Sichere Anzeichen für eine Alzheimer-Diagnose

Die Alzheimer-Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung, die nicht aufgehalten werden kann. Sie verläuft stadienhaft, wobei nicht bei allen Betroffenen alle Symptome vorkommen. Es ist wichtig, sich der Anzeichen bewusst zu sein, um eine frühzeitige Diagnose und Intervention zu ermöglichen.

Einführung

Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Form der Demenz und betrifft Millionen von Menschen weltweit. Demenz ist eine Erkrankung, die am häufigsten bei betagten Menschen auftritt. Doch auch Jüngere können betroffen sein. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zum Verlust kognitiver Funktionen und Alltagskompetenzen. Die Erkrankung beginnt schleichend, und zwar schon viele Jahre, oft auch Jahrzehnte, vor der eigentlichen Erkrankung. „Eine frühzeitige Sensibilisierung für Frühsymptome gewinnt gerade im Hinblick auf die neuen Alzheimer-Medikamente an Bedeutung, denn die neuen Antikörper sind vor allem in den frühen Erkrankungsstadien wirksam“, erklärt Prof. Dr. Auch Präventionsmaßnahmen seien umso wirkungsvoller, je früher und regelmäßiger man sie umsetze. „Hier sollte man auch gar nicht erst auf mögliche Symptome warten. Haben Sie Fragen zu einer neurologischen Erkrankung?

Symptome von Alzheimer

Die Symptome von Alzheimer können von Person zu Person variieren, aber es gibt einige häufige Anzeichen, die auf die Krankheit hindeuten können. Insbesondere bei Menschen mit einem hohen Bildungsstand fällt die Erkrankung im ersten Stadium häufig nicht auf, da sie mit ihrem Wissen Symptome erfolgreich kaschieren können.

Gedächtnisverlust

Eine zunehmende Vergesslichkeit setzt ein, dabei ist vor allem das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Eines der Hauptsymptome einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung ist eine Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, die sich auf das tägliche Leben auswirkt. Diese Vergesslichkeit äußert sich beispielsweise darin, dass wichtige Termine vergessen, der Herd nicht ausgeschaltet oder der Alltag nur mit Hilfe von Merkzetteln bewältigt werden kann. Normale altersbedingte Veränderung: Namen oder Termine werden kurzfristig vergessen, später aber wieder erinnert. Mehr über Vergesslichkeit als Symptom von Demenz.

Schwierigkeiten beim Planen und Problemlösen

Den Betroffenen fällt es schwer, sich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren oder etwas vorausschauend zu planen und umzusetzen. Sie brauchen für vieles mehr Zeit als zuvor. Probleme tauchen beispielsweise beim Kochen oder Backen nach bekannten Rezepten, beim Umgang mit Zahlen oder beim Bezahlen von Rechnungen auf. Normale altersbedingte Veränderung: Zerstreutheit, wenn viele Dinge gleichzeitig zu tun sind. Wenn Planen zur Herausforderung wird - mehr dazu.

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Probleme mit gewohnten Tätigkeiten

Alltägliche Handlungen werden plötzlich als große Herausforderung empfunden.

Schwierigkeiten mit räumlicher Orientierung und visuellen Eindrücken

Viele Menschen mit Alzheimer-Demenz haben große Schwierigkeiten, Bilder zu erkennen und räumliche Dimensionen zu erfassen.

Sprachprobleme

Vielen Menschen mit Demenzerkrankungen fällt es schwer, einem Gespräch zu folgen und sich aktiv daran zu beteiligen. Sie verlieren den Faden, verwenden unpassende Füllwörter oder haben Wortfindungsprobleme. Ein weiteres Zeichen einer beginnenden Demenzerkrankung sind Wortfindungsstörungen. Betroffenen fällt oft nicht das richtige Wort ein, obwohl es sich um Alltagsgegenstände handelt, oder sie benutzen falsche Begriffe (z. B. Schienenbus statt Bahn).

