Das Glioblastom ist die häufigste bösartige Form des Hirntumors beim Menschen, der bekanntermaßen schwer zu behandeln ist. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr auf und schreitet schnell fort. Männer sind häufiger befallen als Frauen. Der Krebs kehrt in der Regel zurück, und im Laufe der Therapie kommt es zu dem Punkt, an dem es keine Behandlungsmöglichkeiten mehr gibt, um das Wachstum des Tumors zu stoppen. Dies kann für die Patienten und ihre Familien unglaublich schwer zu verkraften sein, da es sich um eine unheilbare Diagnose handelt. Wenn sich ein Patient dem Ende seines Lebens nähert, steht die Bewältigung der Symptome im Vordergrund. Dies kann sowohl für den Patienten als auch für seine Familie eine schwierige Zeit sein, da sie sich mit der Realität der Situation auseinandersetzen müssen. Es ist wichtig, den Patienten so gut wie möglich zu unterstützen und ihm zu helfen, seine Symptome so gut wie möglich zu bewältigen.
Was ist ein Glioblastom?
Ein Glioblastom ist eine bösartige Wucherung (Tumor) des Hirngewebes, die vor allem Menschen im mittleren und höheren Lebensalter betrifft. Der aggressive Tumor entwickelt sich aus dem Stützgewebe des Gehirns, den sogenannten Gliazellen. Meist nimmt die Erkrankung dort ihren Ausgang. In diesen Fällen sprechen Mediziner von Primärtumoren. Sekundäre Glioblastome entwickeln sich aus bereits bestehenden Tumoren und bilden damit das Endstadium einer bereits seit Längerem bestehenden Tumorerkrankung.
Laut WHO ist das Glioblastom ein Tumor Grad IV: Tumoren dieses Grades gelten als bösartig und schnell wachsend. Die Zellen von Glioblastomen teilen sich sehr oft und sehr schnell. Zudem bilden Glioblastome neue Blutgefäße, mit denen sie sich ernähren. Glioblastome wachsen innerhalb weniger Wochen oder Monate ohne klare Abgrenzung (diffus) ins umliegende Gewebe ein.
Die Heilungsaussichten (Prognose) sind gering. Ein Glioblastom wird durch eine Kombination von Operation, Strahlen- und Chemotherapie behandelt. Heilbar sind Glioblastome dennoch nicht. Auch nach einer erfolgreichen Therapie kommt es meist schon innerhalb eines Jahres zu einem Rückfall.
Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 56 Jahren. Menschen mit Glioblastom haben im Durchschnitt eine Lebenserwartung von zwei Jahren. Nur bis zu zehn Prozent leben länger als fünf Jahre nach der Diagnosestellung.
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In Deutschland erkranken etwa 4.800 Menschen pro Jahr an einem Glioblastom. Glioblastome machen ca. 80 Prozent aller bösartigen Gehirntumoren aus. Bezogen auf alle Hirntumoren (gutartige und bösartige) liegt ihr Anteil bei etwa 10 Prozent.
Symptome im Endstadium
Im Endstadium der Erkrankung kommt es durch einen wachsenden Tumor im Gehirn zu einem Hirnödem, zu neurologischen Ausfällen, Bewusstseinsverlust und vielem mehr. Eine rasante Abnahme des Allgemeinzustandes bei einem wachsenden Tumor in einem sensibelen Areal spricht für das Endstadium eines Glioblastoms.
Oft wächst ein Glioblastom über lange Zeit unbemerkt, bis es plötzlich Symptome verursacht, die sich innerhalb von kurzer Zeit verschlimmern. Bei der Diagnosestellung hat der Tumor häufig schon einen Durchmesser von 2 cm und mehr.
Die konkreten Beschwerden können vielfältig sein. Sie hängen von der Gehirnregion ab, die der Tumor erfasst hat. Die Bandbreite der Symptome umfasst starke Kopfschmerzen, Gangunsicherheit und Lähmungen, Störungen der Sinneswahrnehmung, Vergesslichkeit und Konzentrationsmangel bis hin zu Wesensveränderungen mit Reizbarkeit und Teilnahmslosigkeit oder Depressionen.
