Gorgonzola und Migräne: Ein möglicher Zusammenhang

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der immer mehr Menschen betroffen sind. Neben Stress, hormonellen Schwankungen und Überanstrengung können auch bestimmte Nahrungsmittel eine Migräneattacke auslösen. Dazu gehören unter anderem gereifter Käse wie Gorgonzola, Rotwein und koffeinhaltige Getränke.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine Kopfschmerzform, die bereits in der Kindheit beginnen kann, aber verstärkt zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auftritt. Die Migräne taucht in Attacken auf, die vier Stunden bis zu drei Tage andauern können. Der Kopfschmerz pocht, pulsiert oder hämmert, oft nur halbseitig. Licht-, Lärm- oder Geruchsempfindlichkeit begleiten das Übel, ebenso wie Appetitlosigkeit, Erbrechen oder Übelkeit.

Ein Migräneanfall umfasst vier Phasen, alle müssen aber nicht zwangsläufig auftreten. So fühlt sich ein Teil der Patienten vor einer Attacke abgeschlagen, müde, gereizt oder hat Heißhunger. Manchmal kündigt eine Aura den nächsten Anfall an. Dann setzen Lähmungen, Missempfindungen, Seh- oder Sprachstörungen ein und klingen vor der Kopfschmerzphase wieder ab.

Ernährung bei Migräne

Viele Betroffene denken, dass sie bei einer Attacke lediglich Medikamente nehmen müssen. Aber die Migräneprophylaxe spielt eine weitaus größere Rolle - und hier setzt die Migräne-Ernährung an. Damit die Erkrankung seltener zuschlägt, gilt es Unterzuckerungen zu vermeiden und persönliche Trigger zu entlarven.

Migräniker haben ein besonders schnelles „Betriebssystem“; es kommt also auf die Energieversorgung an. Frühstück ausfallen lassen, Low-Carb- und Extremdiäten sind nicht das Richtige fürs Gehirn. Essen Sie eher kohlenhydratreich und setzen Sie auf komplexe Kohlenhydrate wie Haferflocken, Hülsenfrüchte, Vollkornbrot oder Kartoffeln. Halten Sie sich an feste Essenszeiten, um Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu vermeiden. Sorgen Sie für fünf kleine Mahlzeiten am Tag, essen Sie in Ruhe und lassen Sie keine Hauptmahlzeit ausfallen, vor allem nicht das Frühstück. Nehmen Sie spätestens 2,5 Stunden vor dem Schlafengehen Ihr Abendbrot ein.

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Auf den Speiseplan der Migräne-Ernährung gehören zudem zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse. Dazu Milchprodukte, frischer Fisch, mageres Fleisch und nicht mehr als vier Eier die Woche. Trinken Sie mindestens zwei Liter pro Tag und am besten Wasser.

Was sollte man bei Migräne nicht essen?

Einige Patienten berichten, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel eine Attacke auslöst - aber häufig bringt das Lebensmittel das Fass zum Überlaufen, weil sie bereits überarbeitet und gestresst sind. Als Auslöser von Migräne-Attacken kommen viele Faktoren infrage. Nicht selten werden dann gereifter Käse, Sekt, Rotwein, reife Bananen, Fischkonserven oder Zitrusfrüchte genannt. Die vermeintlichen Übeltäter sind die enthaltenen biogenen Amine wie Histamin, Phenylethylamin, Serotonin oder Tyramin. Ebenso wird Glutamat aus asiatischem Essen, Fertiggerichten sowie -saucen oder das Natriumnitrat beziehungsweise -nitrit verdächtigt. Viele Migräniker meiden sie daher präventiv - und wahrscheinlich grundlos. Inwieweit sie alle tatsächlich als Trigger fungieren, ist wissenschaftlich umstritten. Möglich scheint, dass die Nahrungsmittel einen Anfall provozieren könnten, wenn Betroffene bereits stark unter Stress oder anderen Belastungen stehen.

Der Zusammenhang zwischen Gorgonzola und Migräne

Gorgonzola gehört zu den Käsesorten, die einen hohen Gehalt an biogenen Aminen, insbesondere Histamin und Tyramin, aufweisen. Diese Stoffe können bei empfindlichen Personen Migräneattacken auslösen.

Biogene Amine und ihre Wirkung

Biogene Amine entstehen bei der Reifung von Lebensmitteln durch den Abbau von Aminosäuren. Sie haben verschiedene physiologische Wirkungen im Körper. Histamin wirkt gefäßerweiternd und kann so Kopfschmerzen auslösen. Tyramin kann die Freisetzung von Neurotransmittern wie Noradrenalin fördern, was zu einer erhöhten Wachheit und einem höheren Stresslevel im Gehirn führt.

