Fruchtgummis sind neben Schokolade eine der beliebtesten Naschereien der Deutschen. In den Supermärkten wie Rewe und Discountern wie Aldi, Lidl und Co. findet man in den Regalen eine große Auswahl der beliebten Süßigkeit: von sauren bis fruchtig-süßen oder sahnigen Fruchtgummis, in verschiedenen Farben und Formen, von weich bis bissfest und in etlichen Geschmacksrichtungen - die Vielfalt ist nahezu grenzenlos. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland knapp 170.000 Tonnen Fruchtgummi und Lakritz verkauft, so viel wie von keiner anderen Süßigkeit.
Beliebtheit und Konsum von Fruchtgummis
Fruchtgummis erfreuen sich großer Beliebtheit. Laut einer Verbraucherbefragung aus dem Jahr 2020 gaben 31 Prozent der Befragten an, eher ein „süßer“ Nascher zu sein, während lediglich 19 Prozent salzige Snacks bevorzugen. Jedes Jahr werden in Deutschland rund 575.200 Tonnen Zuckerwaren produziert. Im Schnitt naschen die Deutschen nach Angaben von ZDF vier Kilogramm pro Jahr.
Die Inhaltsstoffe von Fruchtgummis
Grundsätzlich besteht die beliebte Nascherei aus Zucker, Gelatine, Fruchtsaftkonzentraten, Aromen und Farbstoffen. Zwei der getesteten Produkte im ZDF-Check sind vegan, das heißt, sie werden ohne tierische Gelatine hergestellt. Bei den „Veganen Früchtchen“ wird das pflanzliche Geliermittel Pektin und bei Katjes Johannisbrotkernmehl und Xanthan verwendet.
Zuckergehalt und Vitamine
In den getesteten Produkten stecken zwischen 34 und 59 Gramm Zucker. Für den fruchtigen Anstrich sorgen Aromen und Konzentrate - und vor allem das Marketing. Viele Fruchtgummi-Packungen werden mit dem Zusatz „Vitamine“ beworben. Dem Ernährungswissenschaftler zufolge seien „Vitamine“ in solchen Fruchtgummiprodukten mehr oder weniger Alibi. Denn Vitamine seien nicht automatisch gesund. Hier habe der Hinweis auf Vitamine nur einen Marketingsinn. „Wenn man einem Produkt den Namen Tropen-Früchte gibt, dann suggeriert es für den Verbraucher, dass es Tropenfrüchte sind und nicht eine Süßigkeit, die zu 50, 60 Prozent aus Zucker besteht“.
Aromen und Farbstoffe
Die meisten Hersteller verwenden immerhin natürliche Aromen. Aber wie der Ernährungsexperte gegenüber dem ZDF erklärt, wird natürliches Aroma oftmals von Schimmelpilz produziert. „Wenn man wirklich reines Naturaroma möchte, dann braucht man Fruchtextrakte“, so der Experte weiter. Bei den sechs Testprodukten verwenden alle zusätzliche Fruchtsaftkonzentrate, um den Süßigkeiten einen fruchtigen Geschmack zu verleihen. Im Handel gibt es Fruchtgummis in allen Farben. Eine Lieblingssorte haben alle. Meist sollen sie nach Ananas, Mango, Birne, Orange, Apfel oder Zitrone schmecken. Ob die Farben tatsächlich was mit der Frucht zu tun haben, erklärt Ernährungswissenschaftler Sven-David Müller: „Die Farben machen für unser Gehirn einen Teil unseres Geschmacks aus. Aber eigentlich haben die Farben nichts mit dem Geschmack zu tun. Denn ein Fruchtgummi ohne ein Aroma, ohne einen Fruchtsaft würde, egal welche Farbe, trotzdem nicht nach einer Frucht schmecken“. Folglich macht das zugesetzte Aroma also den Geschmack. Die Farben werden vor allem mit den färbenden Lebensmitteln erzeugt.
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Test auf bedenkliche Stoffe
In einem Labor wurden die Testprodukte noch auf künstliche Farbstoffe und Weichmacher analysiert. Bei allen wurden keine auffälligen Stoffe gefunden und sind daher unbedenklich.