Hirndruck
Ein wachsender Tumor im Gehirn kann zu einem Zustand führen, der als Hirnödem bezeichnet wird, d. h. zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn. Diese Symptome können für die Patienten sehr schwer zu ertragen sein, und oft bringen Schmerzmittel nicht die gewünschte Linderung. Steroide werden in dieser Situation häufig eingesetzt, um die Schwellung des Gehirns zu verringern und die Symptomatik des Patienten deutlich zu verbessern. Hirndruck verursacht Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen.
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Bewusstseinsverlust und Verwirrung
Wenn ein Hirntumor wächst, kann er auf nahe gelegenes Hirngewebe drücken und dieses schädigen. Dies kann zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Krampfanfällen, Seh-, Hör-, Gleichgewichts- und Koordinationsproblemen führen, und wenn ein Hirntumor groß genug ist, kann er zur Bewusstlosigkeit führen. Krampfanfälle werden durch abnorme elektrische Aktivität im Gehirn verursacht. Sie können mit Medikamenten behandelt werden. Steroide können helfen, und im Falle eines Krampfanfalls können Epleptika eingesetzt werden: Steroide können helfen, die Hirnschwellung zu reduzieren. Epilepsiemedikamente können helfen, Anfälle zu kontrollieren.
Wesensveränderung
Das Gehirn ist die Schaltzentrale für den gesamten Körper. Es sendet und empfängt Signale zu und von allen anderen Teilen des Körpers. Das Gehirn besteht aus vielen verschiedenen Teilen, die alle zusammenarbeiten. Insgesamt ist das Gehirn für unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen verantwortlich. Es ist die Schaltzentrale für den gesamten Körper. Das Gehirn besteht aus vielen verschiedenen Teilen, die alle zusammenarbeiten. Ein Hirntumor ist eine Masse oder ein Wachstum von abnormen Zellen im Gehirn. Hirntumore können wachsen und sich ausbreiten und in nahe gelegenes gesundes Hirngewebe eindringen. Dies kann zu Problemen mit der Funktionsweise des Gehirns führen. Hirntumore können auch auf Nerven drücken oder diese schädigen. Es kann für Familien und Angehörige sehr schwierig sein, zu sehen, wie sich der Charakter eines Menschen so dramatisch verändert. Manchmal können Menschen mit Hirntumoren aggressiv oder obzön werden. Das kann für Familien und Angehörige sehr schwer zu verkraften sein.
Schluckstörung
Wenn der Hirntumor wächst, kann er auf die Nerven drücken, die das Schlucken kontrollieren. Dies kann dazu führen, dass der Betroffene nicht mehr essen oder orale Medikamente einnehmen kann. Dies kann durch eine Nervenschädigung durch den wachsenden Tumor verursacht werden. Sie kann auch durch vermindertes Bewusstsein verursacht werden. Die Person benötigt möglicherweise Hilfe beim Essen und bei der Einnahme von Medikamenten. Möglicherweise muss die Person durch eine Sonde ernährt werden.
Aspiration ist ein großes Risiko für Menschen mit Hirntumoren. Von Aspiration spricht man, wenn Flüssigkeiten, Nahrung oder Erbrochenes aus dem Magen hochgezogen und dann eingeatmet (inhaliert) werden. Dies kann zu einer Lungenentzündung führen, die eine schwere Lungeninfektion darstellt. Die Person sollte beim Essen und Trinken aufrecht sitzen. Der Kopf sollte um mindestens 30 Grad erhöht gehalten werden. Dies hilft, eine Aspiration zu verhindern.
