George Bernard Shaw und die Gehirnforschung: Eine Betrachtung von Intelligenz, Bewusstsein und menschlichem Potenzial

Der anglo-irische Schriftsteller, Dramatiker und Journalist George Bernard Shaw kritisierte zu Lebzeiten fast alles an der damaligen englischen Gesellschaft. Sein scharfer Humor verschonte weder Patriotismus noch soziale Missstände oder hohle Ideale, und auch die Schulmedizin war vor ihm nicht sicher. Umso erstaunlicher ist Shaws späterer Ruhm als Dramatiker, Satiriker und Sozialkritiker, der auf Stücken wie "Pygmalion", "Haus Herzenstod" und "Die heilige Johanna" gründete. Dieser Artikel beleuchtet, wie Shaws Werk und seine kritische Denkweise auch im Kontext moderner Gehirnforschung und der Auseinandersetzung mit Konzepten wie Intelligenz, Bewusstsein und menschlichem Potenzial relevant sind.

Das Alter als Perspektive: Nicht aufhören zu spielen

„Man hört nicht auf zu spielen, weil man alt wird.“ Diese Aussage steht im Kontrast zu dem oft seltsamen Verhältnis, das Menschen zum Alter haben. Als Jugendliche wollen wir erwachsen wirken, als Erwachsene dann möglichst jung. Dabei ist das Alter keine Zahl, gegen die man rebellieren müsste, sondern ein Teil von uns. Es verändert sich, genau wie wir selbst. Was wirklich zählt, ist nicht die Zahl auf dem Papier, sondern wie wir leben, wie gesund und glücklich wir sind. Es geht darum, sich die kindliche Freude zu bewahren.

Die Maschine Mensch: Kognitive Leistung im Wandel

Die Vorstellung und Erwartungen gegenüber kognitiver Leistungen haben sich in den vergangenen zwei bis drei Jahrhunderten vornehmlich an den Veränderungen der Produktionsmittel orientiert. Wie funktioniert eine Maschine? Zuerst ist eine Maschine, enzyklopädisch betrachtet, ein künstliches Hilfsmittel und damit ein Mittel zur Verrichtung von Aufgaben, die einen Vorteil gegenüber den physischen Möglichkeiten eines Menschen bieten. Sonst würden Maschinen keinen wirklichen Sinn machen. Die damit verbundenen Optionen sind in allen Bereichen menschlicher, also natürlicher Tätigkeiten zu finden.

Lapidar könnte man sagen, eine Maschine war in ihrer Grundintention vor allem eine Externalisierung dessen, was Menschen im Prinzip auch leisten können, aber diese Leistung ab einem gewissen Punkt begrenzt war. Was für Grenzen waren dies? In einer ungefähren Reihenfolge der Entwicklungszyklen von Maschinen waren dies zuerst vorwiegend Tätigkeiten, die durch einen höheren Kraftaufwand der eingesetzten Maschine einen höheren Wirkungsgrad erzielte. Damit verbunden war immer auch ein Zeitgewinn, warum der Ansatz der Effizienz schon früh mit kürzeren Intervallen der notwendigen Zeit in Verbindung gebracht wurde. In der Folge ging es um die zunehmende Genauigkeit, die Präzision der mit einer Maschine bearbeiteten Stücke bzw.

Spätestens ab diesem Punkt war die Maschine Teil eines Prozesses, der sich von allen davor üblichen Prozesses abgekoppelt hatte. Das ist daher wichtig, da damit auch eine andere, eine neue Perspektive der Potenziale einer Gesellschaft greifbar wurden, die bis zu diesem Zeitpunkt noch im Wettbewerb mit der Tradition standen. Aus Handwerk wurde in bestimmten Bereichen das Kunsthandwerk bzw. die Manufaktur. Damit entstand ein Markt der Substitute (der Ersatz für das Original als Einzelstück) und das war neu. Es ging im Verlauf der Entwicklung maschineller Prozesse um das Produkt in Bezug auf sein generelles Potenzial als Ergebnis effizienter Produktion. Das Produkt wurde zu einer Kategorie wirtschaftlicher Interessen, welche durch die Rekapitulation (Wiederholung) des Bedarfs definiert wurde.

