Ursachen von Schmerzen im vorderen linken Gehirnbereich: Ein umfassender Überblick

Kopfschmerzen im vorderen linken Gehirnbereich können viele Ursachen haben, von harmlosen Verspannungen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Ursachen, ihre Symptome und Behandlungsmöglichkeiten, um Ihnen ein besseres Verständnis für diese Art von Schmerzen zu vermitteln.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind unspezifische Kopfschmerzen, die nicht die Blutgefäße betreffen und nicht mit organischen Erkrankungen zusammenhängen. Sie sind die häufigste Art von Kopfschmerzen.

Symptome:

  • Leichte bis mittelstarke Schmerzen, die meist an beiden Seiten des Kopfes liegen.
  • Ausstrahlung vom Hinterkopf und den Schläfen zur Stirn und oft auch hinter die Augen.
  • Dumpfer Druck am Kopf, der nicht pulsiert.
  • Leichte Empfindlichkeit gegen Lärm oder Licht.

Auslöser:

  • Stress oder Angst
  • Schlechte Körperhaltung
  • Verspannung der Muskeln

Behandlung:

  • Hausmittel wie Pfefferminzöl, das auf Stirn oder Schläfen aufgetragen und sanft einmassiert werden kann.
  • Kälteanwendungen, z.B. ein kalter Waschlappen auf Stirn oder Schläfen.
  • Schmerztabletten wie Aspirin oder Ibuprofen.
  • Entspannungstechniken wie Yoga oder Muskelrelaxation nach Jacobson.
  • Ergonomische Anpassung von Arbeitsplatz und Smartphone.

Zervikogener Kopfschmerz

Zervikogene Kopfschmerzen werden durch eine Störung im Bereich der oberen Halswirbelsäule hervorgerufen. Der Schmerz zieht vom Hinterkopf nach vorn.

Symptome:

  • Meist dumpf-ziehender Schmerz, der am Hinterkopf beginnt und über den Kopf nach vorn zieht.
  • Moderater Schmerz, der über Stunden bis Tage anhält und sich zuweilen plötzlich verstärken kann.
  • Auslösung des Schmerzes durch Druck auf die Nackenmuskulatur oder bestimmte Kopfbewegungen.
  • Häufig Nackenschmerzen, aber nicht immer.
  • Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit (jedoch in geringerem Ausmaß als bei Migräne).
  • Diffuse Schmerzen in Schulter oder Arm.
  • Selten Schluckstörungen, Schwindel, Tränenfluss, eine laufende Nase oder eine Schwellung im Augenbereich.

Ursachen:

  • Reizung einer sensiblen Nervenwurzel eines oberen Halswirbels.
  • Entwicklungsstörungen am Übergang zwischen Wirbelsäule und Schädel.
  • Tumoren im Bereich des Übergangs zwischen Wirbelsäule und Schädel oder der oberen Halswirbelsäule.
  • Morbus Paget des Schädels.
  • Rheumatoide Arthritis der oberen Halswirbelsäule.
  • Morbus Bechterew.
  • Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule (zervikale Spondylose).
  • Knochenbruch der oberen Halswirbelsäule.
  • Schleudertrauma.
  • Eine bakterielle Infektion der oberen Wirbelkörper (Osteomyelitis).
  • Verletzungen oder degenerative Veränderungen (Verschleißerscheinungen) der Gelenke der oberen Halswirbelsäule.
  • Eine Sehnenentzündung im Halsbereich (retropharyngeale Tendinitis).
  • Eine Störung der Muskelspannung im Halsbereich (Dystonie).

Diagnose:

  • Ärztliche Befragung nach den Merkmalen der Kopfschmerzen, Begleitsymptomen sowie möglichen Auslösern.
  • Körperliche Untersuchung von Kopf, Hals, Wirbelsäule und Schulter.
  • Bildgebende Verfahren (Röntgen/CT/MRT).
  • Injektion von Kortison oder Mitteln zur örtlichen Betäubung in Nerven am Hinterkopf oder in Gelenke der Halswirbelsäule (zur Blockierung der Signalübertragung eines gereizten Nervs).

Behandlung:

  • Behandlung der zugrunde liegenden Ursache.
  • Physiotherapie, manuelle Therapie.
  • Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson.
  • Bewegung und körperliche Aktivität.
  • Schmerzmittel wie Ibuprofen (Off-Label-Therapie).
  • Medikamente, die die Muskeln entspannen (Muskelrelaxanzien; Off-Label-Therapie).
  • Bestimmte Antidepressiva (Off-Label-Therapie).
  • Krampflösende Wirkstoffe (Antikonvulsiva; Off-Label-Therapie).
  • Blockade der Signalübertragung eines gereizten Nervs.

