Ursachen und Verläufe dieses Gefühls beleuchtet und Bewältigungsstrategien aufgezeigt. Dabei fließen sowohl persönliche Erfahrungen als auch wissenschaftliche Erkenntnisse ein.
Ursachenforschung: Was steckt hinter dem Gefühl?
Das Gefühl, als wären die Nerven außen, kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig tritt es im Zusammenhang mit psychischen Belastungen wie Stress, Angst oder Depressionen auf. Aber auch körperliche Faktoren wie hormonelle Veränderungen, Allergien oder Autoimmunerkrankungen können eine Rolle spielen.
Psychische Belastungen als Auslöser
Emotionaler Stress, insbesondere über einen längeren Zeitraum, kann das Nervensystem überlasten und zu einer erhöhten Sensibilität führen. Dies kann sich in dem Gefühl äußern, dass die Nerven blank liegen und man besonders empfindlich auf äußere Reize reagiert.
- Stress: Berufliche oder private Belastungen, finanzielle Sorgen oder zwischenmenschliche Konflikte können Stress verursachen und das Nervensystem aus dem Gleichgewicht bringen.
- Angst: Angstzustände, Panikattacken oder soziale Ängste können ebenfalls zu einer erhöhten Sensibilität und dem Gefühl, die Nerven lägen blank, führen.
- Depressionen: Depressionen gehen oft mit einer veränderten Wahrnehmung einher, die dazu führen kann, dass man sich emotional verletzlicher und empfindlicher wahrnimmt.
Körperliche Faktoren als mögliche Ursache
Auch körperliche Ursachen können für das Gefühl, die Nerven lägen außen, verantwortlich sein.
- Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Schwankungen, wie sie beispielsweise in der Pubertät, während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auftreten, können das Nervensystem beeinflussen und zu einer erhöhten Sensibilität führen.
- Allergien und Autoimmunerkrankungen: Allergien und Autoimmunerkrankungen können Entzündungsreaktionen im Körper auslösen, die sich auch auf das Nervensystem auswirken und zu Missempfindungen führen können.
- Schilddrüsenerkrankungen: Eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion kann den Stoffwechsel und das Nervensystem beeinflussen und zu Symptomen wie Nervosität, Reizbarkeit oder Missempfindungen führen.
- Vitaminmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere B-Vitaminen, kann die Funktion des Nervensystems beeinträchtigen und zu Missempfindungen führen.
Alopecia Areata und das Gefühl von schmerzempfindlicher Kopfhaut
Einige Betroffene von Alopecia Areata (AA), einer Autoimmunerkrankung, die zu Haarausfall führt, berichten von einer schmerzempfindlichen Kopfhaut, bevor die Haare ausfallen. Obwohl AA gemeinhin nicht mit Schmerzen in Verbindung gebracht wird, deuten diese Erfahrungen darauf hin, dass es eine Verbindung zwischen der Erkrankung und Missempfindungen der Kopfhaut geben kann.
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Alopecia Areata: Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Eine 40-jährige Frau schildert ihren persönlichen Umgang mit Alopecia Areata. Seit ihrem 22. Lebensjahr leidet sie unter AA, wobei die Stellen bis zum 32. Lebensjahr immer wieder nach wenigen Monaten zuwuchsen. Nach einer sieben- bis achtjährigen beschwerdefreien Zeit kehrte der Haarausfall im August dieses Jahres jedoch heftig zurück, sodass sie innerhalb weniger Wochen ihre Kopfhaare verlor.
Der Umgang mit der Perücke
Inzwischen trägt sie eine Perücke, die zwar gut aussieht, ihr aber kein sicheres Gefühl gibt. Sie hält nicht richtig, sodass sie sich zurückgezogen hat. Ihr Partner unterstützt sie und versucht, ihr das Gefühl zu geben, auch ohne Haare attraktiv zu sein, was jedoch nicht bei ihr ankommt.
