Der Kopf beherbergt das Gehirn und wichtige Sinnesorgane. Die Knochen des Kopfes, der Schädel und der Unterkiefer, schützen das Gehirn und formen das Gesicht. Der Unterkiefer ist über das Kiefergelenk beweglich mit dem Schädel verbunden. Der Kopf ist durch die Kopfgelenke mit dem oberen Teil der Wirbelsäule verbunden. Dank dieser Gelenke können wir den Kopf drehen, neigen und zum Beispiel nicken.
Der Schädel: Die Knochenhülle des Kopfes
Der Schädel (Cranium) bildet die knöcherne Grundlage des Kopfes und den Abschluss des Körpers nach oben. Er setzt sich aus diversen Einzelknochen zusammen und erfüllt mehrere Aufgaben. Daher ist seine Anatomie auch recht kompliziert.
Der Schädel ist die Knochen-Hülle des Kopfes. Er setzt sich aus mehreren einzelnen Knochen zusammen. Diese Knochen sind untereinander durch die sogenannten Schädelnähte verbunden. Je nachdem wo sie liegen, lassen sich die Schädelknochen unterteilen in Knochen des Gehirnschädels und Knochen des Gesichtsschädels.
Gehirnschädel (Neurocranium)
Der Gehirnschädel schützt das Gehirn. Man unterteilt den Gehirnschädel in die Schädelbasis und das Schädeldach. Die Schädelbasis befindet sich an der Unterseite. Im Inneren hat die Schädelbasis eine vordere, eine mittlere und eine hintere Schädelgrube. Es gibt zahlreiche Öffnungen in der Schädelbasis. Durch diese Öffnungen kommen Nerven und Blutgefäße. Das Gehirn und die Gehirnhäute befinden sich im Inneren des Gehirnschädels.
Zum Hirnschädel zählen:
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- das Stirnbein (Os frontale)
- das Keilbein (Os sphenoidale)
- das paarige Schläfenbein (Os temporale) mit den Gehörknöchelchen
- das paarige Scheitelbein (Os parietale)
- das Hinterhauptbein (Os occipitale)
Schädeldach (Calvaria)
Der obere Teil des Hirnschädels wird Schädeldach oder Schädelkalotte genannt. Er wird gebildet vom Stirn-, Scheitel- und Hinterhauptbein. Das Schädeldach, das auch als Schädelkalotte bezeichnet wird, macht den obersten und untersten Teil des Schädels aus. Es besteht aus dem Stirnbein, dem Scheitelbein und dem Hinterhauptbein. Die Aufgabe der Knochen des Schädeldaches besteht darin, das Gehirn zu schützen.
Schädelbasis (Basis cranii)
Der untere Teil des Hirnschädels wird Schädelbasis genannt. Am Aufbau der Schädelbasis ist das Keilbein beteiligt - ein Knochen, der wie eine Fledermaus mit geöffneten Flügeln geformt ist. Die innere Oberfläche der Schädelbasis wird in vordere, mittlere und hintere Schädelgrube unterteilt. Die Fossae enthalten die Frontal- und Temporallappen der Großhirnhemisphären, das Kleinhirn, den Pons und die Medulla oblongata.
Gesichtsschädel (Viscerocranium)
Die Knochen des Gesichtsschädels geben dem Gesicht seine knöcherne Form. Sie umschließen die beiden Augenhöhlen, die beiden Nasenhöhlen und die unterschiedlichen Nasennebenhöhlen. Knochen des Gesichtsschädels sind beispielsweise der Oberkieferknochen, das Jochbein und das Nasenbein. Der Unterkieferknochen gehört ebenfalls zum Gesichtsschädel.
Zum Gesichtsschädel zählen:
- das Siebbein (Os ethmoidale)
- das paarige Nasenbein (Os nasale)
- das paarige Tränenbein (Os lacrimale)
- die paarige untere Nasenmuschel (Concha nasalis inferior)
- das Pflugscharbein (Vomer)
- das paarige Jochbein (Os zygomaticum)
- das paarige Gaumenbein (Os palatinum)
- der Oberkiefer (Maxilla)
- der Unterkiefer (Mandibula)
Das Viszerokranium (Gesichtsschädelknochen) ist für die Aufrechterhaltung der Struktur der Gesichtsmuskulatur verantwortlich.
