Manchmal scheint es, als ob jede Beziehung früher oder später in einer Sackgasse endet. Ständige Streitereien, fehlende Gesprächsthemen oder das Gefühl, vom Partner nur noch genervt zu sein, sind Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Doch wo liegen die Ursachen für diese negativen Gefühle und was kann man dagegen tun? Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Gründe, warum Beziehungen nerven können und zeigt Wege auf, wie man aus dieser Spirale ausbrechen kann.
Anzeichen einer Beziehungskrise
Oftmals schleichen sich Beziehungskrisen unbemerkt ein. Kleine, kaum wahrnehmbare Anzeichen können jedoch darauf hindeuten, dass die Beziehung nicht mehr so gesund und glücklich ist, wie sie sein sollte. Es ist wichtig, diese Signale frühzeitig zu erkennen und zu handeln, um die Beziehung zu retten.
Fehlende Gespräche und Interessen
Anfangs haben Paare meist viel Gesprächsbedarf. Man lernt sich kennen, tauscht sich über Hobbys, Vorlieben, Freunde und Familie aus. Im Laufe der Zeit können jedoch die Gesprächsthemen weniger werden. Man kennt sich gut und hat das Gefühl, alles bereits ausgetauscht zu haben. Doch Gespräche sind weiterhin wichtig, um eine Beziehung lebendig zu halten.
Wenn trotz der vielen Möglichkeiten für Gespräche - Arbeit, Alltag, Urlaubspläne, Kinder, Freunde, aktuelle Ereignisse - immer weniger ausgetauscht wird und Stille herrscht, ist dies ein Warnsignal. Es ist wichtig, den ersten Schritt zu tun und wieder vermehrt Gespräche mit dem Partner zu suchen, Interesse am Tag des anderen zu zeigen und über eigene Gedanken, Erlebnisse und Gefühle zu sprechen.
Mangelnde körperliche Nähe
Körperliche Nähe ist ein wichtiger Bestandteil einer Beziehung. Es geht nicht nur um Sex, sondern auch um Berührungen im Alltag. Wenn Händchenhalten, Kuscheln oder zufällige Berührungen vermieden werden, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass keine Gefühle mehr für den Partner vorhanden sind. Ohne Nähe kann eine Beziehung jedoch kaum funktionieren.
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Es ist wichtig, sich zu fragen, warum die körperliche Nähe fehlt. Liegt es an mangelnder Abwechslung oder ist der Wunsch nach Nähe generell verschwunden? Wer sich eigentlich noch Nähe wünscht, diese aber unbewusst kaum noch sucht, sollte sein Verhalten ändern und die Initiative ergreifen.
Ständige Streitereien
Ein falsches Wort reicht aus und ein Gespräch endet im Streit. Man reagiert gereizt, fühlt sich ständig angegriffen oder kritisiert und ist genervt vom Partner. Nicht rausgebrachter Müll oder eine liegen gelassene Socke können ebenso zu einem Zoff führen wie ein vermeintlich kritischer Blick. Wer nur noch genervt voneinander ist und statt lieber Worten nur noch Beleidigungen und Streitereien für den Partner übrig hat, sollte dies als klares Anzeichen einer Beziehungskrise sehen.
Streit kommt in den besten Familien vor und ist nicht grundsätzlich schädlich. Solange am Ende eine Versöhnung steht. Wenn jedoch Streitereien um Kleinigkeiten überhand nehmen und es keine Versöhnungen mehr gibt, gelangt man schnell in eine Spirale aus Streit und bösen Worten.
Gereizter Tonfall
Der Partner fragt nach dem Tag und wird unfreundlich angepflaumt. Oder er bekommt in gereiztem Tonfall seine Fehler vorgehalten. Wer nur noch unfreundlich zu seinem Partner ist und gereizt auf alles reagiert, sollte die Ursache dafür suchen. Wer dauerhaft genervt vom Partner ist, ist vielleicht auch genervt von der Beziehung und will sie eigentlich nicht mehr führen.
