Das Gehirn ist ein komplexes Organ, das für zahlreiche Funktionen verantwortlich ist, darunter Gedächtnis, Lernen, Aufmerksamkeit, Sprache und Problemlösung. Mit zunehmendem Alter oder aufgrund verschiedener gesundheitlicher Probleme kann die Gehirnfunktion jedoch nachlassen. Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen für die Verlangsamung der Gehirnfunktion und beleuchtet dabei sowohl normale Alterungsprozesse als auch krankheitsbedingte Veränderungen.
Wie funktioniert unser Gedächtnis?
Unser Gehirn arbeitet Tag und Nacht und verarbeitet, leitet und speichert Informationen. Mehr als hundert Milliarden Nervenzellen sind pausenlos damit beschäftigt, Informationen aufzunehmen, weiterzuleiten, zu verarbeiten und zu speichern. Alle Eindrücke werden an speziellen Übergangszonen - den sogenannten Synapsen - von Nervenzelle zu Nervenzelle weitergegeben. Was unser Gehirn als wichtig erachtet, wird gespeichert: im Gedächtnis, aus dem wir bewusst oder unbewusst Informationen wieder abrufen können - wir erinnern uns. Wichtiges wird zunächst im Kurzzeitgedächtnis gespeichert; aus dem es nach einiger Zeit wieder verschwindet, wenn wir es nicht weiter aufarbeiten. Das Kurzzeitgedächtnis kann man mit dem Arbeitsspeicher eines Computers vergleichen. Rufen wir Dinge aus unserem Kurzzeit- oder Arbeitsspeicher häufiger ab - etwa beim Lernen von Vokabeln, beim Einstudieren eines Musikstückes, aber auch wenn Kinder Radfahren oder Schwimmen lernen - wandert es nach einiger Zeit ins Langzeitgedächtnis. Dort können wir es auch nach Jahren noch abrufen. Manchmal erinnern wir uns an Erlebnisse oder Eindrücke von ganz früher, inklusive Gerüchen oder Geräuschen - „als ob es gestern gewesen wäre“. Wer einmal Schwimmen gelernt hat, kann es auch nach Jahren noch, selbst wenn er es lange nicht mehr praktiziert hat - das Gehirn hat die motorischen Abläufe langfristig abgespeichert.
Normales Vergessen
Ebenso wie unser Körper unterliegt unser Gehirn natürlichen Schwankungen, was seine Leistungsfähigkeit angeht. Manchmal ist es überfordert: Zu Zeiten, in denen wir Stress haben, krank sind, ungenügend schlafen oder zu viele Eindrücke gleichzeitig auf uns einstürmen, merken wir uns Informationen nicht mehr, oder wir vergessen sie schnell wieder - der Arbeitsspeicher ist voll. Das passiert Kindern ebenso wie Erwachsenen, jungen wie alten Menschen. Der Erstklässler lässt seinen Turnbeutel in der Schule liegen, die Arbeitskollegin verpasst einen wichtigen Termin, der Senior irrt sich zwischendurch im Wochentag - in gewissem Maß ist Vergesslichkeit „normal“, denn: Kinder müssen viele Dinge auf einmal neu lernen und sind manchmal mit der Informationsflut schlicht und einfach überfordert. Im Berufsleben herrscht hoher Leistungsdruck, oft wird aufgrund der Aufgabenflut die Kapazitätsgrenze überschritten. Altersbedingt nimmt unsere Gehirnleistung ab, da immer weniger Nervenzellen immer langsamer arbeiten.
Sobald sich die Umstände ändern - der Stresspegel sinkt oder wir genug geschlafen haben - erinnern wir uns wieder oder können uns Dinge wie üblich merken. Diese Form der Vergesslichkeit ist reversibel.