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Schädelnähte (Suturen)
Die Schädel-Nähte bilden die gelenkige Verbindung zwischen den einzelnen Schädelknochen. Bei kleinen Kindern sind sie noch beweglicher als bei Erwachsenen - die Schädelknochen müssen sich bei Neugeborenen verschieben können, damit der kindliche Kopf durch den Geburtskanal passt. Bei der Geburt weist der kindliche Schädel außerdem mehrere kleine, membranöse Öffnungen zwischen angrenzenden Schädelknochen auf, die sogenannten Fontanellen. Die größte liegt oben am Neugeborenen-Kopf zwischen den Scheitelbeinen und dem Stirnbein. Im Laufe der ersten Lebensmonate verschließen sich die Fontanellen - sie verknöchern.
Wo zwei Schädelknochen aufeinanderstoßen, bilden sich Knochennähte, sogenannte Suturen. Auch in Bezug auf die Art der Suturen gibt es Unterschiede: Die Knochenplatten können durch eine Glattnaht, eine Nutennaht, eine Schuppennaht oder eine Zackennaht miteinander verbunden sein. Bevor die Knochennähte zu Suturen verhärten, sind die Schädelknochen durch flexible Fontanellen miteinander verbunden.
Funktion der Schädelknochen
Die Schädelknochen dienen in erster Linie dem Schutz des Gehirns. Ihr unterer Teil hingegen bildet die knöcherne Struktur des Gesichts.
An den Schädelknochen befinden sich zahlreiche Muskelansätze. Diese Muskeln ermöglichen unter anderem Kopfbewegungen sowie mimische Ausdrücke wie Lächeln oder Stirnrunzeln. Der Gesichtsschädel ist zudem die Basis für Strukturen des Verdauungs- und des Atmungssystems.
Das Auge und die Augenhöhlen
Die beiden Augenhöhlen haben ungefähr die Form einer vierseitigen Pyramide. Die Spitze der Pyramide zeigt nach innen in Richtung Gehirn. In der Augenhöhle befinden sich unter anderem das Auge und die Augenmuskeln. An jedem Auge sind außen sechs Augenmuskeln befestigt. Diese Augenmuskeln machen es möglich, dass wir unsere Augen bewegen können. Dabei arbeiten die Augenmuskeln beider Augen zusammen. Dadurch können wir zum Beispiel mit beiden Augen gleichzeitig nach oben schauen.
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Von außen wird das Auge durch die Augenlider bedeckt. An den Lidern befinden sich die Wimpern. Außerdem wird das Auge außen teilweise durch eine Haut bedeckt. Diese Haut ist die Bindehaut. Das Auge hat ungefähr die Form einer Kugel. Es besteht aus mehreren Schichten. Diese Schichten sind übereinandergelagert. Bei geöffneten Augen sind Teile der äußeren Schicht des Auges zu sehen.
Zur äußeren Schicht gehören die Hornhaut und die Lederhaut. Die Hornhaut ist klar und durchsichtig wie eine Fensterscheibe, durch die wir von außen hineinschauen und von innen herausschauen können. Beim Hineinschauen kann man deshalb unter anderem die Augenfarbe feststellen. Die Lederhaut ist das Weiße des Auges. Sie gibt dem Auge seine Form und befindet sich hauptsächlich im hinteren Bereich.
Zur mittleren Schicht des Auges gehören die Regenbogenhaut, der Strahlenkörper und die Aderhaut. Die Regenbogenhaut gibt dem Auge seine Augenfarbe. In der Mitte der Regenbogenhaut befindet sich ein rundes Loch. Dieses runde Loch ist die Pupille. Schaut man in das Auge hinein, lassen sich die farbige Regenbogenhaut und die Pupille erkennen. Hinter der Pupille befindet sich im Augeninneren die Augenlinse. Die Augenlinse ist am Strahlenkörper befestigt. Durch den Strahlenkörper kann sich die Augenlinse krümmen und so Gegenstände in der Umgebung für uns deutlich erkennbar machen. Die Aderhaut ist die mittlere Augenschicht im hinteren Augenbereich. Sie liegt zwischen der Lederhaut und der Netzhaut.