Verlegen von Gegenständen

Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, verlieren oft Dinge oder legen sie an ungewöhnliche Orte. Sie können gedanklich nicht mehr zurückverfolgen, wo sie etwas hingelegt haben. Natürlich kann das jedem einmal passieren, dass man nicht mehr weiß, wo der Autoschlüssel liegt. Aber die meisten können sich zumindest herleiten, wo er liegen könnte - „ich habe ihn zuletzt auf dem Schreibtisch liegen sehen, also schaue ich da mal nach“. Ist der Autoschlüssel aber ständig weg und findet man ihn dann an ‚sonderbaren‘ Orte wieder, z. B.

Veränderungen in Stimmung und Persönlichkeit

Viele Menschen mit Alzheimer verlieren ihre Eigeninitiative und gehen immer weniger ihren Hobbys, sozialen oder sportlichen Aktivitäten nach. Starke Stimmungsschwankungen ohne erkennbaren Grund können eine Folge einer Alzheimer-Erkrankung sein. Nun geht auch die Persönlichkeit der Betroffenen mehr und mehr verloren. Angehörige werden nicht mehr erkannt. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist nicht mehr intakt.

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Weitere Symptome im Verlauf der Krankheit

Im weiteren Verlauf der Demenz nehmen die Beeinträchtigungen im Denkvermögen zu. Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis verblassen, Gegenstände verlieren ihre Bedeutung, Sprachstörungen treten auf und auch körperlich baut die oder der Demenzkranke ab. Sehr belastend für Familie und Freunde sind zudem die Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensstörungen, die mit der Demenz einhergehen. Dazu gehören Aggressivität, Streitlust und Ablehnung ebenso wie starke Anhänglichkeit und Angstreaktionen. Manche Betroffenen leben wieder in ihrer Kindheit oder Jugend. Angehörige werden nicht mehr erkannt. Die Kontrolle von Körperfunktionen geht verloren. Koordination von Bewegungen und körperliche Kraft lassen stark nach, sodass es häufiger zu Stürzen kommen kann. Jedoch ist ein selbständiges Leben noch weitestgehend möglich. Bei Behördenangelegenheiten muss oft bereits Hilfe in Anspruch genommen werden. Zeitliche und örtliche Orientierung haben stark nachgelassen. Einkaufen, Kochen, Saubermachen und Körperhygiene lassen zunehmend nach. Eine sichere Selbstversorgung ist nicht mehr gegeben. Die Betroffenen benötigen viel Unterstützung im täglichen Leben.

Ursachen und Risikofaktoren von Alzheimer

Alzheimer ist ein schleichender Prozess, der sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen eine große Belastung darstellt. Es gibt verschiedene Theorien bezüglich der Entstehung der Alzheimer-Demenz. Sicher ist, dass es zu einem fortschreitenden Absterben von Nervenzellen im Gehirn kommt. Dies scheint mit der Ablagerung bestimmter Eiweiße in der Umgebung der Zellen zusammenzuhängen. Diese Eiweiße sollen die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen behindern.

Der größte Risikofaktor ist das Alter. Da die Entstehungsmechanismen nicht genau geklärt sind, fällt es auch schwer, Risikofaktoren sicher zu benennen.

Diagnostik von Alzheimer

Vor dem Start einer Behandlung muss zunächst die Diagnose gestellt werden. Es gibt verschiedene Erkrankungen und Umstände, die eine ähnliche Symptomatik auslösen, wie die Alzheimer-Demenz. Viele davon kann man sehr gut behandeln, sodass die Symptome wieder vollständig verschwinden können. Keine der Untersuchungen ist beweisend für eine Alzheimer-Erkrankung. Andere Demenzursachen können jedoch ausgeschlossen oder behandelt werden. Wenn nach einem halben Jahr die Symptome fortbestehen und keine andere Erklärung gefunden wurde, kann die Diagnose Alzheimer-Demenz gestellt werden. Im Unterschied zur Alzheimer-Demenz ist bei der ebenfalls recht häufig vorkommenden vaskulären Demenz die Ursache bekannt.

