Im Alltag Dinge zu vergessen, gehört dazu und ist normal. Doch wenn das Gefühl zunimmt, dass dies immer häufiger passiert und das Gedächtnis vielleicht nicht mehr so funktioniert wie früher, kann das beunruhigend sein. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen von Gedächtnisstörungen, insbesondere im Zusammenhang mit Schlafmangel und Gehirnentzündungen (Enzephalitis), und bietet einen umfassenden Überblick über Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Ursachen von Gedächtnisstörungen
Hinter Vergesslichkeit und Konzentrationsschwierigkeiten kann eine Vielzahl an Ursachen stecken - von Stress, über Schlafmangel bis hin zu Nebenwirkungen von Medikamenten. Gedächtnisschwierigkeiten können nur zeitweilig auftreten und wieder verschwinden, wenn sich die Lebenssituation normalisiert. Probleme mit dem Gedächtnis können z. B. entstehen durch:
- Stress
- Schlafmangel
- Flüssigkeitsmangel
- Einnahme bestimmter Medikamente, z. B. Schmerz- und Beruhigungsmittel sowie blutdrucksenkende oder entwässernde Medikamente (Falls Sie im Zusammenhang mit einer der genannten Erkrankungen oder Medikamenten eine vermehrte Vergesslichkeit bzw. Konzentrationsstörungen bemerken, wenden Sie sich bitte zur weiteren Abklärung an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.)
Die gute Nachricht: Sobald sich die Umstände ändern, die die Gedächtnisstörungen auslösen, verschwinden diese auch wieder und das Gedächtnis funktioniert wieder wie gewohnt.
Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen können auch im Zusammenhang mit einer Reihe anderer Grunderkrankungen auftreten, zum Beispiel:
- Depressionen, Angsterkrankungen oder Psychosen
- Schilddrüsenerkrankungen (Über-/Unterfunktion)
- Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Gehirnentzündung (Enzephalitis)
- Schlafapnoe
- Mangelerkrankungen wie Blutarmut (Anämie) oder Vitamin-B 12-Mangel
- Nieren- oder Herzschwäche sowie Leberversagen
- Epilepsie
- Hirnverletzungen, z. B.
Bleiben Gedächtnisstörungen über einen längeren Zeitraum bestehen und verstärken sich diese, kann dies ein Anzeichen für eine Demenzerkrankung sein. Der Begriff „Demenz“ umfasst verschiedene Erkrankungen, die mit einem Verlust von geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern, Orientieren und Verknüpfen von Informationen einhergehen.
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Schlafmangel als Ursache von Gedächtnisstörungen und Halluzinationen
Ausgeprägter Schlafmangel oder starke (körperliche) Erschöpfung kann ebenfalls zu Sinnestäuschungen und Wahnvorstellungen kommen. Diese Halluzinationen lassen nach, sobald man sich erholt hat. Schlafmangel kann auch Halluzinationen verursachen.
Die Insomnie (Schlaflosigkeit) ist eine komplexe Erkrankung mit einer Vielzahl von Ursachen und Mechanismen, die nicht durch einen einzigen Pathomechanismus erklärt werden kann. Ein zentraler Faktor in der Pathogenese der Insomnie ist chronischer Stress. Dauerstress führt zu einem anhaltend erhöhten Cortisolspiegel, was die Schlafqualität erheblich beeinträchtigt. Bei Insomnie kommt es zu einer Dysregulation des Tryptophan-Stoffwechsels. Der durch Stress erhöhte Cortisolspiegel aktiviert das Enzym Tryptophan-Pyrrolase, welches den Abbau von Tryptophan fördert. Ein Mangel an Tryptophan führt zu einer reduzierten Produktion von Serotonin und Melatonin, was die Schlafqualität weiter verschlechtert. Ab einem Alter von etwa 50 Jahren nimmt die Melatoninproduktion bei beiden Geschlechtern ab. Die Pathogenese der Insomnie ist multifaktoriell und beinhaltet chronischen Stress, erhöhte Cortisolspiegel, eine Dysregulation des Tryptophan-Stoffwechsels sowie eine verminderte Produktion von Melatonin. Diese Faktoren wirken zusammen, um die Schlafqualität zu beeinträchtigen, die Tiefschlafphasen und den REM-Schlaf zu reduzieren und das Einschlafen zu erschweren.