Ursachen für normale altersbedingte Verlangsamung
Mit zunehmendem Alter altert auch unser Gehirn. Jede einzelne Zelle unterliegt diesem Prozess, der unter anderem mit Veränderungen in der Genaktivität einhergeht. Forschende vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie haben herausgefunden, dass sich dabei die Aktivität von Genen in verschiedenen Zelltypen des Gehirns verändert. Ein bestimmter Typ von Nervenzellen ist besonders betroffen. Unser Gehirn besteht aus verschiedenen Zelltypen mit jeweils spezifischen Eigenschaften, Funktionen und Verknüpfungen, die zusammen die komplexen Berechnungen des Gehirns durchführen. Forschende vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie wollten wissen, wie sich die Aktivität von Genen in den verschiedenen Zelltypen des Gehirns im Laufe des Alterns verändert. Hierfür untersuchten sie Gewebeproben aus 90 Gehirnen von Menschen im Alter zwischen 25 und 85 Jahren, die diese nach ihrem Tod der Wissenschaft zur Verfügung stellten. Sie konzentrierten sich dabei auf Zellen aus dem präfrontalen Kortex, einer Region im Gehirn, die für kognitive Prozesse wie das Denken, Planen und Problemlösen maßgeblich ist. Die Forschenden konnten erstmals die Veränderung der Genaktivität einzelner Zelltypen im Laufe des Alterns untersuchen. „Wir konnten nachweisen, dass sich die Aktivität in allen Zelltypen im Laufe des Alterns verändert, aber nicht unbedingt in den gleichen Genen“, fasst Studienleiterin Anna Fröhlich das Ergebnis zusammen. In allen Zelltypen verändert sich die Aktivität von Genen, die wichtig für die synaptische Übertragung, also die Kommunikation zwischen den Neuronen sind, mit dem Altern. Genauso wandelt sich die Aktivität in Genen, die an der sogenannten mRNA-Prozessierung, also bei der Herstellung von Proteinen, beteiligt sind, im Laufe des Alterungsprozesses.
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Altersvergesslichkeit
Im Alter funktioniert das Gedächtnis schlechter: Die meisten älteren Menschen können sich neu gelernte Informationen und (vor allem unwichtige) Fakten und Einzelheiten von Ereignissen schlechter merken. Alle Organe altern, auch das Gehirn: In bestimmten Teilen des Gehirns sterben im höheren Lebensalter immer mehr Nervenzellen ab. Da das Gehirn im Erwachsenenalter kaum noch neue Zellen nachproduziert, schrumpfen die betroffenen Bereiche und büßen somit an Leistungsfähigkeit ein. All das führt zu geistigen Beeinträchtigungen, die sich durch unterschiedliche Alltagsprobleme äußern können. Häufig macht sich Altersvergesslichkeit bei den Betroffenen dadurch bemerkbar, dass sie Gegenstände verlegen und anstehende Termine oder Details von kürzlich erlebten Ereignissen vergessen. Diese Probleme können auch erste Anzeichen einer Demenz sein. Die geistigen Beeinträchtigungen, zu denen es im Rahmen des normalen Alterungsprozesses kommen kann, sind zudem deutlich schwächer ausgeprägt als die Symptome einer Demenz. Etwa 10 bis 15 von 100 über 65-Jährigen sind davon betroffen. Im höheren Erwachsenenalter finden im Gehirn viele Veränderungen statt, welche die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen können. Unter anderem wird das Gehirn kleiner, weil immer mehr Nervenzellen absterben. Zugleich schwindet ein Teil der Nervenfasern, die verschiedene Hirnbereiche miteinander verbinden. Diese und andere altersbedingte Verfallsprozesse im Gehirn gelten als wichtigste Ursachen der Altersvergesslichkeit. Hinweis: Auch eine Demenz wird dadurch verursacht, dass Nervenzellen absterben. Allerdings vollzieht sich dieser Verfallsprozess bei einer Demenz deutlich schneller als bei nicht krankhafter Altersvergesslichkeit. Wie früh der geistige Verfallsprozess einsetzt und wie rasch er fortschreitet, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Studien legen nahe, dass bestimmte Risikofaktoren altersbedingte Gedächtnisstörungen und Demenzerkrankungen begünstigen können. Vergesslichkeit im Alter kann zudem als Folge bestimmter Erkrankungen auftreten. Dazu zählen zum Beispiel Gehirntumoren oder -blutungen sowie Infektionskrankheiten, die sich auf das Gehirn ausbreiten (z.B. Neuroborreliose, FSME). Die Symptome der Altersvergesslichkeit machen sich nicht plötzlich bemerkbar, sondern schleichend: Die Merkfähigkeit lässt über einen längeren Zeitraum hinweg nach. Die Betroffenen bemerken das häufig dadurch, dass sie Gegenstände verlegen und Informationen vergessen, die sie in jüngerer Vergangenheit erhalten haben (z.B. Auch denken ältere Menschen mitunter etwas langsamer, weil ihr Gehirn länger braucht, um Informationen zu verarbeiten. Im Gegensatz zur Demenz schreitet Altersvergesslichkeit nicht oder kaum fort. Wenn sich die Symptome nicht oder nur sehr langsam verstärken, besteht also normalerweise kein Grund zur Sorge. Verschlechtern sich die geistigen Fähigkeiten binnen kurzer Zeit sehr stark, ist dies häufig ein Anzeichen dafür, dass die Altersvergesslichkeit in eine Demenz übergeht.
