Crystal Meth, chemisch Methamphetamin, ist eine synthetische Substanz, die in ihrer kristallinen Form ihren Namen erhielt. Es ist bekannt für seine stark stimulierende Wirkung und gehört zu den gefährlichsten Drogen weltweit. Die Droge Crystal Meth gilt als besonders neurotoxisch, also giftig für das Gehirn.
Was ist Crystal Meth?
Crystal Meth, auch bekannt als Methamphetamin, ist ein starkes Stimulans, das das zentrale Nervensystem beeinflusst. Es erzeugt Euphorie, erhöht die Energie und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Die Herstellung von Crystal Meth ist ein komplexer chemischer Prozess, der oft in illegalen Labors stattfindet. Diese Labors verwenden leicht zugängliche Chemikalien wie pseudoephedrinhaltige Medikamente und toxische Substanzen wie Lithium und Anhydrammoniak.
Die unmittelbaren Auswirkungen von Crystal Meth
Bereits geringe Mengen Crystal Meth können das zentrale Nervensystem massiv beeinflussen. Konsumenten berichten von:
- Euphorie: Ein intensives Gefühl des Wohlbefindens und der Glückseligkeit.
- Gesteigerte Energie: Ein Gefühl erhöhter Energie und Aktivität.
- Konzentrationsfähigkeit: Verbesserte Fähigkeit, sich zu konzentrieren und Aufgaben zu erledigen.
- Vermindertes Schmerzempfinden, sowie Hunger und Durstgefühl.
- Es steigert außerdem das Selbstbewusstsein und macht leistungsstark.
Die langfristigen Auswirkungen von Crystal Meth auf das Gehirn
Exzessiver Konsum von Crystal Meth kann das Gehirn schädigen. Die Forschung hat aufzeigen können, dass insbesondere jene Bereiche des Gehirns geschädigt werden, in denen der Botenstoff Dopamin eine Rolle spielt. Die nervenschädigende Wirkung von Amphetaminen wie Crystal erfolgt über verschiedene Wege.
Neurotoxizität und Gehirnschäden
Crystal Meth gilt als besonders neurotoxisch, also giftig für das Gehirn. Frühere Studien weisen darauf hin, dass Methamphetamin Nervenzellen zerstört. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass bereits gelegentlicher Konsum von Methamphetamin Gehirnstrukturen verändern und dauerhafter Konsum zu massiven Hirnschäden führen kann.
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- Schädigung der Blut-Hirn-Schranke: Crystal Meth schädigt die Blut-Hirn-Schranke, die normalerweise das Gehirn vor schädlichen Substanzen schützt.
- Oxidativer Stress: Amphetamine produzieren so genannte freie Radikale. Das sind besonders reaktionsfreudige Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Freie Radikale „stressen“ Zellen, indem sie ihnen Elektronen entreißen. Die durch Amphetamine produzierten freien Radikale schädigen auch die „Kraftwerke“ der Nervenzelle, die als Mitochondrien bezeichnet werden.
- Apoptose: Durch Amphetamine werden Nervenzellen aber gewissermaßen in die Apoptose „getrieben“, sterben also übermäßig ab.
- Verstärkte Ausschüttung von Glutamat: Amphetamine verursachen eine verstärkte Ausschüttung von Glutamat, was zu einer Überstimulation im Gehirn führen kann.
Betroffene Hirnregionen
Die durch Amphetamine hervorgerufenen Schäden betreffen vor allem Nervenzellen im Hippocampus, im Striatum und im präfrontalen Cortex. Studien zufolge steht insbesondere der Konsum von Methamphetamin auch mit einer Schädigung der Blut-Hirn-Schranke in Zusammenhang. Die Blut-Hirn-Schranke besteht aus einem Wall dicht gepackter Zellen. Die so genannten Endothelzellen bilden eine Barriere, die nur besonders kleine Partikel durchdringen können.
Kognitive Defizite
Dementsprechend ausgeprägt sind auch die kognitiven Defizite wie Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme bei Langzeitkonsumentinnen und -konsumenten. So zeigte sich beispielsweise in einer Studie zum Arbeitsgedächtnis, dass die Konsumentinnen und Konsumenten bei bestimmten Aufgaben 18 bis 30 Prozent länger brauchten als Personen, die noch nie Methamphetamin konsumiert haben.