Fehlende gemeinsame Zeit
Wer es nicht mehr eilig hat, nach Hause zu kommen, um den Rest des Tages mit seinem Partner zu verbringen, sollte die Beziehung überdenken. Freiwillige Überstunden oder das Feierabendbier mit den Kollegen sind plötzlich wichtiger. Oder man besucht lieber Freunde und Familie, um mit ihnen zu reden und einen gemütlichen Abend zu verbringen. Wer merkt, dass er immer öfter Ausreden sucht, um möglichst wenig Zeit mit dem Partner verbringen zu können, ist vermutlich nicht mehr glücklich in der Beziehung.
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Alleinige Entscheidungen
Eine Beziehung ist eine Lebensgemeinschaft. Das bedeutet, dass man große Entscheidungen, und oftmals auch die vielen kleinen im Alltag, gemeinsam trifft oder zumindest die Meinung des Partners einholt. Wer gar nicht mehr nach der Meinung des Partners fragt, sondern wichtige Entscheidungen alleine trifft oder mit der Hilfe von Freunden und anderen Familienmitgliedern, steckt vermutlich ebenfalls mitten in einer Beziehungskrise.
Zweifel an der Partnerwahl
Wer sich die Frage stellt, ob er den gleichen Partner nochmal wählen würde, und diese mit einem entschiedenen "Nein" beantwortet, kann sicher sein, dass er in einer Beziehungskrise steckt. Wer die Beziehung generell in Frage stellt, hat sich ohnehin schon aus der Beziehung verabschiedet und möchte die Beziehungskrise gar nicht mehr bewältigen.
Elternpaar statt Liebespaar
Eigentlich führt man die Beziehung nur noch weiter, weil die Kinder da sind. Man will ihnen keine Trennung zumuten, aber man selbst fühlt sich unglücklich und nicht mehr wohl mit dem Partner. Irgendwie lebt man nebeneinander her und ist eben gemeinsam für die Kinder da. Man ist nur ein Elternpaar und das Liebespaar ist irgendwo auf der Strecke geblieben.
Affären
Wer einen Seitensprung wagt, verletzt seinen Partner. Selbst ein einmaliger Ausrutscher ist ein Anzeichen einer Beziehungskrise und dafür, dass dem Partner etwas fehlt, das er daheim nicht bekommt. Wer eine lange Affäre hat, sucht sicherlich etwas außerhalb der Beziehung. Derjenige sollte sich fragen, wieso er eigentlich die Affäre hat, was ihm fehlt und was er bei seinem Partner nicht bekommt.
Fehlende Liebe
Wer die Frage, ob er seinen Partner noch liebt, nicht eindeutig mit "Ja" beantworten kann, hat ein Problem. Denn die Liebe ist die Grundlage für jede gesunde Beziehung, in der beide Partner ihr Glück finden können.
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Ursachen für Gereiztheit in Beziehungen
Gereiztheit in Beziehungen entsteht selten isoliert. Stress spielt dabei häufig eine zentrale Rolle, doch auch hormonelle Schwankungen und andere Faktoren können das emotionale Gleichgewicht beeinflussen.
Stress und Überlastung
Bei Anspannung und Belastung schüttet der Körper vermehrt Adrenalin und Cortisol aus. Diese Botenstoffe aktivieren uns und geben uns Energie, um Herausforderungen zu bewältigen. Dauerhaft erhöhte Cortisolspiegel erschöpfen jedoch das Stressbewältigungssystem. Die Folge von anhaltendem Stress ist Hyperreaktivität, Aufbrausen und Reizbarkeit. Wir fühlen uns dann quasi immer gestresst und genervt.
Oft merken wir gar nicht, dass wir gestresst sind. Wir laufen auf Hochtouren und schaffen keinen Ausgleich, um unser Stresslevel zu senken. Gleichzeitig können wir die fehlende Klarheit über die Ursache für unsere Verstimmung nicht durchbrechen. Es fällt uns schwer, Verständnis für uns selbst zu entwickeln oder andere zu informieren und zu entlasten.