Schlafstörungen und ihre Auswirkungen auf eine große Anzahl von wichtigen körperlichen und geistigen Funktionen sind ein wesentlicher Faktor von sowohl ursächlicher als auch auslösender Bedeutung für eine Reihe von Alterungsmechanismen.
Gehirnentzündung (Enzephalitis) und ihre Auswirkungen auf das Gedächtnis
Entzündungen des Zentralnervensystems (ZNS) betreffen die Hirnhäute als Meningitis, das Gehirn als Enzephalitis oder das gesamte Zentralnervensystem als Enzephalomeningomyelitis. Auswirkungen von entzündlichen Affektionen des Zentralnervensystems auf Wachheit und Schlaf sind bekannt, schlafmedizinische Studien liegen jedoch kaum vor.
Die akuten Formen der Meningitis und Enzephalitis sind durch Viren oder Bakterien, selten durch Pilze bedingt. Bei den viralen Meningitiden und Enzephalitiden herrschen als Infektionserreger insbesondere die „neurotropen“ Keime vor. Als Erreger finden sich hierbei Enteroviren, Arboviren, Herpesviren, Retroviren, Adenoviren, Myxoviren, selten Arenaviren und Rhabdoviren.
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Wie bei „Infektionskrankheiten ohne Befall des Zentralnervensystems“ beklagen Patienten mit Meningoenzephalitiden unterschiedliche Störungen ihres Schlaf-Wach-Rhythmus, die von Hypersomnie mit Tagesschläfrigkeit und Erhöhung der Gesamtschlafmenge über 24 Stunden bis zu häufigem nächtlichen Erwachen mit konsekutiver Insomnie reichen. Bei zunehmender Enzephalitis resultiert eine zunehmende Schläfrigkeit mit Bewusstseinseintrübung bis zum Koma.
Die meisten Meningitis-/Enzephalitispatienten werden nicht polysomnographisch untersucht. Eine Ausnahme bildet die durch den Epstein-Barr-Virus ausgelöste Mononukleose. Da viele betroffene Patienten über Abgeschlagenheit im Sinne einer Fatigue und Tagesschläfrigkeit klagen, wurden hier polysomnographische Untersuchungen durchgeführt. Es zeigten sich eine deutlich erhöhte nächtliche Gesamtschlafzeit und als Hinweis auf eine Tagesschläfrigkeit eine verkürzte Einschlaflatenz im Multiplen Schlaflatenztest (MSLT; siehe „Multipler Schlaflatenztest und Multipler Wachbleibetest“). Schlafstörungen werden von vielen Patienten nach überstandener Meningitis/Enzephalitis beklagt (Schmidt et al. Bei Verdacht auf eine durch Herpesviren ausgelöste Enzephalitis muss unverzüglich virostatisch mit Aciclovir (10 mg/kg Körpergewicht 3× täglich i.
Bei entzündlichen Erkrankungen des Zentralnervensystems kommt es je nach Phase des Krankheitsverlaufs zu unterschiedlichen Veränderungen des Schlafs und der Wachheit.
Meningitis: Eine Entzündung der Hirnhäute
Eine Meningitis ist eine Hirnhautentzündung. Welche Symptome und Ursachen hat die Erkrankung? Wie ansteckend ist sie? Eine Meningitis (Hirnhautentzündung) wird meist durch Viren ausgelöst. Sind Bakterien wie etwa Meningokokken die Ursache, verläuft die Erkrankung oft schwerer. Betroffene sollte dann sofort medizinische Hilfe suchen. In rund einem Drittel der durch Meningokokken hervorgerufenen Meningitis-Fälle entsteht eine Blutvergiftung (Sepsis).