Ärztliches Erstgespräch und kognitive Tests

Wenn sich das Gedächtnis oder andere kognitive Fähigkeiten dauerhaft und auffällig verschlechtern, ist die erste Anlaufstelle meist die hausärztliche Praxis. Zunächst findet ein Anamnese-Gespräch statt: Die Ärztin oder der Arzt fragt nach aktuellen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenten und möglichen Risikofaktoren. Im Anschluss an das Gespräch folgt eine allgemeine körperliche Untersuchung. Ausführliche Infos zum ärztlichen Erstgespräch - hier. Kognitive oder auch neuropsychologische Tests können wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer Demenzerkrankung geben.

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Weitere Diagnoseverfahren

Welche Diagnoseverfahren helfen, Demenzformen zu unterscheiden? Welche weiteren Untersuchungen sinnvoll sind, hängt von der vermuteten Demenzform ab. Bei der Alzheimer-Diagnostik steht der Nachweis bestimmter Biomarker im Vordergrund - etwa im Nervenwasser (Liquor) oder Blut. Bei anderen Demenzformen kommen teilweise andere Verfahren zum Einsatz. Einige Beispiele:

  • Alzheimer-Krankheit: Der Nachweis bestimmter Proteine (Amyloid-beta, Tau) im Nervenwasser oder Blut kann die Diagnose absichern. Für eine Behandlung mit Antikörpern wie Leqembi und Kisunla ist dieser Nachweis eine zentrale Voraussetzung.
  • Frontotemporale Demenz: Bildgebende Verfahren (MRT) sind besonders wichtig, um den für diese Form typischen Abbau im Stirn- oder Schläfenlappen zu erkennen. Bei unklarem Befund können PET- oder SPECT-Untersuchungen sinnvoll sein. Bei familiärer Vorbelastung wird eine genetische Beratung empfohlen.
  • Lewy-Körperchen-Demenz: Hier helfen zusätzliche Untersuchungen, etwa zur Beweglichkeit oder zum Schlafverhalten. Auch spezielle bildgebende Verfahren wie DAT-SPECT oder MIBG-Szintigrafie können zum Einsatz kommen. Typische Symtpome wie Halluzinationen oder Schwankungen in der Aufmerksamkeit werden gezielt abgefragt oder getestet.
  • Vaskuläre Demenz: Die Diagnose basiert auf MRT-Aufnahmen, die Durchblutungsstörungen, Gefäßveränderungen oder Schlaganfälle zeigen. Wichtig ist dabei, ob sich die Veränderungen im Gehirn mit den beobachten kognitiven Einschränkungen erklären lassen. Auch medizinische Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes werden bei der Abklärung einbezogen.

Auch psychologische Testverfahren können helfen, Demenzformen voneinander zu unterscheiden. Dank der Fortschritte in der Forschung ist es mittlerweile möglich, die Alzheimer-Krankheit auch per Bluttest zu erkennen. Allerdings können Bluttests die etablierten Diagnoseverfahren bislang noch nicht ersetzen.

Bedeutung der Früherkennung

Viele Menschen mit Gedächtnisstörungen sind stark verunsichert. Viele verbergen oder überspielen ihre Schwächen, nicht selten werden sie dabei von engen Angehörigen unterstützt. Die meisten Demenzerkrankungen beginnen schleichend, viele von ihnen bleiben lange sogar unbemerkt.

Behandlungsmöglichkeiten von Demenz

Die Behandlung kann das Fortschreiten der Erkrankung nicht aufhalten, ist aber geeignet, die Lebensqualität zu verbessern. Im frühen Stadium kann durch Medikamente, die zum Beispiel dafür sorgen, dass mehr Acetylcholin zur Verfügung steht, die Hirnfunktion unterstützt werden. Solche Medikamente nennt man Cholinesterase-Hemmer. Ein weiteres zugelassenes Medikament ist Memantin, das auf einen anderen Botenstoff wirkt. In späteren Stadien ist es entscheidend, das Lebensgefühl und die Stimmung der Betroffenen zu beeinflussen.