Hormonelle Schwankungen
Viele Frauen kennen das Phänomen, sich in bestimmten Zyklusphasen besonders dünnhäutig und missmutig zu fühlen. Schwankungen der Hormone Östrogen und Progesteron beeinflussen direkt unser Nervensystem und die Produktion von Botenstoffen wie Serotonin und GABA, die unsere Stimmung regulieren. Auch Männer erleben hormonell bedingte Reizbarkeit. Ein sinkender Testosteronspiegel kann mit erhöhter Reizbarkeit, Antriebslosigkeit und Stimmungsschwankungen einhergehen.
Erschöpfung und Schlafmangel
Chronische Erschöpfung und Reizbarkeit gehen Hand in Hand. Wenn Körper und Geist erschöpft sind, fehlt uns die Energie für emotionale Regulation. Normalerweise können wir kleine Ärgernisse abpuffern und gelassen bleiben. Bei Erschöpfung ist dieser Stoßdämpfer jedoch eingerostet und jedes Schlagloch rüttelt uns ordentlich durch.
Unzureichende Selbstfürsorge
Auch Hunger, Durst oder zu wenig Bewegung können Verstimmungen entfesseln. Eine unausgewogene Ernährung mit viel Zucker, verarbeiteten Lebensmitteln und wenig Ballaststoffen kann zu einem Ungleichgewicht der Darmflora führen, was sich ebenfalls negativ auf die Stimmung auswirken kann.
Teufelskreis aus Stress, Gereiztheit und Konflikten
Stress fördert Gereiztheit, Gereiztheit fördert Konflikte und Konflikte erhöhen wieder den Stress. Gleichzeitig fehlt uns durch den sozialen Rückzug die emotionale Unterstützung, die uns helfen könnte, mit der Belastung besser umzugehen.
Was tun gegen ständige Gereiztheit?
Es gibt verschiedene Wege, um die Spirale aus Gereiztheit zu durchbrechen und wieder mehr Gelassenheit in das Leben und die Beziehung zu bringen.
Gereiztheit wahrnehmen und akzeptieren
Der erste Schritt ist, die eigene Gereiztheit wahrzunehmen und anzuerkennen. Oft spüren wir die Reizbarkeit körperlich, bevor sie uns bewusst wird. Es kann hilfreich sein, sich zu fragen, ob es bestimmte Situationen, Menschen oder Tageszeiten gibt, zu denen man besonders gereizt ist. Dabei können externe Trigger wie der Feierabendverkehr oder bestimmte Gesprächsthemen eine Rolle spielen, aber auch interne Trigger wie Hunger, Müdigkeit oder Schlafmangel.
Achtsamkeit und Entspannung
Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst und ohne Bewertung wahrzunehmen. Achtsamkeits- und Entspannungsinterventionen sind effektiv bei der Senkung von Cortisolspiegeln. Regelmäßige Meditation kann messbare Veränderungen im Gehirn bewirken und dazu beitragen, gelassener auf Belastungen zu reagieren.
Selbstmitgefühl
Viele Menschen sind gereizt, weil sie gereizt sind - sie verurteilen sich dafür, nicht „funktionieren” zu können. Versuchen Sie stattdessen, sich selbst mit der gleichen Freundlichkeit zu begegnen, die Sie einem guten Freund entgegenbringen würden.
Angenehme Aktivitäten planen
Schöne Erlebnisse können dazu beitragen, die Stimmung zu verbessern und das Stresslevel zu senken. Planen Sie diese Aktivitäten nicht nur für „wenn ich mal Zeit habe”, sondern machen Sie sie zu einem festen Bestandteil Ihrer Woche.
Atemübungen
Eine einfache Atemtechnik kann den Parasympathikus anregen - den „Ruhenerv” unseres Körpers. Diese Technik kann körperliche Anspannung abbauen - und mit ihr oft auch die emotionale Gereiztheit.