Erhöhtes Risiko für Parkinson
Ein deutsch-australisches Forschungsteam konnte bei einer Gruppe von Personen, die Stimulanzien konsumiert hatten, eine abnorme Vergrößerung der Substantia Nigra feststellen. Diese Hirnregion steht in Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit. Das Forschungsteam weist daher darauf hin, dass der Konsum von Stimulanzien ebenfalls als Risiko für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit betrachtet werden muss.
Die Rolle der Blut-Hirn-Schranke
Die Blut-Hirn-Schranke besteht aus einem Wall dicht gepackter Zellen. Die so genannten Endothelzellen bilden eine Barriere, durch die nur besonders kleine Partikel durchdringen können. Dadurch wird verhindert, dass Erreger und Schadstoffe ins Gehirn eindringen. Wird dieser Schutzmechanismus außer Kraft gesetzt, können giftige Substanzen, die im Blut zirkulieren, in das Gehirn vordringen und Infektionen verursachen.
Wie Crystal Meth die Blut-Hirn-Schranke schädigt
Crystal Meth schädigt die Endothelzellschicht. Die Gefäße werden durchlässiger für giftige Substanzen, die ins Gehirn vordringen und dort Infektionen verursachen können.
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- Störung der Zellteilung: Methamphetamin stört den normalen Zyklus der Zellteilung in der Endothelzellschicht. Durch die verminderte Zellerneuerung wird die Blut-Hirn-Schranke schließlich durchlässig.
- Direkte Schädigung der Endothelzellen: Methamphetamin scheint die Endothelzellen der Blut-Hirn-Schranke direkt zu schädigen.
- Erhöhte Körpertemperatur: Die durch Methamphetamin ausgelöste erhöhte Körpertemperatur (Hyperthermie) kann die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhen.
Die Rolle von Dopamin und Glutamat
Amphetamine wie Speed und Crystal Meth verursachen eine massive Ausschüttung der Neurotransmitter Dopamin und Glutamat. In der Folge werden eine Reihe von Prozessen ausgelöst, die Nervenschäden insbesondere in jenen Bereichen des Gehirns verursachen, die wichtig sind für das Gedächtnis, die Bewegungssteuerung und andere geistige Leistungen wie die Entscheidungsfindung oder die Impulskontrolle.
Dopamin
Amphetamine bewirken nicht nur eine besonders starke Entleerung der Dopaminspeicher. Zugleich unterdrücken Amphetamine auch die Wiederaufnahme von Dopamin in die Speicher der Nervenendigung. Die starke Stimulation kann den Dopaminhaushalt jedoch nachhaltig stören und Nervenzellen zerstören.
Glutamat
Glutamat gilt als wichtigster Neurotransmitter mit erregender Wirkung auf Nervenzellen im Gehirn. Amphetamine verursachen eine verstärkte Ausschüttung von Glutamat, was zu einer Überstimulation im Gehirn führen kann.
Die Rolle von Entzündungsreaktionen im Gehirn
Amphetamine fördern darüber hinaus Entzündungsreaktionen im Gehirn. Das Gehirn ist durch die Blut-Hirn-Schranke zwar relativ gut gegen Krankheitserreger geschützt, aber nicht völlig isoliert. Daher verfügt es über ein eigenes Immunsystem: die Mikroglia. Gelangen Amphetamine ins Gehirn, schlagen die Mikroglia Alarm und setzen weitere Abwehrmaßnahmen in Gang. Dabei werden unter anderem Zytokine freigesetzt. Das sind spezialisierte Proteine, die neben Krankheitserregern, auch körpereigenes Gewebe wie Nervenzellen schädigen können.
Die Auswirkungen auf andere Organe
Ein weiterer nervenschädigender Mechanismus, der Nervenzellen im Gehirn zerstören kann, geht von anderen Organen aus. Studien haben zeigen können, dass besonders Methamphetamin Organe wie die Leber oder die Nieren angreift. Normalerweise wird Ammoniak über die Leber und die Nieren verstoffwechselt und über den Urin ausgeschieden.
