Glioblastom: Erfahrungen mit Homöopathie und alternativen Therapien

Das Glioblastom ist eine der aggressivsten und gefährlichsten Formen von Hirntumoren. Trotz Fortschritten in der medizinischen Forschung und Behandlungsmethoden wie Operation, Chemo- und Strahlentherapie bleibt die Prognose für Patienten mit Glioblastom oft ungünstig. Dies führt dazu, dass viele Betroffene und ihre Angehörigen sich nach alternativen und komplementären Behandlungsmethoden umsehen, darunter auch die Homöopathie.

Das Glioblastom: Eine Herausforderung für die Medizin

Das Glioblastom zeichnet sich durch sein schnelles Wachstum und die Fähigkeit aus, sich diffus im Gehirngewebe auszubreiten. "Es ist zwar ein martialischer Ausdruck, aber er passt: Das Glioblastom führt eine Art Guerillakrieg im Kopf", sagt Michael Weller vom Universitätsspital Zürich. Der Professor für Neurologie ist Sprecher des Deutschen Gliomnetzwerks, eines von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsverbundes. "Die vollständige Entfernung durch einen Neurochirurgen ist auch mit modernsten Techniken nicht möglich", sagt Neurochirurg Heese. "Im Hirn kann man ja nicht - wie in anderen Organen teilweise möglich - beliebig viel Gewebe wegschneiden, Gehirn wächst ja nicht nach, und so müssen wir uns immer begrenzen." Diese Eigenschaften erschweren die vollständige chirurgische Entfernung und machen den Tumor resistent gegen konventionelle Therapien. Wissenschaftler arbeiten intensiv daran, die speziellen Eigenschaften der Ursprungszellen des Tumors zu verstehen, um neue Therapieansätze zu entwickeln.

Aktuelle Forschungsansätze

  • Ursprungszellen: Forscher untersuchen die Stammzellen im Gehirn, die möglicherweise für die Entstehung von Glioblastomen verantwortlich sind. Die Entschlüsselung des Genoms von Glioblastom-Zelllinien soll helfen, Angriffspunkte für neue Therapien zu finden.
  • Virentherapie: Ein experimenteller Ansatz ist der Einsatz von Viren, wie Parvoviren, um den Tumor zur Rückbildung zu bringen. Klinische Tests mit onkolytischen Viren laufen bereits in den USA.
  • Das "Essverhalten" der Krebszellen: Wissenschaftler haben herausgefunden, dass das Enzym BCAT1 eine Schlüsselrolle bei der Energieversorgung von Glioblastomzellen spielt. Die Blockierung von BCAT1 könnte eine neue Strategie sein, um das Tumorwachstum zu stoppen.
  • CBD (Cannabidiol): Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass CBD den Zelltod bestimmter Glioblastomzellen induzieren und einen Signalweg blockieren kann, der das Tumorwachstum fördert.

Alternative Therapien und Homöopathie

Angesichts der begrenzten Erfolgsaussichten konventioneller Behandlungen suchen viele Glioblastom-Patienten nach alternativen Therapien, darunter auch die Homöopathie. Eine Studie des Deutschen Gliomnetzwerks ergab, dass fast jeder zweite Patient mit einem Glioblastom auch alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Vitamintherapien oder psychologische Ansätze ausprobiert. "Das wollen wir in den Aufklärungsgesprächen berücksichtigen, und darauf eingehen", sagt Heese.

Homöopathie bei Glioblastom: Ein Fallbericht

Ein Fallbericht schildert die homöopathische Behandlung einer 36-jährigen Frau mit Glioblastoma multiforme. Die Patientin erhielt Calcium Arsenicosum C 200 im Wechsel mit Carcinosinum C 200. Im Verlauf der Behandlung besserten sich die Symptome dramatisch, und MRT-Untersuchungen zeigten eine deutliche Reduktion der Läsionen. Fünf Jahre nach Behandlungsbeginn war die Patientin stabil und bei guter Gesundheit. Dieser Fall verdeutlicht noch einmal, dass ein richtig gewähltes Mittel - auch wenn scheinbar kein Zusammenhang mit den Krankheitserscheinungen besteht - einen Heilungsprozess in Gang setzen kann. Seit meinen Erfahrungen mit diesem Fall zählt Calcium arsenicosum für mich zu den „Organ-Mitteln“ bei Hirntumoren.

