Hirntumor Symptome erkennen: Ein umfassender Überblick

Ein Hirntumor ist eine Erkrankung, die sowohl Erwachsene als auch Kinder betreffen kann. Obwohl Hirntumoren insgesamt selten sind, ist es wichtig, die Symptome frühzeitig zu erkennen, um eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung zu ermöglichen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Symptome von Hirntumoren, Diagnosemethoden und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist ein Hirntumor?

Ein Hirntumor ist eine Masse oder ein Wachstum von abnormalen Zellen im Gehirn. Es gibt gutartige und bösartige Hirntumoren. Primäre Hirntumoren entstehen direkt im Gehirngewebe, während sekundäre Hirntumoren, auch Hirnmetastasen genannt, von einem Tumor außerhalb des Gehirns stammen und sich im Gehirn angesiedelt haben.

Wie häufig sind Hirntumoren?

Hirntumoren sind relativ seltene Erkrankungen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 7.330 Menschen an einem bösartigen Hirntumor. Bei Kindern sind Hirntumoren die zweithäufigste Krebsart.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Hirntumoren sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die das Risiko erhöhen können:

  • Genetische Vorbelastung: Verwandte ersten Grades, die an einem Hirntumor erkrankt sind.
  • Erbliche Krankheitsbilder: Tumor-Syndrome wie das Lynch- oder Li-Fraumeni-Syndrom sowie Neurofibromatose oder Tuberöse Sklerose.
  • Strahlentherapie: Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich oder des Schädels viele Jahre später zu Hirntumoren führen.
  • Computertomographie (CT) im Kindesalter: Eine solche diagnostische Untersuchung der Kopf-Hals-Region kann das Risiko geringfügig erhöhen.

Symptome von Hirntumoren

Die Symptome eines Hirntumors können je nach Größe, Art und Lage des Tumors im Gehirn variieren. Einige Symptome sind allgemein, während andere spezifisch für bestimmte Hirnregionen sind.

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Allgemeine Symptome

Allgemeine Symptome werden durch den Druck des Tumors auf das Gehirn oder das Rückenmark verursacht. Dazu gehören:

  • Kopfschmerzen: Neu auftretende Kopfschmerzen, die über einige Tage oder Wochen immer heftiger werden und im Liegen zunehmen, sind ein verdächtiges Anzeichen. Die Kopfschmerzen treten oft nachts und in den frühen Morgenstunden auf und bessern sich tagsüber spontan.
  • Übelkeit und Erbrechen: Diese Beschwerden sind meist die Folge des erhöhten Hirndrucks und treten oft in den Morgenstunden auf.
  • Sehstörungen: Ein Hirntumor kann Sehstörungen verursachen, indem er die Netzhaut im Auge beeinträchtigt oder die Sehbahn bis zum Sehzentrum im Hinterkopf stört. Dies kann zu Gesichtsfeldausfällen oder Doppelbildern führen.
  • Neurologische Ausfälle: Dazu gehören Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Zuckungen, Schluckstörungen, veränderte Geschmackswahrnehmung, Schwindel, Schwerhörigkeit oder Ohrenpfeifen (Tinnitus).
  • Krampfanfall: Ein neu auftretender epileptischer Krampfanfall ist vor allem bei Kindern oft eines der ersten Hirntumor-Symptome.
  • Hormonelle Störungen: Ein Tumor der Hypophyse kann hormonelle Störungen verursachen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus, das Körperwachstum oder die Sexualität betreffen.
  • Beeinträchtigung des Gedächtnisses: Hirntumor-Erkrankte können in ihrer Aufmerksamkeit beeinträchtigt sein und sich Dinge schlechter merken.
  • Veränderungen der psychischen Gesundheit: Depression, Teilnahmslosigkeit (Apathie) und Angst können auf einen Hirntumor zurückzuführen sein.
  • Persönlichkeitsveränderungen: Betroffene können leichter reizbar oder weniger konzentriert sein.

Spezifische Symptome

Spezifische Symptome hängen von der Lage des Tumors im Gehirn ab.