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Was kann man gegen die Schäden tun?
Sport
Exzessiver Konsum von Crystal kann das Gehirn schädigen. Betroffene können aber etwas dagegen tun, wie eine aktuelle Studie nahelegt. Von Montag bis Freitag täglich eine Stunde Sport. Die Belastung lag im moderaten Bereich. Die Blutanalysen lieferten ein eindeutiges Bild: Beide Gruppen unterschieden sich bedeutsam hinsichtlich relevanter Blutwerte. Damit bestätigt die aktuelle Studie die positiven Effekte von Sport im Entzug, wie sie auch in anderen Studien hervorgehoben wurden. So profitieren Menschen im Drogenentzug in vielerlei Hinsicht von körperlichen Ertüchtigungen. Sport unterstützt nicht nur die Regeneration des Gehirns.
Rehabilitation
Die Rehabilitation von Crystal Meth Abhängigen ist eine enorme Herausforderung, doch sie ist möglich. Betroffene beginnen häufig mit einem stationären Entzug, um die körperlichen Symptome zu lindern. Im Anschluss folgt eine langfristige Therapie, die psychologische Unterstützung, Sozialarbeit und die Wiedereingliederung in die Gesellschaft umfasst. Erfolgreiche Rehabilitation hängt oft von stabilen sozialen Strukturen und dem Engagement des Betroffenen ab.
Gesellschaftliche Herausforderungen und Bekämpfung
Die Verbreitung von Crystal Meth stellt für viele Gesellschaften eine erhebliche Herausforderung dar. Konsumenten verlieren oft ihre Arbeitsfähigkeit und soziale Bindungen, was Armut und Kriminalität begünstigt. Besonders gravierend sind die Folgen in Regionen, in denen die Droge leicht verfügbar ist. Die Kosten für medizinische Versorgung und Rehabilitation belasten die Gesundheitssysteme stark.
Der Kampf gegen Crystal Meth ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Regierungen weltweit arbeiten mit internationalen Organisationen zusammen, um die Verbreitung einzudämmen. In Ländern wie Australien und den USA gibt es strikte Regelungen für den Verkauf von pseudoephedrinhaltigen Medikamenten, um die Herstellung einzudämmen.
Weitere Substanzen und ihre Auswirkungen auf die Gehirnchemie
Neben Crystal Meth gibt es zahlreiche andere Substanzen, die die Gehirnchemie beeinflussen und potenziell schädliche Auswirkungen haben können. Es ist wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein, die mit dem Konsum dieser Substanzen verbunden sind.
Alkohol
Alkohol wird in Dosierungen bis zu 80% in verschiedenen Getränken angeboten. Die Aufnahme von Alkohol über den Magen ins Blut dauert ungefähr 30 - 60 Minuten und ist abhängig von der Alkoholkonzentration und vom Kohlensäuregehalt des Getränks sowie vom Füllungszustand des Magens. Alkohol verursacht allgemeines Wohlbefinden, gehobene Stimmung (Euphorie), Selbstkritikunfähigkeit. Alkohol ist ein Zellgift. Er wirkt zerstörerisch ab einer täglichen Menge von ca. 20 - 60g reinen Alkohols (entspricht etwa 1 Liter Bier bzw. Anhaltender Alkoholmissbrauch schädigt die Leber, das Nervensystem, den Magen-Darm-Trakt, das Herz und die Bauchspeicheldrüse. Die geistige Leistungsfähigkeit sinkt. Zu dem können Hautveränderungen, vorzeitiges Altern, Depressionen und die Zerstörung von Gehirnzellen auftreten. Beim gleichzeitigen Konsum von Alkohol und anderen Substanzen, z.B. Cannabis, Ecstasy, Medikamente etc. Beim Konsum von Alkohol sollte auf den gleichzeitigen Gebrauch von Medikamenten und jeglichen Drogen verzichtet werden, da sich sonst das Risiko gesundheitlicher Schäden erhöht. Alkohol nicht auf leeren Magen trinken! Kein Mischkonsum verschiedener alkoholischer Getränke! Trinke nicht aus Langeweile, wenn es Dir schlecht geht oder Du allein bist.
