Die Gürtelrose, auch bekannt als Herpes Zoster, ist eine Viruserkrankung, die durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird, desselben Virus, das auch Windpocken verursacht. Nach einer Windpockeninfektion verbleibt das Virus inaktiv in bestimmten Nervenknoten im Körper. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, kann das Virus reaktiviert werden und eine Gürtelrose verursachen. Typischerweise manifestiert sich die Gürtelrose als schmerzhafter Hautausschlag, der sich entlang eines Dermatoms, d.h. eines von einem einzelnen Spinalnerv versorgten Hautbereichs, ausbreitet.
Obwohl der Hautausschlag in der Regel innerhalb weniger Wochen abheilt, können bei manchen Menschen anhaltende Schmerzen zurückbleiben. Diese Schmerzen, die als Post-Zoster-Neuralgie (PZN) bezeichnet werden, können Monate oder sogar Jahre andauern und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. In seltenen Fällen kann die Gürtelrose auch das Gehirn und andere neurologische Strukturen betreffen, was zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.
Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Behandlung der Gürtelrose, insbesondere im Hinblick auf die Beteiligung des Gehirns und die Post-Zoster-Neuralgie.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Gürtelrose wird durch die Reaktivierung des Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht, das nach einer Windpockeninfektion in den Nervenzellen des Körpers verbleibt. Das Virus kann reaktiviert werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist, beispielsweise durch Alter, Stress, bestimmte Erkrankungen oder Medikamente.
Zu den Risikofaktoren für die Entwicklung einer Gürtelrose gehören:
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- Alter: Das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.
- Geschwächtes Immunsystem: Personen mit einem geschwächten Immunsystem, z. B. aufgrund von HIV/AIDS, Krebs oder immunsuppressiven Medikamenten, haben ein höheres Risiko, an Gürtelrose zu erkranken.
- Bestimmte Erkrankungen: Einige Erkrankungen, wie z. B. Diabetes und chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), können das Risiko für Gürtelrose erhöhen.
- Stress: Stress kann das Immunsystem schwächen und das Risiko für Gürtelrose erhöhen.
Symptome
Die Symptome der Gürtelrose können je nach betroffenem Nerv variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Schmerzhafter Hautausschlag: Der Hautausschlag ist in der Regel auf einen bestimmten Bereich des Körpers beschränkt und kann von Juckreiz, Brennen oder Stechen begleitet sein.
- Bläschen: Der Hautausschlag besteht aus kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, die aufplatzen und verkrusten können.
- Fieber: Einige Menschen mit Gürtelrose können Fieber haben.
- Kopfschmerzen: Kopfschmerzen können ein weiteres Symptom der Gürtelrose sein.
- Müdigkeit: Müdigkeit ist ein häufiges Symptom bei Gürtelrose.
In seltenen Fällen kann die Gürtelrose auch das Gehirn betreffen und zu folgenden Symptomen führen:
- Enzephalitis: Eine Entzündung des Gehirns, die zu Verwirrtheit, Krampfanfällen und Bewusstseinsverlust führen kann.
- Meningitis: Eine Entzündung der Hirnhäute, die zu Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit und Fieber führen kann.
- Schlaganfall: Die Gürtelrose kann das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.
Post-Zoster-Neuralgie (PZN)
Die Post-Zoster-Neuralgie (PZN) ist die häufigste Komplikation der Gürtelrose. Sie ist definiert als Nervenschmerzen, die länger als drei Monate nach Abheilen des Hautausschlags andauern. Die Schmerzen können brennend, stechend oder bohrend sein und sich über den Bereich des ursprünglichen Ausschlags hinaus ausbreiten.
Das Risiko, eine PZN zu entwickeln, steigt mit dem Alter. Andere Risikofaktoren sind:
- Schweregrad des Ausschlags: Personen mit einem schweren Hautausschlag haben ein höheres Risiko, eine PZN zu entwickeln.
- Starke Schmerzen während des Ausschlags: Personen, die während des Ausschlags starke Schmerzen haben, haben ein höheres Risiko, eine PZN zu entwickeln.
- Vorhandensein von Vorerkrankungen: Bestimmte Erkrankungen, wie z. B. Diabetes, können das Risiko für PZN erhöhen.