Nervenausfälle
Das Glioblastom ist eine Art von Hirntumor, der nahe gelegene Nerven schädigen kann. Dies kann zu neurologischen Ausfällen führen. Die Defizite hängen von der Lage des Tumors ab. Es ist wichtig, auf diese Defizite vorbereitet zu sein. Ein Hirntumor kann Anfälle verursachen, indem er auf nahe gelegenes Hirngewebe drückt. Dies kann das Gewebe schädigen und abnorme elektrische Aktivität verursachen. Krampfanfälle können auch durch den Tumor selbst verursacht werden. Wenn eine Person einen Anfall hat, ist es wichtig sicherzustellen, dass sie sich an einem sicheren Ort befindet. Sie sollte sich nicht in der Nähe von Gegenständen aufhalten, an denen sie sich verletzen könnte.
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Umgang mit der Angst vor dem Sterben
Niemand von uns weiß, wie sich der Tod anfühlt, und das macht es schwierig, die Angst vor dem Sterben zu bewältigen. Das Sterben ist ein wichtiger Teil des Lebens, und es ist verständlich, darauf vorbereitet zu sein. Es kommt nicht mehr darauf an, das Leben zu verlängern oder Therapien durchzuführen, um den Tumor zu heilen, sondern es kommt jetzt vor allem auf auf die Symptomkontrolle und Lebensqualität an. Es kommt darauf an, Leid zu lindern und die letzten Tage möglichst gut verbringen zu können. Dafür gibt es natürlich sehr individuelle Wünsche, die jeder Mensch in dieser Phase hat.
Der Todesverlauf
Das Hirntumorwachstum ist ein Prozess, bei dem sich die Tumorzellen teilen und unkontrolliert wachsen. Die Symptome dieser Erkrankung verschlimmern sich mit der Zeit, und der Patient kann schließlich das Bewusstsein verlieren. Wenn der Tumor wächst, kann er auf das Gehirn drücken und Schäden am umliegenden Gewebe verursachen. Wichtige Nervenfunktionen können damit ausgeschaltet werden und grundlegende Funktionen wie Schlucken können nicht mehr funktionieren. Der Hirnstamm ist ein wichtiges Organ, dass alle lebenwichtigen Funktionen zwischen Gehirn und körper koordiniert. Durch den zunehmenden Druck im Kopf wird dieser komprimiert und es kommt zum Tod. Die mit dem Wachstum des Hirntumors verbundenen neurologischen Defizite verschlimmern sich oft im Laufe der Zeit, und führen häufig zum Tod des Patienten.
Palliativmedizin
Die Palliativmedizin kann die Symptome und den Stress einer unheilbaren Krankheit lindern. Sie kann Patienten und ihren Familien auch helfen, mit den praktischen Problemen umzugehen, die mit einer unheilbaren Diagnose einhergehen. Der Aufenthalt zu Hause in einer palliativen Situation kann viele Vorteile bieten, darunter ein Gefühl von Komfort, Vertrautheit und Kontrolle. Außerdem können die Patienten so von ihren Angehörigen betreut werden und sind von vertrauten Gesichtern und Gegenständen umgeben. Es gibt sowohl Vor- als auch Nachteile, in einer palliativen Situation zu Hause zu bleiben. Zu den Vorteilen gehören ein Gefühl von Komfort, Vertrautheit und Kontrolle. Zu den Nachteilen können der fehlende Zugang zu medizinischer Versorgung, Schwierigkeiten bei der Schmerzbehandlung und das Gefühl der Isolation gehören. In Deutschland gibt es den SAPV. Dort versorgen medizinische Teams aus Ärzten und Krankenschwestern Schwerkranke Patienten zu Hause.