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Wenn wir eine Maschine mit Kinderaugen betrachten, dann hat diese einen Zweck. Man gibt etwas hinein bzw. hat etwas, was mit dieser Maschine verarbeitet werden soll und dann kommt (als Ergebnis) etwas Verarbeitetes heraus, was idealerweise immer gleich aussieht bzw. das Gleiche kann. Der kleine Umweg bei der Betrachtung einer Maschine als eine Art ethnologisches Derivat (Ableitung) als etwas, was aus etwas anderem entstanden ist, will eher zum Ausdruck bringen, wie sich die Denkmuster, aber auch Glaubenssätze parallel, besser synchron zu der Mechanisierung unserer Welt verändert hat. Die Räume täglichen Handelns wurden im Verlauf des 17. Jahrhunderts und mit gravierender Dynamik im 18. Jahrhundert immer stärker bestimmt von dem Rhythmus und der Frequenz der aufkommenden produktiven Methoden. Je komplexer diese neuen Abläufe wurden, desto kleiner wurden die Zeiträume für einzelne Aktivitäten, wie überhaupt die Uhr und damit die Sequenzierung der Zeit in [idealerweise] produktive Phasen zum neuen Normativ der sich ändernden Gesellschaften wurde.

In dem Ausmaß, wie das kontinuierliche Signal der Zeit, als Lauf und Schatten der Sonne auf der Oberfläche der Erde, zu einem diskreten Signal, also einem diskontinuierlichen Signal wurde, verschwand auch zunehmend die Qualität der Zeit selbst als ein in sich endloser Augenblick. Die Zeit bekam ihre Eingrenzung durch Zeitpunkte, Zeiträume und Zeitverläufe. Es gab Zeiten, in denen die Zeit selbst die Möglichkeiten der Jahreszeit reflektierte. Die Zeit korrelierte mit der Dauer der Sonnenstunden und damit mit den Jahreszeiten. Ging die Sonne früher auf und später am Abend unter, dann wechselte die Jahreszeit in eine wärmere Phase. Die Sonne und das Licht führte zur Aktivierung der Natur und der Menschen selbst. Alles und alle wurden aktiver. Umgekehrt verband man mit einem späteren Sonnenaufgang und einer früheren Dunkelheit an einem Tag die Zeit, in der man sich auf eine gewisse Form des Rückzuges von zu viel Aktivitäten vorbereiten musste. Man lebte, wenn möglich, von Vorräten, suchte Schutz an Orten, die die Kälte abhielten und wartete auf das nächste Jahr und das Licht.

In der japanischen Kultur gibt es ein Wasserspiel, das besteht aus einer dicken Bambusstange, die so auf einer horizontalen Vorrichtung angebracht ist, dass diese sich mit Wasser füllte und, wenn sie voll ist, nach unten kippt und das Wasser dort entleert. Jedes Kippen führt zu einem dumpfen Schlag, ein Klang, der wie ein Takt die Dynamik der jeweiligen Jahreszeit hörbar machte. Wenn viel Wasser in das Bambusrohr lief, dann wurde der Takt schneller, so im Frühjahr. Im Hochsommer floss weniger Wasser, der Takt verlangsamte sich. Es war das Zeichen, dass mit der Hitze auch die Bewegungen der Menschen langsamer werden sollten. Im Herbst kam wieder der Regen, das Wasser floss wieder schneller.

Noch einmal zu der Metapher einer Maschine. In der Antike, vornehmlich bei griechischen Tragödien, aber auch später und bis heute gibt es den Begriff der Deus ex machina. Diese technische Vorrichtung sollte bei Theateraufführungen eine Handlung sichtbar machen bzw. vermitteln helfen, die durch eine menschliche Handlung, dem Schauspiel nicht verkörpert, nicht vermittelbar war. Eine Art Maschine schuf die Illusion, eine übernatürliche Gestalt, zum Beispiel eine Gottheit, würde von oben zu schweben beginnen und dem Spiel eine unerwartete Wendung geben. Die Maschine (Deus ex machina) sollte all das zeigen und können, was die Menschen auf der Bühne nicht können, durch ihr Spiel nicht vermittelt werden kann. Da sie die Mittel dafür nicht haben. Die Aufwertung des einen (der Maschine) war mit der Abwertung des anderen (der Schauspieler) verbunden. Dieses Beispiel ist natürlich nur eine Metapher für die hier angestellte Spekulation darüber, wie die Entwicklung während der vergangenen wenigen Jahrhunderten den Anspruch an menschliche kognitive Leistungen verändert, besser gesagt, geprägt haben könnte.