Benzodiazepine
Benzodiazepine werden geschluckt, in der Szene aber teilweise auch gesnieft oder injiziert. Benzodiazepine variieren in der Intensität des Wirkungseintritts und Dauer je nach Medikament zwischen 1,5 bis zu 48 Stunden. Sie können angstlösend, beruhigend, schlaffördernd, muskelentspannend, krampflösend, antiepileptisch und auch antidepressiv wirken. Die meisten Benzodiazepine besitzen eine sehr lange Halbwertzeit (ca. Die Nachweisbarkeit im Blut beträgt einige Tage, im Urin ca. Der körperliche Entzug von Benzodiazepinen ist langwieriger als der von Heroin und oft begleitet von Krampfanfällen. Benzodiazepine mit Alkohol können zu Überdosierungen führen, da die KonsumentInnen das Gefühl haben, mehr vertragen zu können. Nasal konsumiert wirken Benzodiazepine nicht so intensiv wie nach oraler Einnahme. Tabletten sind nicht zum Spritzen da! Die Inhaltsstoffe der Tabletten können sich bei intravenösem Gebrauch in den Venen ablagern.
Cannabis
Bei Marihuana handelt es sich um die Blüten der Cannabispflanze. Die Pflanzenteile enthalten den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol). Bei Haschisch wird das gepresste Harz der Hanfpflanze verwendet. Die Wirkung tritt ca. 5 Minuten nach dem Rauchen ein und lässt nach 2 - 3 Stunden wieder nach. Das THC ist allerdings relativ lange nach dem Konsum im Urin nachweisbar. Entscheidend ist auch die Grundstimmung eines jeden einzelnen. Bei geringen bis mittleren Dosierungen kommt es zu aphrodisierenden Effekten. Bei einer höheren Dosis kann es Wahrnehmungsveränderungen und einem stark verminderten Antrieb bewirken. Der Konsum von Cannabis führt kurzzeitig zu einem gesteigerten Appetit, es kann zu Mundtrockenheit, Blutdruckabfall, leichtem Schwindelgefühl, »roten Augen« und einem gesenkten Blutzuckerspiegel kommen. Insbesondere werden sich Konzentrations- und Gedächtnisstörungen einstellen. Bei Cannabis-Konsum besteht ein höheres Lungenkrebsrisiko als bei Zigaretten. Bei häufigem Konsum besteht die Gefahr von Asthma und Bronchitis, außerdem können Psychosen aktiviert werden. Bei langfristigem Cannabis-Konsum kann eine psychische Abhängigkeit entstehen. Personen, die Probleme mit Herz und Kreislauf haben sollten den Konsum von Cannabis-Produkten vermeiden. Das Lungenkrebsrisiko kann durch den Konsum über Verdampfer (Vaporizer) reduziert und über »Space-Kekse« verhindert werden. Cannabis unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).
Crack
Crack wird geraucht, wobei ein knackendes Geräusch entsteht. Daher auch der Name. Es entsteht aus der Verarbeitung von Kokain mit Backpulver. Crack wird relativ schnell vom Körper aufgenommen und wirkt deshalb innerhalb von wenigen Sekunden. Crack wirkt entängstigend und erhöht die Kontaktfähigkeit. Der Konsument fühlt sich euphorisch und voller Energie. Denkabläufe verlaufen schneller und eine Hebung der Sexualität, des Selbstwertgefühls und der Stimmung ist zu beobachten. Akustische und optische (seltener) Sinnestäuschungen treten auf. Die Neigung zu Gewalttätigkeit soll unter Einfluss von Crack deutlich höher sein, als bei anderen Drogen. Nach der aufputschenden Wirkung ist man niedergeschlagen, depressiv und bei entsprechend vorbelasteten Personen ist die Verstärkung von Selbstmordgedanken zu beobachten. Abmagerung, Verzweiflung, Psychosen, Appetitlosigkeit sind weitere Komplikationen. Die Leber wird erheblich geschädigt. Herz- und Hirninfarkte und Krampfanfälle sind nicht selten. Vor und nach dem Konsum solltest Du vitaminreich essen und trinken, da Crack dem Körper wichtige Vitamine und Mineralstoffe entzieht. Um Überdosierungen zu vermeiden, besser niedrig dosieren. Du solltest unbedingt auf Mischkonsum verzichten, um das hohe Gesundheitsrisiko nicht noch zu erhöhen und um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden. Crack (Kokain) unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).
