Glioblastom: Kopfschmerzen, Intensität und klinische Aspekte

Gliome, die häufigsten primären Hirntumore, entstehen aus der Gehirnsubstanz selbst und können im Gehirn, Rückenmark oder Sehnerv auftreten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert Gliome in die Grade 1 bis 4, wobei molekulare Biomarker und Suffixe wie "NOS" (Not Otherwise Specified) und "NEC" (Not Elsewhere Classified) zur präzisen Einteilung verwendet werden. Diese Unterteilung ist entscheidend, da sich Gliome des Erwachsenen- und Kindesalters trotz histologischer Ähnlichkeiten in ihrer Biologie und ihrem klinischen Verhalten unterscheiden.

Gliome: Ein Überblick

Der Begriff Gliom umfasst Tumore des Zentralnervensystems, die aus Gliazellen, dem Stützgewebe des Nervensystems, entstehen. Diese Zellen können bösartig entarten und werden je nach Ursprungszelle klassifiziert. Die Neuropathologie unterscheidet eine Vielzahl von Gliomformen, die früher nach ihrem WHO-Grad (1-4) hinsichtlich ihrer Aggressivität beurteilt wurden. Heute ermöglicht die Molekulargenetik eine noch präzisere Einteilung in eine "integrierte Diagnose", die die Grundlage für zunehmend individualisierte Therapien bildet.

Ursachen und Häufigkeit

Gliome sind mit 5-6 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern die häufigste primäre Hirntumorart. Die genauen Ursachen sind weitgehend unbekannt, entstehen aber durch Veränderungen in den Gliazellen. Patienten mit Gliomen klagen häufig über Symptome des obstruktiven Hydrozephalus, einer Störung der Hirnwasserzirkulation, die zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen führt. Je nach Lage des Tumors können auch andere Bereiche beeinträchtigt werden. Gliome streuen selten in andere Organe, im Gegensatz zu Metastasen anderer Tumorarten im Gehirn.

Diagnose von Hirntumoren

Die Diagnose von Hirntumoren beginnt in der Regel mit der Anamnese und einer neurologischen Untersuchung. Bei Verdacht auf einen Hirntumor kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz:

  • Magnetresonanztomographie (MRT): Das wichtigste Verfahren zur Erkennung kleinster Tumore durch detaillierte Bilder des Gehirns.
  • Computertomographie (CT): Ein fortgeschrittenes Röntgenverfahren, das 3D-Bilder liefert.
  • Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe zur Bestimmung der Tumorart, wichtig für die Behandlungsplanung.
  • Liquoruntersuchung: Analyse der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit.

Die Einstufung des Hirntumors erfolgt nach dem Klassifikationssystem der WHO. Die Diagnose, Beurteilung und Behandlung sollten in spezialisierten Zentren mit erfahrenen Neurologen, Neurochirurgen und Onkologen erfolgen.

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Kopfschmerzen als Symptom von Hirntumoren

Kopfschmerzen können ein frühes Anzeichen eines Hirntumors sein, obwohl sie unspezifisch sind und viele Ursachen haben können. Wesensänderungen sollten ebenfalls ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn sie neu auftreten oder sich bekannte Symptome wie Kopfschmerzen verändern.

Charakteristika von Hirntumor-Kopfschmerzen

Hirntumor-Kopfschmerzen werden meist als dumpf und anhaltend beschrieben, mit leichter bis mäßiger Intensität. Sie können sich im Liegen verstärken und treten häufig nachts oder am frühen Morgen auf. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kopfschmerzen lassen sie sich oft nur schwer mit Schmerzmitteln lindern.

Weitere Symptome

Neben Kopfschmerzen können Hirntumoren eine Vielzahl weiterer Symptome verursachen, die je nach Lage und Größe des Tumors variieren können:

  • Übelkeit und Erbrechen: Oft in Verbindung mit Kopfschmerzen, besonders morgens auf nüchternen Magen.
  • Sehstörungen: Gesichtsfeldausfälle, Doppelbilder oder eingeschränkte Sicht.
  • Neurologische Ausfälle: Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Schluckbeschwerden, Schwindel, Schwerhörigkeit oder Tinnitus.
  • Epileptische Anfälle: Neu auftretende Anfälle können ein erstes Symptom sein.
  • Hormonelle Störungen: Insbesondere bei Hypophysenadenomen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus, das Wachstum oder die Sexualität beeinträchtigen können.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Gedächtnisprobleme, Konzentrationsstörungen.
  • Veränderungen der psychischen Gesundheit: Depressionen, Apathie, Angst.
  • Persönlichkeitsveränderungen: Reizbarkeit, Ablenkbarkeit.