Warnzeichen für ein Glioblastom
Die folgenden Beschwerden können Warnzeichen für einen bösartigen Hirntumor sein und sollten schnellstmöglich abgeklärt werden:
- häufige und starke Kopfschmerzen, die vor allem nachts und morgens auftreten
- Übelkeit und Erbrechen
- Gleichgewichtsstörungen, Schwindelgefühle
- Benommenheit, Ohnmacht
- Vergesslichkeit, Konzentrationsschwäche, mangelnde Aufmerksamkeit und Denkstörungen
- Epileptische Anfälle
- Koordinationsstörungen
- Lähmungserscheinungen
- Empfindungsstörungen bei Berührung, Kälte oder Hitze
- Störungen beim Sehen, Hören, Sprechen, Schlucken
- Veränderungen der Persönlichkeit, Aggressivität, Antriebslosigkeit, Ängstlichkeit, Desorientierung
- Müdigkeit und allgemeine Abgeschlagenheit: Fatigue-Syndrom
Diagnose
Bei den Untersuchungsmethoden zur Diagnose von Glioblastomen sind bildgebende Verfahren von größter Bedeutung. Um den Hirntumor nachzuweisen, werden Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) eingesetzt. Die Magnetresonanzspektroskopie (MRS) dient dazu, den Stoffwechsel im erkrankten Hirngewebe zu untersuchen und Glioblastome von anderen Tumorarten zu unterscheiden. Gewebeentnahmen (Biopsien) sichern die Diagnose von Glioblastomen endgültig.
Behandlung
Die Behandlung von Glioblastomen kombiniert die operative Entfernung des Tumors (sofern möglich) mit Strahlen- und Chemotherapie. Die Operation sollte schnellstmöglich nach der Diagnosestellung erfolgen. Je vollständiger die Entfernung, desto besser sind die Aussichten für die verbleibende Lebenserwartung. Heilen lassen sich Glioblastome nicht, aber schnelle Diagnose und sofortige Therapie verbessern die Prognose.
Mit einer Glioblastom-Operation allein lassen sich nicht alle Tumorzellen entfernen. Deshalb folgt auf die OP standardmäßig eine Strahlentherapie. Bei der Strahlentherapie wird das Gewebe im Umfeld des entnommenen Tumors millimetergenau mit hochenergetischer Röntgenstrahlung beschossen. Moderne Strahlentherapie zerstört krankes Gewebe und schont gesundes Gewebe. Strahlentherapien nach einer Glioblastom-OP dauern mindestens 6 Wochen. Dabei werden die Patientinnen und Patienten in der Regel bis zu 5-mal pro Woche bestrahlt.
Meist wird die Glioblastom-Behandlung durch eine Chemotherapie ergänzt. Dabei werden Wirkstoffe eingesetzt, die das Wachstum der Krebszellen hemmen (Zytostatika). Temozolomid ist das Standard-Therapeutikum in der Glioblastom-Chemotherapie. Andere Zytostatika sind Procarbazin, Lomustin (CCNU) und Vincristin. Die Wirkstoffe werden zuweilen auch kombiniert eingesetzt.
Oft werden Strahlentherapie und Chemotherapie gleichzeitig begonnen. Bei der Radiochemotherapie nach dem Schweizer Mediziner Dr. Roger Stupp (Stupp-Schema) erfolgen die Bestrahlungen über insgesamt sechs Wochen, je fünf Tage pro Woche. Zusätzlich erhalten die Betroffenen während dieser Zeit täglich eine Chemotherapie mit Temozolomid. Nach einer vierwöchigen Pause schließt sich die sogenannte Erhaltungschemotherapie an, die bis zu sechs Behandlungseinheiten umfasst. Jede Behandlungseinheit dauert 28 Tage, wobei an den ersten fünf Tagen Temozolomid verabreicht wird.
Prognose
Ohne Therapie beträgt die mittlere Lebenserwartung bei einem Glioblastom etwa drei Monate. Bei bestmöglicher Therapie lässt sich diese Spanne - berechnet auf den Durchschnitt aller Fälle - auf bis zu zwei Jahre ausdehnen. Bis zu 10 Prozent der Menschen mit Glioblastom überleben sogar fünf Jahre und länger.
Verschiedene Faktoren verbessern die Prognose: Je niedriger das Lebensalter und je besser der Allgemeinzustand, desto höher ist die Lebenserwartung. Zudem wirkt sich positiv aus, wenn der Tumor frühzeitig entdeckt und möglichst vollständig entfernt werden konnte, die Operation ohne Komplikationen verlief und nach der OP keine neurologischen Ausfälle wie Lähmungen auftreten.