Demenz als Ursache für Vergesslichkeit
Ernst wird Vergesslichkeit dann, wenn sie immer häufiger und über einen längeren Zeitraum auftritt, sich immer weiter verschlechtert und noch andere Zeichen wie etwa Orientierungslosigkeit oder Wortfindungsstörungen hinzukommen. Dann spricht man von Hirnleistungsstörung oder Demenz. Betroffene können Informationen dann nicht mehr aus ihrem Gedächtnis abrufen, weder aus dem Kurzzeit- noch aus dem Langzeitgedächtnis; sie erinnern sich nicht mehr. Das heißt, sie erinnern sich nicht daran, was sie vor ein paar Minuten gefragt haben, oder wo sie als Kind gewohnt haben oder mit wem sie jahrelang verheiratet waren. Man spricht in diesem Fall von Gedächtnisstörung oder fachsprachlich Amnesie. Zu einer Demenz gehören jedoch neben der Vergesslichkeit noch andere Krankheitszeichen.
Der Begriff Demenz kommt vom Lateinischen dementia/demens und bedeutet so viel wie „Unverstand“ beziehungsweise „verrückt“ oder „ohne Geist“. Unter Demenz versteht man eine Störung der Hirnleistung, bei der die Betroffenen ihre kognitiven Fähigkeiten nach und nach einbüßen; das heißt, durch krankhafte Veränderungen im Gehirn können Informationen immer weniger verarbeitet werden. Es gibt rund 50 verschiedene Formen der Demenz. Primäre Demenzen haben hirnorganische Ursachen und treten in rund 90 Prozent der Fälle auf. Die häufigste ist die Demenz bei der Alzheimer-Erkrankung, bei der zunächst die Informationsweiterleitung an den Übergangszonen der Nervenzellen gestört ist und nach und nach die Nervenzellen ganz absterben. Daneben kommt häufig eine vaskuläre Demenz vor, für die Durchblutungsstörungen im Gehirn verantwortlich sind. Auch im Spätstadium einer Parkinson-Erkrankung kann eine Demenz auftreten. Primäre Demenzen sind nicht heilbar. Demenzen ohne hirnorganische Ursachen werden als sekundäre Demenzen bezeichnet. Ursachen hierfür können etwa ein Unfall mit einer Kopfverletzung, ein Tumor oder ein Schlaganfall sein, aber auch die regelmäßige Einnahme von Drogen oder starker Alkoholkonsum. Auch starke emotionale Belastungen oder chronischer Stress können zu Hirnleistungsstörungen führen. Im Unterschied zu den primären Demenzen bilden sich diese Demenzen in der Regel zurück, wenn die Ursache behandelt wird.
Vergesslichkeit oder Demenz: Wie erkenne ich das? Das Krankheitsbild der Demenz tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Dabei sind sowohl die Gedächtnisleistung als auch andere Gehirnleistungen beeinträchtigt, etwa der Orientierungssinn, die Wahrnehmung und das Urteilsvermögen, sprachliche und motorische Fähigkeiten. Manchmal verändern sich auch die Persönlichkeit und das Sozialverhalten der Betroffenen.
Alzheimer-Demenz
Alzheimer - korrekt Morbus Alzheimer - ist eine Erkrankung des Gehirns, an der in Deutschland derzeit mehr als eine Millionen Menschen leiden. Tendenz steigend - jedes Jahr kommen etwa 200 000 neue Fälle dazu. Die Alzheimer-Erkrankung tritt in der Regel als Alterserscheinung auf, meist nach dem 65. Lebensjahr. Da das wichtigste Zeichen einer Alzheimer-Erkrankung eine fortschreitende Demenz ist, wird die Erkrankung oft auch Alzheimer-Demenz genannt. Von allen Demenzformen ist die Alzheimer-Demenz die häufigste: rund Zweidrittel der Demenzkranken leiden daran, Frauen doppelt so häufig wie Männer.
