Nach einer Hirnblutung oder einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) klagen viele Betroffene über anhaltende Müdigkeit, auch bekannt als Fatigue-Syndrom. Dieses Symptom kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und die Rückkehr in den Alltag erschweren. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Fatigue nach Hirnblutung, die diagnostischen Möglichkeiten und die verschiedenen Therapieansätze.
Einleitung
Fatigue ist mehr als nur normale Müdigkeit. Es handelt sich um eine anhaltende, lähmende Erschöpfung, die sowohl körperliche als auch geistige Funktionen beeinträchtigen kann. Nach einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) leiden mehr als 60 Prozent der Patienten an ausgeprägter Müdigkeit, dem sogenannten Fatigue-Syndrom. Die Müdigkeit, die Menschen nach einem Schädel-Hirn-Trauma erleben, ist selten physischer Art, sondern mental. Im Gegensatz zu anderen Nebeneffekten der Hirnverletzung, wie etwa Kopfschmerzen, bleibt die krankhafte Erschöpfung oft dauerhaft bestehen.
Ursachen der Fatigue nach Hirnblutung
Die Ursachen für Fatigue nach einer Hirnblutung sind vielfältig und oft komplex. Es gibt nicht die eine einzelne Ursache, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Klinische Neurophysiologen untersuchen Betroffene daher im Schlaflabor. Zu den möglichen Ursachen gehören:
- Direkte Hirnschädigung: Eine Hirnblutung entsteht, wenn ein Blutgefäß innerhalb des Schädels einreißt, platzt oder verletzt wird. Die Schädigung bestimmter Hirnareale kann die Energieproduktion und -regulation im Gehirn beeinträchtigen.
- Entzündungsreaktionen: Nach einer Hirnblutung kommt es zu Entzündungsreaktionen im Gehirn, die ebenfalls zur Fatigue beitragen können.
- Neurotransmitter-Ungleichgewicht: Eine Hirnblutung kann das Gleichgewicht der Neurotransmitter im Gehirn stören, was sich auf Stimmung, Schlaf und Energieniveau auswirken kann.
- Hormonelle Veränderungen: Durch ein SHT können Melatonin-bildende Zellen zerstört werden. Gleichzeitig fand sich eine verminderte Produktion des Hormons Melatonin, das den Schlaf-Wach-Rhythmus mitbestimmt.
- Schlafstörungen: Schlafstörungen sind ein häufiges Begleitsymptom nach einer Hirnblutung und können die Fatigue verstärken. So lieferte die Polysomnografie erste Anhaltspunkte, dass der Anteil der REM-Phasen im Schlaf bei THS-Patienten mit Fatigue-Syndrom vermindert war.
- Psychische Faktoren: Depressionen, Angstzustände und Stress können ebenfalls zur Fatigue beitragen.
Durchblutungsstörungen im Gehirn als Ursache
Eine Durchblutungsstörung im Gehirn - auch zerebrale Ischämie genannt - liegt vor, wenn das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Das kann akut, z. B. durch ein Blutgerinnsel, oder schleichend durch verengte Gefäße passieren. Durchblutungsstörungen können im gesamten Körper auftreten. Eine Durchblutungsstörung im Kopf äußert sich jedoch nicht einfach durch eine kalte Nasenspitze - die Symptome sind oft eher mentaler Art. Die zerebrale Durchblutung ist essenziell für Konzentration, Gedächtnis, seelisches Gleichgewicht - und zum Schutz vor Demenz oder Schlaganfall.
Um den bislang weitgehend unbekannten Auslösern des Fatigue-Syndroms auf die Spur zu kommen, untersuchen klinische Neurophysiologen mit Hilfe der sogenannten Polysomnografie die verschiedenen Körperfunktionen während der Nacht und erhalten so eine präzise Diagnose. „Die Polysomnografie ermittelt aus der Messung der Hirnströme, der Spannung der Kinnmuskulatur sowie der Augenbewegung die Schlafstadien. Ferner werden Extremitäten-Bewegungen, Atmung und Sauerstoffsättigung registriert, so Kotterba, Mitglied der DGKN-Kommission für Polysomnografie.