Ecstasy
Ecstasy wird fast ausschließlich in Pillenform angeboten. Die kleinen Pillen tragen meist eine Prägung (Zwerg, Smiley, Kleeblatt, Krone …) und werden dementsprechend benannt. Die Prägemotive lassen aber keinesfalls eine zuverlässige Bestimmung der Inhaltsstoffe und der Qualität der Pillen zu. Die Menge der typischen Wirkstoffe liegt in der Regel zwischen 0 und 250 mg. Oft werden auch Speed, LSD oder andere halluzinogene Stoffe wie DOB und Schmerzmittel wie Paracetamol beigemischt. Die Gruppe der Amphetamine und Derivate zeichnen sich in ihrer Wirkung vor allem dadurch aus, dass sie eine leicht anregende und vor allem kommunikationsfördernde Wirkung entfalten. Sie fördern das »In-sich-Hineinversinken« und damit die Bereitschaft und Fähigkeit, persönliche Probleme zu erkennen und sich positiv mit ihnen auseinander zusetzen. Im menschlichen Hirn, wird nach Einnahme von XTC vermehrt die Substanz Serotonin aus den Nervenenden ausgeschieden. Serotonin wirkt stimmungsaufhellend, antidepressiv und euphorisierend; die Substanz wird auf natürliche Weise z.B. beim Orgasmus ausgeschüttet. Zusätzlich erzeugt XTC ein starkes Gefühl von Geborgenheit und »Nestwärme«, ein Verschmelzen mit der Umwelt und ein tiefes Gefühl von Liebe und Zuneigung zu den Menschen um sich herum. Die unterschiedlichen XTC-Grundstoffe variieren in ihrer Wirkung, so dass unterschiedliche Pillen andere Erlebnisse auslösen können: Während der Wirkstoff MDMA einen starken gefühlsverstärkenden Effekt besitzt, dabei leistungssteigernd wirkt und Deine Tanzwut erhöhen kann, ist das MDA stärker halluzinogen und behält seine Wirkung am längsten (bis zu 8 Stunden). Bei häufiger Einnahme braucht der Körper immer mehr Stoff, damit die Wirkung einsetzt, gleichzeitig verändert sich das positive Empfinden (schnelle Toleranzbildung). Beim Abklingen der berauschenden Wirkung stellen sich häufig Müdigkeit, Schwäche, Unkonzentriertheit und Appetitlosigkeit ein. Das allgemeine »Durchhängen« kann sich bis zu depressiven Gefühlszuständen steigern. Diese Nachwirkungen können mehrere Tage anhalten, der XTC- Kater ist oft schlimmer als z.B. ein Alkoholkater. Auftreten können erhöhter Blutdruck, beschleunigter Herzschlag bis zum Herzrasen, erweiterte Pupillen und erhöhte Lichtempfindlichkeit, Schweißausbrüche, Mundtrockenheit und eine verkrampfte Kiefermuskulatur (Zähneknirschen). Der Körper verliert viel an Flüssigkeit und seine Temperatur steigt stark an. Häufiger Konsum von XTC bewirkt Veränderungen in der Chemie Deines Gehirns. Die durch XTC angeregte Ausschüttung des Serotonin bewirkt einen »Ausverkauf« dieser Substanz: Es braucht einige Wochen, bis das Serotonin durch den Körper wieder in ausreichendem Maße hergestellt ist. Durch häufigen Konsum wird auch die Leber stark belastet, schließlich muss dieses Organ die für den Körper als Giftstoffe wirksamen Substanzen abfangen. Es besteht besonders bei einer vorgeschädigten Leber und /oder bei Dauer- und Mischkonsum mit anderen Drogen die Gefahr des akuten Leber- und Nierenschadens. Zusätzlich besteht immer die Gefahr einer Vergiftung (z.B. Beigemischtes Amphetamin (=Speed) oder LSD verstärken die aufputschende oder halluzinogene Wirkung der Pille. Generell sollte auf die Einnahme von Ecstasy verzichtet werden, wenn sonst irgendwelche Medikamente genommen werden. Nimm auf keinen Fall Drogen, wenn Du schlecht drauf bist oder Dich in einer unangenehmen Atmosphäre befindest oder Angst vor dem Einnehmen einer Substanz hast. Form, Farbe