Kurzfristige Strategien im Akutfall
- Observieren: Was passiert gerade? Was fühle ich?
- Perspektive wechseln: Ist die Situation wirklich so schlimm?
- Time-out nehmen: Wenn möglich, verlassen Sie kurz die Situation.
- Kaltes Wasser: Halten Sie Ihre Handgelenke unter kaltes Wasser.
Destruktive Kritik vermeiden
Kritik ist ein Beziehungskiller. Sie wertet das Verhalten des anderen ab und fordert ihn dazu auf, sich den eigenen Vorstellungen oder Prinzipien zu unterwerfen. Kritik löst immer eine Trotzreaktion aus und Wut.
Stattdessen sollte man konstruktives Feedback geben. Während Kritik sich darauf konzentriert, was falsch läuft, konzentriert sich Feedback darauf, wie man zusammen erarbeitet, was besser funktionieren könnte. Während Kritik die Person des anderen ins Visier nimmt, konzentriert sich Feedback auf ein konkretes Verhalten. Kritik wertet ab, Feedback ermutigt. Kritik beschuldigt und erpresst, Feedback strebt auf eine Lösung hin und verharrt nicht in Schuldzuweisungen. Kritik kontrolliert, Feedback respektiert die Autonomie und Eigenständigkeit des anderen.
Konstruktive Kommunikation
Soll sich das Zusammenleben und die Beziehung verbessern, ist es wichtig, vorwurfsfrei zu kommunizieren. Der Kritisierende sollte den Dialog zunächst positiv beginnen, beispielsweise mit einem Lob. Begriffe wie „immer“ oder „nie“ sollte er im weiteren Gesprächsverlauf vermeiden, da sie dem Partner das Gefühl geben, sich generell schlecht zu verhalten. Konstruktive Kritik hingegen beinhaltet Lösungsvorschläge und legt die eigenen Gefühle offen. Dabei kann ruhig verdeutlicht werden, dass es sich um die persönliche Wahrnehmung handelt. Des Weiteren sollte auch nach der Meinung des Partners gefragt werden und dessen Wahrnehmung berücksichtigt werden.
Rollenmuster aufbrechen
Frauen nehmen in der Beziehung oft die aktivere Rolle ein, während Männer eher dazu neigen, Konflikte zu vermeiden. Es ist wichtig, diese Rollenmuster zu erkennen und aufzubrechen. Homosexuelle Paare scheinen Konflikte konstruktiver auszutragen, da sie weniger in klassische Rollenmuster verfallen.
Mit veränderten Gefühlen umgehen
Unser Blick auf eine Beziehung oder Ehe ist immer sozialen Normen unterworfen. Als normal gilt: Ich liebe meinen Ehemann. Ich interessiere mich für meinen Partner. Ich habe Verständnis für den Vater meiner Kinder. Ich möchte Zeit mit ihm verbringen. Wenn wir das nicht mehr fühlen, kann das extrem irritierend sein. Es kratzt an unserem Selbstbild, erzeugt Zweifel, Angst und oft auch Streit.
Statt die negativen Gefühle wegzuschieben, ist es erforderlich, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Negative Gefühle dürfen sein. Sie als Mensch dürfen sein. Und Sie müssen nicht gefallen. Nur durch radikale Ehrlichkeit mit sich selbst können Sie wieder zu einer Lebenssituation finden, die Ihnen entspricht und Sie glücklich macht.
Gründe für Abneigung gegenüber dem Partner
Es gibt viele Gründe, warum man Abneigung gegenüber dem Partner entwickeln kann:
- Veränderte Vorlieben und Werte: Möglicherweise haben Sie früher perfekt zueinander gepasst und ähnliche Vorlieben und Werte geteilt. Ihre Abneigung gegenüber Ihrem Partner kann ein Zeichen dafür sein, dass Sie hier nicht mehr kompatibel sind.
- Biologische Ursachen: Hormonelle Veränderungen oder Infektionen können unangenehme Gerüche erzeugen, die zu Abneigung führen.