Lesen Sie auch: Faszination Nesseltiere: Wie sie ohne Gehirn leben
Phasen der Kompensation bei Durchblutungsstörungen
- Phase I: In der Anfangsphase versucht der Körper, die verminderte Durchblutung des Gehirns aktiv auszugleichen. Dies geschieht durch eine maximale Erweiterung der Hirngefäße, wodurch das transportierte Blutvolumen gesteigert wird.
- Phase II: Reicht die Gefäßweitstellung allein nicht mehr aus, tritt das Gehirn in eine zweite Kompensationsstufe ein: Es entzieht dem verfügbaren Blut vermehrt Sauerstoff.
- Phase III: In der letzten Phase sind sowohl die Gefäßerweiterung als auch die erhöhte Sauerstoffausnutzung erschöpft. Der Blutfluss ist so stark reduziert, dass der Energiebedarf der Nervenzellen nicht mehr gedeckt werden kann.
Psychische Auswirkungen und Fatigue
Depressionen werden häufig als rein psychische Erkrankung betrachtet - ausgelöst durch emotionale Belastung, Traumata oder genetische Veranlagung. Langfristige Depressionsanfälligkeit („trait depression“): Die stärkste Verbindung ergab sich bei Menschen mit einer langjährigen Neigung zu Depressionen.
Fatigue und kognitive Einschränkungen
Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sind häufige Folgen einer Hirnschädigung, zum Beispiel durch Schlaganfall. Die Betroffenen brauchen deutlich länger für viele Aufgaben als vor dem Schlaganfall. Sie sind schnell abgelenkt oder machen Fehler, wenn sie mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Vor allem neigen sie dazu, schnell erschöpft zu sein. Daher sind regelmäßige Pausen sehr wichtig, sodass es nicht zur völligen Erschöpfung kommt und lange Regenerationszeiten nötig werden. Auch Gedächtnisstörungen treten oft nach einem Schlaganfall auf. Während Betroffene mit starken Gedächtnisstörungen eine neuropsychologische Behandlung benötigen, können Patientinnen und Patienten mit leichteren Störungen auch spezielle Gedächtnisstrategien weiterhelfen. So kann es helfen, neuen Informationen mit besonderer Aufmerksamkeit zu begegnen. Zum Beispiel indem man sich mehr Zeit nimmt und für möglichst geringe Ablenkung sorgt. Dinge lassen sich zudem leichter einprägen, wenn sie sowohl bildlich als auch sprachlich erfasst werden. Und es ist hilfreich, das neue Wissen mit bereits bekanntem Wissen oder Emotionen zu verknüpfen. Zugleich kann es hilfreich sein, sich manche Dinge als Entlastung zu notieren. Eine weitere mögliche kognitive Einschränkung nach Schlaganfall ist die Planungsstörung. Betroffene haben Probleme, vorausschauend und problemlösend zu denken. Sie lassen sich leicht ablenken, sind weniger flexibel und spontan. Am wichtigsten ist es, dass Betroffene und Angehörige dieses Problem anerkennen. Im Alltag können dann vorgeplante Abläufe helfen. Betroffene und Angehörige können sie gemeinsam erstellen. Wichtig ist, dass die Pläne immer genug Pausen und Zeitpuffer bieten.
Fatigue im Vergleich zu normaler Müdigkeit
Auch Menschen ohne SHT klagen über Fatigue. „Jedoch versechsfacht ein Schädel-Hirn-Trauma das Fatigue-Risiko“, sagt die DGKN-Expertin. Während Betroffene körperliche Anstrengung wie etwa eine Stunde Gartenarbeit problemlos absolvieren, erschöpft sie eine Stunde Denkarbeit, etwa das Lösen eines Sudoku-Rätsels absolut. Patienten mit Fatigue-Syndrom verarbeiten Informationen nur langsam. Vor allem nach geistiger Anstrengung klagen sie über Müdigkeit, sie können sich nur schwer konzentrieren oder motivieren. Sie ist der Hauptgrund, warum Betroffene nicht Vollzeit zurück in ihren Job gehen.
