Unser Gehirn, ein komplexes Organ, besteht aus etwa 86 Milliarden Nervenzellen. Elektrische Signale rasen zwischen diesen Zellen mit unglaublicher Geschwindigkeit hin und her, fast doppelt so schnell wie ein ICE. Doch was steckt eigentlich hinter dieser beeindruckenden Schaltzentrale? Und wie funktioniert unser Körper als Ganzes? Dieses GEOlino EXTRA widmet sich dem menschlichen Körper, seinen Funktionen und den erstaunlichen Prozessen, die sich darin abspielen.
Der Bauplan des Körpers: Muskeln, Knochen, Herz und Hirn
Die Ausgabe erklärt, wie der menschliche Körper aufgebaut ist und welche Aufgaben Muskeln, Knochen, Herz und Hirn übernehmen. Zudem wird beleuchtet, welche außergewöhnlichen Dinge bei unserer Verdauung passieren, warum Schmerz auch seine guten Seiten hat und wie es ist, mit einem Spenderorgan zu leben.
Das Gehirn: Zentrale des Denkens und Fühlens
Sprechen, lesen oder Fahrrad fahren - all das wäre ohne unser Gehirn nicht möglich. Aber woraus besteht das Gehirn eigentlich? Bis zu welchem Alter werden neue Gehirnzellen gebildet? Welche Geschwindigkeit erreichen die elektrischen Reize, die in unserem Gehirn hin- und hergeschickt werden? Was hilft dem Denkorgan, fit zu bleiben? Und was sind eigentlich Synapsen?
Die Super-Sache Sehen: Ein Fenster zur Welt
Das Sehen ist ein faszinierender Prozess. Licht fällt von außen in unsere Augen, und die Sehnerven informieren das Gehirn. Das Gehirn interpretiert diese Informationen und erzeugt ein detailliertes Bild unserer Umgebung. Aber ist dieses Bild wirklich so genau, wie wir denken?
Das Gedächtnis: Eine launische Diva?
Tausende von Erlebnissen, Büchern, Zahlen… unser Gehirn ist ständig mit Informationen konfrontiert. Das Gedächtnis der meisten Menschen ist eher launisch wie eine Diva: Manche Dinge merkt es sich gern, andere halb. Und wenn es gerade keine Lust hat, tritt es - ätsch! - einfach in Streik!
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Gianni Golfera: Ein Gedächtniswunder
Gianni Golfera ist 24 Jahre alt und in Italien wegen seines phänomenalen Gedächtnisses berühmt. Vor kurzem haben ihn sogar Ärzte untersucht, um herauszufinden, warum sein Merkapparat wie ein Computer funktioniert. Gianni Golfera war 14, als er sich das erste Mal so richtig über andere Menschen wunderte. Man stelle sich das nur vor: Da trifft er Freunde, mit denen er als Dreijähriger gespielt hat. Und was behaupten die? Wollten die ihn auf den Arm nehmen? Gianni sieht die Erlebnisse vor sich, als seien sie gestern gewesen. Überhaupt erinnert sich der Junge an alles: an jede Fernsehsendung in seinem Leben und an jedes Gespräch. Gedächtnis-Wunder: Der Italiener Gianni Golfera hat mehr als 250 Philosophiebücher gelesen - und sich jede Kleinigkeit gemerkt.
Wie das Gehirn Informationen speichert
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass unser Gehirn in mehreren Schritten arbeitet, um Informationen zu speichern. Neuigkeiten von Augen oder Ohren werden gleich an das "Kurzzeitgedächtnis" geschickt. Oft reicht das vollkommen aus: etwa um einen Satz niederzuschreiben, den euch euer Lehrer diktiert hat, oder um sich die Telefonnummer von Freunden zu merken. Seht euch mal kurz die Zahl 3918137 an. 3-9-1-8-1-3-7. Und jetzt wiederholt ihr sie mit geschlossenen Augen. Nach ein paar Augenblicken verblassen Wörter und Zahlen im Kurzzeitgedächtnis.
