Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die weit mehr als nur starke Kopfschmerzen verursacht. Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Tinnitus, Schwindel, Sehstörungen und sogar Lähmungserscheinungen können auftreten. Die moderne Migränetherapie umfasst Schmerzmittel, Triptane und Prophylaxe bei häufigen Attacken. Stress, bestimmte Nahrungsmittel und Wetterumschwünge können Migräneattacken auslösen.
Einführung in die geführte Meditation bei Migräne
Geführte Meditation ist eine jahrhundertealte Methode, um einen klaren Geist zu erhalten und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Sie kann helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit von Migräneattacken zu reduzieren. Die regelmäßige Anwendung von Entspannungstechniken kann die Anzahl der Migräneattacken deutlich reduzieren.
Was ist geführte Meditation?
Bei der geführten Meditation wird man durch eine angeleitete verbale Führung in einen Zustand tiefer Entspannung geführt. Dies kann durch Visualisierungen, Atemübungen und beruhigende Bilder geschehen.
Warum geführte Meditation bei Migräne?
- Stressreduktion: Stress ist ein bekannter Auslöser für Migräne. Meditation hilft, Stress abzubauen und das allgemeine Aktivierungsniveau zu senken.
- Schmerztoleranz: Durch Entspannung können Angstzustände reduziert werden, was wiederum die Schmerztoleranz erhöht und den subjektiven Schmerzbericht reduziert.
- Dämpfung der Informationsverarbeitung: Entspannung kann eine zentrale Dämpfung der Informationsverarbeitung erreichen.
- Verbesserung der Lebensqualität: Entspannungstechniken können die gesamte Lebensqualität von Kopfschmerzpatienten positiv beeinflussen.
Yoga und Meditation bei Migräne
Yoga ist eine ganzheitliche Praxis, die Körper, Geist und Seele verbindet. Durch Körperhaltungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama) und Meditation soll man körperliche und geistige Entspannung erreichen. Yoga verbessert die Flexibilität, stärkt den Körper, fördert die Konzentration und wirkt stressreduzierend. Für Migräniker eignen sich die ruhigeren Arten am besten.
Yoga Übungsreihen gegen Kopfschmerzen
Es gibt spezielle Yoga-Übungsreihen, die bei Kopfschmerzen helfen können. Diese beinhalten:
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- Stirn-Entspannungs-Übung: Diese Übung dient zur Vorbeugung und Linderung von Kopfschmerzen, zur Entwicklung der geistigen Kreativität und zum Zugang zur Intuition.
- Yoga Hals Nacken Schulter Übungen: Starke, flexible und entspannte Muskeln beugen Nackenschmerzen, Bandscheibenbeschwerden und Kopfschmerzen vor.
- Sonnengebet ohne Umkehrstellungen: Diese Variante des Surya Namaskar ist für Menschen geeignet, die aus medizinischen Gründen oder wegen Kopfschmerzen oder Schwindelgefühlen auf Umkehrstellungen verzichten müssen.
Meditationstechniken im Yoga
- Atem-Meditation: Konzentration auf den Atem, um Ruhe in die Gedanken zu bringen und sich zu fokussieren.
- Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT): Eine Kombination aus achtsamkeitsbasierten Ansätzen und bewährten Techniken aus dem kognitiv-verhaltenstherapeutischen Bereich.
Weitere Entspannungstechniken bei Migräne
Neben geführter Meditation und Yoga gibt es weitere Entspannungstechniken, die bei Migräne hilfreich sein können:
- Autogenes Training: Eine Entspannungstechnik, die auf Autosuggestion basiert. Dabei werden dem Körper durch innere Vorstellungen und geistige Anweisungen Entspannungsimpulse gegeben.
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson: Eine systematische Entspannungstechnik, die darauf abzielt, große Muskelgruppen durch den Wechsel von Anspannung und Entspannung anzusprechen.
- Pilates: Stärkt vor allem die tiefliegende Muskulatur und verbessert dadurch die Körperhaltung.
- Chi Gong: Eine chinesische Bewegungskunst, bei der Bewegungen, Atmung und Vorstellungskraft kombiniert werden.
- Traumreisen: Eine Methode, bei der man sich in eine entspannende und angenehme Vorstellungswelt träumt.
Was passiert im Körper bei Entspannung?
Regelmäßig praktizierte Entspannungsübungen führen generell zu seelischer Gelassenheit. Aber auch auf der körperlichen Ebene kommt es zu einer Vielzahl an Reaktionen:
- Veränderung der hirnelektrischen Aktivität
- Dämpfung der Informationsverarbeitung im Gehirn
- Entspannung der Muskulatur
- Gleichmäßigere und ruhigere Atemfrequenz und Bauchatmung
- Verlangsamter Puls
- Erweiterung der Blutgefäße
- Senkung des Blutdrucks
Durch tiefe Entspannungszustände werden im Gehirn Alphawellen ausgelöst. Diese zeigen den Übergang zwischen Schlafen und Wachen an. Genau dieser Zustand führt zu einer Dämpfung der Informationsverarbeitung im Gehirn und kann so Migräneattacken vorbeugen und die schmerzfreie Phase zwischen zwei Attacken verlängern.
Erfahrungen mit geführter Meditation bei Migräne
Viele Migränepatienten berichten von positiven Erfahrungen mit geführter Meditation. Sie hilft ihnen, Stress abzubauen, die Häufigkeit von Migräneattacken zu reduzieren und ihre Lebensqualität zu verbessern.
Fallbericht: Renate S.
Eine zweifache Mutter stellte sich mit einer episodischen linksseitigen Migräne mit Aura vor. Durch osteopathische Behandlung, die Einnahme von Magnesium, Vitamin B2 und Q10 sowie Vagusstimulation konnte eine Reduktion der Attackenfrequenz und -stärke erreicht werden.
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Studienlage zur Wirksamkeit von Entspannungstechniken
In zahlreichen Studien wurde nachgewiesen, dass die regelmäßige Anwendung von Entspannungstechniken langfristig die Anzahl der Migräne-Attacken deutlich reduzieren kann. Die Effektivität von Entspannungstechniken zur Vorbeugung von Migräneattacken kann sogar mit einer medikamentösen Prophylaxe vergleichbar sein.
Wie man geführte Meditation in den Alltag integriert
- Regelmäßigkeit: Je regelmäßiger man Entspannungsübungen durchführt, desto eher lernen Gehirn und Körper runterzufahren und sich zu entspannen. Tägliches Üben ist empfehlenswert.
- Routine: Entspannungsübungen zur täglichen Routine machen, um den inneren Schweinehund zu überlisten.
- Anleitung: Am besten eine geführte Anleitung nutzen.
- Rückzugsort: Einen ruhigen Rückzugsort schaffen.
- Bequemlichkeit: Entspannungsmethoden sowohl im Liegen als auch im Sitzen durchführen. Bequem sollte es sein.
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