Gelenk-, Nerven- und Muskelschmerzsalben im Test: Ein umfassender Überblick

Zerrungen, Verstauchungen, Muskelschmerzen und Prellungen können sehr unangenehm sein. Schmerzgele und Wärmesalben können hier Linderung verschaffen. Dieser Artikel bietet eine Übersicht über verschiedene Produkte, ihre Wirkstoffe, Anwendungsgebiete und Testergebnisse, um Ihnen bei der Auswahl des geeigneten Mittels zu helfen.

Schmerzgele im Vergleich

Schmerzgele werden häufig bei akuten Verletzungen wie Zerrungen und Verstauchungen eingesetzt. Sie enthalten Wirkstoffe, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.

Top Schmerzgele im Überblick:

ProduktPreis ca.Wirkung bei akuten Verletzungen wissenschaftlich belegtPositivVerfügbarkeit
Schmerzgel von DICLAC14 €viel untersuchter WirkstoffGleich lieferbar
Diclox forte von ratiopharm17 €viel untersuchter WirkstoffGleich lieferbar
RUBAXX Schmerzgel von PharmaSGP GmbH25 €Schmerzbekämpfung: homöopathischGleich lieferbar
DICLOFENAC Heumann Gel von Heumann7 €viel untersuchter WirkstoffGleich lieferbar
Schmerzgel von DULÀC FARMACEUTICI 198212 €Ohne Fett und KlebenGleich lieferbar

Wirkstoffe und ihre Eigenschaften:

  • Diclofenac und Ibuprofen: Diese nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) hemmen die Produktion von Schmerzhormonen wie Prostaglandinen und unterdrücken lokale Entzündungsreize. Sie wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.
  • Beinwellwurzelextrakt: Für Schmerzsalbe mit Beinwell (genauer: Beinwellwurzelextrakt) ist die schmerzlindernde Wirksamkeit nachgewiesen worden.
  • Campher: Für pflanzliche Wirkstoffe wie Campher gibt es dagegen keine nachweislichen wissenschaftlichen Hinweise auf einen schmerzlindernden Effekt.
  • Salicylsäure: Laut Studienlage zu Salicylsäure in Schmerzsalbe (auch Beta-Hydroxysäure oder BHA genannt) fehlt es auch hier an Nachweisen für eine effektive Wirkung.

Anwendungshinweise:

  • Schmerzgele mit NSAR wirken am besten an Muskulatur und Gelenken, die sich direkt unter der Haut befinden.
  • Die Anwendungshäufigkeit hängt von der Art der Salbe, des Gels, der Erkrankung oder Unfallverletzung ab.
  • Bei häufiger Anwendung sollte die Haut auf Irritationen überprüft werden.
  • Schmerzsalben und Schmerzgels mit NSAR-Wirkstoffen können bei großflächiger und häufiger Anwendung ähnliche Nebenwirkungen wie Tabletten haben, jedoch sind die Nebenwirkungen bei kurzer Anwendungsdauer erheblich schwächer.
  • Nach akuten Sportverletzungen sollten keine durchblutungsfördernden Arzneimittel zur Anwendung kommen, vielmehr werde Eiskühlung empfohlen.

Wärmesalben im Fokus

Wärmesalben werden eingesetzt, um verkrampfte Muskeln zu entspannen und Schmerzen zu bekämpfen. Sie können auch bei der Heilung von Zerrungen helfen.

Top Wärmesalben im Überblick:

ProduktPreis ca.AnwendungPositivVerfügbarkeit
ABC Wärme-Creme von Hansaplast14 €zieht mäßig schnell einHohe Wirkungskraft dank CapsaicinGleich lieferbar
Rot N Balsam von Tiger Balm6 €zieht sehr schnell einVerbesserte Blutzirkulation der HautGleich lieferbar
Wärmebalsam von Pinofit9 €zieht schnell einRevitalisierendes Aprikosenkernöl, beruhigendes Mandelöl, Calendulaextrakt und Vitamin E für HautpflegeGleich lieferbar
Sportsalbe wärmend von Styx Naturkosmetik17 €zieht schnell einUnterstützt rasche Instandsetzung der Muskeln bei ÜberlastungGleich lieferbar
Wärmesalbe von Dr. Jacoby's9 €zieht sehr schnell einLöst Verspannungen und fördert DurchblutungGleich lieferbar

Wirkstoffe und ihre Eigenschaften:

  • Capsaicin: Dieser Wirkstoff erzeugt eine Wärmewirkung durch Erweiterung der Blutgefäße.