Wenn man die Idee der Deus ex machina mit etwas mehr Abstand und Ruhe betrachtet, dann kann man diese Maschine auch so beschreiben: Es entstand der Anspruch an eine ausserordentliche Leistung, ein Zauber, der nur durch diese Form der Externalisierung in ein anderes Ding möglich wurde. Dieses Ding hat die menschlichen Potenziale zurückgelassen und produzierte in der Logik dessen, dass Menschsein als Teil der Evolution immer auch den Vergleich braucht, um die eigene Position zu bestimmen, einen langsam, aber sicher zunehmenden Druck. Der Druck entstand durch das Prinzip jener Exponenten, die mit jedem produktiven Prozess in Verbindung stehen. Armin Nassehi, * 1960, hat in seinem Buch Muster, Theorie der digitalen Gesellschaft aus einer ganz anderen Perspektive dargelegt, wie sich die Bereitschaft für die zunehmende Digitalisierung unserer Welt und damit die Akzeptanz, diese in die eigene Lebenswirklichkeit zu integrieren, mit dem langsamen Prozess der Industrialisierung in den westlichen Gesellschaften entwickelt hat. Die Kernaussage basierte auf Nassehis Spekulation, wie die Notwendigkeit zur Erstellung von Listen, die Organisation zunehmend komplexer Produktion über Pläne und damit auch die Gewöhnung an immer kürzere bzw.

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Bildung als Maschine: Rekapitulation vs. Individuelles Interesse

Vergleichbar mit den Prinzipien einer reproduzierenden Maschine war der Ansatz einer Lehre und damit Lehrplanung, die auf einen rekapitulierenden Menschen ausgerichtet war, eigentlich zwangsläufig und wenig erstaunlich. Wobei dieses Lehrprinzip sicher nicht nur mit den sich entwickelten Produktionsmethoden einen Ursprung hat, sondern wesentlich weiter zurückliegende Wurzeln eine Rolle spielen. Die Möglichkeiten durch Standardisierung mittels der Erfindung des Buchdrucks, aber auch Bildungsanforderungen, die im Zusammenhang wachsender Wirtschaftsräume und Handelsnetze notwendig wurden, sollen hier nur am Rande genannt werden. Der Ansatz von Aufgabe und Abgabe, die Erfüllung und damit das Abarbeiten einer Lehrplanung in bestimmten Zeitabschnitten und nach identischen Kriterien (zum Beispiel Noten) ist immer noch der Kern gesellschaftlicher Überzeugung, wie sich Kompetenz entwickeln soll bzw. welchen Anforderungen Menschen genügen müssen, damit sie in einem sozialen Gefüge funktionieren.

Was aber ist Kompetenz? Üblicherweise würde man sagen, Kompetenz ist die Sammlung all jenes Wissens, das eine Person über einen bestimmten Zeitraum (zum Beispiel während der Schulzeit) und bis zu einem gewissen Zeitpunkt (zum Beispiel einem konkreten Alter) akkumuliert hat. Viele würden vielleicht auch darüber einstimmen, dass ein grosses Wissen in der Folge mit einem grossen Können (der Anwendung von Wissen) verbunden ist bzw. verbunden sein muss. Das Können braucht dann nur noch den Willen (die Anwendung von Können), um in der Bündelung zum Erfolg geführt zu werden. Kompetenz entstünde dann aus der Eskalation vom Wissen zum Können zum Wollen. Aber ist das so?

Die Überforderung des Einzelnen führt folgerichtig (in der Folge der Normalität) zu dem psychologischen Effekt der subtilen Abwertung der eigenen Person und damit dem eigenen Potenzial. Aus dem Grund wäre ein Ansatz, der nicht die Aggregation von Wissen in den Mittelpunkt rückt, sondern das individuelle Interesse, die schlichte Neugier, verbunden mit dem Mut und der Unbekümmertheit, zu diesem Thema einen eigenen ersten Zugang zu finden, möglicherweise der bessere Weg, um Begeisterung und damit das Potenzial einer Person zu wecken. Wäre es nicht besser und passender zu unserer [digitalen] Realität, das ganze Spiel einfach zu drehen? Ist es nicht wichtiger, die Motivation (Motiv) im Blick zu haben, eine erste eigene Erfahrung damit zu machen (Wollen)? Wenn ich etwas ausprobiere, vielleicht sogar zuerst nur Fehler mache, so verbindet sich dies mit einer grundlegenden Prägung und damit mit dem, was Lernen im Kern bedeutet: Das habe ich gemacht! Und sei es auch nur ein erstes Scheitern. Dieser persönliche Prozess führt nahezu immer zu einem ersten Können bzw. einer ersten, wenn auch nur schwach ausgeprägten Fertigkeit. Diese Verbindung mit dem eigenen Körper bzw. der eigenen Existenz und damit auch der eigenen Leistungsfähigkeit befähigt in der Folge zu einer fundierteren Einschätzung darüber, was zur Optimierung des eigenen Weges wirklich relevant ist. Damit entsteht Kompetenz als ein eigenes Erlebnis, welches von der freiwilligen Hinterfragung und damit der Erneuerung lebt.

