Gehirn Abnehmen App Test: Mentale Fitness für Gewichtsverlust und allgemeine kognitive Leistungsfähigkeit

Für viele Menschen stellt der Gewichtsverlust eine große Herausforderung dar, während er für andere mühelos erscheint. Experten vermuten, dass die mentale Einstellung hierbei eine entscheidende Rolle spielen könnte. Die allseits bekannte Verbindung zwischen Körper und Geist zeigt sich darin, dass Stress den Magen beeinflusst, Liebeskummer das Herz und Angst uns sprachlos macht. Dieses Konzept ist auch beim Abnehmen von Bedeutung, da immer mehr Fachleute erkennen, dass unsere Gedanken und Überzeugungen eine zentrale Rolle spielen. Der Ansatzpunkt liegt darin, die Einstellung zum Abnehmen zu verändern.

Der Einfluss der Psyche auf den Abnehmerfolg

Eine Studie des Statistik-Portals "Statista" zeigt, dass Abnehmen ein häufiges Ziel ist, doch nur eine Minderheit schafft es, langfristig Gewicht zu verlieren. Warum bleiben einige dauerhaft schlank, während andere ständig kämpfen? Stoffwechsel und Genetik sind wichtige Faktoren, aber die psychologische Komponente ist ebenso entscheidend für den Erfolg beim Abnehmen. Stefanie Schroeder von der Uni Barmberg hebt hervor, dass Selbstbeherrschung, Motivation und der Umgang mit emotionalen Belastungen maßgeblich beeinflussen, ob wir zunehmen und wie erfolgreich wir beim Abnehmen sind.

Jacob Drachenberg, ein Psychologe und Stress-Experte, erklärt, dass sich aus unserem Selbstbild und unseren Überzeugungen eine "selbsterfüllende Prophezeiung" entwickeln kann. Er betont, dass der Abnehmerfolg größtenteils mit dem Bild zusammenhängt, das wir von uns haben. Wer sich selbst als aktiv und sportlich sieht, wird sich auch entsprechend verhalten. Das Gegenteil ist der Fall, wenn man sich als unsportlich und träge wahrnimmt. Scheitern kann zu Frustration und Selbstkritik führen, was oft dazu führt, dass man in alte Gewohnheiten zurückfällt.

Gehirnjogging: Mythos oder wirksames Training für den Geist?

Das Geschäft mit dem Gehirnjogging boomt, und Unternehmen entwickeln ständig neue Übungen, Online-Kurse oder Computerspiele. Millionen Menschen versuchen, mit Denksportaufgaben geistig fit zu werden. Doch wie effektiv ist dieses Training wirklich?

Was ist Gehirnjogging?

Gehirnjogging umfasst verschiedene Übungen und Aufgaben, die darauf abzielen, kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und logisches Denken zu verbessern. Ein Beispiel für Gehirnjogging für Anfänger ist eine Übung, bei der man sich die Reihenfolge von Punkten und Linien auf einem Computerbildschirm merken und diese anschließend reproduzieren muss.

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Die Versprechen der Anbieter

Die Anbieter von Gehirnjogging-Programmen versprechen oft eine Steigerung der "Gehirnleistung" um bis zu 40 Prozent und belegen dies mit Studien renommierter Wissenschaftler. Insbesondere für ältere Menschen werden Übungen fürs Gehirn empfohlen, um den natürlichen Abbau der geistigen Fähigkeiten im Alter aufzuhalten oder zumindest zu verzögern. Individuelles Gedächtnistraining soll dabei helfen, lange geistig fit zu bleiben und im Alltag besser zurechtzukommen.

Kritik an Gehirnjogging

Kritiker bemängeln, dass sich mit Gehirnjogging zwar die Gedächtnisleistung bzw. Aufmerksamkeit des Einzelnen verbessern lasse, das generelle Denkvermögen jedoch unverändert bleibe. Intelligenter würden Nutzer von Brain Training also nicht. Zudem seien Aktivitäten, die sich im Alltag umsetzen ließen, wertvoller. Ein Tanzkurs zu besuchen oder eine neue Sprache zu lernen sei zum Beispiel ein besseres Gedächtnistraining, vor allem auch für Senioren.

Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Gehirnjogging

Anders als lange gedacht bleibt die Fähigkeit des Gehirns, sich zu entwickeln, auch im Alter erhalten. Zwar lässt die Denkleistung bei jedem Menschen mit den Jahren nach, doch das Gehirn bleibt ein Leben lang wandlungsfähig und formbar (plastisch). Studien haben gezeigt, dass auch im Alter noch neue Nervenzellen sprießen, sich neue Verknüpfungen zwischen den Neuronen bilden oder gar manche Areale wieder größer werden können.

Die Hirnforscherin Eleanor Maguire vom University College London konnte in einer Studie mit angehenden Taxifahrern zeigen, dass sich bei denjenigen, die alle Abschlussprüfungen bestanden hatten, die Hirnsubstanz im hinteren Teil des Hippocampus deutlich vergrößert hatte. Dies deutet darauf hin, dass man sich auch als älterer Mensch noch komplexe Fertigkeiten aneignen kann.