Der ZDF-Check: Günstige Produkte überzeugen
Im ZDF-Check wurden drei teure und drei günstige Fruchtgummis getestet:
- „Veganen Früchtchen“ für 75 Cent, je 100 Gramm bei Aldi Süd
- Haribo „Fruitilicious“ für 62 Cent, je 100 Gramm
- Katjes „Tropenfrüchte“ für 47 Cent, je 100 Gramm
- „Happies“ von Nimm2 für 34 Cent, je 100 Gramm
- „Saft-Früchte“ bei Kaufland für 33 Cent, je 100 Gramm
- „Juicy´s“ von Lidl für 33 Cent, je 100 Gramm
50 Personen haben sich im ZDF-Check durch die sechs Fruchtgummi-Produkte durchprobiert und es gab einen deutlichen Testsieger: Der Mehrheit schmeckten die günstigen Fruchtgummis von Kaufland am besten. Hier das Ranking im Überblick:
- Kaufland (Fruchtgummis mit dem höchsten Anteil an Fruchtsaft)
- Aldi Süd
- Katjes
- Nimm2
- Haribo
- Lidl
Nachhaltigkeit bei Fruchtgummis
Immer mehr Hersteller werben mit Nachhaltigkeit. So auch Katjes. Nachhaltigkeits-Expertin Dr. Laura Spengler vom Umweltbundesamt sieht solche Versprechen jedoch kritisch. „Klimaneutralität oder klimaneutrale Produkte sind als Begriff nicht geschützt. Das ist ein Problem, weil wir da eine große Zunahme an Produkten und Unternehmen sehen, die sich als solche bewerben“. Beim Thema Nachhaltigkeit schneidet Katjes am besten ab. Haribo setzt nach eigener Angabe vor allem auf Recycling. Aldi Süd ist immerhin Bio-Zertifiziert.
Süßwarenindustrie: Trends und Innovationen
In der Süßwarenindustrie gibt es mehrere neue Trends und Innovationen, die auf Veränderungen in den Verbrauchergewohnheiten und -präferenzen sowie auf technologische Fortschritte zurückzuführen sind. Hier sind einige Beispiele:
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- Gesündere Alternativen: Verbraucher suchen zunehmend nach Süßwaren, die weniger Zucker, Fett und künstliche Inhaltsstoffe enthalten. Hersteller reagieren darauf, indem sie neue Produkte entwickeln, die natürliche Süßstoffe, ballaststoffreiche Zutaten oder pflanzliche Proteine enthalten.
- Vegane und vegetarische Optionen: Der Trend zu pflanzlicher Ernährung hat auch die Süßwarenindustrie erfasst. Immer mehr Unternehmen bieten vegane und vegetarische Süßwaren an, die auf tierische Inhaltsstoffe wie Gelatine oder Milchprodukte verzichten.
- Nachhaltigkeit: Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit sind wichtige Themen in der heutigen Zeit. Süßwarenhersteller setzen vermehrt auf nachhaltige Verpackungen, reduzieren ihren Energie- und Wasserverbrauch in der Produktion und suchen nach umweltfreundlicheren Zutaten.
- Personalisierung und Individualisierung: Verbraucher suchen nach einzigartigen und personalisierten Produkten. Einige Hersteller bieten daher die Möglichkeit an, Süßwaren nach individuellen Vorlieben anzupassen, zum Beispiel durch die Wahl von Geschmacksrichtungen, Formen oder Verzierungen.
- Funktionalität: Süßwaren werden zunehmend mit funktionalen Inhaltsstoffen angereichert, die bestimmte gesundheitliche Vorteile bieten, wie zum Beispiel Vitamine, Mineralien oder probiotische Kulturen.
- Neue Geschmacksrichtungen: Die Süßwarenindustrie experimentiert mit neuen und ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen, um das Interesse der Verbraucher zu wecken. Beispiele hierfür sind exotische Fruchtaromen, Gewürze oder Mischungen aus süß und salzig.