Intelligenz: Mehr als nur ein Test

Intelligenz ist nicht innerhalb einer Definition eingrenzbar, sondern erfordert immer situativ unterschiedliche Formen bzw. Komplexitäten menschlicher Kompetenz. Natürlich kann man die Position vertreten, manche Menschen denken einfach schneller als andere. Dass es Menschen gäbe, die eine grössere Komplexität erfassen und kognitiv verarbeiten können. Oder andere, die als Ergebnis ihrer Fähigkeiten, diese Komplexität zügiger erfassen zu können, eben auch schneller Lösungen entwickeln, damit in ihrem sozialen Umfeld überzeugen und eine herausragende Position gegenüber anderen erhalten. Es gibt eine Vielzahl theoretischer Grundlagen und entsprechend viele Vertreterinnen und Vertreter, die diese, mehr oder weniger wissenschaftlich bzw. empirisch fundiert entwickelt haben. Jede dieser Theorien beschreibt in der Regel ein Modell als Grundlage eines iterativen Prozesses, also den Versuch, über die Anwendung dieses Modells (als Intelligenztest) den Test selbst permanent zu optimieren und damit gegen andere Theorien zu verteidigen.

Ein Modell, mit dem in weiten Teilen übereinstimme, ist das sogenannte triarchische Modell (oder Komponentenmodell von Robert Sternberg, * 1949. Die Kontexttheorie verbindet die individuelle Intelligenz aller Menschen mit der jeweiligen kulturellen und sozialen Realität. Die Performanzkomponente unterscheidet Kompetenzen je nach Bereich. Die Leistung variiert mit der Aufgabe. Syntaktische bzw. sequenzielle Problemstellungen (zum Beispiel eine komplexe Rechenaufgabe) erfordert andere kognitive Fähigkeiten als die Verarbeitung eines Narrativs, einer Geschichte bzw. Die Metakomponente beschreibt eine Form der Kontrolle auf einer höheren Ebene menschlichen Bewusstseins. Man könnte dies auch mit dem Begriff der Intuition oder dem Instinkt in Verbindung bringen. Die Transfer-Komponente ist eine Art kognitiver Transmitter aller Fähigkeiten. Gespeichertes Wissen und die damit erreichten Fähigkeiten, welche in einer bestimmten Situation erfolgreich waren, werden in anderen Situationen angewandt und damit permanent auf ihr darüber hinausgehendes Potenzial untersucht. Ein weiterer, aus meiner Sicht wichtiger und innovativer Vordenker zum Thema Intelligenz ist Howard Gardner.

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Die Bedeutung der Bewertungsebene für die Gesunderhaltung

Das Gehirn ist die Steuerzentrale für unser Verhalten und unsere Gesundheit. Es wurde in verschiedenen Entwicklungsstufen aufgebaut, und neuronale Verknüpfungen bestimmen unser Erleben und Verhalten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rolle des limbischen Systems und der Amygdala, die für die emotionale Steuerung und die Verarbeitung von Stress und Angst verantwortlich sind. Der Text betont die Bedeutung der Selbstfürsorge und der mentalen Stärke für die Gesunderhaltung und bietet Einblicke in die Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung von Stresserkrankungen durch gezielte Methoden zur Regulation des Gehirns und des Gehirnstoffwechsels. Zudem werden die Unterschiede zwischen bewussten und unbewussten Verhaltensweisen und die Bedeutung des Unterbewusstseins für unser tägliches Handeln beleuchtet.

