Neurocomic: Eine Comic-Reise ins Gehirn

"Neurocomic" ist ein einzigartiges Werk, das die Welt der Neurowissenschaften auf fesselnde und unterhaltsame Weise zugänglich macht. Geschrieben und gezeichnet von der Neurowissenschaftlerin Hana Roš und dem Illustrator Matteo Farinella, nimmt dieser Comic den Leser mit auf eine abenteuerliche Reise durch das menschliche Gehirn.

Ein unfreiwilliger Ausflug in die Tiefen des Nervensystems

Die Geschichte beginnt mit einem namenlosen Mann, der ahnungslos seines Weges geht. Plötzlich wird er in ein Abenteuer katapultiert, als er buchstäblich in ein Buch hineingezogen wird. Er findet sich in einer fremden, waldartigen Umgebung wieder, die sich als der Dschungel des Nervensystems entpuppt. Die Bäume, die er sieht, sind keine gewöhnlichen Bäume, sondern Neuronen, die Bausteine des Gehirns.

Dort trifft er auf Santiago Ramón y Cajal (1852-1934), dem Vater der Neurowissenschaften, der für seine Pionierarbeit auf dem Gebiet der Hirnforschung mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Cajal erklärt ihm, dass er sich im Gehirn befindet, dem Kern seiner ureigenen Existenz.

Historische Koryphäen der Hirnforschung als Reiseführer

Während Cajal noch über das Geheimnis des menschlichen Geistes philosophiert, taucht Camillo Golgi (1843-1926) auf, ein weiterer Nobelpreisträger, der ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Hirnforschung geleistet hat. Golgi entwickelte eine Methode, um Neuronen unter dem Mikroskop sichtbar zu machen.

Der Protagonist wird unfreiwillig durch Nervenzellen katapultiert und dringt immer tiefer in die Gehirnwindungen ein. Dabei übernehmen die historischen Kapazunder der Hirnforschung den Erklärpart. So schicken die Neurophysiologen Charles Scott Sherrington (1857-1952) und Bernard Katz (1911-2003) den Gehirnreisenden, ausgerüstet mit einem Fallschirm und eingesperrt in ein Vesikel aus Neurotransmittern, durch eine Synapse - natürlich erst, nachdem sie ihm deren Funktionsweise erklärt haben.

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Begegnungen mit skurrilen Kriegern und einem Riesenkraken

Unser Mann ist sichtlich überfordert, als er auf eine Reihe von skurrilen Kriegern trifft, die sich als Neurotransmitter wie Dopamin, Serotonin oder G.A.B.A. vorstellen. Nach einer Begegnung mit einem Riesenkraken im elektrischen Ozean wird er von Eric Kandel am Strand aufgelesen. Der Medizinnobelpreisträger, der vor den Nazis in die USA flüchtete, klärt den Protagonisten über die verschiedenen Arten des Gedächtnisses auf, unterstützt von einer Gitarre spielenden Nacktschnecke und einem Seepferdchen, das den Hippocampus darstellt.

Die Entdeckung der Gehirnwellen

Die Reise endet auf einer Klippe, wo der Protagonist auf Hans Berger trifft. Der deutsche Neurologe erfand 1924 das Elektroenzephalogramm (EEG), mit dem er erstmals Gehirnwellen messen konnte.

Eine gelungene Verwebung von Fiktion, Fakten und Illustrationen

"Neurocomic" zeichnet sich durch die Verwebung von Fiktion, Fakten und Illustrationen aus, die in keinem Lehrbuch zu finden ist. Farinella und Roš nutzen diese Grauzonen als Sprungbrett, um ihre Fantasie spielen zu lassen und nehmen dabei Anleihen bei Künstlern wie Hieronymus Bosch, M. C. Escher und Jim Woodring.

Verständlichkeit und visueller Aspekt

Die Kombination aus Sachbuch und Comic mag auf den ersten Blick unkonventionell wirken, funktioniert aber hervorragend. Alle Themen rund um das Gehirn werden raffiniert in die „Reise“ eingebunden und kurz beleuchtet. Dabei sind die Erklärungen bewusst einfach gehalten und prägen sich durch die Darstellungen und den damit verbundenen, visuellen Aspekt sehr gut ein. Es wird daher nicht zu komplex, sondern das Grundwissen aus der Schule noch einmal aufgefrischt und vertieft.