Diagnose von Fatigue nach Hirnblutung
Die Diagnose von Fatigue nach Hirnblutung basiert in erster Linie auf der Anamnese und der subjektiven Beschreibung der Beschwerden durch den Patienten. Es gibt keine spezifischen Tests, die Fatigue eindeutig nachweisen können. Allerdings können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, um andere mögliche Ursachen der Müdigkeit auszuschließen und die Diagnose zu untermauern:
- Körperliche Untersuchung: Um andere medizinische Ursachen der Müdigkeit auszuschließen.
- Neurologische Untersuchung: Um neurologische Defizite festzustellen und andere neurologische Erkrankungen auszuschließen.
- Psychologische Untersuchung: Um Depressionen, Angstzustände und andere psychische Erkrankungen zu diagnostizieren.
- Schlaflaboruntersuchung (Polysomnographie): Um Schlafstörungen zu erkennen und zu behandeln. Die Polysomnografie ermittelt aus der Messung der Hirnströme, der Spannung der Kinnmuskulatur sowie der Augenbewegung die Schlafstadien. Ferner werden Extremitäten-Bewegungen, Atmung und Sauerstoffsättigung registriert.
- Blutuntersuchungen: Um Stoffwechselstörungen, Hormonstörungen und andere medizinische Ursachen der Müdigkeit auszuschließen.
Wie kann man feststellen, ob das Gehirn schlecht durchblutet ist?
Eine sichere Diagnose erfolgt durch eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren wie MRT (mit spezieller Durchblutungsmessung), CT oder Doppler-Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße.
Lesen Sie auch: Lesen Sie mehr über die neuesten Fortschritte in der Neurowissenschaft.
Behandlungsansätze bei Fatigue nach Hirnblutung
Die Behandlung von Fatigue nach Hirnblutung ist komplex und erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Es gibt keine "Einheitslösung", sondern die Therapie muss individuell auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten werden. Klinische Neurophysiologen untersuchen Betroffene daher im Schlaflabor. Zu den möglichen Therapieansätzen gehören:
- Medikamentöse Therapie: Es gibt verschiedene Medikamente, die zur Behandlung von Fatigue eingesetzt werden können, z. B. Antidepressiva, Stimulanzien und Medikamente zur Verbesserung der Schlafqualität. Experten vermuten daher, dass eine Therapie mit diesem Hormon den Betroffenen helfen könnte.
- Psychotherapie: Eine Psychotherapie kann helfen, Depressionen, Angstzustände und andere psychische Probleme zu bewältigen, die zur Fatigue beitragen.
- Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, Strategien zur Bewältigung der Fatigue im Alltag zu entwickeln und die Aktivitäten des täglichen Lebens anzupassen. Wichtig zur Wiedererlangung der Selbstkontrolle, Sicherheit bei den alltäglichen Aktivitäten und Sturzprophylaxe ist das vestibuläre Training. Spezielle physiotherapeutische und ergotherapeutische Übungen, Aufklärung und Anleitung für zuhause haben eine hohe Priorität in der Schwindelrehabilitation.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und die Muskelkraft zu stärken.
- Schlafhygiene: Eine gute Schlafhygiene kann helfen, Schlafstörungen zu reduzieren und die Schlafqualität zu verbessern.
- Lichttherapie: Vor allem kurzwelliges Licht verbessert die Wachheit, Stimmung und Aufmerksamkeit.
- Neuropsychologische Therapie: Bei kognitiven Einschränkungen kann eine neuropsychologische Therapie helfen, die Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisleistungen zu verbessern.
- Pacing: Pacing ist eine Strategie, bei der die Aktivitäten so geplant werden, dass Überanstrengung vermieden wird.
- Nahrungsergänzungsmittel: In manchen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren oder B-Vitamine helfen, die Fatigue zu reduzieren. Pflanzliche Mittel wie Pycnogenol oder Aescin können die Mikrozirkulation und Gefäßgesundheit zusätzlich unterstützen.
Was kann man selbst tun, um die Durchblutung im Gehirn zu verbessern?
Schon kleine Veränderungen im Alltag helfen:
- Tägliche Bewegung: z. B.