Bei einer Meningitis entzünden sich die Hirnhäute und/oder die Häute des Rückenmarks; das sind die Bindegewebsschichten, die das zentrale Nervensystem (Rückenmark) umhüllen. Die Erreger gelangen über die Atemwege oder auf anderen Wegen in den Blutstrom. Durch den Blutkreislauf erreichen sie die Hirnhäute und lösen dort und im angrenzenden Nervengewebe eine Entzündung aus. Im weiteren Verlauf können die Erreger auch die Blut-Hirn-Schranke überwinden und zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) und einem Druckanstieg im Schädel führen.
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Die Erreger einer Meningitis, egal ob Viren oder Bakterien, werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen, und zwar über Tröpfcheninfektion, also zum Beispiel durch Husten, Niesen oder Küssen. Erste Beschwerden zeigen sich in der Regel nach drei bis vier Tagen (Inkubationszeit). Die Betroffenen sind aber bereits bis zu sieben Tage vor Beginn der Krankheitszeichen ansteckend. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko für eine Hirnhautentzündung. Besonders anfällig sind aber auch Säuglinge, Kinder und Jugendliche. Das Immunsystem von Säuglingen und Kindern ist noch unreif und bietet daher weniger Schutz vor einer Infektion. Jugendliche hingegen haben durch ihre meist engen und vielfältigen sozialen Kontakte ein höheres Ansteckungsrisiko.
Die ersten Anzeichen einer Meningitis ähneln oft denen einer Grippe. Typisch sind starke Kopfschmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Zusätzlich kommt es bei der Hirnhautentzündung häufig zu einem schmerzenden und steifen Nacken (Nackensteifigkeit). Dieses Symptom ist typisch für Erwachsene und kann bei Säuglingen und Kleinkindern fehlen. Bei Kindern unter zwei Jahren können die Symptome sehr unspezifisch sein. Die typische Nackensteifigkeit tritt bei ihnen seltener auf als bei Erwachsenen. Zu beobachten ist häufig ein schrilles Schreien oder Wimmern in Verbindung mit allgemeiner Schwäche, Appetitlosigkeit, Berührungsempfindlichkeit und starker Schläfrigkeit. Die Fontanelle, die bei Säuglingen noch nicht fest geschlossene Lücke zwischen den Schädelplatten, kann gewölbt oder hart sein.
Zwar führen Bakterien seltener zu Hirnhautentzündungen, sie begünstigen jedoch einen schweren Verlauf. Die häufigsten Auslöser einer bakteriellen Meningitis sind Pneumokokken, Meningokokken (Neisseria meningitidis), Haemophilus influenzae, Listerien sowie bei Neugeborenen das Darmbakterium E. coli. In diesem Fall wandern Bakterien von einem Entzündungsherd, zum Beispiel dem Nabel, zu den Hirnhäuten.
Eine Hirnhautentzündung kann durch verschiedene Viren ausgelöst werden. Am bekanntesten sind wahrscheinlich die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME-Viren), die durch Zecken übertragen werden. Eine bakterielle Gehirnhautentzündung lässt sich vom Laien nicht von einer viralen unterscheiden. Dort findet eine körperliche Untersuchung sowie ein Anamnesegespräch statt, in dem es unter anderem um den aktuellen Impfstatus, die Frage nach engem Kontakt zu Menschen und eine mögliche Immunschwäche geht. Mithilfe einer Blutabnahme können Entzündungswerte und (bei Bakterien) die Erregerart bestimmt werden. Entzündungszeichen und Erreger können mit einer Liquor-Probe aus dem Rückenmark (Lumbalpunktion) untersucht werden. Bei Bewusstseinsstörungen kommen zudem eine Computertomografie sowie eine Kernspintomografie infrage.