Hilfe für Angehörige

Da nicht nur die Betroffenen, sondern auch deren Angehörige durch die Erkrankung massiven Belastungen ausgesetzt sind, müssen diese ebenfalls Hilfsangebote erhalten. Dafür gibt es unter anderem Selbsthilfegruppen. Sollten Angehörige die Pflege selbst übernehmen, kommt zur temporären Entlastung Kurzzeit- oder Verhinderungspflege infrage. Beratung dazu und zu weiteren Angeboten für demenzkranke Menschen bieten die örtlichen Pflegestützpunkte an.

Demenz-Tests und ihre Bedeutung

Psychometrische Tests sind also keine zuverlässigen Testverfahren für Alzheimer und können ärztliche Untersuchungen nicht ersetzen. Sie werden dennoch oft als Demenz-Tests bezeichnet, weil sie sehr zuverlässige Hinweise auf eine Demenz geben können. Diese Testverfahren sollten am besten von Experten durchgeführt werden, also zum Beispiel Neurologen, Psychiater, Psychologen oder entsprechend ausgebildetes Personal.

Bekannte Demenz-Tests

  • Der Demenz-Detektions-Test (DemTect) ist ein einfaches Verfahren, dauert nicht sehr lange und braucht kaum Vorwissen. Der DemTect-Test berücksichtigt bei der Auswertung auch das Alter des Patienten.
  • Der Mini-Mental-Status-Test (MMST) ist etwas voraussetzungsreicher und aufwändiger, aber dafür auch aussagekräftiger. Der MMST wird häufig von geschultem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern verwendet.
  • Der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test) sollte von geschultem Personal durchgeführt werden.
  • Der Uhrentest ist ein sehr bekannter Demenz-Test. Ein Grund für diese Bekanntheit ist sicherlich seine Einfachheit, denn er lässt sich in wenigen Minuten nur mit einem Blatt Papier und einem Stift durchführen.
  • Beim Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD) geht es vor allem darum, eine Depression als mögliche Ursache auszuschließen. Denn Depressionen können ähnliche Symptome wie Demenz haben und in Tests zu ähnlichen Ergebnissen führen.
  • Der Syndrom-Kurztest (SKT) erfasst vor allem Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Informationsverarbeitung.

Darüber hinaus gibt es Testverfahren, die ausschließlich von medizinischem und psychologischem Personal durchgeführt werden können. Diese sind zum Teil sehr aufwändig und setzen in jedem Fall eine entsprechende Schulung oder Ausbildung voraus.

Grenzen von Demenz-Tests

Einfache Testverfahren für Demenz können keine absolut zuverlässigen Ergebnisse liefern. Dafür gibt es mehrere Gründe. In Demenz-Tests, also in psychometrischen Tests, können nur Symptome erkannt werden. Doch diese Symptome können auch Anzeichen für andere Erkrankungen sein. Es kann also sein, dass ein Demenz-Test Hinweise auf eine Demenz liefert, obwohl die Testperson an einer ganz anderen Krankheit leidet.

Vorbeugung von Demenz

Studien zeigen, dass bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen durch einen gesunden Lebensstil und die gezielte Beeinflussung von 14 Risikofaktoren verhindert oder hinausgezögert werden können. Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Kontakte und geistige Aktivität spielen dabei eine zentrale Rolle.

Umgang mit der Diagnose

Eine drohende Demenz-Erkrankung belastet Betroffene, Angehörige und Freunde schon im Vorfeld. Unterstützung von außen und Aufklärung sind die wichtigsten Mittel, um sich dem Thema Demenz konstruktiv zu nähern. Es gibt viele regionale Anlaufstellen für das Thema Demenz, die Sie mit Ihren Fragen und Sorgen kontaktieren können.

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