- Pflanzliche Mittel wie Pycnogenol oder Aescin: können die Mikrozirkulation und Gefäßgesundheit zusätzlich unterstützen
Wesentliche Aspekte der Rehabilitation
Zentral ist vestibuläres Training und Selbstmanagement im Umgang mit dem Schwindel. Ein gezieltes Schwindel-Training integriert eine spezielle Gang- und Standschulung, um die Funktionen und Reflexe im Gleichgewichtssystem zu verbessern, welche die Haltung und Koordination regulieren. Dadurch wird die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen den Gleichgewichtsorganen, der visuellen Kontrolle durch die Augen und der zu aktivierenden Muskeln zum Halten des Gleichgewichts unterstützt.
Das Schwindel-Training erfolgt idealerweise unter alltagsbezogenen Bedingungen und nach und nach erhöhtem Schwierigkeitsgrad im Verlauf. Das heißt, zunächst finden Übungen auf ebenem Boden und unter gewohnten, ruhigen Umgebungsbedingungen statt. Später ist eine Steigerung außerhalb der geschützten Therapieräume, auf unebenen Untergründen, im Freien und mit Ablenkung möglich.
Durch kontinuierliches Üben, Trainieren und Feedback unter therapeutischer Begleitung verbessern die Betroffenen ihre Gleichgewichts- und Koordinationsfähigkeiten. Das Erlernen von Bewältigungsstrategien im Umgang mit dem Schwindel ist ebenso wichtig, um Unsicherheiten, Ängste, Stress und Belastungen zu regulieren. Dadurch sind auch erwartete und tatsächliche Risiken von Schwindelzuständen zu verringern.
Lesen Sie auch: Tinnitus und Gehirnaktivität: Ein detaillierter Einblick
Aufklärung über Notfall-Maßnahmen, das Sprechen über subjektive Auswirkungen des Schwindels und situative Handlungsoptionen tragen dazu bei, Wissen und Sicherheit zu vermitteln. Das Anwenden kann praxisnah simuliert und kontextbezogen in verschiedenen Situationen trainiert werden. Somit werden neben spezifischen Problemlösungs- und Kompensationsstrategien auch allgemeine Selbststeuerungs-fähigkeiten und Gesundheitskompetenzen im präventiven Management der Krankheitsfolgen gefördert.
Gute, strukturierte Therapiekonzepte und Rehabilitationsprogramme setzen sich dabei aus körperlich aktiven Anteilen und psychoedukativen Elementen zusammen. Entscheidend ist regelmäßiges Training und ein in Eigenregie fortgeführtes Hausübungsprogramm. Wirksamkeit kommt mit dem Alltagstransfer.
Lebensstil-Veränderungen und soziale Unterstützung
Ein nachhaltiger, gesundheitsbewusster Lebensstil ist allgemein förderlich für das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden. Eine ausgewogene Ernährungsweise, Bewegung, ausreichend und erholsamer Schlaf, kontaktvolle Beziehungen und die individuelle Selbst- und Stressregulation machen viel aus. Diese Aspekte bilden wie die persönliche Sinnbedeutung eine wichtige Basis der subjektiven Lebensqualität.
Für die eigene Überzeugung, wie gut jemand mit schwierigen Alltagssituationen umgehen kann, spielen auch Rückmeldungen von außen eine Rolle. Ein Mensch, der in für ihn als belastend erlebten Situationen Resonanz beim Gegenüber erfährt, wird in Widerstandsfähigkeiten (Resilienz) eher bestärkt. Resilienz ist ein gesundheitsbezogener psychosozialer Schutzfaktor und auch im Umgang mit Schwindel hilfreich.
Über Resilienz verfügt jeder Mensch, diese Fähigkeiten sind angelegt, nur mehr oder weniger ausgeprägt. Sie können zeitlebens ausgebaut, (wieder) erlernt und trainiert werden. Dadurch können wir das eigene Repertoire in der Bewältigung von Herausforderungen und Krisen erweitern. Achtsamkeit, Akzeptanz, Mitgefühl und soziale Beziehungen sind positive Verstärker, die bei Beeinträchtigungen unterstützen.
Wenn ein gutes Verständnis für die Schwindel-Attacken im privaten und beruflichen Umfeld vorhanden ist, können die unvorhergesehenen Situationen weniger beängstigend sein. In solchen Momenten fühlen sich viele Betroffene unsicher, hilflos und verletzlich. Für sie ist es oft schwer, ihre Not auszudrücken und sich mit den passenden Worten mitzuteilen. Dies kann wiederum durch den Austausch von Wissen und Erfahrungswerten mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen oder Online-Foren erleichtert werden.