- Online-Verkauf und E-Commerce: Der Online-Verkauf von Süßwaren hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Immer mehr Unternehmen bieten ihre Produkte über E-Commerce-Plattformen an und ermöglichen so einen bequemen und einfachen Zugang für die Verbraucher.
Süße Mathematik: Berechnungsformeln rund um Süßwaren
Süßwaren sind nicht nur lecker, sondern bieten auch Raum für mathematische Überlegungen.
- Die Schokoladenformel: Die Formel für das Volumen der Schokolade lautet: V = L * B * H. Wenn wir nun das Gewicht der Schokolade (G) in Gramm kennen, können wir auch die Dichte (D) berechnen: D = G / V.
- Die Gummibärchen-Gleichung: Wenn wir wissen, dass die Tüte zu 30% mit roten Gummibärchen gefüllt ist, können wir die Anzahl der roten Gummibärchen (R) wie folgt berechnen: R = 0,3 * 100.
- Die Bonbon-Statistik: Wenn wir wissen, dass die Schachtel für einen Zeitraum von 30 Tagen gedacht ist, können wir die durchschnittliche Anzahl der Bonbons pro Tag (A) wie folgt berechnen: A = 500 / 30.
Traditionelle Süßwaren aus aller Welt
Es gibt viele süße Leckereien, die eine lange Tradition haben. Hier sind einige Beispiele:
- Baklava: Baklava ist ein dessertartiges Gebäck, das in vielen Ländern des Nahen Ostens, Balkans und der Türkei beliebt ist. Es besteht aus mehreren Schichten von dünnem Filoteig, die mit gehackten Nüssen und Sirup oder Honig gefüllt sind.
- Macarons: Macarons sind kleine, bunte Baisergebäckstücke, die eine knusprige Außenschicht und eine weiche, zähe Füllung haben. Sie stammen ursprünglich aus Frankreich und haben eine lange Tradition in der französischen Patisserie.
- Churros: Churros sind ein spanisches Gebäck, das aus frittiertem Teig besteht. Sie haben eine röhrenförmige Form und werden oft mit Zucker bestreut oder in Schokoladensauce getaucht. Churros sind besonders beliebt in Spanien und in vielen lateinamerikanischen Ländern.
- Gelato: Gelato ist eine italienische Eiscreme, die im Vergleich zu herkömmlicher Eiscreme weniger Fett enthält und eine cremigere Konsistenz hat. Gelato wird oft in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten und ist besonders beliebt in Italien.
- Loukoumades: Loukoumades sind kleine, frittierte Teigbällchen, die in Griechenland und anderen Ländern des Nahen Ostens beliebt sind. Sie werden oft mit Honig oder Sirup beträufelt und mit Zimt oder gehackten Nüssen bestreut.
Weltweit beliebte Süßwaren
Die weltweit beliebtesten Süßwaren variieren je nach Land und Kultur. Hier sind jedoch einige Süßigkeiten, die international eine große Beliebtheit genießen:
- Schokolade: Schokolade ist zweifellos eine der beliebtesten Süßwaren weltweit. Sie gibt es in verschiedenen Sorten, Geschmacksrichtungen und Formen.
- Gummibärchen: Gummibärchen sind eine beliebte Süßigkeit, vor allem bei Kindern. Sie sind bunt, weich und in vielen Geschmacksrichtungen erhältlich.
- Kaugummi: Kaugummi wird in vielen Ländern gerne gekaut. Er ist in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Sorten erhältlich und kann dazu beitragen, den Atem zu erfrischen.
- Lutscher: Lutscher sind bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Sie sind in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich und bieten eine langanhaltende Süßigkeitenerfahrung.
- Kekse und Kuchen: Kekse und Kuchen sind weltweit beliebt und werden oft zu Tee oder Kaffee serviert. Sie bieten eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen und Texturen, von knusprig bis weich.
Werkstoffe und Materialien von Süßwaren
- Zucker
- Schokolade
- Kakaobutter
- Milchpulver
- Kakaomasse
- Kakaopulver
- Gelatine
- Pektin
- Zitronensäure
- Aromen
- Farbstoffe
- Öle und Fette
- Mehl
- Stärke
- Eiweiß
- Nüsse
- Früchte
- Marzipan
- Glukosesirup
- Zitronenschalenöl
- Vanilleextrakt
- Zuckerguss
- Sahne
- Honig
- Karamell
HS-Codes für Süßwaren
- Süsswaren (HS-Code 1704): Zucker- und Schokoladenwaren sowie andere Süßwaren.