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Betroffene leiden zunehmend an Gedächtnisstörungen, die zunächst nur das Kurzzeitgedächtnis, später auch das Langzeitgedächtnis beeinträchtigen. Sie haben Probleme, sich zu orientieren oder Arbeitsabläufe durchzuführen, etwa Schreiben oder Schuhe binden. Am Ende sind sie meist vollständig bettlägerig.
Anzeichen für Demenz
Es gibt einige Zeichen, die darauf hindeuten, dass Sie es eventuell mit einer Demenzerkrankung zu tun haben. Achten Sie auf folgende Warnhinweise:
- Betroffene …werden zunehmend vergesslicher
- …erinnern häufiger einfache Wörter nicht mehr
- …sind immer wieder räumlich oder zeitlich desorientiert
- …leiden an plötzlichen Stimmungsschwankungen
- …verändern sich in ihrer Persönlichkeit: Freundliche werden aggressiv, Aktive apathisch
- …ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück
- …legen Gegenstände an falschen Orten ab
Die Krankheit verschlechtert sich nach und nach. Zu Beginn haben Betroffene leicht ausgeprägte kognitive Störungen, die sie jedoch im Alltag gut ausgleichen können, indem sie sich mehr konzentrieren. Im frühen Stadium von Alzheimer verlieren sie die Gabe, sich neue Informationen zu merken. Sie finden nicht die richtigen Worte oder verlieren mitten im Satz den Faden. Abstraktere Aufgaben wie eine Banküberweisung oder Rechnen werden schwieriger. Manche werden dadurch unsicher und ziehen sich zurück. Im mittleren Stadium treten zunehmend Probleme mit gewohnten Arbeitsabläufen wie Kaffee kochen, Haare waschen oder Schuhe binden auf. Betroffene verändern sich manchmal persönlich, ehemals freundliche Menschen werden beispielsweise plötzlich reizbar oder ungeduldig. Im späten Stadium müssen Alzheimer-Patienten rund um die Uhr gepflegt werden.
Die Alzheimer-Demenz ist zwar bis heute nicht heilbar; den Krankheitsverlauf können Sie jedoch verlangsamen - und zwar umso effektiver, je früher Sie damit beginnen, Ihre Gehirnleistung zu fördern. Das geht mit Gehirntraining oder indem Sie beispielsweise geeignete Präparate wie Ginkgospezialextrakte einnehmen. Darüber hinaus hält Physiotherapie Sie mobil, Verhaltenstherapie kann Ihre Ängste und Sorgen aufnehmen, Ergotherapie erhält Ihre handwerklichen Fähigkeiten aufrecht.
Andere Demenzformen
- Vaskuläre Demenz: Die vaskuläre Demenz ist die zweithäufigste Form von Demenz. Sie basiert auf Durchblutungsstörungen im Gehirn. Verantwortlich dafür sind kleine Schlaganfälle. Das Gedächtnis kann bei einer vaskulären Demenz deutlich länger erhalten bleiben als bei Alzheimer - Vergesslichkeit tritt also erst später im Krankheitsverlauf auf.
- Lewy-Körperchen-Demenz: Bei der Lewy-Body-Demenz bilden sich Eiweißablagerungen im Gehirn - wie bei Alzheimer. Daher zeigen beide Demenzformen ähnliche Symptome. Typisch für die Lewy-Body-Demenz sind aber optische Halluzinationen und starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit und Wachheit im Tagesverlauf.
- Frontotemporale Demenz: Bei Menschen mit frontotemporaler Demenz (FTD) verändern sich vor allem die Persönlichkeit und das zwischenmenschliche Verhalten - die Betroffenen verhalten sich auffällig und unsozial. Ihr Gedächtnis bleibt dagegen lange erhalten. Bei der FTD sterben Nervenzellen vor allem im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns ab.