Wichtige Hinweise zu alternativen Therapien

  • Kritische Bewertung: Es ist wichtig, alternative Therapien kritisch zu hinterfragen und sich von erfahrenen Therapeuten beraten zu lassen.
  • Keine Wunderheilungen: Ergebnisse sind nicht Zeichen irgendwelcher Wunderheilungen ist, sondern dass hier einfach viele günstige Umstände zusammenkommen müssen. Man kann allenfalls den Allgemeinzustand verbessern. Nichts desto trotz, kann man mit den Mitteln seiner Wahl versuchen den Verlauf günstig zu beeinflussen. Dabei sollte man auf das Bauchgefühl hören (das machen wir auch). Wenn auch derzeit noch keine überzeugenden Studienergebnisse vorliegen, kann in dem einen oder anderen Mittel durchaus Potenzial liegen. Schaut euch die Möglichkeiten an und entscheidet euch für eines.
  • Begleitende Maßnahme: Alternative Therapien sollten nicht als Ersatz für konventionelle Behandlungen betrachtet werden, sondern als begleitende Maßnahme zur Verbesserung des Allgemeinbefindens und der Lebensqualität.
  • CBD-Produkte: Bei CBD-Produkten ist Vorsicht geboten, da viele Produkte auf dem Markt nicht die angegebene Reinheit und Konzentration aufweisen. Nur ein einziges Produkt namens Epidiolex ist von der Europäischen Arzneimittelagentur für eine medizinische Anwendung zugelassen.

Naturheilkunde als ergänzende Behandlung

Die Naturheilkunde bietet eine Vielzahl von Methoden, die bei Hirntumorpatienten unterstützend eingesetzt werden können. Dazu gehören Ernährungs- und Fastentherapie, Kneipptherapie, Pflanzenheilkunde und biologische Tumortherapie. Es ist wichtig, dass diese Methoden von erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden und auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sind.

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Die Bedeutung der Forschung

Die Forschung spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung neuer und wirksamerer Therapien gegen das Glioblastom. Wissenschaftler arbeiten daran, die molekularen Mechanismen des Tumorwachstums zu verstehen und neue Angriffspunkte für zielgerichtete Therapien zu identifizieren.

Neue Erkenntnisse über das "Essverhalten" von Krebszellen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes NGFN herausgefunden, was die Aggressivität der Hirntumore beeinflusst. Tatsache ist: Der Schlüssel liegt im „Essverhalten“ der Krebszellen. Bösartige Krebszellen vermehren sich schnell und wuchern in das gesunde Gewebe. Dazu brauchen die Krebszellen viel Energie. Zucker ist ihre wichtigste Energiequelle, aber auch Aminosäuren, die Bausteine von Eiweißen, sind dabei ihre „Nahrung“. Auch Glioblastomzellen gewinnen ihre Energie unter anderem aus Aminosäuren. Um drei wichtige Aminosäuren, Valin, Leucin und Isoleucin, abzubauen, brauchen die Zellen das Enzym BCAT1*).

Die Rolle von BCAT1

Dr. Bernhard Radlwimmer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und sein Team haben Hunderte Gewebeproben von Hirntumoren genetisch untersucht. Das Ergebnis: In Glioblastomen, die besonders aggressiv sind, ist das Gen für das Enzym BCAT1 äußerst aktiv. Blockierten die Forscherinnen und Forscher die BCAT1-Wirkung mit einem pharmakologischen Wirkstoff, verloren die Tumorzellen ihre Fähigkeit, in umgebendes gesundes Hirngewebe vorzudringen. Auch schütteten die so behandelten Tumorzellen weniger vom Botenstoff Glutamat aus. Eine hohe Glutamat-Ausscheidung ist für viele schwere neurologische Symptome wie etwa epileptische Anfälle verantwortlich, die bei Patientinnen und Patienten mit Glioblastom häufig auftreten.

BCAT1 im lebenden Organismus

Doch nicht nur in der Petrischale, auch im lebenden Organismus hat BCAT1 einen Einfluss auf die Aggressivität der Krebszellen: Auf Mäuse übertragen, wuchsen Glioblastomzellen, deren BCAT1-Gen blockiert worden war, nicht mehr zu Tumoren aus.

Fazit der Forschung

Offenbar steigert die Möglichkeit, sich Aminosäuren als „Nahrungsquelle“ zunutze zu machen, die Bösartigkeit der Krebszellen. „Die gute Nachricht daran ist“, fasst Radlwimmer zusammen, „dass wir mit BCAT1 ein weiteres Angriffsziel für zielgerichtete Therapien gefunden haben. Denn unterdrückt man BCAT1 und damit den Abbau der Aminosäuren, könnte der Tumor ausgehungert werden.“ In Zusammenarbeit mit einer Pharmafirma ist er bereits dabei, nach spezifischen Wirkstoffen gegen das Enzym zu suchen. Darüber hinaus wollen die Forscher prüfen, ob die BCAT1-Aktivität als zusätzlicher diagnostischer Marker für die Bösartigkeit eines Hirntumors taugt.

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Hoffnung und Perspektiven

Trotz der Herausforderungen, die das Glioblastom mit sich bringt, gibt es Grund zur Hoffnung. Die Forschung schreitet voran, und neue Therapieansätze werden entwickelt. Auch alternative Therapien können eine wertvolle Ergänzung zur konventionellen Behandlung sein, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Es ist wichtig, dass Patienten und ihre Angehörigen sich umfassend informieren und sich von erfahrenen Therapeuten beraten lassen, um die bestmögliche Behandlungsstrategie zu finden.

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