- Mangelnde Attraktivität: Wenn sich der Partner nicht mehr um sein Aussehen kümmert, kann seine Attraktivität in Ihren Augen abnehmen.
- Veränderter Charakter: Die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln, wirken sich auch auf die Entwicklung unseres Charakters aus. Wenn wir im privaten oder beruflichen Umfeld scheitern, kann das zu Verbitterung und Rückzug führen. Ähnlich ist es aber auch mit jemandem, dem Erfolg und möglicherweise auch Macht zu Kopfe steigen.
- Midlife Crisis: Typischerweise tritt die Midlife Crisis im Alter zwischen 40 und 60 auf. Für die Partnerinnen kann es schwer zu ertragen sein, wenn ihr Gegenüber in dieser Phase nochmal Anzeichen eines zweiten Frühlings erlebt und merkwürdige Verhaltensweisen an den Tag legt, die zu Abneigung führen.
- Schlechte Behandlung: Vielleicht haben Sie aber auch eine Abneigung gegenüber Ihrem Mann entwickelt, weil er Sie einfach nicht mehr gut behandelt.
- Kommunikationsprobleme: Oft bemerken wir Probleme in der Kommunikation gar nicht weiter, solange die Partnerschaft noch intakt ist. Wenn sich dann herausstellt, dass Sie nur schwer über Ihre Gefühle sprechen können, dass einer von Ihnen eine kurze Zündschnur hat oder schnell mit Rückzug reagiert, kann dass dazu führen, dass Abneigung entsteht.
- Auseinandergelebt: Vielleicht resultiert das Gefühl, Ihren Partner nicht mehr ertragen zu können, aber auch daraus, dass Sie sich schlicht auseinandergelebt haben.
- Langeweile: Ablehnung kann auch aus Langeweile entstehen. Dem Gefühl, den anderen in- und auswendig zu kennen. Der Einsicht, dass in Ihrer Beziehung und mit Ihnen nichts mehr passiert.
- Warnsignal der Seele: Vielleicht ist das Gefühl, dass Sie Ihren Partner nicht mehr ertragen können, ein Warnsignal Ihrer Seele. Ein Anzeichen, dass Sie zwingt, sich mit Themen auseinanderzusetzen und neu über das Thema Liebe nachzudenken.
Was tun, wenn der Partner immer mehr nervt?
Versuchen, das was einen stört zu ignorieren ist in der Partnerschaft nicht ratsam. Ansprechen. Doch richtig. Schlecht wäre, wenn aus dem Genervt-Sein ein Dauer-Kritisieren, Nörgeln und Jammern wird. Der Kritisierte, oft der Mann, geht entweder zum Gegenangriff über oder übt sich in schweigendem Rückzug. Beide versuchen mit ihrem jeweiligen Verhalten, den anderen zu kontrollieren und zu beeinflussen.
Psychotherapeut und Paarforscher John Gottman schätzt, dass sich 70 % aller Paarprobleme nicht ändern werden. Der eine möchte in Ruhe lesen und möglichst wenig reden am Morgen. Mein Partner müsste die gleichen Bedürfnisse zur selben Zeit haben und die gleichen Vorlieben wie ich. Meine sind normal, seine nicht. Man fragt sich dann: Warum gibt mir das der andere nicht, was ich will? Meist verwechseln wir dann unsere Lieblings-Strategien mit den grundlegenden Bedürfnissen und verbeißen uns in der einen Strategie, die wir haben wollen. Bedürfnisse haben alle Menschen dieselben. Stell dir ein Bedürfnis vor, wie ein Gefäß, das gefüllt werden will. Was braucht meine Partnerin in ihrer Unterschiedlichkeit? An welcher Stelle kommen wir beide zusammen und haben das gleiche Bedürfnis? Jeder ist für sein Glück in erster Linie selbst verantwortlich. Wer gut für andere da sein will, muss erst für sich selbst gut sorgen. Wer selbst mit sich klar und gut ist, ist dann auch in der Lage, mit ehrlichem Interesse und Neugier dafür, was der andere brauchen könnten. Aber auch, darauf zu achten, was man miteinander gemeinsam hat und gemeinsam gut kann. Was es für gute Gründe gibt, aneinander festzuhalten.