- Creutzfeldt-Jacob-Erkrankung: Die Creutzfeldt-Jacob-Krankheit äußert sich in einer rasch fortschreitenden Demenz - mit Störungen der Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Konzentration und des Gedächtnisses. Zur Demenz kommen dann motorische Störungen (wie Muskelzuckungen) hinzu. Ursache ist die Ablagerung atypischer Eiweißbruchstücke (Prionen) im Gehirn.
- Veitstanz: Das ist der alte Name für die erbliche Nervenerkrankung Chorea Huntington. Betroffene entwickeln - neben anderen Symptomen - auch eine fortschreitende Demenz.
- Parkinsonkrankheit: Etwa ein Drittel aller Menschen mit Morbus Parkinson (Schüttellähmung) entwickelt im späteren Krankheitsverlauf auch eine Demenz. Mediziner sprechen hier von Parkinson-Demenz.
- HIV/AIDS: Bei einer fortgeschrittenen HIV-Erkrankung kann auch das Gehirn befallen werden. Es resultiert eine sogenannte HIV-Enzephalopathie, die mit Demenzsymptomen einhergeht (HIV-Demenz oder Aids-Demenz).
Andere Erkrankungen als Ursache für Vergesslichkeit
Die Vergesslichkeit kann auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen stehen. Beispiele sind:
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- Hirnhautentzündung (Meningitis): Hier können Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, Verwirrtheit und Benommenheit bis hin zum Koma (selten) auftreten. Am häufigsten sind Bakterien oder Viren die Verursacher.
- Gehirnentzündung (Enzephalitis): Menschen mit einer Hirnhautentzündung erleiden in manchen Fällen auch eine Gehirnentzündung. Symptome sind unter anderem Bewusstseinsstörungen, Vergesslichkeit oder Verwirrtheit.
- Schlafapnoe: Bei Menschen mit einer Schlafapnoe kommt es zu wiederholten Atemaussetzern im Schlaf. Die Nachtruhe ist dadurch erheblich beeinträchtigt. Häufige Folgen sind Müdigkeit, Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche tagsüber.
- Chronic Fatigue Syndrome (CFS): Auch Chronisches Erschöpfungssyndrom genannt. Typisch für die Krankheit ist eine schwere geistige (und körperliche) Erschöpfung mit Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit oder Reizbarkeit.
- Schilddrüsenerkrankungen: Sowohl eine Überfunktion (Hypertyhreose) als auch eine Unterfunktion (Hypothyreose) kann mit Vergesslichkeit, Orientierungsschwierigkeiten und Gedächtnisproblemen einhergehen.
- Akutes Nierenversagen: Es kann sich unter anderem durch Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit äußern. Das Gleiche gilt für die chronische Nierenschwäche (chronische Niereninsuffizienz).
- Leberversagen: Eine Leberinsuffizienz (zum Beispiel infolge von Leberzirrhose oder Hepatitis) kann das Gehirn schädigen. Symptome sind Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche bis hin zur Bewusstlosigkeit (Leberkoma).
- Schwere Herzschwäche: Viele Patienten mit einer schwerer Herzinsuffizienz leiden unter Vergesslichkeit, Gedächtnisschwierigkeiten und Denkproblemen.
- Ausgeprägte Blutarmut: Eine Anämie, vor allem bedingt durch einen Eisenmangel (Eisenmangelanämie), kann die geistige Leistungsfähigkeit einschränken. Vergesslichkeit und Gedächtnisstörungen sind einige der möglichen Anzeichen. Auch eine Vitamin-B12-Mangelanämie kann Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche und Müdigkeit auslösen.
- Epilepsie: Nicht nur das typischen Krampfen, auch Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit und Wahrnehmungsschwierigkeiten können im Zusammenhang mit einer Epilepsie auftreten.
- Hirntraumata: Traumatische Hirnverletzungen können die Nervenzellen schädigen, sodass in der Folge die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt sein kann.
Psychische Störungen als Ursache für Vergesslichkeit
Depressionen können ebenfalls das Gedächtnis beeinflussen: Sie können unter anderem zu Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit, Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche und Merkproblemen führen. Auch Angststörungen können das Gehirn beeinträchtigen und Vergesslichkeit auslösen - eventuell auch aufgrund bestimmter Medikamente, die gegen die krankhafte Angst eingenommen werden.