Die Netzhaut ist die innere Schicht des Auges. Sie kleidet den hinteren Bereich des Auges von innen aus. Mit der Netzhaut können wir hell und dunkel sehen und Farben erkennen. Der Augenbereich hinter der Augenlinse ist ganz im Inneren von einer gelartigen Substanz ausgefüllt. Diese gelartige Substanz ist der Glaskörper. Der vordere Bereich des Auges zwischen Hornhaut, Regenbogenhaut und Augenlinse ist mit einer wasserartigen Flüssigkeit gefüllt.
Die Nase: Anatomie und Funktion
Von außen besteht die Nase aus der Nasenwurzel, dem Nasenrücken, der Nasenspitze und den Nasenflügeln. Die Nasenwurzel finden Sie, wenn Sie in der Mitte zwischen Ihren Augenbrauen in Richtung Nase nach unten fahren. Dort, wo die Nase beginnt, ist die Nasenwurzel. Wenn Sie Ihren Finger nun auf der Nase lassen und damit weiter nach unten fahren, so folgt Ihr Finger dem Nasenrücken. Die Nasenspitze ist der vorderste Punkt der Nase. Dort endet auch der Nasenrücken. Die Nasenflügel befinden sich an beiden Seiten der Nase. Wenn Sie Ihre Finger ganz leicht an die Seiten legen und dann durch die Nase einatmen, können Sie spüren, dass sich die Nasenflügel etwas anheben.
Der obere Anteil des Nasenrückens wird aus zwei Knochen gebildet. Diese Knochen heißen Nasenbein. Der untere Anteil des Nasenrückens ist aus Knorpel.
Das Innere der Nase bezeichnet man als Nasenhöhle. Sie wird in der Mitte durch die senkrecht verlaufende Nasenscheidewand geteilt. Dadurch entstehen eine rechte und eine linke Nasenhöhle. Die Nasenscheidewand besteht im hinteren Bereich aus einem knöchernen Anteil. In Richtung Nasenspitze wird die Nasenscheidewand aus Knorpel gebildet. Die beiden Nasenhöhlen sind mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Nasenschleimhaut kann Flüssigkeit bilden, die der Befeuchtung und der Reinigung der Nase dient. Ein besonderer Teil dieser Schleimhaut ist mit Riechzellen ausgestattet. Dadurch können wir riechen.
Die Nase ist auch ein Teil des Atmungssystems. Über die beiden äußerlich sichtbaren Nasenlöcher gelangt die eingeatmete Luft zunächst in die beiden Vorräume der Nasenhöhle. Hier befinden sich Häarchen, die größere Schmutzpartikel der eingeatmeten Luft zurückhalten sollen. Danach gelangt die eingeatmete Luft in die Nasenhöhlen und von hier weiter in Richtung Kehlkopf und Luftröhre. In jeder der beiden Nasenhöhlen befinden sich drei Nasenmuscheln. Die Nasenmuscheln sind dünne Knochenplatten. Sie ragen von der seitlichen Nasenwand in die jeweilige Nasenhöhle hinein. Man unterscheidet eine obere, eine mittlere und eine untere Nasenmuschel.
Die Nasennebenhöhlen
Mit der Nasenhöhle stehen die Nasennebenhöhlen in Verbindung. Die Nasennebenhöhlen werden nach ihrer Lage benannt. Es gibt die Stirnhöhlen, die Kieferhöhlen, die Keilbeinhöhlen und die Siebbeinzellen. Die Nasennebenhöhlen sind jeweils auf beiden Seiten vom Kopf vorhanden.
Die Stirnhöhlen befinden sich oberhalb der Augenhöhlen im Stirnbereich. Die Kieferhöhlen liegen unterhalb der Augenhöhlen im Oberkiefer. Die Keilbeinhöhlen liegen hinter der Nasenhöhle über dem Nasenrachenraum. Die Siebbeinzellen liegen oberhalb der Kieferhöhle zwischen Augenhöhlen und Nasenhöhle.