Projektionen erkennen
Ein weiterer Grund für sinnlosen Streit ist, wenn wir alte Beziehungen mit in eine neue nehmen. Also nicht wortwörtlich, sondern wir nehmen die Probleme einer vergangen Beziehung in eine neue Beziehung, anstatt den Müll draußen vor der Tür zu lassen. Somit kann es durchaus passieren, dass uns Dinge in einer neuen Partnerschaft verletzten, die eigentlich gar nichts mit derdem neuen Partnerin zu tun haben.
Es braucht eine ganze Menge Selbstreflexion, um die eigenen Trigger zu entlarven. Was sind meine Ziele? Wann und wieso werde ich sauer? Was nervt mich an anderen Menschen? Seit wann nerven mich diese Dinge, gab es einen bestimmten Auslöser? Es hilft auch, ein Tagebuch zu führen und sich die Einträge mit etwas Abstand noch einmal durchzulesen. Gerade im Bezug auf Beziehungen ist eine Analyse der alten Beziehungen durchaus sinnvoll.
Aus der Streitspirale ausbrechen
In besonders dramatischen Momenten wirkt es wahre Wunder, die Situation zu verlassen. Nicht nur gedanklich, sondern ganz banal auch physisch, denn neue Gedanken können oftmals nur entstehen, wenn wir neuen Reizen ausgesetzt sind. Eine Runde um den Block oder ein kurzer Besuch im Lieblingscafé sind hier durchaus heilsam.
Toxische Beziehungen
Toxische Beziehungen sind ein weit verbreitetes, jedoch oft unterschätztes Problem, das die psychische und emotionale Gesundheit der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Diese Art von Beziehungen kann in verschiedenen Kontexten auftreten. Sei es in romantischen Partnerschaften, familiären Bindungen, Freundschaften oder beruflichen Verhältnissen. Eine toxische Beziehung ist durch Verhaltensweisen gekennzeichnet, die emotionalen Schaden verursachen und die psychische Gesundheit der beteiligten Personen beeinträchtigen.
Merkmale toxischer Beziehungen
- Ungleichgewicht der Macht: Eine Person versucht, die anderen zu dominieren oder zu kontrollieren.
- Mangel an Respekt, Unterstützung und gesunder Kommunikation.
- Manipulation: Eine oder beide Parteien versuchen, den anderen zu manipulieren.
- Kontrolle: Eine Person überwacht und diktiert die Handlungen der anderen.
- Gaslighting: Eine Person manipuliert die Realität der anderen, um sie an ihrem Verstand zweifeln zu lassen.
- Emotionale Erpressung: Eine Person nutzt Emotionen, um die anderen zu kontrollieren oder zu manipulieren.
Auswirkungen toxischer Beziehungen
- Angst: Betroffene verspüren oft ständige Unsicherheit und Furcht vor den Reaktionen ihres Partners.
- Depression: Anhaltende Traurigkeit, Energiemangel und Interessenverlust sind typische Symptome von Depressionen, die durch toxische Beziehungen ausgelöst werden können.
- Geringes Selbstwertgefühl: Ständige Kritik und Abwertung durch den Partner führen dazu, dass Betroffene ihr Selbstvertrauen verlieren und an sich selbst zweifeln.
- Stress: Chronische Anspannung und Nervosität sind typische Folgen der unvorhersehbaren Dynamik in toxischen Beziehungen.
Ursachen toxischer Beziehungen
- Angst vor dem Alleinsein.
- Emotionale Abhängigkeit.
- Frühere Traumata.
- Geringes Selbstbewusstsein.
- Abhängigkeitsmuster.
Auswege aus toxischen Beziehungen
- Grenzen setzen.
- Professionelle Hilfe suchen.
- Selbstfürsorge.
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