Das Langzeitgedächtnis: Ein Archiv für die Ewigkeit
Das Langzeitgedächtnis kann Wörter, Bilder, Gerüche oder Töne jahrelang speichern. Allerdings hat es einen sehr strengen Wächter: das limbische System in der Mitte unseres Kopfes. Dieser Hirnbereich überprüft jede Neuigkeit genauestens. Ist sie wichtig? Gut oder schlecht? Oder wenigstens witzig? Viele Nachrichten wirft es dann einfach weg. Wenn euch beispielsweise ein großer Schüler in der Schule bedroht, zittert ihr natürlich vor Angst. Angst hält euer Gehirn für wichtig. Deshalb schickt es den Steckbrief des Blödmanns sofort ins Langzeitgedächtnis. Auch bei Dingen, die Spaß machen, läuft unser Oberstübchen zu olympiareifer Form auf: Dino-Fans können Dutzende der Uraltviecher aufzählen - selbst wenn die so komplizierte Namen haben wie "Liopleurodon" oder, ächz: "Eustreptospondylus".
Individuelle Lerntypen und Gedächtnisleistung
Jeder lernt anders. Was uns nicht interessiert, ist für unser Gedächtnis hingegen ein harter Brocken. Am schlimmsten sind für viele Menschen Zahlen. Erinnert ihr euch noch an die Nummer, die ihr vor drei Minuten gelesen habt? 3…? Die ist jetzt wahrscheinlich weg, stimmt's? Und - STOP! DU kommst hier nicht rein! - hat sich deshalb geweigert, sie ins Langzeitgedächtnis zu lassen.
Die Geheimnisse des Langzeitgedächtnisses
Wie das Langzeitgedächtnis arbeitet, wissen Forscher bis heute nicht genau. Fest steht: Es sitzt nicht nur an einem Platz im Gehirn. Die Großhirnrinde ist der schlaueste Teil unseres Gehirns und ähnelt ein bisschen einem Dschungel. Sie besteht aus vielen Milliarden Nervenzellen, die miteinander verwoben sind. Durch diesen Urwald sausen die Gedanken nun wie elektrische Blitze: von einer Zelle zur nächsten. Und dabei hinterlässt jeder Gedanke eine eigene Spur im Gehirn - fast wie ein Abenteurer, der sich mit dem Messer einen Weg durch den Dschungel schlägt. Diese Spur kann das Gehirn später wiederfinden.
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Der Weg der Erinnerung: Vom Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis
So gelangen die Erinnerungen in unser Langzeitgedächtnis: Alles, was wir sehen (1) oder hören, erreicht über Nervenleitungen das limbische System. Das ist wie ein Band um den so genannten Balken gespannt (2). Zuerst prüft es, was ihm wichtig und was ihm unwichtig erscheint. Das Wichtige schickt es weiter an die Großhirnrinde (3), die äußere Schicht des Gehirns: Das Gesicht einer Freundin vielleicht hinter die Stirn (4), das leckere Frühstück etwa (5) und die Urlaubserinnerungen (6) nach rechts hinten.
Gedächtnistraining: Fit im Kopf bleiben
Bei einigen Genies wie Gianni Golfera klappt dieses Kunststück perfekt. Die meisten von uns können sich nicht an alles erinnern, was sie im Kopf haben. Aber - gut zu wissen - durch ein bisschen Übung kann man sein Gedächtnis zumindest fitter machen. Auch Sport ist gut, weil er die Durchblutung des Gehirns fördert. Bestimmte Dinge machen das Gedächtnis hingegen so schlapp wie Pudding: Zu viel fernsehen, weil man dabei kaum denken muss, oder manche Computerspiele. Denn dabei wird das Gedächtnis mit Tausenden von Bildern bombardiert, die es gern aufnimmt, weil sie Spaß machen.
Eselsbrücken: Dämlich, aber wirksam
"Wer nämlich mit h schreibt ist dämlich." Egal wie dämlich eine Eselsbrücke ist - sie wirkt! Wenn man etwas vergisst, ist das oft peinlich, hat aber auch große Vorteile. Denn mit einem löchrigen Gedächtnis können wir viel bessere Entscheidungen fällen als mit einem Superspeicher, sagen Wissenschaftler. Sarah aus München hat sich diese Redewendung gewünscht.
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