Da Hirnhautentzündungen durch unterschiedliche Erreger ausgelöst werden können, wird mit einer gezielten Therapie begonnen, sobald der Erreger bekannt ist. Liegt eine bakterielle Meningitis vor, ist dies ein absoluter Notfall. Je schneller die Krankheit erkannt wird, umso besser lassen sich lebensbedrohliche Komplikationen wie eine Blutvergiftung (Sepsis) vermeiden. Solche Patienten und Patientinnen sollten immer im Krankenhaus behandelt werden. Dort verabreicht der Arzt oder die Ärztin bei begründetem Verdacht auf eine bakterielle Hirnhautentzündung sofort eine kombinierte Antibiotika-Therapie. Die Wirkung tritt in der Regel innerhalb von 24 Stunden ein; so lange werden die Patientinnen und Patienten isoliert. Innerhalb dieses Zeitraums muss die Infektion auch dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Eine durch Viren verursachte Meningitis heilt normalerweise innerhalb von zwei Wochen von allein aus. Bei einigen Viren (zum Beispiel Herpesviren) können antivirale Medikamente sinnvoll sein. Damit lässt sich die Vermehrung der Viren eindämmen. Greift die viral bedingte Hirnhautentzündung auf das Gehirn über (Enzephalitis), kann dies lebensbedrohlich werden und muss sofort im Krankenhaus behandelt werden.
Mögliche Folgeschäden einer Meningitis sind schwere Beeinträchtigungen der Hirnleistung, wie das apallische Syndrom (Syndrom reaktionsloser Wachheit) oder die retrograde Amnesie, bei der die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, sich an Ereignisse zu erinnern, die vor der Erkrankung lagen. Listerien dagegen werden vor allem über verunreinigte Lebensmittel übertragen. Davor schützen bestimmte Regeln der Küchenhygiene und der Verbrauch frischer Lebensmittel innerhalb kurzer Zeit.
Verschiedene Impfungen können Infektionen verhindern, die eine Meningitis auslösen können. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, dass Babys innerhalb der ersten 14 Lebensmonate die Impfungen gegen Haemophilus influenzae sowie gegen Pneumokokken erhalten. Ab zwölf Monaten empfiehlt die Stiko eine Immunisierung gegen Meningokokken. Es gibt verschiedene Meningokokken-Typen (Serogruppen). In Deutschland sind die Typen B und C am häufigsten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung für alle Kinder im Alter von zwölf bis 23 Monaten gegen die Meningokokken Typ C (Serogruppe C). Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Meningokokken B sind vor allem für Babys und Kleinkinder gefährlich. Eine durch Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung, ist meldepflichtig nach dem Infektionsschutzgesetz. In diesem Fall dürfen Kinder und Erwachsene Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen. Das gilt auch, wenn nur der Verdacht auf eine Erkrankung besteht.
Halluzinationen: Wenn die Sinne spielen
Unsere Sinne bestimmen, was wir als Realität wahrnehmen. Umso verstörender ist es, wenn die eigenen Sinneseindrücke von denen anderer abweichen. Das passiert etwa bei Halluzinationen. Dann werden Sinneseindrücke erlebt, die nicht auf realen Außenreizen beruhen. Bei einer Sinnestäuschung wird ein realer Sinneseindruck fehlgedeutet, z. B. ein Busch in der Dunkelheit als kauernde Gestalt wahrgenommen. Eine Wahnvorstellung wiederum ist eine krankhafte, unkorrigierbare Überzeugung, an der Betroffene auch dann festhalten, wenn sie im Widerspruch zum Urteil anderer steht und der Logik widerspricht, z. B. beim Verfolgungswahn.
Halluzinationen können Anzeichen einer schwerwiegenden Erkrankung sein. Menschen, die an Schizophrenie leiden, haben häufig akustische Halluzinationen. Die Wand spricht mit ihnen oder macht Geräusche, Stimmen im Kopf kommentieren meist bösartig das eigene Verhalten. Bei Alkoholkranken oder Menschen im Delirium überwiegen optische Halluzinationen, sie sehen dann beispielsweise die sprichwörtlichen weißen Mäuse.