Hoffnung und Enttäuschung
Vor vier Wochen begannen ihre Haare wieder zu wachsen, sogar flächendeckend. Ihre Zuversicht war groß, doch dann stellte sie fest, dass die Haare wieder ausfallen.
Ärztliche Odyssee
Bei ihren ersten beiden Hautarztterminen wurde sie nicht ernst genommen, da ihr Arzt ihren relativ harmlosen Verlauf von früher kannte. Ihr Hausarzt kontrollierte wenigstens das Blut, auch die Schilddrüse, da sie Hashimoto hat. Es ist aber alles unauffällig und die Werte sind ähnlich wie in ihrer beschwerdefreien Zeit. Nach langer Wartezeit hat sie nun einen Termin bei einem anderen Hautarzt und hofft auf eine erfolgreiche Therapie. Obwohl sie eigentlich kein Cortison nehmen wollte, ist sie nun bereit, sich nicht dagegen zu entscheiden, wenn er eine Therapie damit einleiten will.
Parallelen und Solidarität
Eine andere Betroffene schickt solidarische Grüße und berichtet, dass ihre Perücke am Anfang auch zu locker saß. Die Perückenmacherin hat dann einfach die Gummis richtig eng gezogen und festgenäht. Sie äußert auch ihre Befürchtungen, dass man es den Haaren jetzt doch ansieht, dass sie aufgesetzt sind.
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Kortisonstoßtherapie und Neurodermitis
Nach einem Besuch in der Tübinger Uniklinik hat sich die Betroffene für eine Cortisonstoßtherapie entschieden, da ihr Leidensdruck ohne Haare zu groß ist. Sie muss fünf Tage lang Cortisontabletten nehmen, dann drei Wochen Pause einlegen. Das soll sie drei Monate lang machen und sich dann wieder vorstellen. Da sie Neurodermitikerin ist und viele Allergien hat, kann sie diese mit dem Cortison gleich mitbehandeln.
Zusammenhang zwischen Neurodermitis und Alopecia Areata
Sie hat einen Zusammenhang beobachtet in all den Jahren, in denen sie nun AA hat: Wenn sie starke Schübe von Neurodermitis hat, ist etwas zeitversetzt auch die AA schlimm. Es ist bekannt, dass AA oft in Zusammenhang mit Allergien steht. Sie vermutet, dass die extremen emotionalen Belastungen der letzten Jahre und der Tod ihres Vaters Auslöser gewesen sein könnten.
Hoffnung und Nebenwirkungen
Der Arzt hat ihr große Hoffnung gemacht. Nebenwirkungen dürfte das Cortison in der Dosis, die sie nimmt, keine großen machen, da sie ja auch immer eine längere Pause einlegt.
Weitere Erfahrungen und Parallelen
Eine andere Betroffene berichtet, dass sie die AA auch erst mit kurz vor 41 bekommen hat und dass niemand in der Familie Haarausfall hat (gehabt). Sie hat wie die andere Betroffene auch Neurodermitis, seit sie denken kann. Sie beobachtete, dass sie in einer sehr stressintensiven Zeit keinen Neurodermitis-Schub hatte. Dann begann der Haarausfall. Als ob sich der Körper ein anderes Ventil gesucht hat.
Cortisolspiegel und Nebennierenschwäche
Die Betroffene möchte beim Endokrinologen noch abklären lassen, ob mit ihren Nebennieren alles in Ordnung ist. Sie hat viel über Nebennierenschwäche gelesen. Angeblich können diese Cortisol-produzierenden Drüsen erschöpfen, wenn man lange unter extremer Belastung steht. In der Zeit, in der man unter Stress steht, produzieren sie viel Cortisol, was irgendwie wiederum eine Erklärung ist, warum wir in extrem belastenden Zeiten auch keine Neurodermitis hatten. Durch diese "Überproduktion" erschöpfen sie dann und lösen Immunstörungen aus, was die AA ja vermutlich ist.