Vorbeugung
Der Entstehung eines Glioblastoms kann nicht vorgebeugt werden. Wird die Erkrankung jedoch früh erkannt, verbessern sich die Heilungsaussichten.
Symptomkontrolle und Linderung in der letzten Lebensphase
In der letzten Lebensphase können verschiedene Symptome auftreten, die für Betroffene und Angehörige belastend sein können. Nachfolgend werden die häufigsten genannt, um eine erste Orientierung zu geben. Vielen Menschen hilft bereits das Wissen, dass diese zunehmenden Beschwerden nicht ungewöhnlich sind und dass sie behandelbar sind. Symptome wie Schmerzen, Angst, Depression, Schlafstörungen und Unruhe treten häufig auf. Wichtig ist: Niemand muss leiden. Es gibt viele Hilfen, die die Symptome lindern können. Schwerstkranke Menschen und Angehörige sollten mit dem Behandlungsteam, z.B. Ärzten, Pflegenden oder Hospizhelfern sprechen. Nur wenn die Fachkräfte von den Beschwerden wissen, können sie etwas dagegen unternehmen.
Schmerzen
Schmerzen sind eines der häufigsten und belastendsten Symptome. Sie können durch die Grunderkrankung, Begleiterkrankungen oder durch eingeschränkte Beweglichkeit entstehen. Dazu kommt die Angst vor dem Schmerz. Die Behandlung von Schmerzen erfolgt meist mit teilweise starken Medikamenten wie Opiaten. Palliativmediziner sind erfahren darin, Medikamente gezielt zu kombinieren, Nebenwirkungen zu vermeiden und die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Dennoch kann die Schmerztherapie unzureichend sein. Manche Patienten und Angehörige glauben, dass Leiden "normal" ist und ausgehalten werden muss. Doch die letzte Lebenszeit ist kostbar. Schmerzen können angesichts eines geschwächten Körpers bei mehreren oder schweren Krankheiten sehr komplex sein. Wichtig ist bei der Schmerztherapie, dass die Medikamente exakt nach Vorgabe eingenommen bzw. angewendet werden. Oft ergänzen sich mehrere Medikamente, z.B. ein langfristig wirkendes Medikament (Basistherapie), ein Zusatz-Schmerzmittel (Ko-Analgetikum) und ein Notfall-Medikament, das innerhalb von Minuten wirkt, wenn Schmerzspitzen die Basistherapie durchbrechen. Wenn gängige Schmerzmittel nicht ausreichend helfen, kann der Einsatz von Medikamenten aus Cannabis in Erwägung gezogen werden. Cannabinoide finden zunehmend Anwendung in der Palliativversorgung und können unter bestimmten Voraussetzungen ärztlich verordnet werden. Neben Medikamenten gibt es je nach Schmerzursache auch viele soziale und pflegerische Maßnahmen, die lindern. Wenn Schmerzen z.B. krampfartig sind, kann Entspannung und Wärme helfen. Bei entzündlichen Schmerzen kann Kühlung das Richtige sein.
Verwirrtheit
Bei Palliativpatienten können plötzlich Symptome wie Verwirrtheit, Aggressivität, Wahnvorstellungen, starke Gefühlsschwankungen oder Schlafstörungen auftreten. Die betroffene Person erkennt ihre Umgebung oft nicht mehr. Dieser Zustand kann schwanken oder nach einigen Stunden wieder verschwinden, manchmal kann der Zustand aber auch bis zum Tod anhalten. Die Auslöser können sehr verschieden sein und sind teilweise abhängig von der Art und Schwere der Erkrankung. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (oder Infusionen), persönliche Zuwendung und Entspannungsübungen können Abhilfe schaffen.