Die Größe der einzelnen Nasennebenhöhlen ist bei jedem Menschen verschieden. Oft sind sie auch auf beiden Seiten unterschiedlich groß. Die linke Stirnhöhle kann beispielsweise sehr klein, die rechte Stirnhöhle groß sein. Die Nasennebenhöhlen sind wie die Nasenhöhle mit Schleimhaut ausgekleidet. Es bestehen Verbindungen zwischen den Nasenhöhlen und den Nasennebenhöhlen. Dadurch werden bei der Atmung auch die Nasennebenhöhlen mit Luft gefüllt.
Das Ohr: Äußeres, Mittel- und Innenohr
Von außen sieht man die Ohrmuschel mit einer Öffnung. Diese Öffnung ist der Beginn des äußeren Gehörganges. Der äußere Gehörgang führt nach innen und ist mehrfach gebogen. Am Ende des Gehörgangs befindet sich das Trommelfell. Hier endet das äußere Ohr.
Hinter dem Trommelfell beginnt das Mittelohr. Zum Mittelohr gehören verschiedene Räume, die mit Luft gefüllt sind. Das sind die Paukenhöhle, die Nebenräume der Paukenhöhle und die Ohrtrompete. Die Ohrtrompete ist ein Verbindungsgang zwischen dem Mittelohr und dem Rachen. Über diesen Verbindungsgang können die Räume des Mittelohrs mit Luft gefüllt werden. So ist es möglich, den Luftdruck im Mittelohr mit dem uns umgebenden Luftdruck auszugleichen. Die Paukenhöhle liegt hinter dem Trommelfell. In der Paukenhöhle findet man drei Gehörknöchelchen. Die Gehörknöchelchen sind sehr klein. Sie heißen Hammer, Amboss und Steigbügel. Die drei Gehörknöchelchen sind miteinander verbunden. Der Hammer ist außerdem am Trommelfell befestigt. Der Steigbügel ist mit dem Innenohr verbunden.
Im Innenohr befindet sich das Hörorgan. Das Hören wird möglich, weil wir mit unseren Ohrmuscheln die Schallwellen “einfangen”. Die Schallwellen gelangen dann über den äußeren Gehörgang zum Trommelfell. Das Trommelfell wird durch die Schallwellen in schwingende Bewegungen versetzt. Diese Schwingungen werden von den Gehörknöchelchen auf das Innenohr weitergeleitet. Die weitergeleiteten Schwingungen werden durch das Hörorgan im Innenohr so genutzt, dass man Hören kann. Außer dem Hörorgan finden wir im Innenohr auch das Gleichgewichtsorgan. Das Gleichgewichtsorgan ermöglicht, dass wir unser Gleichgewicht halten können.
Die Mundhöhle: Ober- und Unterkiefer
Die Knochen der Mundhöhle sind der Oberkiefer und der Unterkiefer. In beiden Knochen sind die Zähne verankert. Der Unterkiefer bildet mit dem Schläfenknochen das Kiefergelenk. Es gibt zwei Kiefergelenke, ein rechtes und ein linkes. Beide Gelenke müssen zusammenarbeiten, damit der Mund bewegt werden kann. Deshalb können wir den Mund öffnen und schließen, den Unterkiefer vor- und zurückschieben oder Mahlbewegungen ausführen. Diese Bewegungen sind beispielsweise zum Essen notwendig. Die Kiefergelenke können Sie direkt vor Ihrem Ohr selbst fühlen. Am besten geht das, wenn Sie dafür den Mund abwechselnd öffnen und schließen. Sie spüren dann an den Fingerspitzen vor dem Ohr die Bewegung des Kiefergelenkes.