Dankbarkeit als Gehirntraining

Dankbarkeit ist nicht nur ein Gefühl, das irgendwo herumschwirrt. Sie sitzt in deinem Kopf und verankert sich dort umso mehr, je öfter du dankbar bist. Immer wenn du deine Aufmerksamkeit bewusst auf etwas richtest, für das du dankbar bist, werden die neuronalen Verbindungen in deinem Gehirn gestärkt - etwa so, als würdest du die Heizung im Zimmer hochdrehen und es der Dankbarkeit so richtig gemütlich machen. Und dann ist es wie beim gut geübten Kopfrechnen: Du musst nicht lange nachdenken, wofür du dankbar bist, es wird mehr und mehr zum automatischen Prozess.

Künstliche Intelligenz und das Bewusstsein: Eine Skepsis

Andere Experten sind skeptischer, was die Möglichkeiten angeht, Leben in Computer gleichsam nachbilden zu können. Susan A. Greenfield etwa, Professorin für Pharmakologie an der Universität Oxford, Chefin einer Firma, die Medikamente gegen degenerative Hirnerkrankungen entwickelt, Autorin mehrerer Sachbuchbestseller und Publizistin, äußert Bedenken. Sie betont, dass Lernen und Gedächtnis nicht gleichzusetzen sind mit Bewusstsein. Für das Bewusstsein sind auch Emotionen wichtig, also hirnphysiologisch gesprochen chemische Vorgänge.

Das Gehirn der Zukunft: Leistungsfähiger durch Technologie?

Greenfield ist sich nicht sicher, ob das Gehirn der Zukunft dank Computerlernprogrammen, Implantaten und genetischer Manipulation erheblich leistungsfähiger sein wird. Sie warnt davor, Kinder mit Fakten zu bombardieren und so einheitliche Hirne mit einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne zu produzieren, die langweilige Tätigkeiten wie das Lesenlernen scheuen. Denn das Lesen ist unsere größte Gabe. Wer die Fähigkeit verliert, seine Fantasie zu gebrauchen, bleibt ein Gefangener des Hier und Jetzt.

Neuroplastizität: Das formbare Gehirn

Es geht das Gerücht um, wir würden nur zehn Prozent unseres Gehirns nutzen. Das ist glücklicherweise falsch. Wir nutzen unser Gehirn zu einhundert Prozent. Es gibt keine inaktiven Netzwerke in unserem neuronalen Oberstübchen. Richtig aber ist: Unsere neuronalen Strukturen bleiben ein Leben lang geradezu spektakulär anpassungsfähig. Diesen Effekt nennt man Neuroplastizität. So können neuronale Schaltkreise sich strukturell wandeln und fokussierter, differenzierter, langsamer oder schneller werden. Wir nutzen zwar alle einhundert Prozent unseres Gehirns, aber die meisten von uns entwickeln wohl nicht mehr als zehn Prozent des für sie potenziell realisierbaren Idealgehirns.

BRAINBUILDING: Das gesunde Sportprogramm für mentale Power

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken. Aber Achtung: Es gibt Fähigkeiten, die Sie entwickeln müssen, damit Sie Ihre Stärken im beruflichen oder privaten Kontext überhaupt voll zur Geltung bringen können. Lernen Sie von BRAIN BUILDING, mit minimalem Aufwand Ihre Schwächen zumindest so weit auszugleichen, dass Sie Ihnen nicht mehr im Wege stehen. Die Lernforschung zeigt: Talent ist weniger angeboren, als vielmehr ein Resultat von Fleiß, Ausdauer und Lerntechnik. Zumindest verwandelt sich eine genetische Tendenz nur so in eine Stärke. Den Unterschied zwischen Genie und Mittelmaß macht das Training.

Shaw und die Medizin: Ein kritischer Blick

Die Ärzteschaft und ihre vermeintliche Hybris nahm Shaw in "The Doctor’s Dilemma" ("Der Arzt am Scheidewege") aufs Korn. In der 1906 uraufgeführten Komödie geht es um die Verteilung medizinischer Ressourcen. Im später verfaßten Vorwort zu dem Stück führte Shaw seine Medizinkritik weiter aus, konzedierte jedoch: "Es ist nicht die Schuld unserer Ärzte, daß die medizinische Behandlung der bürgerlichen Gesellschaft, wie sie gegenwärtig geübt wird, ein mörderischer Unsinn ist."

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