Goldvorkommen: Mehr als nur Schmuck – Funde, Forschung und medizinische Anwendungen

Gold, das edelste aller Metalle, fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Es steht für Reichtum, Macht und Schönheit. Doch Gold ist weit mehr als nur ein Statussymbol. Jüngste Entdeckungen und Forschungen zeigen, dass Gold eine Schlüsselrolle in der Medizin, Technologie und sogar in der Ernährung spielen könnte. Dieser Artikel beleuchtet die neuesten Entwicklungen rund um Goldvorkommen, innovative Anwendungen und die Bedeutung dieses faszinierenden Elements für unsere Zukunft.

Neue Goldvorkommen: China entdeckt riesige Reserven

In China haben Forscher der Geologischen Akademie im chinesischen Hunan ein riesiges Goldvorkommen entdeckt. Auf dem Gelände der Wangu-Mine im Bezirk Pingjiang stieß das Team auf mehr als 40 Goldadern in einer Tiefe von über 2.000 Metern. Diese Adern enthielten insgesamt 300,2 Tonnen Gold. Die Wissenschaftler vermuten jedoch in tieferen Erdschichten unter 3000 Metern eine Goldreserve von mehr als 1000 Tonnen. Der Wert dieses Vorkommens wird auf rund 80 Milliarden Euro geschätzt.

Dieser Fund ist nicht nur ein großer Erfolg für die chinesische Bergbaupolitik, sondern auch das Ergebnis technischer Innovationen. Eine neue Methode zur dreidimensionalen Kartierung der Bodenschichten ermöglichte eine Erfolgsquote der Probebohrungen von 87,3 Prozent. Zudem war die Konzentration des Edelmetalls erstaunlich hoch.

Auswirkungen auf den Markt

Es wird erwartet, dass der Goldfund die Preise beeinflussen wird. Da China bisher einen Großteil seines Goldbedarfs importieren musste, könnte die Entdeckung den Bedarf des Staates mit über einer Milliarde Einwohner ein Jahr lang decken.

Gold in der Medizin: Von der Antike bis zur Nanotechnologie

Gold wurde bereits in der Antike für medizinische Zwecke eingesetzt. Im alten China glaubte man an die heilende Wirkung des Metalls. Heute ist Gold ein wichtiger Bestandteil in der modernen Medizin, insbesondere in der Nanotechnologie.

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Gold-Nanopartikel: Kleine Teilchen, große Wirkung

Gold-Nanopartikel, winzige Goldpartikel im Nanobereich, besitzen einzigartige Eigenschaften, die sie für eine Vielzahl von Anwendungen interessant machen. Sie sind biokompatibel und toxikologisch unbedenklich, was sie ideal für biomedizinische Anwendungen macht.

Eine wichtige Eigenschaft von Gold-Nanopartikeln ist die Oberflächenplasmonenresonanz. Dieser Effekt führt zu einer Farbänderung der Partikel, wenn Hormone oder Antigene an sie binden. Dieser Effekt wird beispielsweise in Schwangerschaftstests oder Tests auf Bakterien wie Salmonellen und E. coli genutzt.

Innovative Anwendungen in der Krebsforschung

Gold-Nanopartikel werden auch in der Krebsforschung eingesetzt, um Tumore frühzeitig zu erkennen oder sie gezielt zu zerstören. Medikamente für eine gezielte Tumorbekämpfung mit nanoskaligem Gold befinden sich derzeit in den Phasen 1 und 2 der klinischen Tests und zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Gold-Nanodrähte für Nervenverbindungen

Forschern der Universität Linköping in Schweden ist es gelungen, Gold-Nanodrähte herzustellen und weiche Elektroden zu entwickeln, die mit dem Nervensystem verbunden werden können. Diese Elektroden sind nervenweich, dehnbar und elektrisch leitfähig und sollen lange Zeit im Körper verbleiben.

Diese Technologie könnte zur Linderung von Krankheiten wie Epilepsie, Parkinson, Lähmungen oder chronischen Schmerzen eingesetzt werden. Die Herstellung langer, schmaler Gold-Nanostrukturen war bisher eine große Herausforderung, aber die Forscher haben nun einen neuen Weg gefunden, um Gold-Nanodrähte herzustellen, indem sie Silber-Nanodrähte als eine Art Vorlage verwenden, auf der Gold wachsen kann.

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Nasenspray mit Goldnanopartikeln gegen Alzheimer

Ein italienisches Forscherteam hat ein Nasenspray mit lithiumhaltigen Goldnanopartikeln entwickelt, das gezielt die Aktivität der Glykogensynthasekinase-3β (GSK-3β) im Gehirn hemmt. Dieses Nasenspray könnte neue Therapieansätze für Alzheimer und bipolare Störungen eröffnen.

Die Forschenden zeigten in ihrer Studie, dass es möglich ist, die Aktivität der GSK-3β mit Lithium, das durch intranasal verabreichte Goldnanopartikel abgegeben wird, direkt im Gehirn zu hemmen. Dieser alternative Therapieansatz erzielt den Forschenden zufolge die gleichen Wirkungen wie oral verabreichtes Lithium, jedoch mit deutlich geringeren Konzentrationen und gezielt auf das Gehirn, wodurch das Risiko von Nebenwirkungen verringert wird.