Es liegt auf der Hand: Mit dem, was man versteht und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten kontrollieren kann, lässt es sich leichter umgehen.
Vorbeugung von Hirnblutungen
Einer Hirnblutung kann vorgebeugt werden, indem die begünstigenden Risikofaktoren ausgeschaltet werden. Zu diesen gehören insbesondere der Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Drogen sowie Maßnahmen, die einem erhöhten Blutdruck vorbeugen. Da das Risiko für Bluthochdruck durch Bewegungsmangel, Übergewicht und erhöhten Blutfettwerten steigt, wirken eine gesunde Ernährung und Sport vorbeugend.
Fußheberschwäche nach Schlaganfall
Die Fußheberschwäche ist eine der häufigsten Folgeerscheinungen nach einem Schlaganfall. Das damit verbundene unrunde Gangbild bringt nicht nur Fehlhaltungen mit sich, sondern auch eine erhöhte Stolper- und Verletzungsgefahr. Von einem Schlaganfall wird gesprochen, wenn ein Gefäß im Gehirn verstopft oder platzt und bestimmte Hirnareale nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden können. In der Folge sterben die betroffenen Bereiche ab und es kommt zu Funktionsausfällen, welche die Lebensqualität einschränken.
Ursachen und Auswirkungen
Bei Patienten, die an einer Fußheberschwäche leiden, ist die Signalweitergabe so gestört, dass sie den Fuß zwar grundsätzlich noch bewegen, aber eben nicht mehr koordiniert steuern können. Im Normalfall sind also unsere Nervenbahnen dafür verantwortlich, Bewegungsimpulse an die Fußhebermuskulatur weiterzugehen. In der Folge verliert der Patient die Kontrolle über simple Bewegungen wie das Anheben, Aufsetzen oder Abrollen seines Fußes. Ein natürliches Gangbild ist somit nicht mehr möglich.
Patienten, die an einem Fallfuß oder einer Fußheberschwäche nach einem Schlaganfall leiden, sind in ihrem Alltag massiv eingeschränkt. Je unsicherer der Gang, desto mehr wird jeder Schritt zur Kraftprobe. Jede noch so kleine Bodenwelle kann gefährlich werden und Stürze sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit. Eine weitere Einschränkung, die mit der Diagnose Fußheberschwäche nach Schlaganfall einhergeht, ist die soziale Isolation der Betroffenen.
Therapieansätze
Üblicherweise ist es nicht möglich, einen Fallfuß komplett zu heilen. Dafür sind die Nervenschäden, die ein Schlaganfall mit sich bringt, zu schwerwiegend. Krankengymnastik ist ein wichtiger Bestandteil der Therapie für Patienten mit einer Fußheberschwäche. Abgestimmt auf die individuellen Einschränkungen des Betroffenen erstellt der Therapeut einen Behandlungsplan. Mit gezielten Übungen stärkt er die Muskeln und stimuliert die Nervenbahnen.
Sachkundig angefertigte Orthesen geben Halt und sind in einer Vielzahl von Ausführungen erhältlich. Während textile Orthesen sich vor allem für leichte Fälle der Fußheberschwäche eignen, können dynamische Orthesen aus Carbon den Patienten bei einem mittelstarken Funktionsverlust unterstützen. Im Gegensatz zu klassischen Orthesen, die sich darauf beschränken, passiv ein Fallen des Fußes zu verhindern, setzt die Funktionelle Elektrostimulation (FES) auf moderne Technik. Üblicherweise handelt es sich hierbei um eine Manschette, die am Unterschenkel befestigt wird und elektronische Impulse aussendet. Auf diese Weise werden die an der Fußhebung beteiligten Muskeln animiert, ihren Dienst zu erfüllen. Diese Technik gilt als äußerst effizient, da sie Gang, Gleichgewicht und Bewegungsausmaß deutlich verbessert.
Neben den klassischen Therapieansätzen sollten Patienten mit einer Fußheberschwäche auch auf zusätzliche Übungen setzen, die sich leicht in den Alltag im heimischen Wohnzimmer integrieren lassen.