Fazit

"Neurocomic" ist ein rundum gelungenes Buch, um das Wissen über das eigene Gehirn aufzufrischen, ohne dabei allzu komplex und kompliziert zu werden. Es ist eine faktenreiche und fantastische Expedition ins menschliche Gehirn, die sowohl informativ als auch unterhaltsam ist. Der Comic bildet eine einprägsame Grundlage für die weitere Lektüre und ist sowohl für Sachkundige als auch für Nicht-Sachkundige geeignet. Die Reise führt durch verschlungene Neuronenwälder in die Tiefen einer Synapse. Man begegnet Neurotransmittern mit Superkräften und fabelwesenhaften Substanzen, die das Gehirn bedrohen, dem Hippocampus in Form eines Seepferdchens, dem Pawlowschen Hund - und den großen Erforschern des Nervensystems und des Gehirns: von Santiago Ramón y Cajal - dem Vater der Neurowissenschaften - über Hans Berger, der die Hirnströme und ihre Messung entdeckte, bis zum Gedächtnisforscher Eric Kandel.

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Weitere Aspekte und Details

Die Rolle der Wissenschaftler

Der Bezug auf die verschiedenen Wissenschaftler gibt der Handlung eine gelungene Dynamik und zeugt von einer gewissen Wissenschaftlichkeit, was das Verzeichnis weiterführender Literatur am Ende noch verstärkt.

Der Zeichenstil

Der Zeichenstil ist relativ grob und schlicht, passt aber gut zum Thema, da er der Verständlichkeit des Buches angepasst ist.

"Hallo Maestro" und die Reise durch den Körper

Ähnlich wie "Neurocomic" vermittelt auch die Comicreihe "Hallo Maestro" Wissen auf unterhaltsame Weise. Im zweiten Themengebiet der Reihe reisen wir einmal quer durch unseren Körper. Vom Herzen über das Gehirn, Knochen und Skelett und in jeden noch so verborgenen Winkel.

Die Herausforderung der Hirnforschung

Der Comic "Das Gehirn" greift auch die philosophische Herausforderung der Hirnforschung auf, dass der Gegenstand der Beobachtung (das Gehirn) mit dem Instrument derselbigen (das Gehirn des Forschers) identisch ist.

Neurotransmitter als Fallschirmjäger

Neurotransmitter werden als mit riesigen Schlüsseln ausgerüstete Fallschirmjäger in den Synaptischen Spalt dargestellt, wobei die Rezeptoren als Falltüren fungieren. Antagonisten, die den Zugang zu den Rezeptoren blockieren, werden als geifernde Monster mit mächtigen Klauen gezeichnet.

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Vergleich mit anderen Wissenschaftscomics

Im Vergleich zu Wissenschaftscomics wie „Das Geheimnis der Quantenwelt“ oder „Economix“ geht „Das Gehirn“ allerdings deutlich weniger in die Tiefe, konzentriert sich aber stärker auf die visuelle Vermittlung der Inhalte.

Zielgruppe

"Neurocomic" ist für ein breites Publikum geeignet, von Schülern und Studenten bis hin zu Erwachsenen, die ihr Wissen über das Gehirn auf unterhaltsame Weise erweitern möchten.

Kritik

Einige Leser hätten sich möglicherweise mehr neue Informationen gewünscht, aber insgesamt ist "Neurocomic" ein sehr gelungenes Werk, das die Geheimnisse des Gehirns auf zugängliche und fesselnde Weise enthüllt.

Das Gehirn als Schaltzentrale

Das Gehirn wird als geniale Schaltzentrale unseres Körpers dargestellt, die unglaublich kompliziert ist. "Neurocomic" hilft dabei, sich in diesem komplexen System zurechtzufinden.

Einprägsame Grundlage für weitere Lektüre

Der Comic bildet eine einprägsame Grundlage für die weitere Lektüre und kann das Interesse an den Neurowissenschaften wecken.

Die Bedeutung von Visualisierungen

Die lehrreichen Visualisierungen und lustigen Episoden machen "Neurocomic" zu einem einzigartigen und ansprechenden Werk.