Der Mund ist der Beginn des Verdauungssystems. Die Nahrung gelangt über die Lippen in die Mundhöhle. In der Mundhöhle wird die Nahrung mit Hilfe der Zähne zerkleinert. Damit die Nahrung besser geschluckt werden kann, wird sie durch Speichel befeuchtet. In der Mundhöhle befindet sich die Zunge. Sie kann die Nahrung bewegen. Beim Schlucken gelangt die Nahrung aus der Mundhöhle über den Rachen in Richtung der Speiseröhre. Mit der Zunge können wir aber auch schmecken. Wir können zwischen süß, salzig, sauer, bitter und Umami unterscheiden. Umami ist der Geschmack, der durch Glutamat hervorgerufen wird. Glutamat ist in vielen Fertiggerichten zu finden.
Das Gehirn: Aufbau und Funktion
Das Gehirn ist ein Teil des Nervensystems. Es liegt im Inneren des Kopfes und ist von den Hirnhäuten und den Schädelknochen umgeben. Das Gehirn besteht aus mehreren Teilen. Man kennt beispielsweise das Großhirn, das Zwischenhirn, das Kleinhirn und den Hirnstamm.
Großhirn (Cerebrum)
Das Großhirn ist der größte Teil des menschlichen Gehirns. Es liegt innen nahe an den Schädelknochen. Das Großhirn ist in der Mitte durch eine Spalte in eine rechte und eine linke Hälfte geteilt. Im unteren Bereich gibt es in der Mitte eine Verbindung zwischen den beiden Hälften. Diese Verbindung heißt Balken.
Am Großhirn gibt es außen mehrere Hirnlappen. Nach der Lage der Lappen unterteilt man es in Stirnlappen, Scheitellappen, Schläfenlappen und Hinterhauptslappen. Im Inneren befinden sich der Insellappen und der limbische Lappen. Außerdem gibt es die Gehirnwindungen und die Gehirnfurchen. Sie sorgen dafür, dass die Oberfläche des Gehirns vergrößert wird.
Die äußere Schicht an der Hirnoberfläche bezeichnet man als Hirnrinde. Hier befindet sich die graue Substanz mit den sprichwörtlichen grauen Zellen. Das sind die Nervenzellen. Unter der Hirnrinde im Inneren liegt die weiße Substanz. Innerhalb der weißen Substanz gibt es Stellen mit grauer Substanz.
Hirnwasser (Liquor cerebrospinalis)
Im Inneren des Gehirns gibt es vier Hohlräume. Die Hohlräume sind untereinander verbunden. In den Hohlräumen befindet sich eine klare, farblose Flüssigkeit. Das ist das Hirnwasser.
Weitere Bestandteile des Gehirns
Das Kleinhirn liegt im hinteren unteren Bereich des Kopfes unter dem Großhirn. Das Zwischenhirn liegt unterhalb des Großhirns und oberhalb des Hirnstamms. Zum Hirnstamm gehören das Mittelhirn, die Brücke und das verlängerte Mark. Der Hirnstamm befindet sich an der Unterseite des Gehirns. Einige Nerven verlassen hier das Gehirn. Sie heißen Hirnnerven.
Erkrankungen und Verletzungen des Schädels
Probleme mit den Schädelknochen können angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln. Bei nicht angeborenen Erkrankungen kommt es hauptsächlich als Folge von Tumoren und Knochenbrüchen zu Veränderungen der Schädelknochen. Eine weitere Ursache ist Morbus Paget (Osteodystrophia deformans der Schädelknochen). Das Kiefergelenk ist für Komplikationen im Gesicht besonders anfällig. So kann eine tempomandibuläre Dysfunktion schnell zu muskulären Verspannungen in anderen Körperregionen führen.
Die embryonale Entwicklung des Schädels ist ein überaus komplizierter Vorgang, bei dem Komplikationen auftreten können. Beim Anencephalus handelt es sich um die schwerste Form einer Fehlbildung, die sich als Folge eines Neuralrohrdefekts entwickelt. Bei der Anenzephalie fehlen in unterschiedlichem Umfang die Schädelkalotte, die Meningen, die Kopfhaut und das Gehirn. Beim Hydrocephalus liegt eine Erweiterung der mit Liquor (“Gehirnwasser”) gefüllten Hirnventrikel vor. Dadurch, dass der Liquor nicht abfließen kann, entsteht ein großer intrakranieller Druck. Auch Lippen-Kiefer-Gaumenspalten gehören zu den Fehlbildungen der Schädelknochen. In diesem Fall geht es um die Knochen des Gesichtsschädels. Es handelt sich um Entwicklungsstörungen, die dann entstehen, wenn sich bestimmte Strukturen nicht recht- oder gleichzeitig entwickeln.