Halluzinationen treten aber auch bei gesunden Menschen auf. Manchmal stecken banale Auslöser dahinter wie Übermüdung. soziale Isolation oder ein längerer Aufenthalt in dunklen, schalltoten Räumen führen ebenfalls zu Halluzinationen, da das menschliche Gehirn nach Reizen verlangt und sich deshalb bei deren Ausbleiben aus seinem eigenen Speicher bedient. Mangel an entsprechender Stimulation ist auch die Ursache dafür, dass sich einsame Menschen oft Gefährten „erfinden“.
Eine ebenfalls harmlose Variante der Halluzination ist die hypnagoge Halluzination. Dabei handelt es sich um optische oder akustische Trugwahrnehmungen, die ausschließlich während des Einschlafens oder Aufwachens auftreten. Halluzinationen bei meditativen Übungen, sozialer Isolation (z. B. Einzelhaft), längerer Aufenthalt in reizarmer Umgebung (z. B.
Es ist wichtig, die Ursachen von Halluzinationen zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Depressionen und Schlafstörungen
Depressionen gehen oftmals mit Schlafstörungen einher: Bei fast 90% der depressiven Patienten hat der Schlaf seine regenerative Wirkung weitgehend verloren. Ursachen für Schlafprobleme: Ursachen für Schlafstörungen sind psychische Probleme, wie: Angststörungen, Posttraumatische Belastungsstörungen, Schizophrenie, oder Manien. Auch Alkohol- und Drogenmissbrauch zählt zu den häufigen Ursachen. Zudem können Medikamente Schlafprobleme begünstigen.
Typische Anzeichen für eine Schlafstörung sind:
- Probleme beim Einschlafen
- Schwierigkeiten, durchzuschlafen
- Vorzeitiges, frühmorgendliches Erwachen
- Gestörter Ablauf der Schlafphasen
- Müdigkeit am Tage (Hypersomnie)
Organische Ursachen von Schlafstörungen: Patienten mit psychischen Problemen und Schlafstörungen werden zusätzlich körperlich untersucht. Oft spielen bei Schlafproblemen körperliche Leiden eine Rolle, wie: das Schlafapnoe-Syndrom, oder Nervenleiden (z.B. das Restless-Legs-Syndrom: Patienten mit „unruhigen Beinen“ leiden an einem quälenden Bewegungsdrang in den Beinen, der ihnen den Schlaf raubt.)
Symptome von Gedächtnisstörungen
Situationen, in denen Gedächtnisstörungen festgestellt werden, können sehr individuell sein: Dem einen fällt auf der Arbeit nicht mehr ein, welche Aufgabe er übernehmen sollte. Der anderen will es nicht gelingen, sich an die Hauptzutat ihres Lieblingsrezepts zu erinnern. Folgende Symptome können auf Probleme mit dem Gedächtnis hinweisen:
- Subjektives Gefühl, dass die geistige Leistungsfähigkeit nachlässt
- Probleme beim Erinnerungsvermögen, z. B. das regelmäßiges Verlegen von Dingen oder Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen
- Eingeschränkte Merkfähigkeit, z. B.
Nicht jede Vergesslichkeit oder Zerstreutheit im Alltag muss auf eine Demenzerkrankung oder sogar Alzheimer hindeuten. Ein Anzeichen für eine Demenzerkrankung ist vor allem, wenn die Gedächtnisstörungen deutliche Auswirkungen im Alltag zeigen und normale Alltagstätigkeiten beeinträchtigt werden. Äußern kann sich dies beispielsweise durch:
- Schwierigkeiten, sich an Abläufe bestimmter Aufgaben zu erinnern, z. B. einen Bankautomaten zu benutzen
- Probleme bei der Zeit- und Raumorientierung, z. B.
