Liebscher & Bracht: Effektive Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne

Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Etwa 70 Prozent der Deutschen erleben mindestens einmal in ihrem Leben Kopfschmerzen. Roland Liebscher-Bracht und seine Frau Dr. Petra Bracht haben einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung von Kopfschmerzen entwickelt, der auf der Reduktion von Muskel- und Faszienverspannungen basiert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Kopfschmerzen und Migräne und stellt die Liebscher & Bracht-Methode zur Schmerzlinderung vor.

Was sind Kopfschmerzen?

Kopfschmerzen, medizinisch als Cephalgie bezeichnet, sind Schmerzempfindungen im Kopfbereich, die in verschiedenen Formen auftreten können. Sie haben einen unterschiedlichen Schmerzcharakter und können pulsierend, bohrend, brennend, ziehend oder dumpf sein. Die Schmerzen können an unterschiedlichen Stellen auftreten: zum Beispiel am Hinterkopf, ein- oder beidseitig, in der Stirn oder an den Schläfen. Über 70 Prozent der Deutschen leiden mindestens einmal im Leben unter Kopfschmerzen.

Klassifizierung von Kopfschmerzen

Die internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) unterscheidet 367 Formen von Kopfschmerzen, die in drei Hauptkategorien klassifiziert werden:

  1. Primäre Kopfschmerzen: Treten eigenständig auf und machen etwa 92 Prozent aller Kopfschmerzfälle aus. Beispiele sind Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen.
  2. Sekundäre Kopfschmerzen: Sind das Ergebnis anderer gesundheitlicher Probleme oder Erkrankungen, wie Infektionen, Kopfverletzungen oder Blutdruckprobleme.
  3. Kraniale Neuralgien: Entstehen, wenn der Schmerz entlang der Nervenausläufer im Kopf, Gesicht oder Hals verläuft, wie bei der Trigeminusneuralgie.

Chronische Kopfschmerzen

Chronische Kopfschmerzen werden diagnostiziert, wenn sie über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten an mindestens 15 Tagen im Monat auftreten. Sie können die körperliche und psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen und zu Frustration, Depressionen oder Angststörungen führen. Es ist wichtig, spezifische Auslöser und Muster der Kopfschmerzen zu identifizieren, um gezielte Maßnahmen zur Reduktion der Schmerzen zu ergreifen.

Ursachen von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, die tief in die physiologischen Prozesse des Körpers eingreifen:

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  • Stress: Aktiviert das zentrale Nervensystem und führt zur Freisetzung von Stresshormonen wie Cortisol, die die Blutgefäße verengen und Entzündungen fördern können.
  • Schlafmangel: Verändert den Serotoninspiegel im Gehirn und senkt die Schmerzschwelle.
  • Flüssigkeitsmangel: Fördert die Verengung der Blutgefäße und eine verringerte Sauerstoffzufuhr zum Gehirn.
  • Wetterveränderungen: Können empfindliche Nervenenden im Gehirn reizen und Migräne auslösen.
  • Muskelverspannungen: Resultieren oft aus Überlastung oder schlechter Haltung, was zu einer verminderten Durchblutung und Sauerstoffversorgung im Kopf- und Nackenbereich führt.

Häufigkeit von Kopfschmerzerkrankungen

Kopfschmerzerkrankungen sind ein allgegenwärtiges Leiden. Eine Studie zeigt, dass etwa 47 % der Menschen weltweit aktuell unter irgendeiner Form von Kopfschmerzen leiden. Die Techniker Krankenkasse befragte ihre Versicherten, wie häufig sie unter Kopfschmerzen leiden. Dabei gaben 20 % an, ein- bis dreimal im Monat darunter zu leiden und insgesamt 12 % mindestens einmal pro Woche.

Die häufigsten Kopfschmerzformen

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind die häufigste Kopfschmerzart und werden als dumpf drückend beschrieben. Der Schmerz kann sich von den Schultern und dem Nacken über die Kopfseiten bis zur Stirn erstrecken und bis zu 7 Tage anhalten. Regelmäßige Entspannungstechniken und Dehnübungen können helfen, die muskulären und faszialen Spannungen abzubauen und zukünftigen Kopfschmerzen vorzubeugen.

Symptome:

  • Dumpf-drückender Schmerz, der sich wie ein Schraubstock um den Kopf legt.
  • Meist nicht von Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit begleitet.

Behandlung:

  • Rezeptfreie Schmerzmittel.
  • Regelmäßige Dehnübungen.
  • Entspannungstechniken.
  • Anwendung von Pfefferminzöl.

Migräne

Migräne ist durch mittlere bis starke, pulsierend pochende Schmerzen gekennzeichnet. Migräne Kopfschmerzen können bis zu 3 Tage dauern und gehen oft mit Begleiterscheinungen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel einher. Bei einer sogenannten Aura oder Augenmigräne können Sprach- oder Sehstörungen sowie Lähmungserscheinungen als weitere Symptome der Erkrankung auftreten.

Symptome:

  • Mittlere bis starke, pulsierend pochende Schmerzen.
  • Dauer bis zu 3 Tage.
  • Begleiterscheinungen wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel.
  • Aura oder Augenmigräne mit Sprach- oder Sehstörungen sowie Lähmungserscheinungen.

Behandlung:

  • Entspannungs- und Trainingsübungen.
  • Individuelle Trigger identifizieren und vermeiden.

Cluster-Kopfschmerzen

Diese extrem intensiven Kopfschmerzattacken treten sehr einseitig im Bereich der Augen und Schläfen auf und können bis zu 8-mal täglich für bis zu 3 Stunden vorkommen. Cluster-Kopfschmerzen sind seltener und betreffen oft junge Männer in ihrem dritten oder vierten Lebensjahrzehnt. Die Behandlung erfolgt überwiegend mit Triptanen und Sauerstoff.