Frakturen des Schädels
Frakturen des Pterions können die mittlere Meningealarterie zum Rupturieren bringen. Frakturen der Pars petrosa ossis temporalis (Felsenbein) können dazu führen, dass Blut oder Liquor aus dem Ohr austritt, was zu Hörverlust führen kann. Orbitale Frakturen: Frakturen der Augenhöhlen. Orbitale Frakturen werden in Orbitarandfrakturen, direkte Orbitabodenfrakturen und Blow-out-Frakturen klassifiziert.
Kraniosynostosen
Kraniosynostosen: die vorzeitige Fusion von ein oder mehreren Schädelnähten. Kraniosynostosen können als einfach oder komplex klassifiziert werden und führen typischerweise zu einem abnormal geformten Kopf.
Akranie
Akranie: eine seltene angeborene Erkrankung, die durch das teilweise oder vollständige Fehlen der Schädelknochen gekennzeichnet ist. Neuralrohrdefekte verbunden.
Cranium bifidum
Cranium bifidum: ein Neuralrohrdefekt, der durch den defekten Verschluss des fetalen Schädels während der Entwicklung gekennzeichnet ist. Neuralrohrdefekte oder dem Hervortreten von Hirnsubstanz, die von Hirnhäuten bedeckt ist, durch den knöchernen Defekt verbunden.
Erkrankungen der Nasennebenhöhlen
Akute oder chronische Nebenhöhlenerkrankungen gehören zu den häufigsten Krankheiten in der Bevölkerung. Anatomische Besonderheiten und Varianten, Voroperationen, Allergien oder ein gestörtes Schleimhautmilieu in der Nase können zu chronischen Beschwerden führen, die durch gängige medikamentöse Therapien nicht mehr ausreichend und dauerhaft gelindert werden können. Folgeerkrankungen wie z.B. Erkrankungen der oberen Atemwege (chronische Bronchitis, „Etagenwechsel") können gefürchtete Folgen sein. In diesen Fällen können schonende operative Eingriffe zu Beschwerdefreiheit bei den Patienten führen.
Gut- und bösartige Tumoren der Frontobasis, der knöchernen Trennlinie zwischen dem Naseninneren und dem Gehirn, stellen eine Seltenheit dar fallen durch verschiedene Symptome auf.
Funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation (FESS)
Die funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenoperation (FESS) stellt heutzutage den Goldstandard in der Therapie dar, sie ist ein schonendes minimalinvasives Operationsverfahren, mit dem chronische Nasennebenhöhlenentzündungen optimal behandelt werden können. Eine Vordiagnostik mit modernster, hochauflösender Bildgebung kann in Kooperation mit der Abteilung für Radiologie oder unter Verwendung eines klinikeigenen DVT-Gerätes für eine individuelle Therapieplanung nach neuestem Standard angeboten werden. In der Kombination aus Technik auf höchstem und modernstem Niveau (endoskopische Chirurgie, intraoperative Bildgebung mittels DVT, navigationsgesteuerte Operationen), langjähriger chirurgischer Erfahrung sowie der Kooperation mit den Abteilungen für Augenheilkunde, Neurochirurgie und Radiologie bieten wir Ihnen eine leitliniengerechte und sichere Therapie auf neuestem technischem Standard an.
Chronische Nasennebenhöhlenentzündung
Eine chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung, die auf eine medikamentöse Therapie nicht anspricht, sollte durch eine Operation therapiert werden, um den chronischen Entzündungs-Herd zu sanieren. Man unterscheidet die chronische Nebenhöhlen-Entzündung mit oder ohne Polypenbildung.
