Der menschliche Hang zum Rausch ist tief verwurzelt und manifestiert sich in vielfältigen Formen, von der Einnahme psychoaktiver Substanzen bis hin zum Nervenkitzel extremer Erfahrungen. Diese Suche nach veränderten Bewusstseinszuständen ist nicht nur ein modernes Phänomen, sondern begleitet die Menschheit seit ihren Anfängen. Kulturhistoriker Mike Jay beschreibt in seinem Buch "High Society", wie der Mensch schon früh Gefallen an den Effekten pflanzlicher Stoffgemische fand. Dies ist laut David Nutt etwas "vollkommen Natürliches". Doch was genau passiert im Gehirn während eines Rausches, und welche Konsequenzen hat dies für Geist und Körper?
Die neuronalen Grundlagen des Rausches
Die Wirkung von Rauschmitteln auf das Gehirn ist komplex und vielfältig. Psychoaktive Substanzen interagieren mit verschiedenen Neurotransmittersystemen, wodurch die normale Funktion des Gehirns beeinflusst wird. Substanzen wie Dopamin, Noradrenalin, Serotonin oder Endorphine werden ausgeschüttet. Ein wichtiger Aspekt ist die Wirkung dieser Substanzen auf das Belohnungssystem im menschlichen Gehirn. Wird das aktiviert, besteht die Gefahr der Sucht. Man will es einfach immer wieder ansprechen.
Einige Beispiele für die neuronalen Effekte verschiedener Substanzen:
- Cannabis: Eine Studie findet heraus, dass Cannabis unsere Empathie fördern könnte.
- Psychedelika: Eine Gruppe um Romain Nardou von der Johns Hopkins University in Baltimore demonstrierte in Experimenten mit Mäusen, dass psychedelische Substanzen möglicherweise vormals geschlossene Fenster wieder öffnen können.
- Ayahuasca: Wie Draulio de Araujo von der Universität von Rio Grande do Norte im brasilianischen Natal und seine Kollegen herausgefunden haben, könnten die Nutzer die auftretenden Visionen als reale Bilder empfinden.
Es ist wichtig zu betonen, dass die neuronalen Effekte nur einen Teil der Geschichte erzählen. David Nutt glaubt, dass "der Kontext und die Umgebung essentiell für ihre Wirkung" sind. Hartogsohn betont die Bedeutung von "Set und Setting" für die Wirkung von Drogen.
Rausch als kulturelles Phänomen
Der Konsum von psychoaktiven Substanzen ist eng mit der menschlichen Kultur verbunden. Kulturhistoriker Mike Jay beschreibt in seinem Buch "High Society", wie der Mensch schon früh Gefallen an den Effekten pflanzlicher Stoffgemische fand. Der Rausch hat Künstler und Denker zu außergewöhnlichen Leistungen beflügelt. Das Gedicht Kublai Khan von Samuel Taylor Coleridge, die Lieder der Doors - die menschliche Kultur wäre ärmer ohne den Rausch.
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Die Schattenseiten des Rausches: Sucht und ihre Folgen
Während der Rausch kurzfristig positive Gefühle und veränderte Wahrnehmungen hervorrufen kann, birgt er auch erhebliche Risiken. Wer sich einmal einen Nervenkitzel geholt hat, läuft Gefahr ihn immer wieder haben zu wollen. Die Realität ist hartnäckig und lässt sich auf Dauer nicht aussperren. Wer es trotzdem versucht, hängt über kurz oder lang an der Nadel der Sucht.
Die Sucht ist eine komplexe Erkrankung, die durch ein zwanghaftes Verlangen nach einer bestimmten Substanz oder einem bestimmten Verhalten gekennzeichnet ist. Sie kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen führen.
Neuro-Enhancement: Doping fürs Gehirn?
In der modernen Gesellschaft suchen viele Menschen nach Wegen, ihre kognitiven Fähigkeiten zu verbessern. Neuro-Enhancer versprechen eine Verbesserung der kognitiven Leistung ohne große Anstrengung. Fachkreise sprechen von Neuro-Enhancement (Englisch enhancement: Steigerung, Verbesserung), die Allgemeinbevölkerung vom Gehirndoping.
Zu den eingesetzten Pharmaka gehören Psychostimulanzien, Antidementiva, Antidepressiva und Betablocker. Viele übersehen dabei, dass es nur einige wenige potente Neuro-Enhancer gibt und diese nur unter bestimmten Bedingungen ihre Wirkung entfalten.
Obwohl es sich immer um Fehlgebrauch handelt, wenn Menschen Arzneimittel ohne medizinische Indikation vorsätzlich und gezielt einnehmen, ist die Akzeptanz des Neuro-Enhancements mit Pharmaka (Pharmaceutical Cognitive Enhancement, PCE) in der bundesdeutschen Bevölkerung erstaunlich groß.
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Die Rolle von Genen und Persönlichkeit
Die Neigung zum Rausch und zur Sucht ist nicht nur von äußeren Faktoren abhängig, sondern auch von genetischen und persönlichen Eigenschaften. Dass manche Menschen mehr Nervenkitzel suchen als andere, liegt übrigens auch an genetischen Komponenten. Bei manchen wiegt die Aussicht eines Gewinns schwerer als der potenzielle Schaden an ihrer Gesundheit.
Lachgas: Eine "ungefährliche" Substanz?
Lachgas hat den Ruf einer relativ ungefährlichen Substanz. Es wird oft als Partydroge konsumiert, um kurzfristige Euphorie und Entspannung zu erleben. Allerdings birgt auch der Konsum von Lachgas Risiken, insbesondere bei übermäßigem oder regelmäßigem Gebrauch.
Weitere Gefahrenquellen
Es gibt auch noch weitere Gefahrenquellen, die im Zusammenhang mit dem menschlichen Gehirn und Geist stehen. Zwei Effekte machen unkontrollierte Brände in Innenräumen sehr schnell lebensbedrohlich. Und in den letzten Jahrzehnten sind die Feuer sogar noch gefährlicher geworden. Länger dauert es meist nicht - von der Entscheidung zum Suizid bis zur traurigen Tat. Das Klimagas SF 6 ist sehr schädlich, flüchtig, wirksam. Noch funktioniert kein Stromnetz der Welt ohne es.
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