Diagnose von Gedächtnisstörungen
Wer über mehrere Monate zunehmende Gedächtnisstörungen oder Konzentrationsschwächen bemerkt, sollte sich an eine Ärztin oder einen Arzt wenden. Dabei ist die Hausarztpraxis die beste Anlaufstelle für das erste Gespräch. Weil Gedächtnisstörungen sehr viele Ursachen haben können, werden in der Hausarztpraxis oder gegebenenfalls auch in der Facharztpraxis verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Neben der körperlichen Untersuchung (z. B. Bluttests) werden auch genauere Fragen zu den aktuellen Beschwerden gestellt, z. B. seit wann eine vermehrte Vergesslichkeit bemerkt wurde und wie sie sich im Alltag genau äußert. Daneben spielen auch die Lebensumstände eine Rolle: Bedeutend können hier z. B. besondere Ereignisse in der Vergangenheit sein, die sich auf den Alltag ausgewirkt haben. Aber auch die Ernährungsweise oder die Einnahme von Medikamenten sind für die Diagnosefindung relevante Aspekte. Zusätzlich kann in manchen Fällen auch die Einschätzung der Angehörigen hilfreich sein, um die Gedächtnisstörungen einzuordnen.
Online-Gedächtnistests, die von zuhause aus gemacht werden können, geben eine erste Einschätzung, wie es um die eigene Gedächtnisleistung bestellt ist und ob möglicherweise eine Arztpraxis aufgesucht werden sollte. Das kann hilfreich sein, wenn man unsicher ist, ob die Gedächtnisprobleme nur normale Alterserscheinungen sind oder tatsächlich auf eine Erkrankung hindeuten.
Behandlung von Gedächtnisstörungen und Schlafstörungen
Steht die Ursache fest, kann diese behandelt werden. Und da diese so vielfältig sein können, sieht die Behandlung von Gedächtnisstörungen nicht immer gleich aus. Ist die Ursache beispielsweise ein Vitamin-B12-Mangel, kann die Behandlung darin bestehen, ergänzende Vitamin-B12-Präparate einzunehmen. Bei Stress oder Schlafmangel als Ursache können Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung hilfreich sein. Je nach Ursache der Gedächtnisstörungen kann die Ärztin oder der Arzt Medikamente zur Behandlung verschreiben. Sind die Gedächtnisstörungen tatsächlich durch eine Demenz-Erkrankung begründet, können Antidementiva zum Einsatz kommen.
Bei erfolgreicher Behandlung der psychischen Probleme, mildern sich in den meisten Fällen auch die Schlafstörungen. Vielen Patienten hilft es, den Teufelskreis der Schlaflosigkeit zu erkennen. Typisch hierfür: nächtliches Grübeln, das die Betroffenen erst recht vom Schlafen abhält. Kurzfristig können Medikamente dabei helfen, den Schlaf zu regulieren. Wenn psychische Probleme vorliegen, muss eine entsprechende psychotherapeutische Behandlung gewählt werden.
Pflanzliche Unterstützung für das Gedächtnis
Auch in der Natur gibt es zahlreiche Hilfen, um das Gedächtnis zu unterstützen. Die am besten erforschte Heilpflanze zur Förderung der geistigen Leistungsfähigkeit ist Ginkgo biloba, welches auch als Arzneimittel zur Therapie eingesetzt wird. Daneben gibt es einige Pflanzen, denen eine positive Wirkung auf das Gedächtnis nachgesagt wird und die unterstützend bei leichten Gedächtnisstörungen eingenommen werden können: Dazu zählen Grüner Tee, Ginseng, Rosenwurz und Tigergras. In der Apotheke sind diese meist als Tabletten, Kapseln oder als Pulver erhältlich. Die Kraft der Pflanzen kann sich auch in leckeren Rezepten entfalten. Wichtig ist es dabei allerdings, auf eine hochwertige Qualität der Pflanzenbestandteile zu setzen. Ein Kauf in der Apotheke bringt hier Sicherheit.
Rezeptvorschläge:
- Grüner Tee mit Zitrone: Von einer unbehandelten Zitrone die Schale abreiben. Etwa 1 l Wasser aufkochen, auf 80 °C abkühlen lassen und damit 5 TL Grünen Tee und die abgeriebene Zitronenschale übergießen. Den Tee 3 Minuten ziehen lassen und abseihen. Die Zitrone auspressen und den Saft sowie etwas Honig hinzugeben. Alles umrühren und abkühlen lassen. Wer möchte, kann Eiswürfel in den Tee geben, damit dieser möglichst schnell auskühlt. Das verhindert, dass der Tee bitter wird.