Migräne

Heftige Kopfschmerzen an Schläfen und Stirn, die meist auf einer Seite liegen, aber auch auf die andere Seite wechseln können, sind Anzeichen für eine Migräne.

Symptome:

  • Pulsierende, hämmernde und starke Kopfschmerzen an Stirn, Schläfen und sogar den Augenbrauen.
  • Verschlimmerung der Beschwerden durch Bewegung, Licht und Lärm.
  • Kribbeln in den Armen und Beinen.
  • Sehstörungen.
  • Schwindel-Anfälle (bei Vestibulärer Migräne).

Ursachen:

  • Nicht vollständig erforscht, aber genetische Faktoren spielen eine Rolle.
  • Ein Teil des Trigeminus-Nervs verläuft durch den Corrugator-Muskel (er reguliert das Zusammenziehen der Brauen).

Behandlung:

  • Schmerztabletten.
  • Triptane (bei chronischer Migräne).
  • Medikamente zur Prophylaxe, z.B. Betablocker, Flunarizin, Valproat, Topiramat, Propranolol.

Cluster-Kopfschmerz

Clusterkopfschmerzen sind extrem heftige Kopfschmerzen, die sich anfühlen, als würde eine glühende Nadel durchs Auge gestoßen.

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Symptome:

  • Einseitige Schmerzen im Bereich der Augen, die bis zur Schläfe ausstrahlen.
  • Attacken, die 15 bis 180 Minuten dauern.
  • Innere Unruhe, Aggressivität und Gereiztheit.
  • Die Patienten können nicht ruhig liegen und laufen entweder umher oder bewegen den Oberkörper rhythmisch.
  • Verstopfte oder laufende Nase auf der betroffenen Seite.
  • Tränendes Auge auf der betroffenen Seite.
  • Hängendes Augenlid auf der betroffenen Seite.
  • Engere Pupille auf der betroffenen Seite.
  • Gerötetes Gesicht auf der betroffenen Seite.
  • Schwitzen im Gesicht auf der betroffenen Seite.

Ursachen:

  • Noch nicht ganz erforscht, aber die Gene spielen eine Rolle und offenbar auch eine höhere Aktivität im Zwischenhirn.

Auslöser:

  • Alkohol und Nikotin
  • Aufenthalt in großer Höhe
  • Bestimmte Lebensmittel wie Käse, Fisch oder Wurst
  • Medikamente mit Nitroglyzerin

Behandlung:

  • Sauerstoffinhalation (100-prozentiger Sauerstoff).
  • Triptane (gespritzt oder als Nasenspray).

Trigeminusneuralgie

Bei dieser Krankheit tut das Gesicht weh. Das liegt am Drillingsnerv (Nervus trigeminus), der die Empfindungen der beiden Gesichtshälften weiterleitet.

Symptome:

  • Plötzliche, sehr heftige Schmerzen, die sich anfühlen wie elektrische Schläge.
  • Meist nur eine Gesichtshälfte betroffen.

Ursachen:

  • Auslöser ist der Trigeminusnerv, ein Hirnnerv, der in drei Hauptäste geteilt ist.

Behandlung:

  • In der Regel ausschließlich mit rezeptpflichtigen Medikamenten oder anderen, alternativen Behandlungsmethoden.

Riesenzellenarteriitis (RZA)

Wenn ein Patient ständig unter Kopfschmerzen an den Schläfen leidet und schon das Berühren der Schläfen wehtut, könnte das auch eine Riesenzellenarteriitis sein.

Symptome:

  • Starker, pochender und brennender Schmerz, meist auf einer Seite des Kopfes.
  • Leichtes Fieber.
  • Müdigkeit.
  • Appetit- oder Gewichtsverlust.
  • Empfindliche Kopfhaut.

Ursachen:

  • Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper die Blutgefäßwände angreifen.

Gefahren:

  • Schlaganfall (wenn die Arterie betroffen ist, die das Gehirn versorgt).
  • Sichtverlust (wenn die Arterie betroffen ist, die die Netzhaut versorgt).

Kopfschmerzen nach einem Unfall

Symptome:

  • Dumpfe und drückende Kopfschmerzen.
  • Übelkeit.
  • Schwindel.
  • Schläfrigkeit.
  • Verspannungen der Hals- und Nackenmuskulatur (bei Schleudertrauma).

Ursachen:

  • Gehirnerschütterung.
  • Schleudertrauma.
  • Bruch des Schläfen- oder Jochbeins.