Diagnose
Die Diagnose der Gürtelrose wird in der Regel anhand der charakteristischen Symptome gestellt, insbesondere des schmerzhaften Hautausschlags. In unklaren Fällen kann eine Laboruntersuchung der Hautveränderungen durchgeführt werden, um das Varizella-Zoster-Virus nachzuweisen.
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Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Gehirns können weitere Untersuchungen erforderlich sein, wie z. B. eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Lumbalpunktion (Entnahme von Nervenwasser).
Die Diagnose der Post-Zoster-Neuralgie (PZN) wird in der Regel gestellt, wenn die Schmerzen länger als drei Monate nach Abheilen des Hautausschlags andauern.
Behandlung
Die Behandlung der Gürtelrose zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, die Ausbreitung des Virus zu verhindern und Komplikationen vorzubeugen.
Antivirale Therapie
Antivirale Medikamente, wie z. B. Aciclovir, Valaciclovir und Famciclovir, können die Vermehrung des Virus hemmen und die Dauer und Schwere der Gürtelrose verkürzen. Sie sind am wirksamsten, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Ausschlags eingenommen werden. Bei komplizierten Fällen oder bei Beteiligung des Gesichts kann eine intravenöse Gabe erforderlich sein.
Schmerzbehandlung
Schmerzmittel können helfen, die Schmerzen im Zusammenhang mit der Gürtelrose zu lindern. Zu den gängigen Schmerzmitteln gehören:
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- Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): NSAR, wie z. B. Ibuprofen und Naproxen, können bei leichten bis mittelschweren Schmerzen helfen.
- Opioide: Opioide, wie z. B. Codein und Morphin, können bei starken Schmerzen eingesetzt werden. Aufgrund des Suchtpotenzials sollten sie jedoch nur kurzfristig angewendet werden.
- Antikonvulsiva: Antikonvulsiva, wie z. B. Gabapentin und Pregabalin, werden häufig zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt, einschließlich der PZN. Sie können die Erregbarkeit von Nervenzellen dämpfen und so die Schmerzen lindern.
- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva, wie z. B. Amitriptylin und Nortriptylin, können ebenfalls bei Nervenschmerzen helfen. Sie unterdrücken die Weiterleitung von Schmerzsignalen im Rückenmark.
- Lokale Betäubungsmittel: Lokale Betäubungsmittel, wie z. B. Lidocain-Pflaster oder -Cremes, können auf die Haut aufgetragen werden, um die Schmerzen zu lindern.
- Capsaicin-Creme: Capsaicin ist ein Bestandteil des Chili-Pfeffers und kann als Creme auf die Haut aufgetragen werden, um die Schmerzen zu lindern. Das starke Brennen zerstört die Schmerz-„Antennen“ in der Haut, wirkt aber erst nach mehreren Wochen.
Weitere Behandlungen
Weitere Behandlungen, die bei Gürtelrose und PZN eingesetzt werden können, sind:
- Kortikosteroide: Kortikosteroide können Entzündungen reduzieren und die Schmerzen lindern. Sie werden jedoch nicht routinemäßig eingesetzt, da sie Nebenwirkungen haben können.
- Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): TENS ist eine nicht-invasive Therapie, bei der elektrische Impulse über die Haut an die Nerven gesendet werden. Dies kann helfen, die Schmerzen zu lindern.
- Akupunktur: Akupunktur ist eine traditionelle chinesische Medizin, bei der feine Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gestochen werden. Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur bei der Behandlung von PZN helfen kann.
- Naturheilkunde: Einige Naturheilmittel, wie z. B. feuchte Umschläge und eine basenbildende Ernährung, können die Heilung fördern und die Symptome lindern.
- Psychotherapie: Bei chronischen Schmerzen kann eine psychologische Mitbehandlung sinnvoll sein, um den Patienten bei der Bewältigung der Schmerzen zu unterstützen.
Behandlung von Gehirnbeteiligung
Die Behandlung einer Gürtelrose mit Beteiligung des Gehirns hängt von der Art der Beteiligung ab. Bei Enzephalitis oder Meningitis werden in der Regel antivirale Medikamente intravenös verabreicht. Kortikosteroide können ebenfalls eingesetzt werden, um Entzündungen zu reduzieren. In schweren Fällen kann eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich sein.
Prävention
Es gibt einen Impfstoff gegen Gürtelrose, der das Risiko, an der Krankheit zu erkranken, deutlich reduzieren kann. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren sowie für Menschen ab 50 Jahren mit einem erhöhten Risiko für Gürtelrose.
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