Anwendungshinweise:

  • Bei der Auswahl einer geeigneten Wärmesalbe sollten Sie die Wirkstoffe prüfen und auch die Hautverträglichkeit testen.
  • Haben Sie eine empfindliche Haut, dann eignen sich Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen, wie beispielsweise ätherischen Ölen.

Mobilat® Intens: Spezialist bei Muskel- und Gelenkschmerzen

Mobilat® Intens ist eine Muskel- und Gelenksalbe, die den Heilungsprozess bei Rücken-, Muskel- oder Gelenkschmerzen beschleunigt. Sie kann auch bei entzündlichen weichteilrheumatischen Beschwerden wie Sehnen-, Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen angewendet werden.

Wirkstoff und Wirkweise:

  • Flufenaminsäure: Lindert den Schmerz und bekämpft die schmerzauslösende Entzündung. Sie verhindert die Bildung von zwei physiologischen Stoffen, die für die Entstehung von Entzündungen verantwortlich sind.

Anwendungshinweise:

  • Tragen Sie die entzündungshemmende Salbe bei Gelenk- und Muskelschmerzen 2- bis 3-mal täglich dünn auf die betroffene Körperregion auf.
  • Achten Sie vor Anlegen eines Verbandes darauf, dass die Salbe einige Minuten einzieht.
  • In der Regel ist eine Anwendung der Salbe bei Gelenkschmerzen und Co von 2 Wochen ausreichend. Bei Beschwerden, die unvermindert länger als 3 Tage anhalten oder sogar zunehmen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Flexosamine Gel: Natürliche Hilfe bei Gelenkschmerzen

Flexosamine Gel ist eine natürliche Creme, die schnelle Schmerzlinderung bietet und langfristig gut für die Gelenke sein soll.

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Inhaltsstoffe und ihre Eigenschaften:

  • Menthol: Erzeugt einen stechenden Kühleffekt, der die Schmerzrezeptoren in der Haut hemmt und so für sofortige Linderung sorgt.
  • Kampfer: Wird aufgrund seiner durchblutungsfördernden und wärmenden Wirkung eingesetzt.
  • Boswellia serrata: Wirkt von Natur aus entzündungshemmend und soll zu einer Verringerung von Steifheit und Schwellungen führen.
  • Capsaicin: Desensibilisiert die Schmerznervenenden.

Anwendungshinweise:

  • Flexosamine Gel sollte ein- bis zweimal täglich auf die gereinigte Haut aufgetragen werden.
  • Verwenden Sie eine kleine Menge und reiben Sie sie mit kreisenden Bewegungen in die betroffene Stelle ein, bis sie eingezogen ist.

Testergebnisse und Bewertungen

Verschiedene Verbrauchermagazine haben Schmerzgele und -salben getestet. Dabei wurden sowohl synthetische Wirkstoffe als auch pflanzliche Inhaltsstoffe untersucht.

Ökotest (Ausgabe August 2025):

  • Fünf Schmerzgels wurden mit "sehr gut" bewertet, da sie weitgehend frei von umstrittenen Substanzen sind.
  • Für etwa die Hälfte der getesteten Schmerzgels und -cremes konnte die Wirksamkeit nur teilweise oder gar nicht belegt werden, insbesondere für pflanzliche Produkte (Ausnahme: Beinwell).
  • Schmerzsalben mit NSAR zeichnen sich im Vergleich zu Tabletten durch ein niedrigeres Nebenwirkungsrisiko aus.
  • Diclofenac-haltige Produkte wurden aufgrund hoher Konzentrationen des Wirkstoffs in Gewässern nur eingeschränkt empfohlen.
  • Von der Anwendung von Salben mit Arnikablüten wurde abgeraten, da laut Europäischer Arzneimittelagentur (EMA) keine Wirksamkeit nachgewiesen sei.
  • Die Kytta-Schmerzsalbe (Merck) fiel durch, da es keinen wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis für Beinwellwurzelextrakt gebe und mehrere nicht deklarierte Duftstoffe mit Allergiepotential gefunden wurden.

Wichtige Hinweise:

  • Bei der Empfehlung sämtlicher Präparate sollte das Nutzen-Risiko-Verhältnis beachtet werden.
  • Schmerzsalbe unbedingt für Kinder unzugänglich aufbewahren - und in der Regel bei maximal 25 Grad.
  • Produkte nur auf gesunder Haut anwenden, nicht auf Wunden, Ekzemen, Schleimhäuten oder an den Augen.
  • Schmerzsalben nach dem angegebenen Verfallsdatum nicht mehr nutzen.

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