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Gesunde Lebensweise und Cortison
Ihr Grundansatz, dass der Haarausfall mit gesunder Ernährung, viel Schlaf, Stressabbau usw. in den Griff zu bekommen ist, habe ich nach wie vor aber mir fehlt einfach die Geduld - deswegen greife ich jetzt zum Cortison. Trotzdem werde ich meine gesündere Lebensweise beibehalten und ich denke, dass wir damit auf einem guten Weg sind.
Nebenwirkungen von Cortison
Eine andere Betroffene hatte Cortison-Tabletten wegen der Haare bekommen und hatte neben Übelkeit und Müdigkeit vor allem so komische Ganzkörpersschmerzen, wie Muskelkater. Jeden Tag eine neue Nebenwirkung, vier Tage lang.
Phytocortal N und sozialer Rückzug
Das Phytocortal N habe ich von meiner Heilpraktikerin bekommen, um Einfluss auf den Cortisolspiegel zu nehmen. Als meine Haare wieder anfingen zu wachsen, war ich überzeugt, dass die Kombination von homöopatischen Mittelchen und Nahrungsergänzung positiven Einfluss hat aber dann fielen sie ja wieder aus. Ihr sozialer Rückzug wird gerade nur schlimmer. Es kommt durchaus vor, dass sie eine Woche lang das Haus nicht verlässt, was in ihrem Fall geht, da sie selbständig ist und von zu Hause aus arbeiten kann.
Erfahrungen mit Perücken und sozialem Umfeld
Wenn sie unter Leute geht und tatsächlich nur unter fremden Menschen bin, fühlt sie sich auch ganz gut. Ihr Problem sind eher Freunde und Bekannte. Zwei sehr enge Freundinnen wissen davon und bei ihnen fühlt sie sich dann auch ganz wohl. Vielleicht wäre ein offenerer Umgang damit hilfreicher aber ich denke, das ist ein Prozess. Sie trägt jetzt gerade mal seit ein paar Wochen Perücke und dass das Selbswertgefühl noch nicht wieder wie vorher sein kann, ist ja auch normal.
Mut machen und nicht vergleichen
Eine andere Betroffene macht Mut und sagt, dass die Verläufe so unterschiedlich sind, dass es ganz anders sein/laufen kann. Insofern nur Mut, die Hoffnung hoch halten - und nicht vergleichen! Stress vermeiden/verringern!? Und: Man kann auch mit AU leben. Mich hat meine Geschichte inzwischen an Orte getragen, die ich ohne den Haarausfall…
Bewältigungsstrategien: Wege aus der Krise
Das Gefühl, als wären die Nerven außen, kann sehr belastend sein. Es gibt jedoch verschiedene Strategien, die helfen können, dieses Gefühl zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Psychologische Unterstützung
Eine Psychotherapie kann helfen, die Ursachen des Gefühls zu erkennen und zu bearbeiten. Insbesondere bei psychischen Belastungen wie Stress, Angst oder Depressionen kann eine Therapie sehr hilfreich sein.
- Kognitive Verhaltenstherapie: Diese Therapieform zielt darauf ab, negative Denkmuster zu erkennen und zu verändern.
- Gesprächstherapie: In der Gesprächstherapie können die eigenen Gefühle und Gedanken reflektiert und verarbeitet werden.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga können helfen, Stress abzubauen und das Nervensystem zu beruhigen.
Körperliche Maßnahmen
Auch körperliche Maßnahmen können dazu beitragen, das Gefühl, als wären die Nerven außen, zu lindern.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann die Nerven stärken und das allgemeine Wohlbefinden verbessern.
- Regelmäßige Bewegung: Sportliche Aktivitäten können Stress abbauen und die Stimmung aufhellen.
- Ausreichend Schlaf: Ein gesunder Schlafrhythmus ist wichtig für die Regeneration des Nervensystems.
- Vermeidung von Reizstoffen: Der Konsum von Alkohol, Nikotin und Koffein sollte reduziert werden, da diese Stoffe das Nervensystem zusätzlich belasten können.