Angst
Angst ist ein häufiges und ernstzunehmendes Symptom am Lebensende. Sie kann direkt geäußert werden oder sich indirekt zeigen, z.B. durch Unruhe, Aggression, Rückzug oder körperliche Reaktionen, z.B. Angstauslöser können aber auch alte Konflikte sein. Hier können manchmal neutrale Personen als Gesprächspartner besser helfen, z.B. In der Sterbephase können nicht-medikamentöse Maßnahmen wie ein ruhiges Umfeld, persönliche Zuwendung, beruhigende Sinnesreize, pflegende Maßnahmen oder Beschäftigungen helfen, die Angst zu lindern. Wenn es sehr konkrete Ängste sind, z.B. vor Schmerzen, vor dem Fortschreiten der Krankheit, vor dem Verlust der Selbstständigkeit, sind Ärzte und Pflegende gute Ansprechpersonen.
Appetitlosigkeit
In der Palliativphase verschwinden Hunger und Durst zum Teil völlig, und es erfordert große Sorgfalt, mit diesen Situationen richtig umzugehen. Manche Menschen wollen gegen Lebensende nichts mehr essen und trinken. Das ist natürlich - jedoch für die Angehörigen schwer auszuhalten. Wenn ein Mensch noch essen und trinken will, sollte er das zu sich nehmen, worauf er Lust hat: Lebensfreude ist in der Palliativphase wichtiger als Ernährungsfachwissen. Bei schwieriger Nahrungsaufnahme sollte das Essen möglichst eiweiß- und kalorienreich sein. In manchen Fällen kann eine künstliche Ernährung (enteral oder parenteral) oder Flüssigkeitsgabe angebracht sein, z.B. wenn Übelkeit, Schmerzen, Kraftlosigkeit, Schluckbeschwerden oder andere Symptome das Essen schwer oder unmöglich machen. Betroffene sollten nur dann künstlich ernährt werden, wenn sie dies wünschen und es aus ärztlicher Sicht ratsam ist.
Atemnot
Atemnot entsteht nicht nur bei Sauerstoffmangel, sondern auch bei zu viel Kohlenstoffdioxid im Körper, das nicht abgeatmet werden kann. Gründe dafür können z.B. Atemwegserkrankungen, Herzprobleme, Schwäche oder Nervosität sein. Bei Atemnot ist es daher wichtig, zu beruhigen und die Konzentration auf eine möglichst gleichmäßige Atmung zu lenken.
Depression
Es ist nachvollziehbar, dass eine unheilbare Krankheit, belastende Symptome und das nahende Lebensende die Stimmung drücken. Wenn entsprechende Symptome, z.B. niedergedrückte Stimmung, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit, vermindertes Interesse oder geringer Antrieb aber ausgeprägt sind und lange anhalten, sollte der Arzt informiert werden. Antidepressiva können hier zu einer Steigerung der Lebensqualität beitragen, ihre Verordnung muss jedoch sorgfältig erfolgen mit Blick auf Wechsel- und Nebenwirkungen.
Juckreiz
Juckreiz in der Sterbephase ist selten, dafür aber sehr quälend. Wichtig: Nicht kratzen! Das verschlimmert den Juckreiz.
Schwäche und Auszehrung
Nach langer, schwerer Krankheit stoßen Körper und Psyche oft an ihre Grenzen. Manchmal ist das der natürliche Prozess und ein Mensch ist mit seiner Kraft am Ende und will nicht mehr leben. Häufig führen Therapien zu starker Schwäche und Auszehrung (Kachexie). In diesen Fällen kann künstliche Ernährung helfen, sie ist dann sinnvoll, wenn eine Aussicht auf Besserung besteht. Oft wird dies am Lebensende von Betroffenen abgelehnt.
Krampfanfälle
Krampfanfälle dauern nur wenige Sekunden bis Minuten, sind aber für die Betroffenen sehr belastend. Sie sind oft mit Angst und Scham verbunden. Krampfanfälle treten oft bei Menschen mit Hirnschädigungen auf, z.B. nach Schädel-Hirn-Trauma, oder nach Operationen am Kopf oder Bestrahlungen. Auch Hirnmetastasen oder erhöhter Hirndruck können Auslöser sein. Bei einem Krampfanfall sollte möglichst rasch der Arzt informiert werden.