- Ginseng-Kaffee: In Asien gilt Ginseng traditionell als Symbol für Gesundheit und Kraft, aber auch in Europa ist Ginseng beliebt - und lässt sich sogar in den Kaffee mischen: Für einen Ginseng-Kaffee einfach ¼ - ½ Teelöffel Ginsengpulver in den (Milch-) Kaffee geben.
- Rosenwurz-Auszug: Rosenwurz ist eine Heilpflanze aus dem arktischen Höhenregionen Sibiriens und als Anti-Stress-Pflanze bekannt. Für den Auszug 250 g Kandiszucker in 250 ml warmem Wasser auflösen und damit 20 g Rosenwurz gemischt mit 5 g Rosenwurzblüten übergießen. 1 TL Zitronensaft dazugeben, dann umrühren und zudecken. Den Auszug zwei Tage ziehen lassen, dann nochmals gut umrühren und abseihen. Täglich können zwei Teelöffel des Auszugs z. B.
- Tigergras-Tee: Aus Tigergras-Pulver lässt sich ebenfalls ein leckerer Tee bereiten. Dazu wird das Pulver einfach mit heißem Wasser übergossen.
Kognitives Training und Therapie
Bei einer leichten Vergesslichkeit und zum Training der grauen Zellen können kognitive Übungen eingesetzt werden. Reichen solche Gedächtnistrainings nicht mehr aus, können verschiedene Therapieformen zum Einsatz kommen.
Risikofaktoren und Prävention
Es gibt einige Risikofaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für Gedächtnisstörungen erhöhen. Dazu zählen:
- Hörverlust
- Bluthochdruck
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Übergewicht
- Depression
- Soziale Isolation
- Bewegungsmangel
- Luftverschmutzung
- Diabetes
Einige dieser Risikofaktoren, wie ein übermäßiger Alkoholkonsum, lassen sich gut vermeiden. Das persönliche Risiko einer Gedächtnisstörung kann dadurch gesenkt werden. Auch durch eine bestmögliche Behandlung von Erkrankungen wie Diabetes kann einer Gedächtnisstörung entgegengewirkt werden.
Auch im Alltag gibt es zahlreiche Möglichkeiten, etwas für das Gehirn und den Erhalt der geistigen Leistungsfähigkeit zu tun. Dazu gehören z. B. gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Gedächtnistraining.
Umgang mit Halluzinationen und Wahnvorstellungen
Selbst die professionelle Pflege ist sich nicht einig, wie mit Wahnvorstellungen und Halluzinationen umgegangen werden sollte. Gerade in der Begegnung mit Demenzkranken weichen viele Angehörige auf „Notlügen“ aus, um die Erkrankten nicht unnötig zu beunruhigen. Lassen Sie sich am besten von ihrem Gefühl leiten und entscheiden Sie im Einzelfall. Hören Sie auf Ihren Bauch, wenn Sie moralische Bedenken haben. Viele Angehörige fühlen sich zum Beispiel unwohl damit, die Erkrankten mit Tricks zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen („Du hast den Bus schon verpasst, deswegen kannst du dich wieder ins Bett legen“).
Es ist wichtig, Unterstützung zu geben und sich selbst zu schützen. Viele psychiatrisch Erkrankte weigern sich zunächst, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bleiben Sie hartnäckig! Denn auch wenn Sie als Angehöriger oder Freundin eine wichtige soziale Anlaufstelle sind - ohne ärztlichen oder psychologischen Beistand sind ernste psychiatrische Erkrankungen kaum zu bewältigen. Dass Betroffene aggressiv werden, kommt in der Praxis leider gar nicht so selten vor. Holen Sie Hilfe, bevor die Situation völlig außer Kontrolle gerät. Geeignete Anlaufstellen sind z. B. die Notärzt*in oder der sozialpsychiatrische Dienst. Manchmal ist es sogar nötig, die Polizei zu informieren.
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