und Motiv einer XTC-Pille lassen noch keinen zuverlässigen Rückschluss auf die Inhaltsstoffe zu. Du solltest deine Pille antesten. Nimm immer erst ein Viertel oder eine halbe Tablette ein. Beim XTC- Konsum auf Techno- Parties solltest Du darauf achten, ausreichend alkoholfreie Getränke zu dir zu nehmen. Mach öfters Tanzpausen, schnappe frische Luft oder ruhe Dich einer Chill Out Area aus. Während der Party helfen Obst oder leichte Speisen gegen körperliche Erschöpfung und Auszehrung. Vitamin C (z.B. in Mandarinen) und Mineralien (z.B. Gemüsebrühe) kann entsprechende Verluste ausgleichen. Ecstasy unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).
Heroin
Heroin gehört zu der Substanzgruppe der Opiate und Opioide. Es handelt sich um ein Derivat des Morphins, des wichtigsten Alkaloids des Opiums. Durch chemische Prozesse entsteht aus dem Rohopium des Schlafmohns ein Pulver mit betäubender und zugleich euphorisierender Wirkung. Straßenheroin wird in verschiedenen Qualitäten angeboten und enthält meist Verschnittstoffe/Streckmittel und Verunreinigungen. Der Wirkstoffgehalt schwankt zwischen 10 und 95% und liegt in mittleren Qualitäten bei 50%. Zum Rauchen wird das Heroin meist auf Aluminiumfolie gegeben und von unten langsam erhitzt und die Dämpfe eingesogen. Das Rauchen vermindert grundsätzlich das Risiko unerwünschter Überdosierungen, da nicht die volle Dosis mit dem Atemzug aufgenommen wird. Beim Sniefen (Schnupfen) wird Heroin durch ein Röhrchen in die Nase eingezogen. Die Wirkung ist von der Konsumform und der Dosis abhängig. Der Wirkungseintritt erfolgt beim Rauchen und Sniefen langsamer als beim i.v. Konsum. Beim i.v. Konsum tritt die Wirkung unmittelbar ein, da der Wirkstoff über die Blutbahn sehr schnell die Rezeptoren des zentralen Nervensystems erreicht und an diesen »andockt«. Heroin wirkt beruhigend, entspannend (allgemeines Wohlbefinden), angstlösend und schmerzlindernd, gleichzeitig bewusstseinsmindernd und stark euphorisierend. Heroin dämpft die geistige Aktivität und beseitigt negative Empfindungen, wie Angst, Unlust und Leere. Probleme, Konflikte und Belastungen des Alltags werden nicht mehr als solche wahrgenommen und unangenehme Wahrnehmungen und Reize ausgeblendet. Der Konsument fühlt sich glücklich und zufrieden. Die Wirkdauer schwankt zwischen 2 - 5 h und ist von der Dosis und Qualität des Stoffes abhängig. Die körperliche Wirkung zeichnet sich durch die Verlangsamung der Atmung und Herztätigkeit, Übelkeit und Erbrechen, sowie Juckreiz, Pupillenverengung und Blutdruckabfall aus. Durch Überdosierung kann Atemlähmung bzw. Atemdepression hervorgerufen werden, die tödlich verlaufen kann. Aufgrund von Verunreinigungen kann ein sog. »Shake« ausgelöst werden, der sich in Krämpfen, Schüttelfrost und Fieber äußert. Zu Folgeschäden gehören Magen-, Darmstörungen bis zum Darmverschluss, starke Gebissveränderungen durch Karies und Zahnausfall sowie Erkrankungen der Atemorgane, besonders der Lunge. Durch Verunreinigungen können Organschäden verursacht werden. Infolge des intravenösen Konsums kommt es häufig zu lokalen Infektionen, beispielsweise in Form von Abszessen oder Entzündungen von Lymphgefäßen oder Zellgewebe, zu Schädigungen der Venen und zu Herzentzündungen. Beim gemeinsamen Benutzen von Spritzen besteht die Gefahr von Infektionskrankheiten (Hepatitis, HIV, Pilze, Bakterien). Es kann zur Abnahme der Libido kommen. Bei Frauen kann der Monatszyklus gestört werden, die Menstruation kann auch völlig ausbleiben.