Mundpilz
Palliativpatienten haben häufig einen weißlichen Belag im Mundraum, der beim Essen und Trinken brennt und schmerzt. Dahinter kann ein Mundpilz (Soor) stecken. Pilze kommen überall vor, doch Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder angegriffenen Schleimhäuten, z.B. Gegen Mundpilz hilft eine konsequente Mundpflege - am besten vorbeugend. Eine gesunde Mundschleimhaut verhindert die Ansiedlung von Pilzen. Wenn der Mundpilz bereits da ist, muss er unbedingt behandelt werden. Mundreinigung und Mundpflege sind sehr intim. Wenn ein schwerstkranker Mensch zu schwach ist, sie selbst durchzuführen, sollte sie sehr vorsichtig und rücksichtsvoll ausgeführt werden.
Schlafstörungen
Schlafstörungen sind bei Menschen mit schweren Erkrankungen sehr häufig: Manche können nicht schlafen, weil sie Beschwerden haben oder Sorgen, die sie beunruhigen oder weil sie nur liegen und dabei nicht ermüden. So verschieden die Formen von Schlafstörungen sind, so vielschichtig können auch die Ursachen sein. Es gibt zwar Medikamente gegen Schlafstörungen, aber sie sind nur sinnvoll, wenn die Schlafstörungen sehr belastend sind. Beruhigende Tees, z.B. Einschlafrituale, z.B.
Übelkeit und Erbrechen
Übelkeit und Erbrechen plagen viele schwerstkranke Menschen, sie können auch unabhängig voneinander auftreten. Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen schränken die Lebensqualität stark ein. Deshalb sollte möglichst alles getan werden, um diese Beschwerden zu lindern. Das beginnt mit einer angenehmen, frischen Raumatmosphäre. Gute Mundpflege und kleine, bevorzugte Mahlzeiten können die Beschwerden lindern. Auch das Vermeiden starker Gerüche und belastender Reize sowie Entspannung und Ablenkung sind hilfreich. Auch die sozialen und psychischen Aspekte sollten berücksichtigt werden. Angst oder Ekel können "auf den Magen schlagen". Maßgeblich ist immer das Empfinden der betroffenen Person.
Unruhe
Starke Unruhe zeigen z.B. schwerstkranke Menschen, die sich nicht mehr klar orientieren können oder nicht mehr ansprechbar sind. Die Diagnose "Unruhe" orientiert sich deshalb oft am Verhalten, z.B. wenn sich der schwerstkranke Mensch im Bett wälzt, ständig an etwas nestelt, stöhnt oder um Hilfe ruft. Ursachen sind oft schwer zu finden, da sich Betroffene oft nicht mehr klar äußern können. Wenn keine körperlichen Beschwerden (z.B. Schmerzen) vorliegen, hilft oft Zuwendung und Zeit. Für den Menschen da sein, die Hand halten, sprechen, erzählen, vorlesen. Beruhigende und entspannende Pflegemaßnahmen können ebenfalls lindern - hilfreich ist, zu wissen, was der Mensch gerne mag. Manchmal geht es aber auch "nur" darum, den Zustand mit dem Patienten auszuhalten, ohne Druck und Drang zu Aktivitäten.
Verstopfung
Mehr als die Hälfte der Palliativpatienten leidet unter Verstopfung. Die Behandlung gestaltet sich oft schwierig, da verschiedene Ursachen gleichzeitig eine Rolle spielen können. Bestimmte Krankheiten, z.B. Da Stuhlgang eine sehr intime Angelegenheit ist, können auch psychische und soziale Faktoren eine Rolle spielen. Unter diesem Aspekt muss auch die Therapie sensibel angegangen werden. Gegen Lebensende, wenn Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist, kann es manchmal angemessen sein, die Verstopfung hinzunehmen. Dann sollte die verbleibende Lebenszeit nicht mit belastenden abführenden Maßnahmen verbracht werden. Dies gilt jedoch nur für die letzten Tage, weil es sonst zu einem schmerzhaften und gefährlichen Darmverschluss (Ileus) kommen kann, der unter Umständen im Krankenhaus behandelt bzw.
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