Gold in der Technologie: Leitfähigkeit und Beständigkeit

Gold ist nicht nur in der Medizin von Bedeutung, sondern auch in der Technologie. Aufgrund seiner hohen Leitfähigkeit und Beständigkeit wird Gold in vielen elektronischen Anwendungen eingesetzt.

Leitfähige Nanopartikeltinten

Gold dient zur Entwicklung von leitfähigen Nanopartikeltinten, die beispielsweise auf Kunststoffe für Elektronikanwendungen gedruckt werden. Diese Tinten weisen eine hohe Haltbarkeit und hervorragende Beständigkeit auf.

Touch-Displays und Flash-Speicher

Erste Untersuchungen an Touch-sensitiven Displays mit Gold-Nanopartikeln zeigten verbesserte Werte. Ebenso können diese Partikel zu einer weiteren Verbesserung von Flash-Speichern (z.B. USB-Sticks oder SSD-Festplatten) führen.

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Insbesondere die sich immer größerer Beliebtheit erfreuenden Touch-Displays könnten durch die Kombination von nanoskaligem Gold und Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNTs) in einer transparenten Schicht, die die derzeit übliche Beschichtung aus Indium-Zinnoxid (ITO) ersetzen würde, einen Quantensprung erzielen.

Seltene Goldversion entdeckt: Ein Durchbruch in der Chemie

Ein Team um die Chemikerin Hemamala I. Karunadasa von der Stanford University hat eine eigentlich extrem seltene Goldversion entdeckt. Wie die Arbeitsgruppe in der Fachzeitschrift »Nature Chemistry« berichtet, entsteht die Goldversion aus einer Lösung einiger einfacher Salze in Wasser.

Diese Goldversion ist jedoch nicht stabil in Wasser, sondern ausschließlich in dem sich bildenden grünen Feststoff. Warum ausgerechnet das als Perowskit bezeichnete Material diesen exotischen Zustand stabilisiert, ist noch unklar.

Perowskite sind echte Allerweltsmaterialien, die aber wegen ihrer optischen, elektrischen und magnetischen Eigenschaften als Bestandteil von Solarzellen und für andere optoelektronische Anwendungen intensiv erforscht werden. Sie haben außerdem den Vorteil, dass sie oft sehr einfach herzustellen sind und eine große Vielzahl von Elementen kombinieren können.

Die Struktur entsteht, wenn man Cäsiumchlorid, Goldchlorid, Salzsäure und Ascorbinsäure - Vitamin C - in Wasser mischt. Dabei überträgt das Vitamin C ein Elektron auf das Gold. Das ist deswegen überraschend, weil relativistische Effekte Gold eigentlich daran hindern, die zusätzliche negative Ladung aufzunehmen.

Das Team um Karunadasa will nun die Eigenschaften des ungewöhnlichen Au(II) weiter untersuchen.

Gold und Ernährung: Ein Blick auf die Demenzprävention

Auch in der Ernährung spielt Gold eine indirekte Rolle, insbesondere im Hinblick auf die Demenzprävention. Eine Ernährung, die reich an frischen, pflanzlichen Lebensmitteln ist, kann nachweislich das Demenzrisiko senken.

Olivenöl, Fisch und Tee

Eine große Langzeitstudie der Harvard-Universität zeigte, dass ein täglicher Konsum von nur sieben Gramm Olivenöl das Risiko, an den Folgen einer Demenz zu sterben, um 28 Prozent senken kann. Vor allem die im fetten Seefisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren spielen eine zentrale Rolle für unsere kognitive Gesundheit. Eine neue japanische Studie belegt, dass regelmäßiger Konsum von grünem Tee messbar weniger Schädigungen der weißen Hirnsubstanz verursacht - ein wichtiger Marker für das Risiko, an Demenz zu erkranken.

Avocado, Beeren und Brokkoli

Avocados enthalten einfach ungesättigte Fettsäuren, die Entzündungen im Körper reduzieren und die Durchblutung fördern - auch im Gehirn. Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, Brombeeren oder Aroniabeeren enthalten besonders viele Anthocyane - das sind sekundäre Pflanzenstoffe mit starker antioxidativer Wirkung. Brokkoli enthält Sulforaphan - eine Substanz, die gezielt entzündungsfördernde Signalwege im Körper hemmen kann.

Hülsenfrüchte, Nüsse und Vollkornprodukte

Hülsenfrüchte liefern wertvolle B-Vitamine, insbesondere Folsäure und Vitamin B6, die für die Bildung von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin gebraucht werden. Viele Nüsse sind reich an gesunden Fetten, pflanzlichem Eiweiß, Vitamin E und Zink. Vollkornprodukte versorgen den Körper mit langkettigen Kohlenhydraten, die den Blutzuckerspiegel stabil halten.

Karotten, Kürbis, Kaffee und grüner Tee

Karotten, Kürbis & Co. enthalten Carotinoide wie Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin, die in Studien mit einem geringeren Risiko für geistigen Verfall in Verbindung gebracht wurden. Kaffee und grüner Tee enthalten wertvolle Polyphenole, die antioxidativ wirken und entzündungshemmende Prozesse unterstützen.

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