- Süßwaren, die Kakaopulver enthalten (HS-Code 1806): Produkte, die Kakaopulver sowie Zucker oder andere Süßungsmittel enthalten.
- Süßwaren, die Milchpulver enthalten (HS-Code 1806): Produkte, die Milchpulver sowie Zucker oder andere Süßungsmittel enthalten.
- Konfekturen und Pralinen (HS-Code 1704): Produkte wie Bonbons, Karamell, Fruchtgummi und andere Konfektionserzeugnisse.
- Zuckerwaren (HS-Code 1704): Produkte, die hauptsächlich aus Zucker bestehen, wie beispielsweise Zuckerstücke oder Zuckerfiguren.
Bauweisen und Arten von Süßwaren
- Klassische Bauweisen
- Schichtweise: Bei dieser Bauweise werden verschiedene Schichten von Süßigkeiten übereinander gelegt, um einen Geschmackskontrast zu erzeugen.
- Gepresst: Bei dieser Bauweise werden Zutaten zu einer kompakten Masse gepresst.
- Gerollt: Hier werden Teige oder Massen dünn ausgerollt und anschließend aufgerollt, um verschiedene Füllungen zu umhüllen.
- Modernere Bauweisen
- Geformt: Bei dieser Bauweise werden Süßigkeiten in bestimmte Formen gebracht, entweder durch Gießen in spezielle Formen oder durch Modellieren per Hand.
- Spritzgegossen: Bei dieser Bauweise werden flüssige Massen in spezielle Formen gespritzt und anschließend ausgehärtet.
- Gefriergetrocknet: Diese Bauweise verwendet das Gefrieren und anschließende Trocknen von Süßigkeiten, um eine besondere Textur und Haltbarkeit zu erreichen.
- Regionale und kulturelle Süßwarenarten
- Pralinen: Pralinen sind eine klassische Form von Süßwaren, die aus einer Hülle aus Schokolade und einer Füllung aus Nüssen, Karamell oder Fruchtpüree besteht.
- Kekse und Plätzchen: Kekse und Plätzchen sind beliebte Gebäckstücke, die in verschiedenen Formen, Geschmacksrichtungen und Texturen hergestellt werden können.
- Lakritz: Lakritz ist eine spezielle Art von Süßwaren, die aus der Wurzel der Süßholzpflanze gewonnen wird.
- Schokolade: Schokolade ist eine der bekanntesten Süßwarenarten und wird aus Kakaobohnen hergestellt.
- Marshmallows: Marshmallows sind weiche, süße Schaumzuckerwaren, die oft in verschiedenen Formen und Geschmacksrichtungen erhältlich sind.
- Fruchtgummis: Fruchtgummis sind süße, gummiartige Süßigkeiten, die in verschiedenen Formen und Geschmacksrichtungen hergestellt werden.
- Bonbons: Bonbons sind harte Süßigkeiten, die meist aus Zucker, Glukosesirup und Aromen hergestellt werden.
DIN-Normen für Süßwaren
- DIN EN 1568: Süsswaren - Allgemeine Anforderungen
- DIN EN 1569: Süsswaren - Kennzeichnung
- DIN EN 1570: Süsswaren - Prüfverfahren für sensorische Eigenschaften
- DIN EN 1571: Süsswaren - Prüfverfahren für physikalische Eigenschaften
- DIN EN 1572: Süsswaren - Prüfverfahren für chemische Eigenschaften
- DIN EN 1573: Süsswaren - Hygieneanforderungen
- DIN EN 1574: Süsswaren - Verpackung
- DIN EN 1575: Süsswaren - Lagerung und Transport
Herstellung von Süßwaren
Süßwaren werden in der Regel in Fabriken hergestellt, die über spezielle Produktionsanlagen verfügen. Der genaue Herstellungsprozess variiert je nach Art der Süßwaren.
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