Histaminintoleranz als Ursache

Manche Menschen leiden unter einer Histaminintoleranz. Das bedeutet, dass ihr Körper Histamin nicht ausreichend abbauen kann. Dies kann zu einer Anhäufung von Histamin im Körper führen, was verschiedene Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Hautausschläge und eben auch Migräne auslösen kann.

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Weitere Faktoren

Neben dem Histamingehalt können auch andere Faktoren im Gorgonzola eine Migräneattacke begünstigen. Dazu gehören der hohe Fettgehalt, der die Verdauung verlängert, und bestimmte Schimmelpilze, die bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen können.

Was tun bei Verdacht auf einen Zusammenhang?

Wenn Sie vermuten, dass Gorgonzola oder andere histaminreiche Lebensmittel bei Ihnen Migräneattacken auslösen, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

  1. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch: Notieren Sie, wann Sie Migräneattacken haben und was Sie vorher gegessen haben. So können Sie mögliche Auslöser identifizieren.
  2. Vermeiden Sie histaminreiche Lebensmittel: Verzichten Sie für einige Wochen auf Gorgonzola und andere Lebensmittel, die einen hohen Histamingehalt aufweisen.
  3. Testen Sie Ihre Toleranzgrenze: Führen Sie nach der Karenzzeit histaminreiche Lebensmittel langsam wieder in Ihre Ernährung ein und beobachten Sie, wie Ihr Körper reagiert.
  4. Lassen Sie sich auf Histaminintoleranz testen: Ein Arzt kann einen Histaminintoleranztest durchführen, um festzustellen, ob Sie unter dieser Unverträglichkeit leiden.
  5. Ernähren Sie sich ausgewogen: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, um Ihren Körper optimal mit Nährstoffen zu versorgen.
  6. Vermeiden Sie Stress: Stress ist ein bekannter Migräneauslöser. Versuchen Sie, Stress abzubauen, beispielsweise durch Entspannungsübungen oder Sport.

Weitere Informationen und Forschungsansätze

Vitamin B2 und Migräne

Vitamin B2 spielt eine entscheidende Rolle im Energiestoffwechsel der Mitochondrien. Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen der täglichen Aufnahme von Vitamin B2 über die Nahrung und dem Auftreten von Migräneattacken. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B2 über die Nahrung mit weniger Migräneattacken einhergehen kann.

Die Rolle der Darm-Hirn-Achse

Es gibt Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen Migräne und der Sensibilität auf Getreideeiweiß bestehen könnte, der auf die Darm-Hirn-Achse zurückzuführen ist. Störungen in dieser werden zunehmend mit neurologischen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Enzymatische Verfahren zur Histaminreduktion

In der Lebensmitteltechnologie gibt es verschiedene Ansätze, den Histamingehalt in Lebensmitteln zu reduzieren. Dazu gehören beispielsweise der Einsatz von Mikroorganismen oder Enzymen, die Histamin abbauen können.

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Verfahren zur Herstellung von histamin-armen, bzw. histamin-freien Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Futtermitteln:

Es gibt verschiedene Verfahren, um den Histamingehalt in Lebensmitteln zu senken. Ein Ansatz ist die Verwendung von Lactobacillus delbrücki-Reinkulturen, die Histidin in Glutaminsäure umwandeln können. Dieses Verfahren kann beispielsweise bei der Herstellung von Bier angewendet werden, um ein histaminfreies Bier zu erzeugen.

Verfahren zur Eliminierung von Tyramin:

Tyramin ist ein weiteres biogenes Amin, das Migräne auslösen kann. Es gibt Verfahren, um Tyramin aus verschiedenen Quellen zu entfernen.

Enzymatische Extrakte zur Amin-Degradation:

Extractos enzimticos de hongos de la vid que degradan aminas bigenas en vinos (Enzymatische Extrakte aus Pilzen der Weinrebe, die biogene Amine in Weinen abbauen).

Empfehlenswerte Lebensmittel bei Migräne

  • Frisches Gemüse: Zucchini, Karotten, Gurken, Paprika
  • Frisches Obst: Aprikosen (in Maßen), Äpfel, Birnen
  • Reis und Kartoffeln
  • Nicht fermentierte Milchprodukte: Mozzarella, Ricotta, junger Gouda, Butterkäse
  • Frisches Fleisch und Fisch (außer Thunfisch)
  • Kräutertees: Pfefferminztee, Ingwertee

Zu vermeidende Lebensmittel bei Migräne

  • Gereifter Käse: Gorgonzola, Parmesan, Gruyère, Cheddar, Edamer, Emmentaler, Schmelzkäse
  • Wurstwaren: Salami, Schinken, geräuchertes Fleisch
  • Alkohol: Rotwein, Sekt, Bier
  • Bestimmte Gemüsesorten: Aubergine, Spinat, Tomaten
  • Zitrusfrüchte
  • Fertiggerichte und stark verarbeitete Produkte

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