Studien haben überdies gezeigt: Wer in Ausbildung, Beruf und Freizeit über Jahrzehnte geistig aktiv ist, wer zudem ein intensives soziales Leben pflegt und körperlich in Bewegung bleibt, der scheint einen gewissen Schutz vor dem geistigen Verfall zu genießen. Die Wissenschaftler vermuten, dass man sich durch lebenslange geistige Herausforderungen gewissermaßen eine „kognitive Reserve“ im Gehirn aufbauen kann, eine Art neuronales Polster.

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Die Grenzen von Gehirnjogging

Zwar haben Forscher in den vergangenen Jahren zahlreiche Studien vorgelegt, in denen sie die Wirksamkeit von Gehirnjogging überprüfen und zum Teil auch zu positiven Ergebnissen kommen. Deren Aussagekraft ist allerdings fast durchgängig nicht besonders hoch. Niemand bestreitet, dass man seine Leistung in Spielen wie „Pfadfinder“ bereits nach kurzem Training merklich erhöhen kann. Dieser Fortschritt beruht jedoch auf einem relativ einfachen Lernprozess und führt nicht automatisch dazu, dass man sich auch im Alltag besser an Gesichter, Einkaufslisten oder Geheimnummern erinnert.

Viele Forscher sind sich darin einig, dass für das Training derartiger Fähigkeiten vor allem solche Aufgaben geeignet sind, die den Geist permanent und möglichst vielfältig herausfordern. Computerübungen, die das Entwickeln immer neuer Strategien verlangen, bieten demnach größere Chancen, die Leistungsfähigkeit des Denkorgans zu fördern, als etwa Rätselformate wie Sudoku, die sich nach einer Weile weitgehend automatisiert lösen lassen.

Die Warnung der Experten

Im Oktober 2014 gab eine Gruppe von mehr als 70 renommierten Kognitions- und Neurowissenschaftlern aus aller Welt eine Erklärung heraus, in der sie sich von den überbordenden Versprechungen der Gehirnjogging-Anbieter klar distanzieren. Die Aussagen, mit denen diese für ihre Produkte werben, seien oft übertrieben, bisweilen sogar irreführend und höchst bedenklich, so die Experten.

Fazit zum Gehirnjogging

Anders als manche unnütze Vitaminpräparate können Denksportübungen zumindest kaum Schaden anrichten. Im Gegenteil: Vielen Menschen machen sie schlicht Spaß, und ganz unabhängig davon, wie groß die Effekte auf die geistige Fitness wirklich sind, ist dieser Aspekt nicht zu unterschätzen. Wer erlebt, dass er sich bei einer bestimmten Übung verbessern kann, fühlt sich vielleicht motiviert und schöpft neues Selbstvertrauen.

Wer allerdings einseitig auf Gehirnjogging vertraut, vergibt womöglich weitaus bessere andere Chancen, auch im Alter noch sein Denkorgan zu stimulieren und die lebenslange Plastizität der neuronalen Netze zu nutzen. Denn jede Stunde, die ein Mensch allein zu Hause mit Übungen am Computer zubringt, könnte er auch für soziale Kontakte verwenden, für das Erlernen einer Sprache oder einfach zum Spazierengehen - und so nach Meinung der Forscher viel mehr tun, um seine kognitiven Fähigkeiten zu erhalten. Wahrhaftiges Krafttraining für den Geist biete keine Computeraufgabe, kein Rätselheft.

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Apps zum Abnehmen: Eine digitale Unterstützung auf dem Weg zum Wunschgewicht

Zahlreiche digitale Angebote in Form von Apps sollen das Gedächtnis trainieren. Auch im Bereich des Abnehmens gibt es eine Vielzahl von Apps, die Unterstützung versprechen. Diese Apps arbeiten oft mit Ernährungs- und Bewegungstagebüchern, um das Ess- und Gesundheitsverhalten bewusst zu machen und positiv zu verändern.

Wann ist eine Gewichtsabnahme sinnvoll?

Wenn der Body-Mass-Index (BMI) über 25 kg/m2 liegt oder sich Bauchfett angesammelt hat, ist eine Gewichtsabnahme aus gesundheitlichen Gründen grundsätzlich anzuraten. Laut Robert-Koch-Institut sind zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen in Deutschland übergewichtig, jeweils ein Viertel sogar adipös, Tendenz steigend.

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

Statt um eine reine Diät sollte es immer um eine dauerhafte Veränderung von Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensmustern gehen. Hier setzen die beiden digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) »Zanadio« und »Oviva Direkt für Adipositas« an. DiGA sind verordnungsfähig; die Krankenkassen übernehmen also die Kosten, sofern Indikation (in diesem Fall ein BMI zwischen 30 und 40 kg/m2) und Kontraindikationen eingehalten werden. Nach der Verordnung gibt es einen Freischaltcode, dann kann es losgehen. Anders als bei einer ärztlich verordneten Ernährungsberatung muss der Patient keinen Antrag stellen oder in Vorleistung gehen.