Gehirnblutung oder Schlaganfall

Symptome:

  • Plötzlich auftretende, sehr starke Kopfschmerzen.
  • Bewusstseinsstörungen.
  • Schwäche.
  • Erbrechen.
  • Schwindel.
  • Übelkeit.

Meningitis (Hirnhautentzündung)

Bei einer Meningitis entzünden sich die Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen).

Symptome:

  • Starke Kopfschmerzen.
  • Hohes Fieber.
  • Nackensteifigkeit (Meningismus).
  • Bewusstseinsstörungen (von leichter Verwirrtheit bis zum Koma).
  • Übelkeit, Erbrechen.
  • Starke Licht- und Geräuschempfindlichkeit (Lichtscheu).
  • Epileptische Anfälle.
  • Typischer Hautausschlag (bei Meningokokken-Meningitis).

Ursachen:

  • Bakterien (z.B. Pneumokokken, Meningokokken).
  • Viren (z.B. Enteroviren, Herpesviren, FSME-Virus).
  • Seltener Pilzinfektionen.

Diagnose:

  • Körperliche Untersuchung.
  • Blutuntersuchung.
  • Lumbalpunktion (Nervenwasserentnahme).
  • CT oder MRT (in manchen Fällen).

Behandlung:

  • Bakterielle Meningitis: Antibiotika über die Vene und Kortisonpräparat.
  • Virale Meningitis: Symptomatische Behandlung mit fiebersenkenden und schmerzlindernden Medikamenten. Bei Herpesviren: Intravenöse Therapie mit Aciclovir.

Donnerschlagkopfschmerz (Vernichtungskopfschmerz)

Donnerschlagkopfschmerzen gelten als äußerst starke Schmerzen, die schlagartig eintreten.

Ursachen:

  • Verschiedene Krankheiten.
  • In seltenen Fällen: Primärer Donnerschlagkopfschmerz (ohne erkennbare Ursache).

Diagnose:

  • Anamnese (ärztliche Befragung).
  • Körperliche Untersuchung.
  • Bildgebende Verfahren des Schädels (CT oder MRT).
  • Lumbalpunktion (Untersuchung von Nervenwasser).

Behandlung:

  • Behandlung der auslösenden Erkrankung.

Weitere mögliche Ursachen

  • Sinusitis: Entzündung der Nasennebenhöhlen, vor allem der Stirnhöhlen.
  • Bluthochdruck: Kopfschmerzen zählen zu den Symptomen von Bluthochdruck.
  • Augenerkrankungen: Lokale Entzündungen können zu einseitigen Kopfschmerzen führen.
  • Zahnbehandlungen: Einseitige Kopfschmerzen können nach einer Zahnbehandlung auftreten.
  • Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft können zu Kopfschmerzen führen.
  • Hirntumor: Unter gewissen Voraussetzungen können einseitige Kopfschmerzen ein Hinweis auf einen Hirntumor sein.
  • Okzipitalneuralgie: Reizung des zweiten oder dritten Halswirbels, welche auf eine Spondylose oder ein anderes Halswirbelsäulensyndrom zurückzuführen ist.
  • Verspannungen der Stirnmuskulatur: Verspannungen durch häufiges Stirnrunzeln des Corrugator-Muskels.
  • Rheuma: Ein starker, einseitiger Kopfschmerz, hauptsächlich im Bereich der Schläfen, ist ein typisches Schmerzbild für die Entzündung eines Schläfenblutgefäßes (Arteriitis temporalis).

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:

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  • Die Kopfschmerzen anhalten oder Ihre täglichen Aktivitäten beeinträchtigen.
  • Die Kopfschmerzen plötzlich und sehr stark auftreten.
  • Begleiterscheinungen wie Bewusstseinsstörungen, Schwäche, Erbrechen, Schwindel oder Übelkeit auftreten.
  • Die Kopfschmerzen nach einem Unfall auftreten.
  • Die Kopfschmerzen von Nackensteifigkeit, Fieber oder Hautausschlag begleitet werden.
  • Die Kopfschmerzen sich nicht mit rezeptfreien Medikamenten lindern lassen.
  • Die Kopfschmerzen chronisch sind (an mindestens 15 Tagen pro Monat über mehr als drei Monate).

Vorbeugende Maßnahmen

  • Entspannungstechniken wie tiefes Atmen, Yoga und Massage.
  • Regelmäßiges Essmuster, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.
  • Überwachung des Blutdrucks.
  • Ausreichend Wasser trinken.
  • Ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes.
  • Vermeidung von Auslösern wie Alkohol, Nikotin und bestimmten Lebensmitteln.
  • Ausreichend Schlaf.
  • Kopfschmerztagebuch, um Auslöser zu identifizieren.

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