Nach einer Bildgebung der Nasennebenhöhlen mittels Computer- oder Magnetresonanztomographie erfolgt die Operation minimal-invasiv mittels Endoskopen und speziellen Instrumenten durch das Nasenloch. Auch das Vorgehen während der Operation ist minimal-invasiv. Das heißt, es werden nur die Nasennebenhöhlen operiert, die auch tatsächlich von der Erkrankung betroffen sind.
Bei der sogenannten „FESS" (=funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie) werden möglicherweise vorhandene Engstellen im Naseninneren therapiert, die natürlichen Öffnungen der Nasennebenhöhlen aufgesucht und mit speziellen Instrumenten erweitert. Der Eingriff erfolgt endoskopisch, also mit einer kleinen Optik (Schlüssellochchirurgie) und sehr kleinen Operationsinstrumenten über das Naseninnere, Schnitte von außen sind nicht erforderlich. So bleiben später keine sichtbaren Narben zurück. Ziel des endoskopischen Eingriffes ist eine dauerhafte Verbesserung der Belüftung und des Sekretabtransportes im Nasen- und Nasennebenhöhlenbereich, vormals bestehende Kopfschmerzen, ein ständiger Schleimfluß im Rachen, eine Riechminderung oder ein allgemeine verminderte Leistungsfähigkeit aufgrund der chronischen Entzündung können so wirksam gelindert werden. Für eine langfristige Genesung ist nicht nur der operative Eingriff an sich, sondern ebenso eine professionelle HNO-ärztliche Nachsorge unerlässlich: Wir stellen diese im Rahmen Ihres Klinikaufenthaltes sicher. Die Nase und die Nasennebenhöhlen werden täglich durch Absaugung ärztlich gereinigt, des Weiteren werden Patienten durch geschultes Fachpersonal in die eigenständige Nasenpflege eingelernt. Durch eine gute Kooperation mit unseren niedergelassenen HNO-ärztlichen Kollegen wird auch die Nachsorge nach der stationären Entlassung aus unserer Klinik gewährleistet.
Tumoren des Nasennebenhöhlensystems
Bösartige Tumoren der Nasennebenhöhlen sind selten und können durch verschiedene Symptome auffällig werden: Betroffen leiden mitunter an häufigem Nasenbluten oder einer einseitig behinderten Nasenatmung, haben Schmerzen über dem Mittelgesicht, einen übelriechenden Ausfluss aus der Nase oder bemerken eine Formveränderung von Oberkiefer oder der Wangenregion. Die Entnahme einer Gewebeprobe zur Diagnosesicherung kann in einem unkomplizierten chirurgischen Vorgehen zeitnah in unserer Klinik angeboten und durchgeführt werden. In Abhängigkeit von der Tumorart, muss eine individuelle Therapie geplant werden. Viele Tumoren können je nach Lokalisation durch die Nasenlöcher (endoskopisch) oder offen chirurgisch behandelt werden. Die Art der Operation und des Zugangs wird nach Besprechung der Erkrankung in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz geplant und gemeinsam mit dem Patienten besprochen. Neben der endoskopischen Operation steht eine Vielzahl offener Zugänge zur Verfügung, welche je nach Lage und Ausdehnung des Tumors zum Einsatz kommen. Die Betreuung nach einem mehr oder weniger ausgedehnten Eingriff wird unter Anderem auf unserer hausinternen Intensivstation sichergestellt und ermöglicht eine individualisierte und intensive Nachsorge. Wir stehen für ein ausführliches Gespräch mit Betroffenen und deren Angehörigen zur Klärung sämtlicher Fragen jederzeit zur Verfügung.
Erkrankungen und Operationen der Schädelbasis
Als Schädelbasis bezeichnet man die Grenze zwischen Gehirn und Nasennebenhöhlen (Frontobasis) bzw. zwischen Gehirn und Mittel- und Innenohr (Laterobasis). Die Frontobasis stellt im Wesentlichen das Dach des Nasennebenhöhlensystems dar und ist die knöcherne Trennungslinie zur harten Hirnhaut und dem Gehirn. Die Laterobasis besteht aus einem kompakten Knochenareal in dem z. B. das Innenohr, das Gleichgewichtssystem, zahlreiche Hirnnerven und wichtige Blutgefäße liegen.