Psychische Störungen und die Gehirnchemie
Milliarden an Steuer- und anderen Geldern werden Jahr für Jahr in die genetische und neurowissenschaftliche Erforschung psychischer Störungen gesteckt. Dabei wird stillschweigend vorausgesetzt, dass sich die Probleme der Menschen auf dieser Ebene verstehen und behandeln lassen. Die Frage, was psychische Störungen sind und auf welcher Ebene sie am besten beschrieben werden können, ist darum nicht nur theoretisch interessant, sondern auch unmittelbar praktisch relevant.
Tatsächlich kritisierten einige führende Psychiater erst 2016 im British Journal of Psychiatry, dass der Neurohype in ihrem Fach zu viel Geld verschlinge. Für wichtige Ansätze etwa zur Suizidprävention, zur Förderung von Eltern mit psychischen Problemen oder für bessere Lernumgebungen für benachteiligte Kinder bleibe dann kein Geld übrig.
Die Aussage “X ist eine Gehirnstörung” bedeutet für psychische Störungen, dass die mit X verbundenen Probleme des Patienten/der Patientin in “Gehirnsprache”, also in Wörtern der Neurologie oder Neurowissenschaften, beschrieben werden können, zumindest besser als in den Wörtern der Psychologie; die Störung X durch neurowissenschaftliche oder genetische Verfahren zuverlässig diagnostiziert werden kann, jedenfalls zuverlässiger als mit den Verfahren der Psychologie; und der Therapieverlauf (also eine Verbesserung/Verschlechterung der Symptome) sich durch ein neurowissenschaftliches oder genetisches Verfahren bestimmen lässt, mindestens so gut wie mit psychologischen Verfahren.
Eine Einteilung der psychischen Krankheiten nach ihrem Wesen, d. h. nach den ihnen zu Grunde liegenden anatomischen Veränderungen des Gehirns, ist derzeit nicht möglich. Das schrieb kein Geringerer als Wilhelm Griesinger, Mitgründer der Züricher Universitätspsychiatrie auf dem Burghölzli, der später an der Charité Professor wurde und dort viel bewirkt hat.
Drogen und Sexualität
Drogen versprechen oft mehr: intensiveren Sex, weniger Hemmungen, tiefere Verbindungen. Der Konsum von Substanzen ist untrennbar mit unserer Libido, unserer Leistungsfähigkeit und unserer Fähigkeit, Nähe zuzulassen, verknüpft. Jede Droge hat ihre eigene, spezifische Wirkung auf Sex.
- Stimulanzien: Stimulanzien steigern die Libido, das Selbstbewusstsein und die Ausdauer. Die Schattenseite: Der „Amphetamin-Penis“ ist real. Die Gefäße verengen sich, eine Erektion wird schwer oder unmöglich.
- Opioide: Diese Substanzen dämpfen alles - auch die sexuelle Lust. Die Schattenseite: Chronischer Opioid-Konsum führt fast immer zu einem kompletten Verlust der Libido, Erektionsstörungen und der Unfähigkeit, einen Orgasmus zu erreichen.
- Alkohol: Schon bei mittleren Dosen leidet die körperliche Funktion massiv. Alkohol ist einer der häufigsten Gründe für temporäre Erektionsstörungen.
Drogen sorgen für einen unnatürlich hohen Dopamin-Kick. Chronischer Drogenkonsum kann das Oxytocin-System stören. Das ist das Hormon, das für Vertrauen, Empathie und tiefe emotionale Bindungen zuständig ist.