Symptome:

  • Extrem intensive, einseitige Schmerzattacken im Bereich der Augen und Schläfen.
  • Bis zu 8-mal täglich für bis zu 3 Stunden.
  • Tränende Augen oder eine Nasenverstopfung.

Behandlung:

  • Triptane.
  • Sauerstoff.

Schmerzcharakter

Nicht alle Kopfschmerzen fühlen sich gleich an; die Art des Schmerzes kann viel über mögliche Ursachen und geeignete Methoden zur Behandlung des Schmerzes sowie der Symptome verraten.

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  • Stechend: Plötzliche, scharfe Schmerzen, oft lokalisiert an einer Stelle des Kopfes. Typisch für Cluster-Kopfschmerzen.
  • Pochend (pulsierend): Fühlt sich an, als ob das Herz im Kopf schlägt. Häufig bei Migräne.
  • Brennend: Kann ein Zeichen für entzündliche Prozesse sein, wie bei einer Sinusitis oder bestimmten Neuralgien.
  • Drückend: Fühlt sich an, als ob ein enger Reifen um den Kopf liegt. Typisch für Spannungskopfschmerzen.

Kopfschmerzen nach Region

  • Stirnkopfschmerzen: Sind oft die Folge von muskulären Spannungen im Nacken- und Gesichtsbereich.
  • Hinterkopfschmerzen: Treten häufig im Rahmen von primären Kopfschmerzformen wie Spannungskopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz oder Migräne auf.

Kopfschmerzen bei Frauen und Kindern

Frauen sind häufiger von Kopfschmerzen betroffen als Männer, insbesondere von Migräne. Hormonelle Veränderungen, Stress und Lebensstil, Ernährung und Schlafmuster spielen dabei eine Rolle. Bei Kindern äußern sich Kopfschmerzen oft anders als bei Erwachsenen, wie durch Bauchschmerzen, Schwindel oder plötzliche Müdigkeit.

Liebscher & Bracht-Methode zur Behandlung von Kopfschmerzen

Die Liebscher & Bracht-Methode konzentriert sich auf die Reduktion von Muskel- und Faszienverspannungen, die oft die Ursache von Kopfschmerzen sind.

Übungen und Hilfsmittel

  • Aktiver Lebensstil: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und reduziert muskuläre Verspannungen.
  • Yoga oder Pilates: Verbessern Flexibilität und Muskeltonus.
  • Spezielle Übungen für Nacken und Schultern: Lösen Spannungen, wie die Dehnübungen von Liebscher & Bracht.
  • Entspannungstechniken: Bauen Stress ab und lockern die Muskulatur.
  • Atemübungen und Dehnübungen: Können helfen, Spannungskopfschmerzen vorzubeugen.

Nackenretter

Der Nackenretter ist ein Hilfsmittel, das bei der Durchführung von Dehnübungen für die Hals- und Nackenmuskulatur unterstützt.

Anwendung:

  1. Wähle die richtige Höhe: Platziere den Kopf auf dem Nackenretter und spüre einen Dehnungszug.
  2. 30 Sekunden dehnen: Atme tief ein und aus.
  3. 1 Minute Wechselspiel: Drücke den Kopf aktiv gegen den Nackenretter und lasse dich erneut tiefer sinken.
  4. 30 Sekunden Aktivdehnung: Hebe den Kopf und schiebe den Nackenretter zur Seite.

Osteopressur

Die Osteopressur ist ein fester Bestandteil der Liebscher & Bracht-Schmerztherapie und unterstützt dabei, Spannungen zu lockern und den Schmerz herunterzufahren. Dabei werden bestimmte Knochenpunkte gedrückt.

Anwendung:

  1. Drück-Punkt am Hinterkopf finden: Fahre mit den Fingern den hinteren Schädel mittig ab, bis du einen Knubbel spürst.
  2. Drück-Punkt an der Schläfe finden: Führe den Zeige- oder Mittelfinger an die Schläfe und setze den Drücker in diese Kuhle.

Faszien-Rollmassage

Die Faszien-Rollmassage kann mit einer Mini-Faszienkugel oder einem Tennisball durchgeführt werden.

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Anwendung:

  1. Massiere die Muskulatur unterhalb des Kinns, seitlich hoch bis hinter die Ohren und über die seitliche Nackenmuskulatur und das Schlüsselbein bis hinunter zum Schulterblatt.
  2. Massiere zusätzlich die Schläfen und die Wangenmuskulatur.

Weitere Tipps zur Vorbeugung und Behandlung

  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Richte den Arbeitsplatz so ein, dass Kopf und Arme nicht belastet sind.
  • Regelmäßige Bewegungspausen: Vermeide einseitige Belastungen und sorge für Ausgleich.
  • Stressmanagement: Integriere Entspannungstechniken wie Meditation, Atemübungen oder Yoga in den Alltag.
  • Gute Schlafhygiene: Halte einen regelmäßigen Schlafrhythmus ein und gestalte das Schlafzimmer als einen ruhigen, dunklen und kühlen Raum.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinke ausreichend Wasser, um Dehydration vorzubeugen.
  • Pfefferminzöl: Tupfe Pfefferminzöl auf Stirn, Schläfe und Scheitel, um die Bereiche zu kühlen und die Muskelentspannung anzukurbeln.

Wann zum Arzt?

Bei ungeklärter Ursache der Kopfschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um mögliche Grunderkrankungen auszuschließen und den Blutdruck kontrollieren zu lassen.

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