Beispiele für Abnehm-Apps

  • Zanadio: Eine Medizin-App, die von Aidhere angeboten wird und darauf abzielt, eine dauerhafte Veränderung von Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltensmustern zu erreichen.
  • Oviva Direkt für Adipositas: Eine weitere DiGA, die bei Adipositas eingesetzt wird und ebenfalls auf eine langfristige Veränderung des Lebensstils abzielt.
  • Yazio: Eine App mit Kalorienzähler, Ernährungstagebuch, Fasten-Tracker, Rezepten, Ernährungsplänen und Podcasts (Basisversion kostenlos, Pro-Version kostenpflichtig).
  • Easyfit: Eine einfache und übersichtliche App zum Eintragen von Sport und Kalorien (kostenlos).
  • Fatsecret: Eine App mit Grundfunktionen, die kostenlos sind, und einem Premiumzugang mit Rezepten, Ernährungsplänen, Schrittzähler und motivierenden Benachrichtigungen (kostenpflichtig).
  • My Fitness Pal: Eine App mit kostenlosen Basisfunktionen und einem Premiumzugang mit Werbefreiheit, detaillierterer Lebensmittelanalyse und weiteren Premium-Funktionen wie Coaching und Rezepte (kostenpflichtig).
  • NOOM: Eine App mit vielen Features, die jedoch teurer ist (kostenpflichtig).

Was zeichnet gute Abnehm-Apps aus?

Gute Abnehm-Apps bieten mehr als nur ein reines Ernährungstagebuch. Sie verfügen oft über Zusatzfunktionen wie Rezepte, Aktivitäts-Tracker, personalisierte Ernährungspläne und die Möglichkeit, sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Einige Apps bieten sogar die Unterstützung durch Ernährungsexperten im Chat.

Die Rolle der Krankenkassen

Einige Krankenkassen unterstützen die Nutzung von Abnehm-Apps, indem sie die Kosten für bestimmte DiGA übernehmen, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (z.B. ein BMI zwischen 30 und 40 kg/m2).

Erfolgsgeschichten

Es gibt zahlreiche Erfolgsgeschichten von Menschen, die mithilfe von Abnehm-Apps ihr Wunschgewicht erreicht haben. Saskia Schilbach beispielsweise hat mit der App Yazio 96 Kilogramm abgenommen.

Tipps für die Nutzung von Abnehm-Apps

  • Setzen Sie sich realistische Ziele: Definieren Sie, was Sie durch das Training erreichen wollen (z.B. bessere Noten im Studium, strukturierter Denken und Sprechen, weniger Vergesslichkeit) und schreiben Sie diese Ziele auf, um motiviert zu bleiben.
  • Planen Sie Zeit für das Training ein: Nehmen Sie sich jeden Tag oder jeden zweiten Tag Zeit für das Training und lassen Sie möglichst keine Einheit ausfallen.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung: Gesund zu essen bedeutet nicht, auf jeden Genuss verzichten zu müssen. Achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung, um schneller abzunehmen und sich allgemein besser zu fühlen.
  • Integrieren Sie Bewegung in Ihren Alltag: Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Schritte zu tracken und sich zu mehr Bewegung im Alltag zu motivieren.
  • Nutzen Sie die Community-Funktionen: Tauschen Sie sich mit anderen Nutzern aus, um sich gegenseitig zu motivieren und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Weitere Apps für Gesundheit und Wohlbefinden

Neben Apps zum Abnehmen gibt es auch eine Vielzahl von Apps, die in anderen Bereichen der Gesundheit und des Wohlbefindens unterstützen können:

  • TK-Doc: Eine App, die Sie bequem via Live-Chat oder Telefon mit Ärztinnen und Ärzten aus dem TK-ÄrzteZentrum verbindet.
  • AIMO: Eine App, die mit personalisierten Trainingseinheiten Bewegungsmangel entgegenwirkt.
  • Meditations-Apps: Apps, die dabei helfen können, dem Alltagsstress zu entkommen, ganz ohne Guru und Räucherstäbchen.
  • eCovery-App: Eine App, die bei Knie-, Rücken- und Hüftbeschwerden helfen kann.
  • NeuroNation: Eine App mit einem Workout für die grauen Zellen, um das Gehirn fit zu machen.

Gehirntraining mit Spielekonsolen

Auch Spielekonsolen können für das Gehirntraining genutzt werden. Ein bekanntes Beispiel ist das Spiel „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“ für die mobile Spielekonsole Nintendo DS. Allerdings konnte in keiner Studie bisher eine Wirkung des Spiels auf die Gehirnleistung nachgewiesen werden. Zudem bietet das Spiel kein individualisiertes Training, da jeder nach einem Zufallsprinzip die gleichen Übungen vorgesetzt bekommt.

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