Die Rolle des Hippocampus

Der Hippocampus, der Archivar des Gehirns, wird in Form eines Seepferdchens dargestellt, was die Gedächtnisprozesse auf anschauliche Weise veranschaulicht.

Die Bedeutung von Hans Bergers Entdeckung

Die Erfindung des Elektroenzephalogramms (EEG) durch Hans Berger ermöglichte es erstmals, Gehirnwellen zu messen und eröffnete neue Möglichkeiten für die Erforschung des Gehirns.

Die Flucht von Eric Kandel vor den Nazis

Die Geschichte von Eric Kandel, der vor den Nazis in die USA flüchtete, verleiht dem Comic eine persönliche und bewegende Note.

Die Zusammenarbeit von Farinella und Roš

Die Zusammenarbeit von Matteo Farinella, Neurowissenschaftler und Illustrator, und Hana Roš, Neurowissenschaftlerin, macht "Neurocomic" zu einem einzigartigen Werk, das wissenschaftliche Genauigkeit mit künstlerischer Kreativität verbindet.

Die Botschaft von Sokrates

Der Comic greift auch die Botschaft von Sokrates auf, dass man sich die anderen anschauen muss, um sich selbst zu erkennen, was die Bedeutung der Hirnforschung für das Verständnis des menschlichen Bewusstseins unterstreicht.

Die Verwebung von Fiktion und Fakten

Die Verwebung von Fiktion und Fakten macht "Neurocomic" zu einem ansprechenden und unterhaltsamen Werk, das gleichzeitig informativ und lehrreich ist.

Die Bedeutung der Neurowissenschaften

"Neurocomic" vermittelt auf anschauliche Weise die Bedeutung der Neurowissenschaften für das Verständnis des menschlichen Geistes und Verhaltens.

Ein Buch für alle

"Neurocomic" ist ein Buch für alle, die sich für das Gehirn und seine Geheimnisse interessieren, unabhängig von ihrem Vorwissen.

Die Reise ins Ich

Der Comic "Das Gehirn" ist eine Reise ins Ich, die den Leser dazu anregt, über sein eigenes Bewusstsein und seine eigene Identität nachzudenken.

Die Rolle der Neurotransmitter

Die Darstellung der Neurotransmitter als skurrile Krieger verdeutlicht ihre wichtige Rolle bei der Übertragung von Informationen im Gehirn.

Die Bedeutung des Gedächtnisses

Die Erklärungen von Eric Kandel über die verschiedenen Arten des Gedächtnisses verdeutlichen die Bedeutung des Gedächtnisses für unsere Identität und unser Handeln.

Die Herausforderungen der Hirnforschung

"Neurocomic" zeigt auch die Herausforderungen der Hirnforschung auf, insbesondere die Schwierigkeit, das Gehirn mit dem Gehirn zu erforschen.

Ein einzigartiges Lernmittel

"Neurocomic" ist ein einzigartiges Lernmittel, das Wissen auf unterhaltsame und einprägsame Weise vermittelt.

Die Kraft der Bilder

Die Kraft der Bilder macht "Neurocomic" zu einem besonders effektiven Werkzeug für die Vermittlung komplexer wissenschaftlicher Konzepte.

Ein Comic für das Gehirn

"Neurocomic" ist ein Comic für das Gehirn, der den Leser dazu anregt, über seine eigenen Denkprozesse und seine eigene Wahrnehmung nachzudenken.

Die Faszination des Gehirns

"Neurocomic" vermittelt die Faszination des Gehirns und weckt das Interesse an den Neurowissenschaften.

Ein Meisterwerk der Wissenschaftskommunikation

"Neurocomic" ist ein Meisterwerk der Wissenschaftskommunikation, das komplexe wissenschaftliche Konzepte auf zugängliche und unterhaltsame Weise vermittelt.

Die Bedeutung der Forschung

"Neurocomic" unterstreicht die Bedeutung der Forschung für das Verständnis des Gehirns und seiner Funktionen.

Ein Aufruf zur Neugierde

"Neurocomic" ist ein Aufruf zur Neugierde und ermutigt den Leser, sich mit den Geheimnissen des Gehirns auseinanderzusetzen.

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