  • Tumoren im Stirnlappen: Persönlichkeitsveränderungen, Verhaltensstörungen und Änderungen im Antrieb.
  • Tumoren der Hirnanhangsdrüse: Hormonelle Störungen.
  • Hydrozephalus bei Kindern: Babys und Kleinkinder mit Hirntumor haben oft einen vergrößerten Kopf (Hydrozephalus), der durch Flüssigkeitsansammlungen im Gehirn entsteht.

Wie lange dauert es bis zu den ersten Anzeichen?

Die Zeit bis zum Auftreten der ersten Anzeichen eines Hirntumors kann variieren. Bei WHO-Grad 3 oder 4 entstehen die ersten Anzeichen für einen Hirntumor dagegen schon nach wenigen Wochen bis Tagen.

Diagnose von Hirntumoren

Bei Verdacht auf einen Hirntumor stehen dem behandelnden Arzt mehrere diagnostische Methoden zur Verfügung:

  • Anamnese: Die präzise Schilderung der Beschwerden und die Erhebung der Krankengeschichte geben wichtige Informationen.
  • Neurologische Untersuchung: Eine klinisch-neurologische Untersuchung kann Störungen in der Sinneswahrnehmung oder Probleme mit der Aufmerksamkeit oder dem Gedächtnis feststellen.
  • Bildgebende Verfahren:
    • Computertomographie (CT): Bei diesem Verfahren wird das Gehirn mit Hilfe von Röntgenstrahlen durchleuchtet und in Schnittbildern dargestellt. Damit ist es möglich, Tumoren, Verkalkungen und Blutungen zu erkennen.
    • Magnetresonanztomographie (MRT): Die MRT ist das Untersuchungsverfahren der Wahl zum Nachweis und zur Darstellung eines Hirntumors. Sie macht Unregelmäßigkeiten im Gehirn noch detaillierter sichtbar als die Computertomographie.
    • Positronen-Emissions-Tomographie (PET): Die PET ist ein bildgebendes Verfahren, das die Stoffwechselaktivität der Zellen sichtbar macht.
  • Elektroenzephalogramm (EEG): Mit dem EEG ist eine grobe Lokalisation eines Hirntumors möglich und kann die Anfallsgefährdung ermittelt werden.
  • Liquoruntersuchung: Die Liquor-Untersuchung dient in manchen Fällen zum Ausschluss einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems.
  • Biopsie: Um die Diagnose abzusichern, wird in der Regel eine Biopsie durchgeführt. Dabei wird eine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich im Gehirn entnommen und unter einem Mikroskop untersucht.

Therapie von Hirntumoren

So unterschiedlich die Hirntumore sind, so verschieden ist auch die Hirntumor-Behandlung. Es gibt mehrere Strategien:

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  • Operation: Die Tumoroperation ist die erste Maßnahme, um den Krebs größtmöglich zu entfernen und danach zu untersuchen.
  • Chemotherapie: Bei einer Chemotherapie werden Medikamente eingesetzt, die die Zellteilung verhindern.
  • Strahlentherapie: Bei der Bestrahlung "beschießen" Radiologen den Tumor lokal mit hochenergetischen Strahlen.
  • Zielgerichtete Therapie: Unter zielgerichteter Therapie versteht man die Vergabe von speziellen Medikamenten, die auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet sind.
  • Supportive Therapie: Ziel einer supportiven Therapie ist es, Beschwerden zu lindern, die durch die Krebserkrankung selbst und/oder die Behandlung entstehen.

Nachsorge bei Hirntumoren

Für eine Patientin oder einen Patienten mit Hirntumor stehen auch nach Abschluss der Krebstherapie und der medizinischen Rehabilitation weiterhin regelmäßige Untersuchungstermine an. Diese fortlaufende Betreuung wird als Nachsorge oder Verlaufskontrolle bezeichnet.

Ziele der Nachsorgeuntersuchungen und Verlaufskontrollen:

  • Einen Rückfall der Krebserkrankung (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Tumorkontrolle.
  • Beschwerden durch den Hirntumor oder aufgrund der Therapie können frühzeitig erkannt und behandelt werden.
  • Seelische und soziale Probleme ansprechen.

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