Natürliche Heilmittel
Einige natürliche Heilmittel können ebenfalls dazu beitragen, das Gefühl, als wären die Nerven außen, zu lindern.
- Pflanzliche Beruhigungsmittel: Baldrian, Johanniskraut oder Lavendel können beruhigend wirken und die Nerven stärken.
- Nahrungsergänzungsmittel: Magnesium, B-Vitamine oder Omega-3-Fettsäuren können die Funktion des Nervensystems unterstützen.
- Akupunktur: Akupunktur kann helfen, das Nervensystem zu regulieren und Stress abzubauen.
Selbsthilfestrategien
Neben professioneller Hilfe können auch Selbsthilfestrategien dazu beitragen, das Gefühl, als wären die Nerven außen, zu bewältigen.
- Achtsamkeit: Achtsamkeitsübungen können helfen, die eigenen Gefühle und Gedanken bewusst wahrzunehmen und besser mit ihnen umzugehen.
- Selbstmitgefühl: Ein liebevoller Umgang mit sich selbst kann dazu beitragen, das Selbstwertgefühl zu stärken und negative Gedanken zu reduzieren.
- Soziale Kontakte: Der Austausch mit Freunden und Familie kann helfen, sich weniger allein zu fühlen und Unterstützung zu erhalten.
- Kreative Aktivitäten: Kreative Aktivitäten wie Malen, Schreiben oder Musizieren können helfen, die eigenen Gefühle auszudrücken und Stress abzubauen.
Hochsensibilität: Eine mögliche Erklärung für das Fremdheitsgefühl
Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt intensiver wahr und reagieren empfindlicher auf Reize. Dies kann dazu führen, dass sie sich in einer Welt, die oft als schnelllebig und oberflächlich empfunden wird, fremd und unverstanden fühlen.
Die Suche nach Verbundenheit
Hochsensible Menschen sehnen sich oft nach einem tieferen Austausch und beschäftigen sich viel mit Sinnfragen. Sie brauchen oft viel Zeit für sich, um die vielen, intensiver wirkenden Eindrücke zu verarbeiten.
Der Schlüssel zur Selbstakzeptanz
Der Schlüssel zu einem Leben in Frieden und Verbundenheit mit anderen Menschen liegt für hochsensible Menschen darin, in Verbindung mit sich selbst zu kommen und in Verbundenheit mit sich selbst zu leben. Es ist wichtig, zu erkennen, dass man so, wie man ist, genau richtig ist und seinen Platz in der Welt und inmitten Menschen finden wird.
Selbstwertgefühl und Umfeld
Ein mangelndes Selbstwertgefühl und ein Umfeld, das nicht der eigenen Denk- und Lebensweise entspricht, können das Gefühl, sich fremd zu fühlen, verstärken. Es ist wichtig, eine liebevolle Beziehung zu sich selbst zu entwickeln und sich ein Umfeld zu suchen, in dem man sich wohl und akzeptiert fühlt.
Depressionen: Mehr als nur Traurigkeit
Depressionen sind eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die sich durch eine Vielzahl von Symptomen äußern kann. Neben Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit können auch körperliche Beschwerden, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme auftreten.
Die Schwierigkeit, Hilfe anzunehmen
Viele Menschen mit Depressionen schämen sich für ihre Erkrankung und haben Schwierigkeiten, Hilfe anzunehmen. Sie haben Angst, als schwach oder undiszipliniert abgestempelt zu werden.
Die Bedeutung von Selbstmitgefühl
Es ist wichtig, sich selbst mitfühlend zu begegnen und zu akzeptieren, dass man Hilfe benötigt. Depressionen sind keine Charakterschwäche, sondern eine Erkrankung, die behandelt werden kann.
Der erste Schritt zur Besserung
Der erste Schritt zur Besserung besteht darin, sich jemandem anzuvertrauen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Psychotherapie und/oder eine medikamentöse Behandlung können helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.