Glioblastom: Eine aggressive Form des Glioms

Das Glioblastom ist der häufigste und aggressivste primäre Hirntumor. Es entsteht aus Gliazellen und zeichnet sich durch vielfältige Merkmale aus. Die Prognose und Behandlung hängen von der Operabilität, der weiterführenden Behandlung (Strahlentherapie und medikamentöse Therapie) und der Genetik des Tumors ab. Eine wichtige genetische Veränderung ist die MGMT-Promotor-Methylierung, die die Behandelbarkeit beeinflusst.

Entstehung und Risikofaktoren

Glioblastome entstehen durch unkontrolliertes Wachstum von Gliazellen, die die Nervenfasern umscheiden. Dabei schalten die Zellen Schutzmechanismen des Körpers, wie das Immunsystem, ab. Bekannte Risikofaktoren gibt es kaum, eine genetische Prädisposition ist sehr selten.

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Symptome des Glioblastoms

Die Symptome hängen von der Lage des Tumors im Gehirn ab. Häufige Symptome sind:

  • Lähmungen: Von Feinmotorikstörungen bis hin zu Lähmungen der gesamten Körperhälfte.
  • Epileptische Anfälle: Plötzlich auftretend.
  • Sprach- oder Sprechstörungen: Bei Tumoren in der Nähe der Sprachregion.
  • Motorische Ausfälle: Bei Tumoren in der Nähe der Bewegungsregion.
  • Kopfschmerzen: Eher im Hintergrund.

Die Symptome können sich nach Operation oder Strahlentherapie verbessern, aber bei Tumorwachstum oder Satellitentumoren wiederkehren.

Diagnose und Behandlung des Glioblastoms

Die Diagnose beginnt mit der Entnahme von Gewebe durch Biopsie oder Entfernung des Tumorgewebes. Die neuropathologische und molekulargenetische Untersuchung dauert etwa ein bis zwei Wochen. MRT-Sequenzen helfen bei der Operationsplanung, insbesondere bei Tumoren in der Nähe wichtiger Hirnareale.

Die Behandlung des Glioblastoms ist nicht heilbar, kann aber die Zeit bis zum Wiederauftreten des Tumors positiv beeinflussen. Die Standardtherapie umfasst Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie. Nach der Operation erfolgen regelmäßige MRT-Kontrollen alle drei Monate. Bei einem Rezidiv werden weitere operative, strahlentherapeutische und medikamentöse Optionen geprüft.

Therapieansätze bei Hirntumoren

Die Therapie von Hirntumoren ist vielfältig und wird individuell auf den Patienten abgestimmt. Zu den wichtigsten Therapieansätzen gehören:

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  • Mikrochirurgische Resektion: Entfernung des Tumors mit feinsten Instrumenten unter Schonung wichtiger Gehirnfunktionen.
  • Strahlentherapie: Zerstörung von Tumorzellen oder Verlangsamung des Wachstums durch hochenergetische Strahlen.
  • Chemotherapie: Systemische Therapie mit Medikamenten (Chemotherapeutika) zur Bekämpfung von Krebszellen im gesamten Körper, häufig bei aggressiven Tumoren wie Glioblastomen.
  • Tumortherapiefelder (TTFields): Nicht-medikamentöse Therapie mit elektrischen Wechselfeldern, die die Zellteilung stören und das Tumorwachstum hemmen.

Jede Therapie kann Nebenwirkungen haben, die von leichten Beschwerden bis hin zu Komplikationen reichen können.

Begleiterkrankungen bei Hirntumoren

Hirntumoren können mit verschiedenen Begleiterkrankungen einhergehen, die die Symptome verstärken und die Behandlung erschweren können:

  • Epileptische Anfälle: Insbesondere bei Tumoren in der Nähe von Regionen, die die elektrische Aktivität im Gehirn steuern.
  • Hydrozephalus: Blockade der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Gedächtnisprobleme, Schwierigkeiten bei der Problemlösung, Verhaltensänderungen.
  • Psychische Belastung: Depressionen, Angstzustände, Stressreaktionen.
  • Venenthrombosen: Insbesondere bei längerer Bettlägerigkeit oder bestimmten Krebstherapien.

Weitere Hirntumorarten

Neben Gliomen und Glioblastomen gibt es weitere Hirntumorarten, darunter:

  • Meningeome: Meist gutartige Tumore der Hirnhäute, oft zufällig entdeckt.
  • ZNS-Lymphome: Seltene, hochmaligne Non-Hodgkin-Lymphome im Gewebe des ZNS.
  • Hirnmetastasen: Absiedelungen anderer Krebserkrankungen im Gehirn, z.B. von Lungenkarzinomen, Brustkrebs oder Melanomen.

Die Symptome, Diagnose und Behandlung variieren je nach Tumorart und Lokalisation.

Kopfschmerzen bei Palliativpatienten

Kopfschmerzen sind auch bei Patienten in palliativer Behandlung ein häufiges Problem, das oft unterschätzt wird. Studien zeigen, dass ein Viertel der Palliativpatienten unter Kopfschmerzen leidet, häufig im Zusammenhang mit der Tumorerkrankung.

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