Andere Ursachen für Vergesslichkeit
Es gibt noch andere Faktoren, die sich negativ auf das Gedächtnis auswirken können. Einige davon sind:
- Alkoholmissbrauch
- Krebstherapien, vor allem Chemotherapie (sog. "Chemobrain")
- Verschiedene Medikamente (z. B. Beruhigungsmittel)
- Stress
- Schlafstörungen
- Müdigkeit, Erschöpfung
- Flüssigkeits- und Nahrungsmangel (v. a. bei älteren Menschen)
Was tun gegen Vergesslichkeit?
Wenn Sie beunruhigt sind, weil Sie ständig etwas vergessen, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Er wird Sie befragen und körperlich untersuchen. Sie haben einen Angehörigen, bei dem Sie immer wieder Gedächtnislücken entdecken? Das ist ein heikles Thema, da viele Betroffene aus Scham dazu neigen, eine beginnende Demenz zu leugnen und Unterstützung abzulehnen. Hier gilt es sensibel und empathisch vorzugehen und die Menschen dazu zu bringen, in ihrem eigenen Interesse frühzeitig einer beginnenden Demenz entgegenzuwirken.
Essen & trinken, bewegen & ruhen: Es klingt nach Allheilmittel, aber auch für Ihr Gehirn und dessen Leistungsfähigkeit ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Trinken, Schlaf, Sport und Bewegung wichtig. Ein gesunder Lebensstil von Kindesbeinen an führt dazu, dass Ihr Gehirn ausreichend mit Sauerstoff, Blut und Energie versorgt wird, sich gut entwickelt und geistigen Herausforderungen gewachsen bleibt. Dann lässt Sie auch eine vorübergehende Vergesslichkeit etwa in einer herausfordernden Phase Ihres Lebens gelassen bleiben. Lässt Ihr Gedächtnis und Ihre geistige Leistungsfähigkeit altersbedingt nach, gibt es pflanzliche und gut verträgliche Präparate, die Gedächtnis und Konzentration stärken können. Wirkstoffe wie etwa der Extrakt aus den Blättern des Ginkgobaumes - Ginkgo biloba - sind hier bestens geeignet, denn die verschiedenen Inhaltsstoffe ergänzen sich in ihrem Zusammenspiel: sie schützen unter anderem die Nerven vor gesundheitsschädlichen Einflüssen, helfen bei der Übertragung von Informationen im Gehirn, fangen schädliche freie Radikale ab und bewirken, dass das Blut schneller durch die Gefäße fließt. Damit wird das Gehirn besser mit Blut versorgt und das Gedächtnis gefördert - Sie können wieder leichter lernen.
Jogging fürs Gehirn: Der Spruch „wer rastet, der rostet“ gilt auch für unser Gehirn; daher sind Techniken, die Ihr Denkorgan fordern, gerade im Alter immens wichtig. Ob Schachclub oder Kreuzworträtsel-Abo, Scrabble spielen oder Knobeln mit Freunden - suchen Sie sich abwechslungsreiche Herausforderungen, die Ihnen Freude machen, und Gleichgesinnte, mit denen Sie gemeinsam Ihr Gehirn auf Trab halten.
Prävention
Wichtig: Mitunter schämen sich Menschen mit altersbedingter Gedächtnisschwäche für ihre Beeinträchtigung und ziehen sich immer weiter aus ihrem sozialen Umfeld zurück. Dadurch verschlimmert sich das Problem jedoch meist. Daher ist es wichtig, erste Anzeichen für Altersvergesslichkeit rechtzeitig zu bemerken und ärztlich abklären zu lassen. Je früher sie erkannt wird, umso eher kann der Betroffene lernen, damit zurechtzukommen. Viele Fachärzte (Neurologen, Psychiater, spezialisierte Hausärzte) führen in ihrer Praxis sogenannte Gedächtnissprechstunden durch. Die wichtigsten Risikofaktoren für geistige Beeinträchtigungen im Alter sind Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette, Übergewicht, Rauchen und Bluthochdruck. Diese Erkrankungen und Risikofaktoren lassen sich häufig allein durch einen gesünderen Lebensstil gut in den Griff bekommen. Studien legen nahe, dass die sogenannte Mittelmeerkost möglicherweise vor Demenz schützt.